Der Charakter
SUNNAA’ AL-HAYAT
Lebensgestalter
Setze dein Ziel im Leben
Im Namen Allahs, des
Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne
und schenke dem Propheten und seinen Gefährten Heil.
Wir sind froh über unsere
fortlaufende Kommunikation durch die Sendung "Sunnaa' Al-Hayat",
und spüren Freude und Hoffnung. Wir haben letztes Mal über das Thema "Die
Bewahrung von Ressourcen" und über das Projekt der Kleidersammlung gesprochen,
außerdem haben wir im Laufe der letzten Sendung darüber gesprochen, wie wir das
Projekt voran bringen können. Gewöhnlich fange ich jede Sendung mit
Ergebnisschilderungen an, wie: Dies ist passiert und wir haben soviel gemacht.
Aber dieses Mal werde ich das nicht tun, denn die Ergebnisse sind zu groß, um
sie zu erwähnen, auch ist es nicht erforderlich, sie zu schildern, denn ihr habt
sie alle gesehen und erlebt, Allah möge euch dafür hoch belohnen und es von uns
allen annehmen. Ich bin auch sehr glücklich über unsere großartigen
Errungenschaften.
Das eigentliche Ziel bei
der Kleidersammlung ist nicht die Verteilung selber, sondern Barmherzigkeit und
Nächstenliebe in der Gesellschaft und die Ermutigung der Armen und Bedürftigen.
Somit fühlen wir uns als eine Einheit, die wir alle lieben. Wir wollen ein
Lächeln in jedem Gesicht in unseren Ländern sehen. Wir werden versuchen uns über
die besten Verteilungsmöglichkeiten zu einigen, damit wir von Erfolg zu Erfolg
und von Phase zu Phase schreiten.
Aus Anlass des
Phasenwechsels möchte ich unsere Aufgabe in der Sendung erklären. Meine Lieben,
diese Sendung ist kein Gerede, wo ich eine Idee erwähne und damit ist es
erledigt! Nein, sie besteht aus Phasen, wenn eine geschafft ist, sagen wir: „Lob
sei Allah, fangen wir die zweite an!“ Momentan sind wir noch in der ersten
Phase, und zwar nahezu an deren Ende.
Wir hatten von 10 Fesseln
geredet, die uns binden; davon haben wir bisher 7 gelöst, und wir sind fast am
Ende der ersten Phase angelangt. Das Lösen der Fesseln geschah mit unerwartetem
Erfolg, und zwar im Hinblick auf:
1-
die positive Einstellung
2-
das Verantwortungsgefühl
3-
die Ernsthaftigkeit
4-
die Erkenntnis, wie wichtig
Einnahmequellen sind, wie z. B. die aus der Kleidung, die von 0 auf 100% im Wert
gestiegen ist, mit zusätzlichen Unmengen an Kleidung in vielen Lagern, da die
Plätze der wohltätigen Vereine und Privathäuser erschöpft sind.
Somit haben wir die erste
Phase angefangen und den Erfolg gespürt; vielleicht haben Sie, die Zuschauer,
und ich bemerkt, wie Hoffnung entsteht und sich von Folge zu Folge und mit jeder
gelösten Fessel weiterentwickelt, um zur Lösung der nächsten zu schreiten. Wir
sind fast am Ende der ersten Phase und das macht mich glücklich, denn manchmal
denken wir: Wir brauchen noch 100 Jahre bis zum Ziel und zum Erfolg, und ich
sage euch, wir sind am Ende der ersten Phase und das mit ganz unerwartetem
Erfolg, es bleibt nur ein Schritt und die Phase ist vollendet, dann gehen wir an
die Verwirklichung der nächsten.
Am Anfang der Sendung sagte
ich: „Leute, wir werden Erfolg haben“, aber in Wahrheit habe ich selber nicht an
einen Erfolg dieses Ausmaßes geglaubt. Ich dachte auch nicht, dass die jungen
Frauen und Männer genauso mitmachen würden wie beim Projekt der Ressourcen, der
Bekämpfung des Rauchens und der Drogen. Was passiert war, hat alle Erwartungen
und Hoffnungen überboten; somit verkünde ich euch das erfolgreiche Ende der
ersten Phase, uns bleiben nur noch ein oder zwei Schritte.
Was ist nun der Ablaufplan
dieser Sendung? Wir haben am Anfang die Idee durch einen Film veranschaulicht,
den wir vor unser geistiges Auge gerufen haben. Ich habe euch gebeten, euch mit
mir folgenden Film vorzustellen:
Ein junger Mann sitzt
allein in einem dunklen Zimmer. Zwar sind da auch Spinnweben, ein Gebetsteppich
kann auch im Zimmer sein, vielleicht hat er gebetet, da sind auch Spielkarten
und andere Spielzeuge, sowie belanglose Gegenstände, aber letztendlich ist er
doch ein trauriger Mann, der alleine in seinem Zimmer sitzt. Dann seien wir
eingetreten und hätten ihn gefragt: Wieso sitzt du alleine da in dem dunklen
Zimmer? Wir hätten ihm das Licht draußen gezeigt, und ihn überredet, mit uns
hinauszugehen, in der Welt etwas zu schaffen, erfolgreich zu werden und uns bei
"Sunnaa' Al Hayat" zu helfen. Das war das Vorwort der ersten drei Folgen.
Als der junge Mann
aufstehen wollte, konnte er es nicht, denn seine Hände waren gebunden durch
Pessimismus und Mangel an Verantwortungsbereitschaft, seine Füße durch Mangel an
Ernsthaftigkeit, und sein Hals war schwer behängt mit der Last, die das Fehlen
eines Ziels in seinem Leben bedeutete. Wir sagten ihm: Du kannst nicht
aufstehen, wenn du nicht vorher diese Fesseln löst. Wir haben dann in der Phase,
in der wir uns gerade befinden, angefangen, diese zu lösen, und tatsächlich, die
Fesseln fingen an sich zu lösen, er stand auf und befreite seine Hände, konnte
sich endlich bewegen und wollte gleich hinaus. Wir hielten ihn zurück, denn hier
fängt die zweite Phase an. Wie wird er das Leben meistern und Selbstbewusstsein
erlangen, und wie seine Begabung erkennen? So bekam er Hoffnung, Ausdauer und
Optimismus, so dass er die Tür statt sie zu öffnen, aufriss und hinaustrat. Er
fand die Welt ganz hell, aber bedürftig, aufgebaut zu werden. Er war sehr
glücklich darüber, doch er fand, dass er alleine da war. Plötzlich fand er junge
Männer und Frauen, die wie er aus dunklen Zimmern herauskamen und sich mit uns
bei "Sunnaa' Al Hayat" beteiligt haben. Wir sagten ihnen, sie sollten Hand in
Hand und als Team arbeiten, und gemeinsam erfolgreich sein. Das war die dritte
Phase, und so gestalten wir das Leben.
