Beseitigung der
Unterdrückung der Frau
Im Namen
Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen
In der vorigen
Folge haben wir bereits erwähnt, dass das Projekt der Lebensgestalter
sehr stark von den Umfragen abhängt. Nach wie vor sind uns die
Stimmenabgaben äußerst wichtig. Wir möchten, dass Millionen von Menschen
daran teilnehmen. Ich werde noch keine Ergebnisse präsentieren, so Gott
will, werden diese nächste Woche vorgestellt. Was wir jedoch machen
wollen, ist die Gründung von Projekten, die zu einem Aufschwung führen
sollen. Wie kann solch ein Projekt wohl zustande kommen?
Was sind unsere
Träume? Diese Träume sollten in unseren Ländern innerhalb der nächsten
20 Jahre und in jedem Bereich umsetzbar sein. Wir legten 23 Bereiche
fest, wobei jeder Bereich einige Vorschläge beinhaltet, die von den
verschiedenen Meinungen unterbreitet wurden, um eine Verbesserung
unserer Gesellschaft zu garantieren. Dann haben wir alle darum gebeten,
sich an den Umfragen zu beteiligen und die Anreihung jener Ideen oder
Vorschläge nach Wichtigkeit einzustufen. Jedes Projekt verfügt über eine
Bewertung von 1 bis 10. Wenn das Projekt die letzte Stufe, die zehnte,
erreicht, so bedeutet dies, dass sich dieses Projekt für unsere Länder
als wichtig erweist. Wenn es umsetzbar wäre, so wird das Projekt mit der
Nummer 8 – 10 eingestuft. Wenn viele Bewertungen durch eure Stimmen
erreicht werden, wird das Ergebnis in 5 oder 6 grundlegende Vorschläge
in jedem Bereich – von den 23 Bereichen – gegliedert.
Noch ein Wort zu
unserem Projekt “Die Bekämpfung des Analphabetismus“: Es ist der Bereich
der Bildung, für den sich viele Menschen entschieden haben, weil sie der
Meinung sind, dass dieses Projekt leicht umsetzbar und zugleich sehr
wichtig ist. Nichts wie anfangen, liebe Jugendliche, euch im Internet
namentlich zu registrieren. Dort findet ihr den Namen des Projektleiters
und versammelt euch bei einem Chat im Internet (deswegen ist das
Internet auch sehr relevant geworden), um Vereinbarungen bezüglich des
Projekts zu treffen. Wer sich von euch geeignet dafür sieht, bei diesem
Projekt für 5 Jahre mitzuwirken, um die Bekämpfung des Analphabetismus
zu erreichen, möge sich registrieren. Dieses Projekt können wir starten
ohne uns auf Regierungen unserer Länder zu stützen. Wir müssen
Entscheidungen und Vorbereitungen treffen, Pläne setzen, einen starken
Willen und große Bemühungen für zahlreiche Jahre aufweisen. Jedoch
erreichen wir all das nur, wenn wir bei den Stimmabgaben auch
erfolgreich werden, weil dadurch bekannt gegeben wird, dass dieses
Projekt ein Traum, dein Traum ist. Sonst würde das Projekt lahm gelegt,
da man nicht für dieses Projekt gestimmt hat.
Ab der nächsten
Folge werden wir uns mit 3 Punkten auseinandersetzen:
-
Ein neuer Bereich, wie z.B. die Umwelt oder der
Tourismus, damit sich die Menschen von jenen Bereichen eine Idee
verschaffen können.
-
Die Bekanntgabe der Stimmenzählungen von den vorigen
Projekten und Bereichen.
-
Mit welchem Projekt werden wir anfangen?
Fangt deswegen
gleich damit an, aktiv mitzuwirken.
Der Bereich, den
wir heute vorstellen, ist von äußerster Wichtigkeit. Deswegen erachten
wir es heute für relevant, gleich damit anzufangen, nachdem wir bereits
4 Bereiche vorgetragen haben. Dieses Projekt beinhaltet jedoch
zahlreiche Schwierigkeiten. Jene Menschen, die sich diesem Bereich
widmen, werden sehr darüber erfreut sein, wenn sie dem Ganzen ein Gehör
schenken. Das Thema, das wir heute besprechen werden, ist das Thema
„Frau“ bzw. wie wir das Frauenbild nach 20 Jahren sehen möchten.
Womöglich können
viele Frauen und Mädchen es nicht prophezeien, wie wohl das Frauenbild
nach so vielen Jahren ausschauen wird. Es kann auch sein, dass sie sich
keinerlei Gedanken darüber machen. Wir aber möchten, dass sich die Lage
der Frauen ändert, denn ihnen wird viel Unrechtes angetan und wir lassen
es nicht zu, dass dies noch an die 20 Jahre anhält.
Die Frauen
erleiden äußerst viel Unrecht und diese Folge wird einige Lösungen für
die Beseitigung dieses Unrechtes aufzeigen. Was ich in dieser Folge
sagen möchte ist nicht nur meine Meinung: Ich war sehr überrascht, als
ich auf unserer Website im Bereich der Frau Tausende von Zusendungen von
Frauen, Mädchen, aber auch von Männern erhielt, die zu diesem Thema, was
wohl nach 20 Jahren sein würde, ihre Meinungen äußerten. Nach
sorgfältiger Analyse dieser Meinungen sind sich all jenige darin einig,
das Unrecht gegenüber den Frauen nach 20 Jahren auszumerzen.
