Die Träume von Ausbildung und Länderbeziehungen



Der Charakter

SUNNAA’ AL-HAYAT

Lebensgestalter

 

Die Träume von Ausbildung und Länderbeziehungen

 Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

 Die letzten drei Folgen waren die wichtigsten bei den Lebensgestaltern, denn alles was wir bis jetzt gemacht haben, drehte sich um diese letzten drei Sendungen. In jeder Folge haben wir uns gefragt, ob es uns ernst ist und ob wir dazu fähig sind, dass wir dieses oder jenes auch schaffen. Das Ergebnis war, dass Tausende von Jugendlichen bei uns teilgenommen haben. Ich werde nicht mehr von der ersten Phase sprechen. Es haben nämlich fast alle diese Sendungen im Fernsehen gesehen. Und wer sie nicht im Fernsehen gesehen hat, hat sicher das Ergebnis auf den Straßen gesehen.

Ernsthaft und stolz sage ich euch heute, dass die Anzahl der Ideen eine halbe Million erreicht hat. Die meisten Ideen wurden über das Internet an die Webseite (www.amrkhaled.net) geschickt, der Rest entweder über Fax, Telefon oder per Post. Auf diese Weise haben wir allen die Chance geben können teilzunehmen.

 In der letzten Folge haben wir eine neue Idee namens Brainstorming vorgeschlagen. Die Muslime haben das schon sehr früh erfunden und sie waren auch die ersten, die es in die Tat umgesetzt haben. Es bedeutet, dass sich eine Gruppe von Leuten zusammensetzt, um nachzudenken. Daraus ergibt sich dann eine große Anzahl von Ideen. Es scheint so, dass diese Idee dazu geführt hat, dass diese Woche 250.000 neue Ideen an uns geschickt wurden.

 So hat man uns zum Beispiel geschickt, wie die wissenschaftliche Forschung in 20 Jahren in unseren Ländern aussehen könnte. Die Universitätsdozenten Dr. A’ischa A’bd Al-A’ziz von der Bahrain Universität, Dr. Nadir Nada von der Amerikanischen Universität in Dubai, Dr. Anwar A’bd Al-Sattar von der Nahrein Universität im Irak und Dr. Mahmud A’bd Al-Kawi Zahran, Professor für Bepflanzung. Letzterer hat uns eine vollständige Abhandlung über die Idee gesendet (wie bepflanzt man die Wüste). Auch Dr. Sua’d Mone’m, Professor der Medizin in Assiut. Wir besitzen jetzt eine Menge Ideen und Gedanken für unser Land, die es vorher nicht gegeben hat. Und es scheint, dass die Idee des Brainstormings das verursacht hat.

In der letzten Folge habe ich darauf hingewiesen, dass wir wollen, dass auch die einfachen Leute mitmachen und uns ihre Träume schicken. Und so haben wir auch eine Menge ihrer einfachen Träume bekommen: Sie möchten gerne sauberes Wasser trinken und sie wollen, dass ihre Kinder die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen. Viele Frauen, die teilgenommen haben, wollen eine neue Betrachtung vieler Texte aus Koran und Sunnah, weil vieles falsch gedeutet und dadurch die Frau unterdrückt wurde. Der Islam hat aber nichts zu tun mit dem Unrecht, das den Frauen angetan wird.