Diese Vorstellung stammt
von einem Künstler, Herrn Hani Bayoumi, der auch zum Team von "Sunnaa' Al Hayat"
gehört. Wir bedanken uns ganz herzlich bei ihm.
Unser Ziel
ist, erfolgreich in unseren Ländern zu sein, aus Loyalität unserem Heimatland
gegenüber. Wir kommen jetzt auf das heutige Projekt und eine der beiden übrig
gebliebenen Fesseln, welche wir heute lösen wollen, und zwar „Das Fehlen eines
Ziels im Leben.“ Das Projekt, das wir bearbeiten werden, ist die Übereinstimmung
in der Notwendigkeit eines Ziels in unserem Leben. Dieses Projekt passt gut
während du für Prüfungen lernst, wo du zu Hause sitzt und dein Ziel im Leben
festlegst, und das wird dir ermöglichen, mehr zu lernen und mehr Verständnis zu
haben.
Wir wollen
einmal über das Thema "Ziele setzen" sprechen und uns darin vertiefen. Ich fange
an mit der Frage: Was ist dein Ziel? Eigentlich sollte das das Thema der ersten
Folgen sein, aber wir fanden, dass es zu schwer ist, mit der Frage "Was dein
Ziel im Leben ist" zu beginnen. Wir wollten erst, dass die Leute aktiv werden
und Hoffnung schöpfen, dass sie wirklich anfangen, Erfolge zu sehen. Erst dann
kommt der richtige Augenblick, sie zu bitten, ihre Ziele aufzuschreiben.
Wisst ihr,
wieso diese Folge eigentlich die erste sein sollte? Hättest du ein Ziel im
Leben, dann würde es dich dazu veranlassen, deine Arbeit gründlicher zu machen
und Verantwortung zu übernehmen. Das ist es auch, was wir in den vorherigen
Folgen gesagt haben. Wenn du ein Ziel hättest, dann würdest du ernsthafter sein
und die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Deswegen haben wir
entschieden, dass wir umgekehrt anfangen; wir mobilisieren die Leute bis wir ans
Ende der ersten Phase gelangen, dann setzen wir unser Ziel.
Ich frage euch
noch einmal: Leute, was ist euer Ziel? Ich schwöre euch bei Allah, es geht
nicht, dass wir ziellos in dieser Welt leben, und dass man zulässt, dass das
Leben uns führt. Es gibt Tausende, nein Millionen, die nur in dieser Welt leben,
um zu essen, zu trinken, zu heiraten, Kinder zu kriegen und dann zu sterben. Es
kann nicht sein, dass wir nur deswegen erschaffen wurden. Ich schwöre bei Allah,
ich würde am liebsten jeden anschreien: Du musst ein Ziel haben, denn du bist
ein Mensch.
Weißt du, was
Menschsein bedeutet?
Weißt du, was
dich unterscheidet von den anderen Geschöpfen? Die anderen Geschöpfe leben Tag
für Tag nur um zu essen, zu trinken und um sich fortzupflanzen. Der
Hauptunterschied zwischen dir als Mensch und den anderen Lebewesen ist, dass du
einen Verstand hast, mit dem du einen Plan für deine Zukunft machen kannst. Ich
bitte dich deswegen: beweise dein Menschsein – Mann oder Frau – indem du dir ein
Ziel setzt. Was zeichnet dich vor allen anderen aus? Du hast ein Ziel und du
möchtest es auch verwirklichen. Aber die anderen leben für den Tag. Hüte dich
davor, in dieser Welt zu leben, nur um zu essen, trinken, heiraten, Kinder
kriegen und dann zu sterben. Und das ist dann alles im Leben eines Menschen
gewesen.
Ich erzähle
euch eine Geschichte – es handelt sich um die Geschichte eines Menschen: Als er
noch klein war, haben seine Eltern von ihm verlangt, in die Schule zu gehen,
also ging er in die Schule und hat es auch bis zum Abitur geschafft. Als er sein
Abitur machte, haben seine Eltern ihm gesagt, er solle lernen, damit er einen
guten Durchschnitt bekommt und an die gewünschte Fakultät gehen kann. Und er
lernte und lernte. Die Ergebnisse kamen heraus. Man sagte ihm, dass sein
Durchschnitt für eine bestimmte Fakultät reiche. Er hat sich beworben und hat
dann auch an dieser Fakultät studiert. Im letzten Studienjahr sagten sie ihm, er
solle versuchen, eine gute Abschlussnote zu bekommen, damit er bei einer guten
Firma arbeiten kann. Und so hat er sich Mühe gegeben und seinen Abschluss
gemacht. Jetzt sagten sie ihm, dass seine Note ausreichend für die Firma X sei.
Er bewarb sich und wurde eingestellt. Irgendwann sagte er ihnen, dass er
heiraten möchte; sie fragten ihn, wen er gerne heiraten möchte; er antwortete,
dass er gerne eine anständige Frau heiraten möchte, die ihm gefällt. Dann
heiratete er, und nach einer Weile bekamen sie Kinder. Er arbeitete weiter,
damit er Geld bekommen konnte für seine Kinder ... dann ist er gestorben ...
Die Geschichte
ist zu Ende. Findet ihr nicht, dass es die Geschichte der meisten Menschen ist?
Er kam und ging und das war es.
Was hat er
beigetragen? Was hat er gemacht? Was war seine Rolle? Was waren seine Ziele? Was
hat er dieser Welt hinterlassen? Was hat er getan und wozu hat er Pläne gemacht?