Es handelt sich
aber nicht nur um das Unrecht der Frauen in unseren Ländern, sondern ist
diese Erscheinung vor allem auch im Westen zu spüren. Die Araberin,
Muslimin, Französin, Russin, Amerikanerin, Inderin, etc, all jenen wird
Unrecht angetan. Diese Folge wird die Art und Weise dieses Unrechtes
erläutern und beweisen, dass sich die grundlegende Hauptsache darin
bestätigt, dass der Islam an diesem Unrecht, das der Frau in unseren
Ländern zustößt, keine Schuld trägt. Deswegen sollte man auch nicht
zulassen, dem Islam dafür die Schuld zu geben.
Es ist nicht
möglich, dass Allah, der Erhabene, der mächtige Schöpfer, der uns sowohl
als Frauen sowie als Männer erschuf, ein Geschlecht zu unterdrücken
vermag.
Die Folge
bestätigt zweierlei:
-
In welchen Aspekten wird die Frau unterdrückt? Wie
wird das Bild nach 20 Jahren ausschauen? Wie können wir die Frau von
dieser Unterdrückung befreien?
-
Der Islam trägt keinerlei Schuld an dieser
Unterdrückung.
Ich bin über diese
Folge sehr erfreut, denn dann können wir am Tag des Jüngsten Gerichts,
wenn wir vor Allah zur Rechenschaft gezogen werden, verkünden, dass wir
versuchten dazu beizutragen, die Unterdrückung der Frauen aufzuheben.
Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Aspekt lenken. Ich
habe bereits erwähnt, dass die Frau vom Analphabetismus, vom Abbruch der
Ausbildung und von der Arbeitslosigkeit bedroht ist. Ferner wird sie bei
vielen sozialen und finanziellen Rechten vernachlässigt, ist öfters dem
Unrecht, der Unterdrückung und Beleidigung, dem Mord, etc. ausgesetzt.
Blicken wir auf
den folgenden Hadith des Propheten Muhammad
(s):
„Das Bittgebet eines Menschen, dem Unrecht zugefügt wird, wird direkt
gleich von Allah erhört.“ Allah, der Erhabene, schwört demjenigen,
dem Unrecht getan wird: „Bei meiner Macht und Erhabenheit werde Ich
euch, und sei es nicht gleich, zu den Siegern ernennen.“ Gegen wen wird
eine unterdrückte Frau in unseren Ländern wohl Bittgebete sprechen?
Gegen die Gesellschaft oder gegen jene, die die Koranverse falsch
interpretierten, was schließlich zur Unterdrückung der Frau führte?
Stell dir vor, dich an der Aufhebung der Unterdrückung von Frauen zu
beteiligen. Ab kommender Folge werden wir einige Projekte aufwerfen, die
demnächst umgesetzt werden. Woran man sich beteiligt, ist einem selbst
überlassen.
Das heutige
Projekt wird gewiss mit sehr viel Lohn beschert. Auch die Männer können
sich daran beteiligen. Es ist nicht nur für Frauen gedacht und wir
möchten nicht, dass wie bei Frauenvereinen eine Ausgrenzung stattfindet
und dass wir den Sieg der Frau mit deren Besserstellung gegenüber dem
Mann in der Gesellschaft erreichen. Des weiteren möchten wir auch nicht
die Probleme zwischen Mann und Frau hervorbringen. Dies wird auf gar
keinen Fall mit diesem Projekt beabsichtigt. Unser Ziel ist die
Aufhebung der Unterdrückung zu erzielen. Auch müssen wir auf einen
wichtigen Aspekt hinweisen, dass diese Folge nicht auf das Thema
Kopftuch zurückzuführen ist, obwohl das Tragen des Kopftuchs eine
ehrenhafte Angelegenheit des Islam ist, worauf wir stolz sind. Auch sind
wir sehr stolz auf unsere kopftuchtragenden Frauen und Mädchen. Jedoch
können wir das Thema „Frau“ nicht nur auf das Kopftuchthema beziehen,
denn dies würde bedeuten, dass wir uns im heiligen Koran, in den
Überlieferungen und Lebensweisen des Propheten
(s),
der die Frauenrechte vertrat und mit all deren
Bereichen konfrontiert war, nur auf das Kopftuchthema beschränken. Das
ist es nicht, mit dem wir uns in dieser Folge beschäftigen.
Das Problem ist
viel größer. Unsere Frauen und Mädchen in unseren arabischen Ländern
glauben, dass der Islam der Grund für die Unterdrückung der Frau sei.
Lasst uns ganz offen und ehrlich reden. Es gibt schließlich viele
Frauen, die davon überzeugt sind, dies jedoch nicht unbedingt zum
Ausdruck bringen. Auch gibt es religiöse Frauen, die ständig gefragt
werden, warum es eine Unterdrückung im Islam gäbe.
Ich möchte dieses
falsche Bild, dass der Islam die Frau unterdrückt, korrigieren. Es kann
sein, dass eine falsche Erklärung und Interpretation eines Koranverses
dieses Bild hervorbrachte oder dass ein Vers falsch ausgelegt oder von
Muslimen falsch umgesetzt wurde. Es kann aber auch sein, dass die
falschen Interpretationen der Koranverse und Hadithe durch eigennützige
Absichten oder die rückständige Denkstrukturen veranlasst wurden. All
jenes hat zur Unterdrückung der Frau in der islamischen Welt geführt,
wobei die Ursache dafür nicht im Islam liegt. Klagt und behauptet nicht,
auch wenn es nur für eine Sekunde ist, dass der Islam für die
Unterdrückung der Frau verantwortlich ist. Unser Ziel ist es, diesen
Fehler zu korrigieren und diese Unterdrückung auszumerzen. Wir werden
jetzt einige Bereiche bezüglich dieses Themas darstellen. Bevor ich
jedoch mit den Details anfange, blicken wir von oben auf das Thema,
damit wir sehen, welche Perspektive der Islam von der Frau vertritt und
zugleich diese mit der westlichen Welt vergleichen.