 Der Aufschwung – unsere Aufgabe

 Ich sehe, dass viel Hoffnung  für unsere Gemeinschaft besteht. Es fließt immer noch Blut in ihren Adern. Sehen wir uns diesen erhabenen Vers an: [...und verzweifelt nicht an Allahs Erbarmen...] (12:87). Deswegen dürfen wir nicht aufgeben und glauben, dass es keinen Sinn hat. Allah hat uns Gewissheit und viele Versprechungen gegeben. Allah ist mit uns, Er wird uns Ehre erweisen. Auch unser Prophet (s)[1] hat es uns versprochen. Aber unsere Aufgabe ist es danach zu streben, dass unser Land weiterkommt, einen Aufschwung erlebt und dass es dem Land besser geht. Der Vers ist klar: [Es sagten zwei Männer von denen, die gottesfürchtig waren, und denen Allah Seine Gnade erwiesen hatte: "Zieht durch das Tor ein und wendet euch gegen sie; seid ihr eingezogen, dann werdet ihr siegreich sein....] (5:23). Es ist, als ob der Vers von uns will, dass wir uns bewegen und den ersten Schritt wagen. Danach gilt der Rest des Verses: [...Und vertrauet auf Allah, wenn ihr Gläubige seid.] (5:23).

Wieso glauben wir, dass wir auf Allah nur beim Lebensunterhalt und beim Unglück vertrauen sollen? Wo ist dieses Vertrauen auf Allah, wenn es um den Aufschwung unseres Landes geht? Die richtige Art von Gottvertrauen ist, dass wir alles tun, was in unserer Macht steht und dann auf Allah vertrauen. Auf diese Weise muss es Ergebnisse geben. Wir möchten das allgemeine Verständnis von Vertrauen ändern. Es gilt nicht nur für eine Einzelperson im Privatleben, sondern als ein allgemeiner Begriff für das ganze Land. Wenn wir alle zusammen auf Allah vertrauen, wird Allah unser Land bestärken, und das Vertrauen bleibt uns immer vor Augen.

 Der Satz „Unser Genüge ist Allah, und ein herrlicher Beschützer ist Er“, wenn du ihn im Koran suchst, wirst du sehen, dass damit nicht eine Einzelperson gemeint ist, sondern der Islam im Ganzen.

Der Prophet (s) sagt: „Unser Genüge ist Allah, und ein herrlicher Beschützer ist Er.“ Abraham sagte es, als er in das Feuer geworfen wurde, Moses sagte es, als sein Volk ihm sagte: [....Wir werden sicherlich eingeholt] (26:61). Er und sein Volk wurden dann gerettet. Auch die Gefährten von Muhammad (s) sagten es, als man ihnen sagte: [...Es haben sich Leute gegen euch geschart, fürchtet sie drum - aber dies stärkte (nur) ihren Glauben, und sie sprachen: Unser Genüge ist Allah, und ein herrlicher Beschützer ist Er. So kehrten sie mit Huld und Gnade von Allah zurück, ohne dass sie ein Übel getroffen hätte...] (3:173-174).

 Betrachten wir auch diese Verse: [Wahrlich, Allah schirmt jene, die gläubig sind...] (22:38), [Verheißen hat Allah denen unter euch, die glauben und gute Werke tun, dass Er sie gewisslich zu Nachfolgern auf Erden machen wird...] (24:55). Das ist die Religion des Islam und das Gute wird kommen, wenn wir die ersten Schritte machen und anfangen mit dem Vertrauen auf Allah, dem Erhabenen. Diese Erde gehört Allah und wenn Er es will, dann wird der Aufschwung auch über Nacht geschehen.

Die Geschichte von Esra im Koran: [Oder wie jener, der an einer Stadt vorüber kam, die wüst in Trümmern lag…] (2:259). Das Dorf war zerstört, und die Bewohner haben die Hoffnung verloren, [...rief er aus: «Wann wird Allah diese dem Leben zurückgeben nach ihrem Tod?» Da ließ Allah ihn sterben auf hundert Jahre; dann erweckte Er ihn...] (2:259). Die Geschichte beschreibt, dass Allah ihn für hundert Jahre sterben lies. In dieser Zeit wurde dieses Dorf wieder zum Leben erweckt durch Leute, denen Allah bestimmt hat, dass sie dieses Dorf wieder aufbauen und bevölkern. Der Vers endet dann mit: [...Ich weiß, dass Allah die Macht hat, alles zu tun, was Er will.] (2:259).