Ich will, dass
derjenige unter euch, der kein Ziel hat, sich etwas vorstellt. Nimm an, dass du
gestorben bist und stell dir folgendes Bild vor: Leute sind gekommen, um dich in
deinem Sarg zu tragen. Vier von deinen engsten Freunden sprechen jetzt über
dich. Du bist im Sarg und sie sprechen über deine Lebenswerke, was du im Leben
so alles gemacht hast. Was würden sie wohl sagen, hörst du was sie sagen?
„Er hat nichts
gemacht.“ Werden sie das sagen? Hat jemand schon mal daran gedacht? Du gehst in
dein Grab und mit dir deine Werke; dein Geld und deine Kinder bleiben zurück.
Was hast du aber in deinem Leben der Welt hinterlassen, was auch deinen Tod
überdauert? Was waren deine Ziele? Was hast du gemacht? Habt ihr verstanden, was
ich damit meine? Es geht nicht, dass du in dieser Welt lebst, ohne dass du etwas
beiträgst oder Spuren hinterlässt. Es geht nicht, dass du sagst, wir leben und
fertig, das Leben führt uns. Wieso hat dir Allah deinen Verstand gegeben? Damit
er dich vor den anderen Lebewesen auszeichnet! Damit du das Leben führst und
nicht umgekehrt!
Leider aber,
wenn wir Personen auf der Straße fragen, was ihre Ziele sind, und wir sie
bitten, in das Mikrophon zu sprechen, werden die meisten nervös, sie stottern
und wissen nicht, was sie antworten sollen. Solange diese Fesseln um unseren
Hals existieren, können wir nicht erfolgreich sein. Hätte aber jeder von uns –
Mann oder Frau – ein klares Ziel, das unserer Gesellschaft von Vorteil ist, dann
müssten wir Erfolg haben.
Wir müssen
diese Fessel lösen, die uns einengt, die Fessel genannt "Ziellosigkeit". Dann
erreichen wir folgendes:
1.
Ernsthaftigkeit
2.
Verantwortungsbewusstsein
3.
Optimismus, Positives Denken
4.
Wertschätzung der Zeit
Wenn wir diese
Fessel lösen, wird sich unser Leben von Grund auf ändern. Wisst ihr, wie die
Kinder, im Alter von 9 bis 12, im Westen erzogen werden? In diesem jungen Alter,
das in unseren Ländern noch als Kleinkindalter gilt, haben sie – in manchen
Schulen – einmal pro Woche eine Stunde. Weiß einer von euch, wie diese Stunde
heißt? Die Stunde heißt: „Was ist dein Ziel im Leben?“.
Bei uns gibt es
Personen, die schon 35 Jahre alt sind, die aber keine Antwort auf diese Frage
wissen. Könnt ihr euch denken, wieso sie im Westen Erfolg haben, wir aber nicht?
Am Anfang hat
das Kind keine Antwort. In der nächsten Stunde wiederholt sich die Sache. Das
Kind kommt in die Schule, und sie fragen es: Was ist dein Ziel? Das Kind fühlt
sich gezwungen, eine Antwort zu geben, also sagt es irgend etwas, damit es aus
dieser Situation fliehen kann. Sie fragen es, was es mag, und was es gut kann.
Auf diese Weise zeigen sie ihm den richtigen Weg.
Wenn es zum
Beispiel Maler werden will, beobachten sie seine Art zu Malen.
Oder wenn es
Ingenieur werden möchte, versuchen sie, es an den Computer zu setzen, um seine
Fähigkeiten zu erkennen.
So arbeiten sie
das ganze Jahr, um dieses Ziel zu stärken. Bis die Sommerferien kommen, wo die
Schulleitung eine Bemerkung an die Eltern schickt, in der sie mitteilen, dass
ihr Kind gesagt hat, was sein Ziel im Leben ist, und dass die Eltern im Sommer
daran arbeiten sollen, dieses Ziel zu fördern. Nach den Ferien geht es im neuen
Schuljahr weiter mit einer Bescheinigung seiner Eltern, welche Dinge sie mit ihm
geübt haben. So bauen sie den Menschen auf.
Ich schwöre bei
Allah, dass es viel schwieriger ist, einen Menschen zu formen als Gebäude,
Fabriken und Dämme zu bauen. Dass es schwierig ist, einen Menschen aufzubauen
und ihn zu formen, so dass er eine Aufgabe und ein Ziel hat. Im Westen arbeiten
sie ernsthaft mit dem Kind, und wenn es das zwölfte Lebensjahr erreicht hat, hat
es ein klares Ziel vor Augen: Ich werde der beste Computeringenieur im ganzen
Land sein, oder ich werde der beste Schriftsteller im Land sein. So beginnt das
Ganze zu wachsen, und das Kind wächst Jahr für Jahr mit, auch der Traum wird
größer. Am Ende werden die Kindheitsträume zu Tatsachen und auf diese Weise hat
das Kind ein Ziel im Leben.
Väter und
Mütter! Solange unsere Schulen das nicht machen, bitte ich euch, das selber mit
euren Kindern zu machen, lasst uns ein Ziel schaffen. Du bist schon 40, sogar 45
Jahre alt, und bis jetzt hast du es nicht geschafft, dein Ziel aufzuschreiben,
oder überhaupt ein klares und definierbares Ziel zu haben, dann möchte ich, dass
du versuchst, es bei der nächsten Generation besser zu machen. Suche nach den
Fähigkeiten deines Kindes, was es gut kann. Mache ihm klar, dass es ein Ziel
haben muss, hilf ihm auch, darauf hinzuarbeiten.
Ich sage euch
und es tut mir weh: Der Koran und die Religion haben den Muslims klare Ziele
gesetzt und haben ihnen auch die Nähe zu Allah und das Versprechen, ins Paradies
zu kommen, gegeben. Die Muslims leben jetzt einfach so in der Welt, wie das
Leben sie führt. Der Prophet (s)
sagte in einem Hadith: „Wie
der Schaum auf der Wasserflut.“
Wieso hat der Prophet das Wort Schaum benutzt, weil das Wort im Arabischen
bedeutet; "Jemand, der kein Ziel hat". Der Schaum, der auf dem Wasser ist und
danach verschwindet, denn das Wasser reißt ihn mit, genau wie der Mensch, der
kein Ziel hat; das Leben bewegt ihn.