Die
Sichtweise des Islam zum Frauenbild:
· Im
Islam ist die Frau dem Mann in allen Pflichten, Rechten, bei der
Abrechnung am Tag des Jüngsten Gerichts, bei der Bestrafung sowie im
Paradies oder in der Hölle völlig gleichgestellt. Der Koran versichert
dies, wobei die Unterschiede der Aufgabenteilung der beiden Geschlechter
berücksichtigt werden.
·
Von Natur aus unterscheidet sich die Frau
psychisch und physiologisch vom Mann. Deswegen werden den Frauen und
Männern verschiedene Rollen zugeteilt, wobei aber der Ursprung in der
Gleichberechtigung beider Geschlechter liegt.
·
Der Prophet Muhammad (s) sagt : „Frauen
sind Schwestern der Männer, wer sie ehrt, ist großzügig, und wer sie
beleidigt, ist durchtrieben hinsichtlich des Gesetzes und des Islam.“
· Im
heiligen Koran wird der folgende Vers erwähnt:
[... Die Männer sollen ihren Anteil nach
ihrem Verdienst erhalten, und die Frauen sollen ihren Anteil nach ihrem
Verdienst erhalten...] (4:32)
· Die
Gleichberechtigung findet sowohl im Diesseits als auch im Jenseits
statt. Betrachten wir den folgenden Koranvers: [Da erhörte sie Ihr
Herr (und sprach): „Seht Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch
verloren gehen, sei es von Mann oder Frau; die einen von euch sind von
den anderen...“] (3:195)
· Auch
im folgenden Koranvers heißt es: [Diejenigen aber, die handeln, wie
es recht ist - sei es Mann oder Frau – und dabei gläubig sind, werden
ins Paradies eingehen und nicht im geringsten Unrecht erleiden.] (4:124)
· Weiteres
sind Männer und Frauen aus dem gleichen Ursprung erschaffen worden, wie
in dem folgenden Koranvers beschrieben wird: [O ihr Menschen,
fürchtet euren Herrn, Der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen;
und aus ihm erschuf Er seine Gattin, und aus den beiden ließ Er viele
Männer und Frauen entstehen. Und fürchtet Allah,...] (4:1) Was
soviel bedeutet: Achtet darauf, euren Frauen kein Unrecht zuzufügen.
· So
handelt es sich in den Koranversen grundsätzlich um das Prinzip der
völligen Gleichberechtigung.
Die
Sichtweise des Westens zum Frauenbild:
· Der
Westen verlangt eine vollständige Gleichberechtigung ohne
Berücksichtigung der Rollenunterschiede zwischen Mann und Frau und deren
biologischer Konstellation. Auch wird die physiologische und psychische
Beschaffenheit der Frau außer Betracht gelassen. So gibt es für den
Westen keine Unterschiede zwischen Mann und Frau.
· Betrachten
wir gemeinsam die Unterschiede des Frauenbilds des Islam und des
Westens. Was sind die Folgen der Gleichberechtigung des Westens
hinsichtlich des Mannes und der Frau? Die Ergebnisse sind folgende: Im
Westen ist die Frau dem Mann gleichgestellt. Dessen Gesellschaft wird
durch die Materie gelenkt. Aus diesem Grund muss die Frau ihren
Lebensverdienst erarbeiten. (Der Islam verbietet der Frau nicht zu
arbeiten, nur soll die Arbeit ihrer Natur entsprechen und ihre freie
Entscheidung sein.)
· Die
westliche Frau beteiligt sich heutzutage an allen Bereichen der
Arbeitswelt. Doch mit dem Arbeitseintritt hat sie angefangen, ihr
schönstes Gefühl, nämlich ihre Weiblichkeit und die Rolle einer
zukünftigen Mutter zu verlieren. Ihr wird dies vorenthalten, da sie für
ihren Lebensunterhalt sorgen muss. Sollte sie verheiratet sein, so muss
sie oftmals für die Hälfte des Lebensunterhalts aufkommen. Diese
Gesellschaft basiert auf dem Materialismus und, weil man die
Gleichberechtigung der beiden Geschlechter in allen Bereichen fordert,
so ist die Frau verpflichtet, zum Lebensunterhalt beizusteuern.
· Sie
arbeitet in allen Bereichen, sei es als Taxi- oder Busfahrerin oder
sogar als Lokführerin. Könnten wir uns vorstellen, dass Frauen in
solchen knochenharten Jobs arbeiten?
· Durch
die uneingeschränkte Gleichberechtigung ist noch etwas viel Schlimmeres
hervorgerufen worden: Die Zusammenhalt der Familie strebt nicht mehr die
übliche einheitliche Form an, sondern begnügt sich vielmehr mit
zahlreichen verschiedenen Formen, darunter z.B.: die Form einer
Lebensgemeinschaft von Mann und Frau ohne ein Ehepaar zu sein. Kurz
darauf kommt es oft zur Trennung, wobei dies vom Mann entschieden wird,
denn die Frau kann diesen Schritt schweren Herzens wegen ihrer Kinder
eingehen.
·
So entstehen im Westen Familien mit nur einem
Elternteil, nämlich der Mutter, wobei der Vater unbekannt bleibt. Er
zeugt nur einfach die Kinder, lässt sie aber mit deren Mutter im Stich.