 In folgenden Wundern können wir die Macht Allahs erkennen:

§         Das Messer, das Isma’il nicht geschlachtet hat

§         Das Feuer, das kühl und Heil für Abraham  war

§         Der Wal, der Jonas geschluckt und ihn nicht aufgefressen hat

§         Die Wüste, die für Noah zum Meer wurde

Das alles geschah, weil sie Allah tüchtige Diener waren und weil sie auf Allah vertrauten. Gepriesen sei Allah, der die Macht hat, alles zu tun. 

Unsere Träume 

Ich will euch zeigen, dass wir dieses Vertrauen auf Allah in uns erstmal säen müssen und dass Allah uns dann Ehre erweisen wird. Denn der Aufschwung, den wir wollen, verlangt von mir, dass ich sehr viel darüber spreche. Bevor ich mit den Details dieser Sendung beginne, müssen wir uns dem Thema ausführlich widmen. Für die halbe Million Menschen, die uns ihre Träume geschickt haben, ist es wichtig, dass sie die Gewissheit haben, dass Allah uns beisteht und uns stärken wird.

Ich möchte hier auf einen wichtigen Punkt und einen schönen Gedanken hinweisen. Wenn wir uns mal die Geschichte der Menschheit ansehen, erkennen wir, dass Allah die Belohnung für die Arbeit eines Menschen nicht vergisst, was auch immer dieser Mensch für eine Religion hat oder wie auch immer seine Denkweise ist. Wer sich bemüht, der wird sicher Ergebnisse sehen.

Deutschland zum Beispiel hat den Aufschwung in zwanzig Jahren geschafft. Stellen wir uns mal die Deutschen vor und nach dem Aufschwung vor. Ich möchte, dass ihr das schöne Gefühl des Aufschwungs fühlt. Ich wünsche mir - Brüder und Schwestern, seht und hört - dass der Traum auch in Erfüllung geht, wenn er von den Leuten Besitz ergreift, und das ist ein Prinzip.

In der letzten Folge habe ich über zwei Träume gesprochen: Landwirtschaft und wissenschaftliche Forschung. Beim Thema Landwirtschaft ist unser Traum, dass wir uns in zwanzig Jahren auf uns selbst verlassen werden und unsere Nahrungsmittel selbst produzieren (Weizenanbau, pflanzliche Öle). Wir werden nicht mehr von anderen abhängig sein. Die Leute, die uns ihre Ideen geschickt haben, sehen diesen Traum vor ihren Augen:

Unser Land ist grün. Die arabische Halbinsel ist wieder grün geworden, so wie der Prophet (s) über sie gesprochen hat. Die ganzen Wüstenwege sind bepflanzt mit Palmen und vor jedem Haus eine Palme, deren Datteln wir essen.

Zum Thema wissenschaftliche Forschung: Unser Traum ist, dass wir die Welt mit unseren wissenschaftlichen Tätigkeiten führen werden – und wie gesagt, uns hilft die Solarenergie – und wir werden den Rest der Welt unser Wissen lehren.