Ich erzähle
euch eine Geschichte, ihr kennt sie alle, "Alice im Wunderland". Diese
Geschichte haben die Kinder im Unterricht, sie sehen sie auch als Kinderstunde.
Ich erzähle hier nur einen Teil der Geschichte, den Teil, in dem Alice ihren
Freund, den Hasen, trifft. Alice steht an einer Kreuzung, sie fragt den Hasen,
welchen Weg sie nehmen soll. Er fragt sie dann, wohin sie gehen möchte, und sie
antwortet ihm, dass sie es nicht weiß, also sagt er: „Da du es nicht weißt,
macht es auch keinen Unterschied, welchen Weg du nimmst, Alice. Du solltest
wissen, wohin du gehen willst.“
Diese Art von
Geschichten wird den Kindern erzählt, und wenn die Kinder älter werden, haben
sie dann ein Ziel.
Ich wiederhole
die gleiche Frage. Ich hoffe, dass ich euch nicht damit störe. Hast du ein Ziel
im Leben und hast du es aufgeschrieben? Weißt du, was du willst?
Der junge Mann,
der mir jetzt zuhört: Was ist dein Ziel? Steht es auf einem Papierblatt? Hängt
es an der Wand in deinem Zimmer? Und falls du ein Ziel hast, hast du auch einen
Plan, der dich auch dahin führen wird? Und hast du die Zeit berechnet, die du
brauchst, um ihn zu verwirklichen?
Oder hast du
dein Ziel aufgeschrieben, und träumst jede Nacht davon, ohne dass du etwas dafür
tust?
Jede Firma in
der Welt braucht, um aufgebaut zu werden, einen Anfang. Den ersten Satz, das
erste Wort. Wir wollen zum Beispiel eine Firma gründen, die mobile Telefone
verkauft, wir haben genug Geld und auch die Technologie, um diese Firma
aufzubauen. Aber bevor wir anfangen, müssen wir etwas machen. Was ist es, was
wir machen müssen?
Schreib die
Aufgabe dieser Firma auf, das Ziel der Firma.
Damit die Leute
Geld verdienen, müssen sie das machen. Stellt euch einmal einen Menschen vor, er
besteht aus einem Körper, einer Seele und einem Verstand, und er wird Allah
begegnen am Tag der Auferstehung, ohne dass er ein Ziel hatte.
Als ich einmal
in Abu Dhabi war, hat mich etwas sehr beeindruckt. Ich besuchte eine Firma, und
ich merkte, dass, wenn man in den Aufzug steigt, das Ziel dieser Firma im Aufzug
geschrieben steht, und wenn man die Treppe benutzt steht das gleiche auch dort.
In jedem Büro siehst du das Ziel. Warum wird das gemacht? Damit dieses Ziel
jedem der Mitarbeiter immer vor Augen ist.
Du weißt aber
immer noch nicht, was dein Ziel ist.
Oder eine Firma
wie Sony, seit 25 Jahren eine der großen weltbekannten Firmen. Stellt euch vor,
das Ziel dieser Firma wurde aufgeschrieben, sie wollten, dass die japanischen
Produkte die Nummer Eins im amerikanischen Markt sind; also haben sie dieses
Ziel aufgeschrieben und haben es aufgehängt.
Wenn die
Leitung der Firma sich versammelt, und jeder Angestellte einen Vorschlag macht,
sieht der Präsident des Aufsichtsrates auf das Ziel, das vor ihm an der Wand
hängt, und sagt: „Was hat dieser Vorschlag mit unserem Ziel zu tun?“
Die Leute
werden auf diese Art erfolgreich, und nicht dass sie einfach so in den Tag
hinein leben: „Wen möchtest du heiraten?“ Er sagt: „Ich will ein hübsches
Mädchen heiraten, das grüne Augen und blonde Haare hat.“ „Wen möchtest du
heiraten?“ Sie sagt: „Keiner findet die Möglichkeit dazu, wer mir über den Weg
läuft, den werde ich heiraten; du weißt ja, wie es zur Zeit mit dem Heiraten
ist.“
Eine andere
Antwort kann auch sein: „Nein, ich weiß, was ich will, und ich werde arbeiten,
damit ich dieses Ziel erreiche, mein Mann sollte diese Eigenschaften besitzen,
und er sollte wissen, dass ich dieses Ziel verfolge.“ Während er sagt: „Die
Frau, die ich heiraten möchte, muss bestimmte Eigenschaften besitzen, damit wir
gemeinsam dieses Ziel verfolgen, damit ich Allahs Gunst erlange und in das
Paradies komme.“
Nun, was ist
dein Ziel? Führt dein Leben zu diesem Ziel? Und arbeitest du dein ganzes Leben
daran, dieses Ziel zu erreichen?
Du musst dein
Ziel aufschreiben, und einen klaren Plan entwickeln, der dich an dein Ziel
bringt. Aber, um dein Ziel aufzuschreiben, musst du erst einmal folgende Frage
beantworten: Wieso wurdest du erschaffen? Denn wüsstest du, wieso du erschaffen
wurdest, dann wüsstest du auch die Antwort auf die Frage, was dein Ziel ist.
Achte darauf,
wenn du die Leute fragst, wieso sie erschaffen wurden, wirst du keine klare
Antwort bekommen; sie sagen, was meinst du damit, wieso ich erschaffen wurde,
was ist das für eine Frage?
Eine andere
Antwort ist: Damit man eine wichtige Aufgabe im Leben erledigt. Was ist aber
diese Aufgabe? Keine Ahnung!
Wieso wurdest
du erschaffen? Damit ich meine Botschaft in diesem Leben erledige. Er sagt dann:
Sag mir etwas Verständliches und Klares.
Die
Wissenschaftler zu allen Zeiten haben immer die Frage gestellt: Warum wurden wir
erschaffen? Niemand außer dem Islam hat eine klare Antwort.
-
Platon hat nachgedacht und studiert und
ist schließlich zu folgendem Ergebnis gekommen: Warum wurden wir erschaffen?
Gott hat das Universum erschaffen und es dann vergessen! Daher kämpfen die Leute
miteinander, denn sie wissen nicht, warum sie erschaffen wurden.