Auf diese Art und Weise wird dann das Leben fortgeführt. Durch die
Einstellung zur Gleichberechtigung von Mann und Frau und der Glaube an
die unverbindliche Lebenspartnerschaft fingen die traditionellen Ehen
bis auf weniger als 20% zu sinken an. Dies kann auch zur Folge haben,
dass die Frau mit zunehmendem Alter viele Beziehungen eingeht und Kinder
von verschiedenen Männern gebärt, die schließlich in einem Haushalt ohne
den leiblichen Vater zusammen aufwachsen. In solchen Fällen wird die
Frau letztendlich allein zurückgelassen, weil die Männer nicht mehr bei
ihr bleiben wollen. Und schließlich, im Alter von vierzig Jahren,
bekommt sie ihre Einsamkeit zu spüren und verfällt in Depressionen.
Betrachten
wir nun die Lage der Frau im Islam:
·
Je älter die Frau im Islam wird, umso
beliebter und geschätzter wird sie. Laut dem Propheten (s) heißt es:
„Deine Mutter, dann deine Mutter und dann deine Mutter.“ „Das Paradies
liegt unter den Füßen der Mütter.“ Auf dieser Weise bekommt die Frau
nie Depressionen.
Weltweit gibt es folgende vier Bereiche, wo die Frau
schreckliche Benachteiligungen zu spüren bekommt.
·
Die Gewalt, die ihr manchmal zustößt
·
Die sozialen Rechte
· Die
politischen Rechte
·
Die finanziellen Rechte
Gewaltanwendung
gegen Frauen:
Sowohl im Westen
als auch in der islamischen Welt wird Gewalt gegen Frauen angewendet.
Deshalb spricht unser heutiges Projekt die ganze Welt an. Wir wollen
diese gegenwärtige Lage verbessern und die Unterdrückung der Frau
abschaffen.
Im Westen zeigt
sich dieses Phänomen in zweierlei Hinsichten:
a)
Sexueller Missbrauch:
Laut Statistiken
in den USA heißt es, dass jede sechste Frau vergewaltigt oder sexuell
missbraucht wird. Kann man sich dieses Unrecht gegenüber der Frau
vorstellen? 50% der Mordfälle in den USA werden gegen Frauen begangen,
wobei der erste Verdächtige der Ehemann oder der Freund ist. Dies ist
meistens auf bestimmte unmoralische Beziehungen zurückzuführen. Halten
wir uns nun Bosnien im Jahre 1993 vor Augen; kann man sich vorstellen,
in welchem Ausmaß damals Frauen dort mitten in Europa vergewaltigt
wurden?
b)
Beleidigungen und Gewalttätigkeiten:
Es gibt sogar
spezielle Institutionen zur Betreuung jener Frauen, die geschlagen und
missbraucht werden; geschweige denn die vielen Fernsehprogramme, die
anzeigen, wie oft Gewalt gegen Frauen angewendet wird.
In der
islamischen Welt sieht es nicht viel anders als im Westen aus. Es gibt
ähnliche Fälle, in denen Frauen dem Unrecht ausgesetzt werden. Diese
Unterdrückung der Frauen wird meistens auf den Islam zurückgeführt,
obwohl der Islam nicht im Geringsten damit zu tun hat. Betrachten wir
zusammen die folgenden Beispiele:
Beschuldigung
mit Unkeuschheit:
In der
arabischen Welt wird einer Frau (sei sie eine Schwester oder Tochter)
ohne jegliche Beweise oder Zeugen Unkeuschheit vorgeworfen. Als Folge
dessen wird die Frau getötet und der Täter kommt vor Gericht mit einer
milden Strafe davon, mit der Begründung, dass er ja seine Ehre retten
wollte. Die Herabsetzung der Strafe beruht auf einer falschen
Interpretation einer prophetischen Überlieferung, deren Quelle unbekannt
ist. Die Überlieferung besagt, dass wenn ein Mann eine Frau tötet, ist
seine Strafe nicht mit seiner Tat gleich zu setzen. Dies steht im klaren
Widerspruch mit dem eindeutigen Koranvers: [...Leben um Leben...]
(5:45). Darüber hinaus sagt Allah:
[Und denjenigen, die ehrbaren Frauen (Unkeuschheit) vorwerfen, jedoch
nicht vier Zeugen (dafür) beibringen, verabreicht achtzig
Peitschenhiebe. Und lasset ihre Zeugenaussage niemals gelten; denn sie
sind es, die Frevler sind] (24:4). Das heiβt,
der Koran verbietet sogar die Beschuldigung einer Frau wegen
Unkeuschheit; ganz zu schweigen vom Töten. Seht ihr, wie der Koran die
Frau mit Gerechtigkeit behandelt? Im nächsten Vers steht jedoch:
[auβer
jenen, die es hernach bereuen ...] (24:5).
Das heiβt,
dass derjenige, der einer Frau eine falsche Anschuldigung mit
Unkeuschheit vorgeworfen hat, seine Tat zutiefst bereuen muss, damit es
ihm vergeben werden kann.
Beschneidung:
Für die Tradition
der Beschneidung der Frau gibt es im Islam keinerlei überlieferte, wahre
Beweise oder Grundlagen. Was die Frau in Afrika auf Grund der
Beschneidung erleiden muss, ist unglaublich brutal und führt in vielen
Fällen zu ihrem Tod oder ihrer Missgestaltung, was ihre Würde und ihr
gesamtes Dasein zerstört. Dies ist ein ziemliches Unrecht gegenüber der
Frau. Und all dies geschieht mit Unrecht im Namen des Islam.