So können wir auch verstehen, wieso die Gefährten des Propheten (s) alles aufgegeben haben: Weil Medina ihr Traum war und der Preis war, dass sie auf ihre Besitztümer verzichtet haben. Der Traum war wichtiger als ihr Besitz. Sie haben am Ende Medina bekommen, und mit dieser Stadt kamen Geld, Kinder, Besitztümer und alles andere, denn der Traum war ihnen teuer. Erinnern wir uns mal an ihr Leid, z.B. daran was Abu Dschahl Sumaya angetan hat. Oder an die Erzählungen von Chabbab Ibn Al-Art, wie die Nichtmuslime ihn gefoltert haben, wie sie ihn auf den Rücken gelegt und unter ihn brennende Kohle gelegt haben bis sein Fleisch versengte. Trotzdem hat er nicht aufgegeben. Oder daran, was Suhaib passiert ist. Es heißt im Koran: [Wir entsandten dich nur als eine Barmherzigkeit für alle Welten] (21:107). Trotz aller Steine, die den Muslimen in den Weg gelegt wurden, waren sie in Mekka, im Haus von Arqam, und sie hatten Angst. Dann kam der Koran und sagte über sie, dass es eine Barmherzigkeit  für alle ist. Sieh sie dir an an dem Tag, wo sie Mekka besiegt hatten, der Prophet (s) und mit ihm 10.000 Muslime. Der Prophet (s) las mit lauter Stimme: [Wahrlich, Wir haben dir einen offenkundigen Sieg beschieden, auf dass Allah dir deine vergangene und künftige Schuld vergebe, und auf dass Er Seine Gnade an dir vollende und dich auf einen geraden Weg leite] (48:1-2), bis er den Vers erreichte: [Muhammad ist der Gesandte Allahs. Und die mit ihm sind...] (48:29). Alle 10.000 betraten mit ihm zusammen Mekka. Bilal ging zur Kaaba und rief: „Allah ist größer, Allah ist größer.“ Wie waren wohl ihre Emotionen und ihre Freude, dass ihr Traum in Erfüllung ging?!

Ich will euch etwas Außergewöhnliches mitteilen. Vor fünf Jahren hatte ich in der ägyptischen Zeitung Al-Ahram diese Nachricht gelesen: Der ehemalige russische Präsident Jeltsin entdeckte, dass es ein großes Problem in seinem Land gab. Daher hatte er eine Idee: Wer einen Traum vorschlägt, auf den sich das russische Volk einigen kann, bekommt einen Preis. Daran erkennen wir, dass es zunächst keinen Traum gab. Außerdem erfahren wir, dass dieser Mann verstand, dass ein nationaler Traum der Weg zum Erfolg seines Landes war.

Auch heute haben wir zwei neue Träume gefunden. Sie dienen der Förderung von Hoffnung. Es sind alles eure Vorschläge. Werfen wir einen Blick darauf und am Ende dieser Sendung werde ich eure Wünsche erklären und mit euch den Weg zur Verwirklichung dieser Vorschläge besprechen.

1.) Die Bildung

Eine große Menge Zuschauer hat uns geschrieben: Schuldirektoren, Lehrer, Soziologie-Spezialisten, Unterstaatssekretäre, Psychiater, Hausfrauen, Studenten, Privatlehrer und Professoren. All dies ist auf der Webseite (www.amrkhaled.net) zu finden.

Ich werde versuchen, euch die Vorschläge zur Bildung auf einfache Weise darzustellen. Das Hauptziel ist, dass ihr die Vorschläge vor eurem geistigen Auge sehen könnt.

Diejenigen, die diesen Traum vorstellten, nannten ihn den großen Traum. Er lautet folgendermaßen: Die arabische Bildung ist die vorzüglichste des 21. Jahrhunderts.

Wenn wir die Ideen betrachten, die von Jugendlichen, Männern und Frauen eingegangen sind, könnte man vom ersten Augenblick an glauben, dass diese Pläne bereits verwirklicht wurden. Ich werde euch diese Gedanken hier darstellen:

1. Die Abschaffung des Analphabetismus durch die Iqraa-Umma (Lesegemeinschaft) in einem einzigen Jahr 

Mehr als 100 Beteiligte haben uns diese Idee geschickt. Das kommt durch das starke Bewusstsein der Jugendlichen und auch dadurch, dass Jugendliche von Hochschulen und Universitäten ihren Urlaub in kleinen Dörfern machen. Dabei wurde nicht vergessen, dass die Verwirklichung dieses Projektes den Jugendlichen selbst kaum möglich ist. Deshalb kam der Vorschlag, regelmäßige Trainings für Jugendliche im Fernsehen zu ermöglichen, um ihnen beizubringen, wie sie diese Aufgabe bewerkstelligen können. Wir können doch Erfolg haben! 