Darauf antwortet ihm der heilige Vers: [...und
dein Herr ist nicht vergesslich] (19:64) Wer den Regen für jeden Menschen und
jeden Mund gleichzeitig fallen lässt, kann Er vergesslich sein? Nie.
-
Karl Marx fragte: Warum wurden wir
erschaffen? Er antwortete darauf mit gravierenden Worten. Er sagte: Gott wollte
spielen, so erschuf Er die Menschen, damit sie miteinander kämpfen und Er sich
daran erfreuen und über sie lachen kann (Gott bewahre!).
Der heilige Vers antwortet ihm: [Glaubtet
ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu
Uns zurückgebracht?] (23:115) Allah, der Herrscher, der Wahrhaftige,
macht nichts Sinnloses. Er, der Rechtschaffene, der Rechtssprecher, wird nie
etwas Sinnloses machen.
-
Iliya
Abu
Mady
schrieb ein Gedicht namens 'Geheime Zeichen' (später wurde daraus ein Lied). Im
Gedicht sagte er:
Ich kam, woher,
ich weiß es nicht, doch ich kam.
Ich sah einen
Weg vor mir, so ging ich.
(Auf
viele Leute trifft diese Einstellung zu. So leben wir bis zum Tode. Vielleicht
beten wir, aber wir leben nur so dahin.)
Ich werde
weitergehen, ob ich will oder nicht.
Woher komme ich?
Ich weiß es nicht.
Wohin gehe ich?
Ich weiß es nicht.
Warum bin ich
gekommen? Ich weiß es nicht.
Er nannte das
Gedicht 'Geheime Zeichen'. Und du, warum wurdest du erschaffen? Wenn du weißt,
warum du erschaffen wurdest, kannst du dein Ziel richtig festlegen.
Die beste
Antwort ist der Koran: [Und
Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir
dienen.]
(51:56)
Was bedeutet
das? Bedeutet das, dass die Menschen – die Geschöpfe – Tag und Nacht Allah
anbeten und fasten? Nein, das bedeutet es nicht. Der Vers meint: lebt euer Leben
normal. Ihr sollt aber das Endziel und die Absicht haben, Allah zufrieden zu
stellen.
Willst du Kinder
zur Welt bringen? In Ordnung, bringe Kinder zur Welt! Aber warum? Damit du mit
ihnen spielst? Nein, ich will Kinder zur Welt bringen, um sie für Allah zu
erziehen. Dieses kleine Kind (Fatima, Ali, Salah oder Muhammad) wird den Islam
annehmen und wird eines Tages ein Gewinn für die Muslims sein.
Warum sparst du
Geld? Damit du dich darüber freust? Nein, ich will Projekte für unsere Länder
machen, und so den Menschen nützen. Dadurch werden viele Arbeitslose in Arbeit
gebracht. Ich will auch mein Geld auf dem Wege Allahs
ausgeben. Dadurch erfülle ich die Forderung: [Und
Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen.]
Warum willst du
reich sein? Warum willst du eine Firma besitzen? Warum willst du einer der
Ersten in einer Fakultät sein? Ich will etwas im Leben erreichen, aber für das
Ziel "Anbetung" und für Allahs Zufriedenheit.
Herrlich im
Islam ist, dass er alle Seiten und Gebiete des Lebens umfasst. Du kannst lernen,
heiraten, Kinder zur Welt bringen oder Geld erwerben. Der Prophet (s) hat jeden
dieser Punkte in seinen Hadithen erwähnt:
-
"Das beste Geld ist das Geld des guten Mannes."
-
"Der
Beste unter euch ist der, der seine Frau am besten behandelt."
-
"Wer sich bei Einbruch der Nacht müde von seiner Arbeit findet, dem wird
Gott seine Sünden vergeben."
Also bestimme
dein Ziel, aber mache es letzten Endes, um Allah zufrieden zu stellen, denn
dafür wurdest du erschaffen.
1.
Ich
will, dass du dein Ziel aufschreibst.
2.
Dein
Ziel soll für Allah sein.
3.
Das
Ziel soll nicht weltlich sein, z.B. "Ich will Geld haben, das ist alles."
Vielmehr willst du Geld haben für Allah, für den Islam und für dein Land. So
sollst du dein Ziel bestimmen.
-
Wie bestimmen wir die Ziele?
-
Wie schreibe ich mein Ziel auf?
-
Wie verwirkliche ich das Ziel?
Bevor wir
ausführlich erklären, wie wir das Ziel aufschreiben können und wir uns darüber
einigen, will ich euch eine Idee sagen. Wer kein Ziel hat, bleibt auf der Stelle
stehen. Die ganze Welt bewegt sich, aber er bemüht sich nicht und er hat kein
Ziel. Er hat keine Pläne. Er bewegt sich nicht. Er bleibt faul an seinem Platz.
Ihr Menschen,
die Welt um uns bewegt sich! Die Sonne weiß genau, wohin sie geht. Das Universum
bewegt sich und du bleibst ruhig an deinem Ort. Damit ist es nicht genug. Die
äußere Welt bewegt sich. Auch du bewegst dich in deinem Inneren. Tausende Zellen
der Lippen verändern sich jeden Tag. Die Zellen der Leber und der Haut verändern
sich mehrmals. Das Universum verändert sich und du veränderst dich in deinem
Inneren. Aber du bleibst ruhig an deinem Platz und bewegst dich nicht.
Weißt du, was
mit dir nach kurzer Zeit passiert? Du wirst dich einsam im Universum fühlen,
nicht wahr? Danach wirst du deprimiert, denn du bleibst noch faul in deinem Ort
stehen. So ist die jetzige Lage vieler Menschen.
In der ganzen
Welt versuchen manche Menschen fortzuschreiten. Aber andere hingegen haben noch
keine Ziele, wir werden vom Weltgeschehen abgekoppelt, weil wir kein Ziel haben,
wohin wir gehen sollen. Das gilt sowohl auf der Ebene der Einzelnen als auch der
unserer Länder.