Schlagen,
Verletzen, Belästigung:
Frauen wird
Schaden zugefügt. Sie werden geschlagen, beleidigt, aus ihren Häusern
vertrieben und wegen ihrer Abstammung verhöhnt. Auch werden sie ständig
wegen Kleinigkeiten mit der Scheidung bedroht oder damit, dass der
Ehemann eine zweite Ehe eingehen würde. Manche Ehemänner bemühen sich
sogar darum, ihre Frauen zu demütigen und sie daran zu hindern, ihre
emotionalen und gesetzlichen Rechte als Ehefrau zu erreichen. All dies
geschieht im Namen des Islam, obwohl diese Ausübungen im Islam
strengstens verboten sind. Wenn die Ehemänner ihre Frauen schlagen,
stützen sie sich dabei auf Allahs Wort: […und schlagt sie...] (4:34).
Solche Ehemänner begnügten sich nur mit dem ersten Teil des Verses,
wobei sie den Rest ignorieren. Auch ist dies mit folgendem Koranvers zu
vergleichen, wovon nur der Anfang berücksichtigt wird:
[O ihr, die ihr
glaubt, nahet nicht dem Gebet,
….](4:43).
Man muss den Vers als Ganzes nehmen: […Und jene, deren
Widerspenstigkeit ihr befürchtet ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und
schlagt sie! …] (4:34). Wir alle wissen doch, was „widerspenstig“
bedeutet. Deswegen darf man nicht wegen irgendeiner Kleinigkeit seiner
Frau die Widerspenstigkeit vorwerfen und dann gleich schlagen und
behaupten, dass er im Rechten sei, denn er hätte sich dabei auf den
Koranvers gestützt.
Die
finanziellen Rechte:
Ebenfalls
herrscht im Westen auf der Ebene der finanziellen Rechte Ungerechtigkeit
gegenüber den Frauen: Das Gehalt einer berufstätigen Frau und ihr
durchschnittliches Einkommen sind geringer als die des Mannes und der
einzige Grund dafür ist, dass sie lediglich eine Frau ist! Eine
amerikanische Statistik zeigte, dass das durchschnittliche Einkommen der
Frauen, die fast dieselbe Tätigkeit ausüben wie ihre männlichen
Kollegen, um 10000$ weniger ist. Diese Ungleichheit zwischen Männern und
Frauen ist ebenfalls als eine Art der Ungerechtigkeit anzusehen.
In der
islamischen Welt zeigt sich die Ungerechtigkeit in Bezug auf die
Finanzen in der Ausschließung der Frau von der Erbschaft und
Überreichung ihres Anteils an ihre Brüder. Dies geschieht insbesondere
auf dem Land und in den Dörfern und besonders, wenn die Erbschaft aus
landwirtschaftlichen Grundstücken besteht. Dieses Verhalten wird damit
begründet, dass sie eine Frau ist, was bedeutet, dass das Grundstück
letztendlich an eine fremde Familie bzw. an ihren Mann gehen wird.
Eine weitere Form
der Ungerechtigkeit ist, wenn der Vater bei den Ausgaben für den Sohn
und die Tochter Unterschiede macht. Der Prophet Muhammad (s) lehnte es
ab, ein Geschenk zu bezeugen, das ein Vater nur einem seiner Kinder
überreichen wollte. Der Prophet (s) sagte zu dem Vater: „Such dir
einen anderen Zeugen, denn ich bezeuge keine Falschheit
(Ungerechtigkeit).“
Die
Ungerechtigkeit gegenüber den Frauen zeigt sich auch darin, indem der
Ehemann sich jahrelang weigert, seiner geschiedenen Frau den ihr
zugeschriebenen Lebensunterhalt zu leisten. Als Folge dessen verbringt
sie ihr Leben damit, ihren Prozess vor Gericht durchzufechten, um ihren
Lebensunterhalt zu bekommen. Dies führt dazu, dass sie ständig um
finanzielle Hilfe betteln muss, ihren Stolz verliert, und dass ihre
Gefühle verletzt werden. Und weswegen? Nur wegen des rücksichtslosen
Verhaltens und der Tyrannei ihres Mannes und der unzureichenden
Gesetzgebung, die ihr nicht dabei helfen, ihr zugeschriebenes Recht
schnell zu erlangen?
Es gibt einen
wichtigen Punkt, den ich hier erklären möchte: Der Koranvers: […Auf
eines männlichen Geschlechts kommt (bei der Erbteilung) gleichviel wie
auf zwei weiblichen Geschlechts...] (4:11) macht diese
Unterscheidung nicht auf Grund des Vorzugs des männlichen Geschlechts,
sondern auf Grund der unterschiedlichen finanziellen Verpflichtungen.
Während der Mann derjenige ist, der für den Lebensunterhalt seiner
Schwester - die weniger als er geerbt hat -, seiner Mutter, seiner Frau
und seiner Kinder verantwortlich ist, kann die Frau mit ihrem Erbteil
alles machen und lassen, was sie will, denn sie trägt weder finanzielle
Verantwortung für irgend jemanden, noch ist sie dazu verpflichtet. Nur
deshalb ist der Erbteil des Mannes mehr als der der Frau.
Im Gegensatz dazu
muss die Frau im Westen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und für
ihre Familie genauso sorgen wie der Mann. Also genauer betrachtet,
bekommt der Mann im Islam, der mehr erbt, auf Grund der finanziellen
Verpflichtungen weniger als seine Schwester, deren Erbteil ihr eigenes
privates Eigentum ist, ohne für jegliche finanzielle Verpflichtungen
aufkommen zu müssen. Trotzdem ist es heutzutage üblich, dass die Frau
gleichviel erbt wie ihr Bruder und in anderen Fällen ist ihr Anteil
sogar mehr als der ihres Bruders.