Sie wollen, dass Platz für diese Sache geschaffen wird. Es stellt sich jedoch die Frage: Wie können die Analphabeten davon überzeugt werden, dass sie ausgebildet werden müssen? Die Lösung liegt in der Bezahlung einer Geldstrafe, wenn sie nach sechs Monaten immer noch ungebildet sind. Dieser Vorschlag kam von einem 17-jährigen Jugendlichen, und er erwähnte, dass er diese Idee durch ein prophetisches Beispiel bekam: von Muhammad (s), der den Analphabetismus von 700 Gefährten innerhalb eines Monats abschaffen konnte. Unter diesen 700 war Zaid Ibn Thabet, der Teile des Korans gesammelt hat.

Das Problem ist, dass viele glauben, dass der Islam sich auf Beten und Fasten beschränkt, wobei der Analphabetismus  bei uns ungefähr 60% beträgt.

2. Eigene Denkfähigkeit 

Viele schlagen vor, dass die Ausbildungsmethode auf Denkfähigkeit und Forschung statt auf Belehrung beruhen sollte. Der Schüler selbst sucht nach Information, anstatt dass er belehrt wird. Das ist die beste Methode zum Training der Gehirntätigkeit anstatt das Hirn nur zum Speichern der Informationen zu benutzen. Eigenes Denken entwickelt sich. Dadurch verändert sich die ganze Ausbildungsmethode zu einer selbstständigen Suche nach Information. Wir sollten die Jugendlichen lehren, dass es keine einzige Lösung, sondern viele Lösungen für Probleme gibt. Dadurch lernen sie die Alternativmöglichkeiten und dass nichts einseitig ist.

3. Lernen mit praktischem Bezug

Eine der wunderbaren Ideen, die bei uns angekommen sind, ist, dass alle Wissenschaften mit Bezug auf das Leben verstanden werden sollen. Das Lernen oder Studieren von auch nur einem Wort, ohne seinen Bezug zum praktischen Leben und den Gewinn dahinter zu verstehen, soll abgelehnt werden.

Das ist ein ernstes Thema. Wenn diese Idee verwirklicht wird, dann erreichen wir, so Gott will, den Traum, dass die arabische Bildung eine der qualitativ besten im 21. Jahrhundert wird. Das führt uns zum nächsten, sehr schönen Punkt: Was unsere Bildung so außergewöhnlich macht, ist nicht nur die Verbindung von Wissenschaft und praktischem Leben, sondern die Verbindung der Wissenschaft mit Allah. Beispielsweise in der Physik: Warum wird nicht der Schöpfer dieses großen Systems, des Universums, der Atome, der Gewichte, der Relativität oder der Metalle erwähnt? Ist Er nicht Allah, gepriesen sei Er? 

So tragen wir dann keine Sorge für unsere Kinder, besonders in der Pubertät, denn alles, was sie in der Schule lernen, ist mit Allah verbunden. Die Wissenschaft im Gehirn ist mit dem Herzen, dem Allahs Erkenntnis bewusst ist, verbunden. Die Mutter zu Hause lehrt ihren Sohn Allahs Erkenntnis. Außerdem soll die Wissenschaft mit der islamischen Kultur verbunden sein. Wie? Im Algebra-Buch auf der ersten Seite findest du, dass der Begründer dieser Wissenschaft der bedeutende muslimische Wissenschaftler Al-Chawarismi war und er hat den Text verfasst, weil er den Islam und die Muslime liebte. Und auf der ersten Seite des Soziologie-Buches findest du, dass in den Universitäten unterrichtet wird, dass der Begründer dieser Wissenschaft der arabische Wissenschaftler Ibn Chaldun war. 