Weißt du, wie
wir jetzt sind? Wir sind wie ein Schüler in der Klasse. Der Lehrer sagt: alle
Schüler lesen dieses Buch, damit wir es nächste Woche diskutieren. Alle Schüler
haben das Buch gelesen, nur du hast es nicht gelesen. Weißt du, was mit dir los
ist? Alle Schüler diskutieren darüber und du verstehst nichts. Nach kurzer Zeit
fühlst du dich einsam, dann fühlst du dich deprimiert, faul und verzweifelt. Ist
es nicht so? So ist unsere Lage momentan.
Setzt eure
Ziele, Jugendliche! Ihr seid noch jung!
Wer sagt, dass
er in fünf Jahren den Preis von Wimbledon gewinnen wird? Wer sagt, dass er etwas
erfinden wird? Wer sagt, dass er die beste Firma auf einem Gebiet gründen wird?
Wer sagt, dass er den Nobelpreis wie Dr. Ahmed Zewail
erringen wird? Wer sagt, dass er der beste Romanschreiber wird?
Wo sind die
Ziele? Wir haben jedes Jahr Tausende Absolventen der Fakultäten. Sie sind froh,
dass sie schon absolviert und ihre Zeugnisse erhalten haben. Nur mit deinen
Zielen wirst du bemerkenswert sein.
Ich habe auf
meine Website eine Idee gestellt. Ich sage den Jugendlichen: „Jeder schreibt
sein Ziel im Leben auf.“ Ich habe alles gesammelt, was die Jugendlichen
geschrieben haben. Heute stelle ich etwas von den Zielen dieser Jugendlichen
vor:
-
Ein Jugendlicher sagte: Ich bin schon
festgefahren, ich bin wirklich 100% enttäuscht.
-
Ein anderer sagte: Mein Ziel in kurzen
Worten ist, eine große Firma, die Massenmedien für Kinder produziert, zu
gründen.
-
Ein anderer schrieb: Mein Ziel ist es,
auf dem Gebiet der Psychologie und der Soziologie zu absolvieren, weil ich
finde, dass das Gebiet der Pädagogik, der Psychologie und Soziologie in unseren
Ländern schwach und unbedeutend ist. Ich möchte auf diesem Gebiet
außerordentlich sein.
Sehen Sie, wie
die Leute denken und was sie sagen.
-
Ein anderer sagte: Ich bin jetzt 48 Jahre
alt. Ist es vernünftig, ein neues Leben zu beginnen und ein Ziel in diesem Alter
zu haben? Ich sage ihm: die Begleiter unseres Propheten (s) begannen, als sie in
ihren 50ern waren. Sie haben Erfolg errungen und sie wurden für Allah getötet.
Sie gehörten zu den größten seiner Anhänger.
-
Ein Mädchen mit 13 Jahren sagte: Mein
nahes Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren die beste Schülerin im Gymnasium in
Bahrain zu werden. Mein zweites Ziel ist es, den heiligen Koran auswendig zu
lernen. Das dauert – so Gott will – bis ein Jahr nach dem Abitur.
Sehen Sie den
Unterschied?
-
Ein anderer sagte: Dein heutiges Thema
über "Dein Ziel im Leben" hält mir den Spiegel vor. Ich sehe mich ganz
realistisch. Ich bin abgestoßen und enttäuscht. Ich habe kein Ziel im Leben.
-
Ein
anderer sagte: Mein Ziel ist: Die Gründung einer Stadt für Behinderte.
-
Eine andere sagte: Mein gegenwärtiges Ziel ist, den Koran auswendig zu lernen,
dann auch, dabei zu helfen, dass eine möglichst große Anzahl von Leuten ihn
ebenfalls auswendig lernt. Ich habe schon begonnen, jeden Tag eine Seite zu
lernen.
-
Eine andere sagte: Ich bin Krankenschwester. Diese ist eine islamische Arbeit,
die mich an Rufaida
erinnert. Mein Ziel ist, an einem Tag den Preis der weltbesten Krankenschwester
zu gewinnen.
Versteht ihr,
was ich sagen will? Ich will sagen, dass diese Beispiele sind. Wie sieht es denn
aus mit den Leuten, die mit uns hier im Studio sind? Was sind eure Ziele?
Einige Reaktionen von Zuschauern im Studio:
-
Im
Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Mein Ziel ist, dass ich dem
Propheten (s) am Tag der Auferstehung
begegne, dass ich fühle, ich bin es wert, Muslim zu sein und den Islam bewahrt
zu haben.
-
Ein
anderer sagt: Mein Ziel ist mir ganz klar. Ich danke Herrn Amr Khaled sehr und
bete zu Allah, mir die Schönheit seiner Sprechweise zu geben und dass Allah mich
zu gutem Verhalten führt.
-
Ein
anderer sagt: Mein Ziel ist: [O
ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah in geziemender Furcht und sterbt nicht
anders denn als Muslime.]
(3:102)
-
Eine andere sagt: Mein Ziel ist – nachdem ich den Zeichentrickfilm gesehen habe
– dass ich den Muslims und dem Islam nützliche Ideen anbieten kann.
Meine verehrten Damen und
Herren. Ich will sagen, dass es nach wie vor teils Leute gibt, die klare und
bestimmte Vorstellungen im Kopf haben, teils andere, die verwirrte Vorstellungen
im Kopf haben und eine dritte Gruppe, die gar nichts im Kopf hat. Was wir sagen
möchten ist: Lieber Jugendlicher, du sollst dir dein Ziel aufschreiben! Ihr
ebenso liebe Frauen, liebe Erwachsene, liebe Kinder. Es geht nicht, Muslim und
Mensch zu sein, ohne ein eigenes Ziel im Leben zu haben. Wenn du dir dein Ziel
aufgeschrieben hast, und es ist jetzt klar in deinem Kopf, dann erscheint die
Frage: Wie kannst du es verwirklichen? Seht euch Beispiele von Leuten an, die
eigene Ziele im Leben hatten.
Bei Allah liebe Leute!
Sobald du ein Ziel verfolgst und groβe Bemühungen unternimmst, wird Allah dir
bestimmt helfen und du wirst es erreichen. Erinnert ihr euch an die Regel, die
wir jedes Mal sagen: Wer sich eine bestimmte Vorstellung oder ein Ziel in den
Kopf setzt und dafür lebt und dafür starken Willen und groβe Bemühungen
aufwendet, muss es erreichen.
Der Vers ist klar: [...