Die
politischen Rechte der Frau im Islam:
In der
islamischen Welt wird der Frau oft kein Wahlrecht gewährt, dabei ist das
neu in unserer Gesellschaft. Auch ist in unseren Ländern das Anstreben
einer hohen beruflichen Stellung für die Frau äußerst schwierig.
Betrachtet man in unseren Ländern die Anzahl der Ministerinnen in den
Regierungen, so stellt man fest, dass es maximal eine oder zwei gibt, da
diese Tätigkeit schließlich nicht als „Frauenarbeit“ angesehen wird.
Wie war
eigentlich die Lage in der Zeit des Propheten (s) und seiner Gefährten?
Ihr werdet staunen, was ich euch darüber erzählen werde.
Wenn wir den
heiligen Krieg (Al-Dschihad) als politische Angelegenheit betrachten
würden, dann würden wir erstaunt sein, wenn wir erfahren, dass der
Prophet (s) keine einzige Schlacht durchführte, ohne die Begleitung von
Frauen, sei es von den eigenen Ehefrauen oder Ehefrauen seiner
Gefährten.
Noch
erstaunlicher ist es zu erfahren, dass der Prophet (s) nie den Plan
einer Schlacht erarbeitete, ohne die Frauen miteinzubeziehen. Es ist
eine Anstrengung für Allahs Willen, eine der schwierigsten Aufgaben in
unserem Leben.
Vor der
Schlacht von Uhud sagte der Prophet (s)
: „Ich bin der
Meinung, dass wir doch in der Stadt bleiben. Sobald der Stamm Quarisch
uns angreift, werden unsere Männer sie auf den Strassen bekämpfen und
unsere Frauen von den Dächern der Häuser.“
Ich erzähle
euch ein anderes Beispiel: Aschifaa Bint A’bd Allah wurde vor 1400
Jahren von dem zweiten Kalifen der Muslime U’mar Ibn Al-Chatab als
Ministerin gewählt. Ist schwer zu glauben, nicht wahr?? Ihre Aufgabe war
die administrative Kontrolle in den Märkten der Stadt zu übernehmen. Sie
war dafür verantwortlich, die Gesellschaft der Stadt zu kontrollieren.
Auch musste sie unter anderem Männer beaufsichtigen, die nichts dagegen
einzuwenden hatten. Dies ist die Sichtweise der Frau im Islam und
gleichzeitig vom Kalifen U’mar.
Auch dürfen wir
nicht vergessen, dass die einzige Kopie des heiligen Koran, die
von Zaid Ibn Thabit zusammengefasst wurde, bei Hafza, einer der Frauen
des Propheten (s), aufbewahrt wurde. Was soviel bedeutet, dass die ganze
Verfassung der islamischen Gemeinschaft (Umma) im Haus einer Frau
behütet war.
Die
großartigsten Männer der islamischen Geschichte, die 10 Gefährten des
Propheten (s), die mit dem Paradies belohnt werden, haben einer Frau
die wertvolle Verfassung unserer Gemeinschaft anvertraut.
Damit ist schon
bestätigt worden, dass die Frauen NICHT weniger Verstand und
Glauben als Männer aufweisen.
Wir sind heute
nicht hier, um diesen Hadith zu erklären. Aber wir wollen auf die
falsche Interpretation des Hadith aufmerksam machen, weil diese gern von
vielen Männern ausgenutzt wird.
Wann hat der
Prophet (s) diese Aussage, dass die Frauen weniger Verstand und Glauben
als Männer aufweisen, geäußert?
Das war an dem
Morgen des religiösen Festes, als der Prophet (s) nach dem Gebet den
Frauen auf der Strasse begegnete, die gerade das Festgebet verrichtet
hatten. Ist das logisch, dass der Prophet (s) an so einem freudigen Tag
so etwas äußern würde, wobei er das Symbol der Barmherzigkeit und der
Weisheit darstellt?! Ist dies glaubwürdig?
Hat der Prophet
(s) es wirklich so gemeint oder war diese Aussage nur spaßhaft? Viele
Gelehrte gehen davon aus, dass es keine ernsthafte Aussage war, sondern
nur scherzhaft geäußert wurde. Dieser Hadith wird nun von den Männern
nach Belieben ausgelegt, bei jeder kleinsten oder größten Angelegenheit
beleidigen sie die Frauen mit diesen Worten; somit hat sich die
Bedeutung dieses Hadith in falscher Weise verbreitet.
Die
sozialen Rechte der Frau:
In vielen
westlichen Ländern ist das Fremdgehen ein Alltagsphänomen geworden. 60%
der amerikanischen Ehemänner gaben zu, ihre Ehefrauen schon betrogen zu
haben. In Italien liegen die Zahlen bei 70%. Die Anzahl der Frauen im
Westen, die das Gleiche tun, liegt bei etwa 15%-20%, ein großer
Unterschied im Gegensatz zu den Männern.
Die Frau in der
westlichen Welt ist mit einer Ware vergleichbar, die gekauft und
verkauft wird. Sogar eine Streichholzschachtel ist mit einer entblößten
Frau versehen. Sie wird vielem Druck ausgesetzt, um als Ware zu agieren.
Im Alter zwischen 45 – 50 Jahren beginnt bei vielen Frauen die
Depressionsphase. Sie sind dann nicht mehr begehrenswert und erwünscht,
was bei ihnen zu Depressionen bis zum Selbstmord führen kann.