Weitere Vorschläge

Zu den schönen Vorschlägen, die bei uns ankamen, zählt auch diese Anregung einer Gruppe von Jugendlichen: Es soll ein wöchentliches Programm geben, in dem gelehrt wird, wie man denken soll, wie man sein Lebensziel festsetzt, wie man eine neue Idee für unsere Familien, Nachbarn, Schulen, Länder oder einen Erfindungsplan erstellen kann. Aus den Ergebnissen dieses Programms sollen die meisten Schulnoten entstehen.

 In den bei uns eingegangenen Ideen verlangen auch manche, dass große Künstler mit schöpferischen Fähigkeiten die Schüler im Freigegenstandsunterricht wie z.B. in den Fächern Musik- und Bildnerische Erziehung besuchen und ihre Talente herausfinden. Außerdem sollen die Talentsucher auch im Sport die Schulen besuchen, dort Kurse geben und dadurch die begabten Schüler auswählen. Wisst ihr, wie die Ergebnisse aussehen werden? In 20 Jahren bei den Olympischen Spielen im Jahre 2024 gewinnen wir die meisten goldenen Medaillen. Es wird weltberühmte Künstler aus unseren Ländern geben, da die Schulen die Talente entdecken und entwickeln konnten.

So ist es schon im Westen vorzufinden. Die Studenten studieren nur an den Fakultäten, die sie aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit und ihrem Talent auswählen. Mit Sicherheit werden sie bestehen. Die Arbeitslosenkrise entspannt sich, weil sich die Denkmethode verändert hat. Auch sollte es in Schulen und Universitäten Praxis-Kurse geben. Die Studenten der Chemie-Abteilung gehen ins Laboratorium. Die Studenten der medizinischen Abteilung gehen in Krankenhäuser, die Ingenieure in Firmen usw. Die praktische Ausbildung sollte wesentlich sein. Jede Schule sollte ein Produkt haben. Eine Schule in der Wüste mag zum Beispiel ein Projekt zur Wasserförderung haben usw. Auf diese Art lernen die Schüler in den Schulen den Weg zur Produktion und dass sie sich auf sich selbst und die Produktion verlassen können. Die Schüler sollen mit der Technik verbunden sein und den Gebrauch des Computers lernen. Die Computer sollen ihnen in den Schulen zur Verfügung stehen.

Das Studium soll dem Berufsmarkt dienen, d.h. das Studium soll in den Gebieten stattfinden, in denen das Land es braucht. Nicht, dass das Studium in die eine und das Leben in eine andere Richtung geht.

Zu den eingegangenen Vorschlägen gehört außerdem, dass Grund- und Realschule obligatorisch sein sollen. Anschließend sollte die Ausbildung nicht kostenlos sein, mit Ausnahme von Begabten. Dadurch richten sich die Schüler nach Berufen und Gewerbe aus, die unsere Länder wirklich brauchen. So bleibt die Anzahl derer gering, die zur Universität gehen und aus denen die Konstrukteure und Kunstschöpfer hervorgehen. Die restlichen Berufe wie Mechaniker, Schmied oder Tischler gewinnen dafür den Respekt der Menschen, denn sie werden nun mehr Ansehen in der Gesellschaft vorfinden. Die Anzahl der Studenten in den Universitäten nimmt ab, und die Qualität der Bildung und der Berufe wird besser. Diejenigen Studenten absolvieren, die der Gesellschaft Nutzen bringen können.

Kannst du dir vorstellen, was dann passieren wird? Die höchsten Gehälter gehören den Lehrern und Professoren. Die Lehrer werden es deswegen nicht für nötig halten, Privatstunden zu geben. Die Professoren werden sich freihalten für die wissenschaftliche Forschung und den Unterricht. Die Studenten werden ihre Professoren respektieren. Viele unserer Kinder werden gegenseitig um den Nobelpreis wetteifern. Wir werden in der amerikanischen Zeitung die Nachricht lesen, dass Amerika die in der arabischen Welt existierenden Bildungsfachpläne nachahmen muss, wenn es den Zug des Aufschwungs erreichen will, da dann die meisten Nobelpreise den Arabern gehören.