Und dem, der den Lohn des Diesseits begehrt, geben Wir davon, und dem, der den
Lohn des Jenseits begehrt, geben Wir davon; ...]
(3:145)
Ein Wille ist
erforderlich. Denn Allah sagt nicht, wer sich Belohnung wünscht, sondern will:
Wollen und nicht wünschen. Wollen von Willen. Es bedeutet, dass man sich Mühe
gibt, nur dann verspricht Allah Erfolg.
Wenn du die
Wörter "Diesseits" und "Jenseits" vom Vers wegnimmst, so erhältst du: „Und wer
anstrebt, dem geben Wir.“ Seht euch diese Beispiele für Leute aus unserer
Geschichte an:
1.
Imam
al-Nawawi
hatte ein sehr schönes Ziel in seinem Leben: Er wollte, dass jeder Muslim –
welcher Schicht oder welch geistigem Stand er auch angehören möge – die Sunna
des Propheten (s) liebt, sei er gebildet oder nicht. So entwickelte er ein
Ausbildungsprogramm, das jedem Muslim zugute kam (Al Imam al-Nawawi war nur 40
Jahre alt als er starb und er war nicht verheiratet). Er verfasste ein kleines
Büchlein mit dem Namen: "Al Arba’un Al Nawaweya" (die vierzig Hadithe
von al-Nawawi) für die Anfänger. Dann verfasste er ein anderes Buch, das wir
alle kennen: "Riadh as-Salehin" für die mittlere Stufe, dann ein anderes Buch,
das er "Scharh Sahih Muslim" (Die Erklärung von Sahih Muslim) nannte. Dieses war
für Wissenschaftler und Gelehrte. Er verfasste sehr bedeutende Bücher,
vergleichbar mit den modernen Ausbildungsprogrammen für die Grundstufe, die
Realschule, das Gymnasium, die Universität und zuletzt für die Promotion. Das
alles hat nur ein Mann geschafft – Imam al-Nawawi –, weil das seine Absicht war.
2.
U’mar
Ibn Abd al-A’ziz
– hört, was er über sich selbst sagt: Ich habe einen hochstrebenden Geist, der
nicht ruhig sein kann und dem nichts genügt. Denn meine Bestrebungen und Ziele
sind sehr hoch. Er sagt weiter: Einmal sehnte ich mich danach, Fatima Bint
A’bdel Malek zu heiraten, um ein islamisches Haus zu gründen. Ich weiβ, sie ist
eine gute Frau. So habe ich sie geheiratet. Und so wurde mein Plan wahr. Dann
sehnte ich mich danach, Herrscher von Medina zu sein, um in der Stadt von Allahs
Propheten (s) Gerechtigkeit walten zu lassen. So wurde ich Herrscher von Medina.
Dann sehnte ich mich danach, Kalif der Muslims zu sein, um genauso zu regieren
wie die rechtgeleiteten Kalifen.
So wurde ich Kalif der Muslims. Und heute, wonach sehnst du dich U’mar? Ich
sehne mich nach dem Paradies.
Ich wünsche,
dass ihr ehrgeizig seid und nicht aufhört, liebe Leute, die ihr ruhig und still
dahinlebt und sagt „Wir leben nur und dann?“ Seht euch U’mar und seine
Bestrebungen an.
3.
Muhammad al-Fatih
war 26 Jahre alt als er Konstantinopel eroberte. Denn er träumte davon.
4.
Ich
werde euch eine sehr denkwürdige Geschichte erzählen. Es lebte einmal ein Mann
in al-Andalus,
der Marwan al-Himmar (al-Himmar bedeutet: Eselsfahrer) hieβ. Seine Arbeit war,
die Leute von einem Platz zum anderen auf dem Esel zu transportieren. Wie ein
Taxi. Eine sehr einfache Arbeit. Einmal saβ er mit zwei Kollegen (Eselsfahrern)
zusammen. Er sagte ihnen: Jeder von uns sagt seinen Wunsch. Sie lachten und
sagten: Was bedeutet das Wort Wunsch? So sagte er weiter: Mein Wunsch ist es,
Herrscher von al-Andalus zu sein. Sie lachten ihn aus. Einer von ihnen fühlte,
dass er ernst spricht, so sagte er ihm: Wenn du darin Erfolg hast, Herrscher zu
sein, so lass mich Meister der Eselsfahrer sein. Der andere aber lachte ihn aus
und sagte: Wenn du darin Erfolg hast, so setze mich umgekehrt auf einen Esel und
lass den Esel durch die Stadt ziehen, damit die Leute über mich lachen. Die Tage
vergingen und Marwan wurde Polizist. Er trainierte sehr gut, bis er Polizeichef
wurde. Dann wurde er Minister, dann Ministerpräsident. Danach hatte er mehr
Erfolg und sein Name wurde so berühmt, bis er endlich Herrscher wurde. Er war
unter dem Namen: al-Hajib al-Mansur
bekannt, als er al-Andalus beherrschte. Er rief dann beide Eselsfahrer. Dem
ersten sagte er: Du wirst Meister der Eselsfahrer sein, wenn du damals mehr
gewünscht hättest, so hätte ich es dir gegeben. Dem anderen sagte er aber: Ich
gebe dir, was du wolltest. Du wirst umgekehrt auf einen Esel gesetzt und durch
die Stadt geführt, damit die Leute über dich lachen.
Liebe
Leute, wo sind eure Ziele? Es geht nicht darum, ob al-Hajib al-Mansur gut ist
oder nicht. Sondern darum, dass man das Ziel nur erreicht, wenn man eine
bestimmte Vorstellung im Kopf hat und sich Mühe gibt, sie zu verwirklichen.
Jetzt
sprechen wir über den letzten Teil dieser Episode. Wir werden ein Blatt Papier
und einen Stift benötigen. Warum? Weil unsere Worte jetzt praktisch umgesetzt
werden. Voraussetzungen bei der Bestimmung der Ziele:
1.
Dein Ziel soll
klar
und genau definiert und messbar sein, also nicht rätselhaft. Was ist dann dein
Ziel? Hilfe für die Muslims? Das ist kein klares Ziel und es ist auch nicht
messbar.
Diese Informationen habe ich aus wissenschaftlichen Büchern
zusammengetragen.