In den
islamischen Ländern sieht die Lage folgendermaßen aus. Der
Analphabetismus dominiert. Es gibt drei Mal so viele analphabetische
Frauen wie Männer, besonders in den Dörfern und Landesregionen, wo die
Männer sich nur um die Ausbildung der Jungen kümmern. Sie sind der
Meinung, dass die Frauen das Haus hüten sollten und die Ausbildung nicht
bräuchten. Warum konzentrieren wir uns nicht auf das Projekt des
Analphabetismus, wobei unser erstes Anliegen ist, diesen Analphabetismus
bei den Frauen abzuschaffen? Ist der Analphabetismus kein großes
soziales Unrecht gegenüber den Frauen in unserer Gesellschaft? Der Islam
trägt mit Sicherheit keine Schuld daran. Der Prophet (s) hat gesagt, wer
3 Töchter habe, ihnen eine Ausbildung gewähre, sie erziehe, sie ehre und
sich ihrer erbarme, werde mit dem Paradies belohnt.
Als
nächstes stelle ich euch einige Statistiken vor, wie viele männliche
Gefährten des Propheten (s) durch Frauen das Lesen und Schreiben
gelehrt wurden:
·
A’ischa: 232 Männern und 67 Frauen
·
Um-Salama:78 Männern und 23 Frauen
·
Hafza:17 Männern und 3 Frauen
·
Asmaa, Abu-Bakrs Tochter: 19 Männern und 2
Frauen
·
Asmaa, Amiess Tochter: 11 Männern
·
Ramla, Abu-Sufians Tochter: 18 Männern
Die Zwangsehe:
In
vielen islamischen Ländern hat die Frau immer noch nicht das Recht, die
Entscheidung selber zu treffen, den Mann zu wählen, den sie heiraten
möchte. Ihr wurde dieses Recht genommen. Die Begründung dafür ist, dass
die Frauen weniger Verstand und Glauben hätten, sie würde nicht
abschätzen können, was zu ihren Gunsten wäre. [...Gehorcht Allah und
seinem Propheten (s) und den Erziehungsberechtigten (ihren
Vätern)...] Was damit resultiert, dass es zur Zwangsehe kommt.
Eines Tages ist
ein Mann zum Propheten (s) gekommen und hat ihn gefragt: „Oh, Gottes
Gesandter, zwei Männer wollen meine Tochter heiraten. Einer von ihnen
ist reich und der andere ist arm.“ Dann antwortete der Prophet (s): „Und
wen von ihnen wünscht deine Tochter zu heiraten?“ Der Mann antwortete:
„Den armen Mann, aber wir hingegen wollen den reichen.“ Daraufhin
antwortete der Prophet (s): „Ich sehe keinen Ausweg für die
Liebespaare als die Ehe.“
Eine Frau ist
zum Propheten (s) gekommen und hat ihm gesagt: „Oh, Gottes Gesandter,
mein Vater will, dass ich einen Mann heirate, den ich überhaupt nicht
mag.“ Daraufhin antwortete der Prophet (s): „Die Frau wird nicht
gegen ihren Willen verheiratet.“ Daraufhin antwortete die Frau: „Ich
bin (aber) mit der Heirat dieses Mannes einverstanden, den mein Vater
für mich auserwählte, doch wollte ich nur den Frauen zeigen, dass die
Eltern ihren Töchtern keine Ehe aufzwingen können.“
Diese
Geschichten vor 1400 Jahren senden klare Signale aus, dass der Islam mit
der Zwangsehe nicht in Verbindung steht.
Die
Meinungsäußerung:
Viele Männer in
den islamischen Gesellschaften sind der Meinung, dass die Frauen keine
Rechte hätten, ihre Meinungen zu einem Thema zu äußern. Doch wie viele
Männer fragen ihre Frauen nach jeder kleinen oder großen Angelegenheit?
Sie begründen diese Aussage mit einem falschen Hadith: „Hört die
Meinung der Frauen, doch stimmt nicht damit überein oder macht das
Gegenteil von dem, was sie sagen.“
Ist das
logisch, dass dieser Hadith vom Propheten (s) geäußert worden ist, der
während des Abkommens von Al-Hodaibiya an der Meinung seiner Frau Um
Salama festhielt?
Als der Prophet
(s) zu ihr gesagt hat, dass die Lage unter den Menschen sehr schwer sei,
hat sie daraufhin den Vorschlag gemacht, dass er hinausgehe und seine
Haare schneiden ließe, damit die Muslime auf der Stelle das gleiche tun
würden. Daraufhin hat der Prophet (s) ihren Rat befolgt, woraufhin ihm
die Gefährten nachahmten. Einer der Gefährten berichtete: „Wenn Um
Salama nicht wäre, so wären wir Muslime gestorben.“ Ist dies nicht
unsere Religion?
Das
Berufsleben:
Das Recht der
Frau im beruflichen Leben sowie die Arbeitslosigkeit ist auch ein großes
Diskussionsthema; obwohl es der Frau frei steht, ob sie „nur“ Hausfrau
sein möchte oder nicht. Wenn eine Frau und ein Mann sich gleichzeitig
für einen Job bewerben, dann wird meistens der Mann den Job bekommen,
obwohl in vielen Fällen die Frau diese Stelle nötiger hätte als der
Mann. Sicherlich fühlt sich die Frau in ihrem eigenen Haus sicherer,
doch wenn sie einen Beruf anstrebt, so ist dies gewiss wegen ihrer
finanziellen Lage. Trotz der hohen Arbeitslosigkeit in unseren Ländern,
sollte die Frau die Möglichkeit bekommen, einen Beruf nachzugehen. Ich
bin mir sicher, dass es in der Hinsicht viele Menschen gibt, die gerne
Koranverse und Hadithe falsch interpretieren. Viele Menschen begründen
dieses wiederum mit einem falschen Hadith: „Es ist besser für die
Frau, dass sie keinen sieht und dass keiner sie sieht.“ Wenn dieser
Hadith richtig wäre, wie könnten wir erklären, dass der Prophet (s) in
jeder Schlacht Frauen dabei hatte.