Dies sind nicht meine Worte, sondern eure. Das können wir nur verwirklichen durch Leute, die etwas opfern und sich bemühen wollen. Es hilft nichts, zu Hause zu sitzen und zu sagen, dass wir das und das wollen. Du musst jetzt schon entschlossen sein, dass die Mitarbeit dein Dasein sein soll, da dieser Traum teurer ist als dein Dasein. Dazu will ich euch ein Beispiel nennen:

Der Prophet (s) hatte den Muslimen versprochen, dass Persien erobert wird. Dieser Tag kam 20 Jahre nach dem Tod des Propheten (s). Saa’d Ibn Abi Wakas stand auf und rief den Muslimen zu: „Wer spendet für den Sieg dieser Religion? Wer spendet, damit wir handeln können? Es wird Zeit für die Verwirklichung dessen, was uns der Prophet (s) versprochen hat.“ Alle begannen mit ihrer Spende, die Frauen legten ihren Schmuck ab. Eine Frau kam und sagte: „Ich besitze nichts, aber ich muss daran teilnehmen.“ Sie brachte ihren Zopf, gab ihn Saa’d und sagte: „Mach aus ihm einen Zügel für dein Pferd. Ich beschwöre dich, aus diesem Zopf einen Pferdezügel zu machen, damit ich fühle, dass ich daran teilgenommen habe.“ Saa’d weinte und ging zum Schlachtfeld. Dann traf er einen Jungen, der zu ihm sagte, dass er ihn begleiten wolle. Saa’d lehnte ab und verlangte von ihm, dass er zurückkehre, da er jung war. Aber der Junge beharrte darauf und sagte zu Saa’d: „Ich habe nichts mit dir zu tun. Der Handel ist zwischen Allah und mir.“ Saa’d schaute ihn an und sah ihn als einen starken Mann vor sich. So sagte Saa’d: „Gut, du kommst mit, du kommst mit.“ Während der Schlacht sagte der Junge zu Saa’d: „Oh Saa’d, ich habe gestern in meinem Schlaf etwas Merkwürdiges gesehen. Es war, als ob ich mich auf einer Straße bewegte, die nicht wie die Straßen im Diesseits war, in einem Garten, der nicht wie die Gärten im Diesseits war. Zu meiner Rechten und Linken gab es Häuser und Schlösser, die nicht wie die Häuser und Schlösser im Diesseits waren, und Flüsse, die nicht wie die Flüsse im Diesseits waren.“ Saa’d sagte: „Ich sehe, es ist das Paradies. Du wirst als Märtyrer sterben.“ Der Junge fragte: „Saa’d, brauchst du etwas von mir?“ Saa’d antwortete: „Ja, teile Allahs Gesandtem meine Grüße mit und sage ihm: Saa’d wünscht dir, dass Allah dich belohnen möge, Oh Gesandter Allahs, für deine Bemühungen mit uns. Dein Versprechen hat sich verwirklicht.“ Der Junge sagte: „Ich verlange auch etwas von dir, Saa’d. Sende meine Grüße an meine Mutter.“ Saa’d fragte ihn: „Wer ist deine Mutter?“ Er antwortete: „Die Frau mit dem Zopf.“