Um Raala ist
zum Propheten (s) gekommen und hat ihm gesagt: „Ich bin eine
Frauenfriseurin und -kosmetikerin, aber ich weiß es nicht, ob mir dieser
Beruf erlaubt ist oder nicht?“ Der Prophet antwortete: „Richtet die
Frauen her, damit sich die Ehemänner freuen.“ Somit ist sie dieser
Tätigkeit in Medina nachgegangen.
Das erste
Krankenhaus im Islam, das vom Propheten (s) in Form eines großen Zeltes
gebaut worden ist, war für eine Frau Rafieda gedacht. Der Prophet (s)
sagte zu ihr: „Heile sowohl Männer als auch Frauen, Rafieda.“ Sie
betreute daraufhin Männer und Frauen und kurz danach wurde dieses
Krankenhaus sogar in die Moschee des Propheten verlegt.
Das
Reiseverbot:
In vielen
Ländern haben die Frauen nicht das Recht, allein zu reisen. Das ist ein
Phänomen, das ihnen ihre Freiheit raubt. Dies wird wiederum mit falschen
Hadithen begründet, vor allem wenn es darum geht, dass man in Begleitung
von aufrichtigen Menschen ist.
Der Prophet (s)
sagte einst zu A’li Ibn Hatim:
„Es wird eine Zeit kommen, wo die
Frau allein von Hira
bis nach Mekka reisen wird, um dort alleine den Rundlauf um die Ka’ba
(tawaaf) zu machen.“
Es hört sich an, als ob der Prophet (s) darauf stolz wäre, jedoch mit
der Bedingung, dass eine Sicherheit gewährleistet ist. Somit beruht das
angebliche Reiseverbot auf falschen Auslegungen. Es ist sehr wichtig,
dass wir uns in den nächsten 20 Jahren mit solchen falsch
interpretierten Hadithen beschäftigen.
Der
Moscheebesuch:
In vielen
Ländern ist es für die Frauen untersagt, in die Moscheen zu gehen. Aus
diesem Grund sieht man all die leeren Frauenplätze und dass diese
meistens ungepflegt sind. Obwohl der Prophet (s) ausdrücklich sagte:
„Verbietet den Dienerinnen Allahs nicht, in die Moschee zu gehen.“
Die
Polygamie:
Das ärgste,
woran eine Frau in vielen islamischen Gesellschaften leidet, ist die
Polygamie. Es ist sehr wichtig, sich mit dieser Frage zu beschäftigen,
ob die Polygamie im Islam eine bedingungslose Freiheit oder eine sehr
enge Erlaubnis mit vielen Bedingungen ist. Es ist äußerst wichtig, die
Gefühle der ersten Ehefrau zu respektieren. Deswegen ist es auch zu
erforschen, wozu die Polygamie bei manchen privaten Gründen erlaubt
wäre.
Zärtlichkeit und Liebe:
Der letzte
Punkt, den ich diskutieren möchte, ist die Tatsache, dass die Frau nicht
genug Zärtlichkeit und Liebe vom Ehemann bekommt. Nur weil sie „bloß“
eine Frau ist, wird sie mit einer gewissen Härte behandelt. Ihr wird die
Zärtlichkeit vorenthalten, obwohl unsere Religion aus Liebe und Gnade
besteht. Hören wir nur die Worte des Propheten (s) an: „Die frommste
Gabe (sadaqa) ist, ein Stück Brot in den Mund seiner Ehefrau zu geben.“
Als die Frau
des Propheten (s) A’ischa die Menstruation bekommen hat, - jene
gefühlvolle Phase einer Frau - war der Prophet (s) noch zärtlicher und
liebevoller zu ihr. Als A’ischa von einem Gefäß trank, suchte er immer
die Stelle, von der sie getrunken hat, um von der gleichen Stelle zu
trinken und ihr gleichzeitig zu zeigen, dass es kein Problem sei und er
ihre Gefühle teile.
Der Prophet (s)
sagte: „Geht vorsichtig mit den Flakons um, Frauen sind zerbrechlich
wie Glas.“
Der zweite
Kalif der Muslime U’mar Ibn Al-Chatab sagte: „Bei Allah, in der
vorislamischen Zeit hatten wir keinen Respekt vor den Frauen. Aber jetzt
mit dem Islam sind die Frauen geschätzter und respektabler geworden.“
Wie ihr jetzt
feststellen könnt, trägt der Islam keine Schuld an der Ausübung
des Unrechts gegenüber den Frauen. Die heutige Folge hatte das Ziel,
zwei Aspekte bezüglich der Unterdrückung der Frauen zu erläutern und das
Projekt des Wiederaufbaues unserer Länder, um das Unrecht gegenüber den
Frauen abzuschaffen, zu gründen.
Bis zur
nächsten Folge warten wir auf eure zahlreiche Beteiligung. Wir warten
auf Millionen von Stimmen in allen 4 Bereichen, vor allem im Bereich der
Beseitigung der Unterdrückung der Frau.
Ich bete zu
Allah, dass Er uns dabei hilft, die Unterdrückung gegenüber Frauen zu
beseitigen.
Sehen wir uns
nächste Woche und fangen mit dem praktischen Teil an.
Und der Friede Allahs sei mit
euch und Seine Barmherzigkeit und Seine Gnaden
As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh
.