 Lasst uns das Beispiel der internationalen Firma Honda nehmen. Können wir uns vorstellen, dass der Besitzer dieser Firma zuvor für Toyota gearbeitet hat und dass es sein einziger Wunsch war, seine Erfindung ans Licht der Welt zu bringen? Als er sie Toyota vorlegte, suspendierten sie ihn. Er gab nicht auf, er verkaufte den Schmuck seiner Ehefrau, um damit sein Traumauto zu entwickeln. Er entwickelte es tatsächlich und zeigte seine Arbeit einer anderen Firma. Auch diese nahm seine Erfindung nicht an, aber er gab nicht auf. Er versuchte, so viel Geld wie möglich zusammenzubekommen, um sich selbst eine Autofabrik zu bauen. Im zweiten Weltkrieg wurde seine Fabrik jedoch zerstört, aber er restaurierte seine Fabrik, die wieder Opfer von Anschlägen wurde und erneut restauriert werden musste. Ein Erdbeben erschütterte die Stadt und zerstörte ihm wieder seine Fabrik. Er gab trotzdem nicht auf… bis er die internationale Firma Honda besaß. Nachdem er Besitzer dieser internationalen Firma geworden war, hielt er auf einer Feier eine Rede und sagte: „Unsere Träume verdienen es, dass wir sie verteidigen und alles aufopfern, was wir besitzen, um sie zu verwirklichen. Das ist das Geheimnis meines Erfolges.“

2.) Die gegenseitigen Länderbeziehungen

Diese Träume unserer Jugendlichen sind ebenso bewegend: 

Eine Arabische Union, die alle arabischen Länder umfasst: Wir haben alle die gleiche Religion, wir sprechen die gleiche Sprache, eine gemeinsame Geschichte. Wie hat es die Europäische Union geschafft? Die Mitgliedsländer haben nicht die gleiche Religion. Sie sprechen nicht die gleiche Sprache. Und trotz der zahlreichen Kriege, die zwischen ihnen waren, sind sie zu einer Union geworden. Wie haben sie das bewerkstelligt? Das ist bei uns nicht geschehen. Wir träumen von einer arabischen Union in zwanzig Jahren, die alle arabischen Nationen vereinigt, Muslime und Christen.

Ein wunderschöner Gedanke ist, dass wir nur vergessen haben, dass Allah seine Schätze und Rohstoffe gleichmäßig über alle arabischen Länder verteilt hat. Ägypten zum Beispiel hat viele Arbeitskräfte und Nobelpreisträger unter sich, der arabische Golf besitzt viel Geld sowie Handels- und Kaufleute, Syrien und Libanon haben einen hohen Bildungsstand in ihrem Land usw.

Wir kennen viele Hadithe[2] und Verse wie [Und haltet insgesamt an Allahs Seil fest…] (3:103). Das bedeutet, dass die Muslime zusammenhalten müssen.

  • Der palästinensische Konflikt muss gelöst werden

  • Die Grenzen zwischen unseren Ländern sollen verschwinden, Zölle sollen aufgehoben werden

  • Ein ausgebautes Infrastrukturnetz wird benötigt, um Bewegungen innerhalb und zwischen arabischen Ländern zu erleichtern

  • Wir brauchen eine einheitliche arabische Währung

  • Wir brauchen einen eigenen arabischen Fernsehkanal, der sich mit unseren eigenen Beziehungen beschäftigt.

  • Wir brauchen ein einheitliches arabisches Heer

  • Verhandlungen zwischen arabischen und nicht-arabischen Ländern müssen aufgenommen werden, um die Beziehungen zu verbessern

  • Wir brauchen eine bedeutende Stellung im Sicherheitsrat

Alle diese Wünsche und Träume findet ihr auf der Homepage. Das sind unsere Träume und wir möchten, wenn wir Allah begegnen, sagen können, dass wir alle an der Verwirklichung dieser Träume beteiligt waren.

Ich denke, dass wir tatsächlich angefangen haben zu träumen und auch unsere Träume zu verwirklichen, und wir haben es nicht eilig. Es ist nicht ein Tagtraum, nein, es ist der Traum eines ganzen Aufschwungs.

Ich will eine Million Wünsche und Träume auf der Homepage sehen, die wir auch verwirklichen, damit unsere Kinder auf uns stolz sind und die Entwicklung, die wir eingeleitet haben, genießen können!

Verbleibt in Allahs Frieden, Barmherzigkeit und Güte.

As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh.


[1] Salla-llahu alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56)  für den Prophet Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[2] Die überlieferten Aussprüche des Propheten Muhammad (s).

 

 

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