2.
Das
Ziel soll zwei Dinge enthalten: Es soll hochgesteckt, aber doch realistisch
sein, z.B. mein Ziel ist, das Abitur zu bestehen. Was ist das für ein Ziel? Alle
Leute werden bestehen, oder wolltest du durchfallen? Wo ist das hochgesteckte
Ziel? Ich will einer der Besten sein, den Nobelpreis gewinnen, den Doktorgrad in
einem bestimmten Bereich erlangen. Das ist ein strebsames und realistisches
Ziel. Es ist keine Illusion wie zum Beispiel: Ich will nach einem Jahr eine
Sendestation besitzen, während man noch im Abitur ist.
3.
Das
Ziel soll nicht nur für mich, sondern auch für die Gesellschaft, das Land und
die Muslims nützlich sein. Denn ein Ziel, das sich nur an das Ich richtet, ist
ein kurzes Ziel. Eine Person sagt: mein Ziel ist, meine Kinder zu erziehen. Das
ist sicherlich gut, aber pass auf! Wenn Kinder älter sind und heiraten und dann
auch Kinder bekommen, wie wirst du dich dann fühlen? Du wirst verzweifelt sein.
Alte Leute haben diese Gefühle. Der Sohn ist verheiratet, hat Kinder, ist
ausgeflogen und ist erfolgreich. Wo ist der Rest deines Ziels? Eine Person will
ein groβes Unternehmen besitzen. Und das groβe Unternehmen ist aufgebaut worden,
was dann? Nichts. Er wird pensioniert. Wenn aber dein Ziel auf die Gesellschaft,
das Land und die Muslims ausgerichtet ist, wird dein Leben zwar zum Ende kommen,
dein Werk aber nicht. Habt ihr die hochstrebenden Ziele gesehen? Und wenn deine
Ziele mit der Absicht, Allah zufrieden zu stellen und deinem Land zu nützen,
verbunden sind, sind sie bedeutender.
4.
Du
sollst an dein Ziel fest glauben. Dieser Glaube soll deinen Sinn und deine
Fähigkeiten erfüllen. Dein Glaube an dein Ziel soll wie der Glaube des Propheten
(s) sein, als er seinem Onkel Abu Talib sagte: „Bei
Allah, mein Onkel, wenn sie die Sonne in meine rechte Hand und den Mond in meine
linke Hand legten, damit ich diese Religion aufgebe, gebe ich sie nicht auf, bis
Allah sie zum Sieg führt oder ich durch sie sterbe.“
Seht ihr die
Ziele? Das waren die vier Eigenschaften der Ziele.
Der zweite
Punkt: Welche Eigenschaften musst du haben, um dein Ziel zu erreichen?
-
Hoffnung und Optimismus: Im Koran kommt
das Wort Freude sehr oft vor, und der Prophet war immer zuversichtlich und
voller Hoffnung.
-
Geduld: Du musst viel Geduld haben. Du
darfst nie zweifeln und du darfst nicht voreilig sein.
Chabbab Ibn Al-art kam
kriechend zum Propheten (s) und sagte: Allahs Gesandter, betest Du nicht für
uns? Der Prophet (s) wurde zornig und
sein Gesicht rötete sich und er sagte sinngemäß:
„Von den
Menschen vor euch wurde jemand zersägt und das brachte sie nicht von der
Religion ab. Ich schwöre bei Allah, Allah wird dieses Anliegen zu Ende führen,
aber ihr seid voreilig.“
Habe Geduld und
du wirst dein Ziel erreichen, aber das Problem ist, dass die jungen Menschen ein
oder zwei Versuche machen und wenn sie scheitern sind sie verzweifelt und
meinen, es habe alles keinen Sinn. Versuche mehrmals! Der Prophet (s) versuchte
lange Jahre von den arabischen Stämmen Unterstützung zu bekommen, insgesamt
machte er 26 Versuche.
-
Bemühung: Du musst dir große Mühe geben.
Du darfst nicht schlafen und träumen.
Ein Ziel ohne
Fleiß = Träume
Fleiß ohne Ziel
= Zeitverschwendung
Ein Ziel und
Fleiß = Du kannst das Leben verändern.
-
Die Fähigkeit, dir die Einzelheiten des
Zieles vorzustellen: Du musst geistig fähig sein, von deinem Ziel zu träumen.
Genieße den Traum und stell dir die Einzelheiten des Traumes vor, z. B. ich
werde in der Meisterschaft der beste sein, dann werde ich vor Allah dankend
knien und ich werde ein gutes Vorbild sein, oder wenn ich die Firma gegründet
habe werde ich Arbeitsplätze schaffen usw. Du kennst also die Einzelheiten des
Zieles und du kannst dich in sie hineindenken. Dieser Punkt ist sehr wichtig, um
Ziele zu erreichen.
-
Vertrauen auf Allah, denn alles liegt in
Seiner Hand und Er verfügt über alles.
Der letzte
wichtige Punkt:
Wie erreiche ich
mein Ziel?
Hole ein Blatt
Papier und einen Stift und gehe zu einem ruhigen Ort, wo du alleine sein kannst.
Schreibe alle deine Träume auf, die du erreichen möchtest. Schreib einfach, aber
bewerte nichts als unerreichbar, nicht jetzt. Denke nicht an mögliche
Hindernisse, öffne deine Gedanken, überlege dir, was du willst und schreib deine
Ziele nieder, deine Träume und Hoffnungen. Jetzt werde ich dir sagen, wie du
dein Ziel herausfindest.
Bist du damit
fertig, dann schreibe eine Liste mit deinen Stärken und deinen Schwächen, und
sei ehrlich mit dir selbst.
Was ich sage,
ist wissenschaftlich erprobt.
Schreibe zu
deinen Stärken: Dass du Ausdauer und Arbeitseifer besitzt.
Schreibe zu
deinen Schwächen: Dass du temperamentvoll bist und dass du schnell einen Streit
anfängst.
Schreibe zu
deinen Stärken: Dass du mathematische Gleichungen schnell verstehst.
Schreibe zu
deinen Schwächen: Dass du die Sprache nicht gut kannst.
Schreibe zu
deinen Stärken: Dass du dich mit dem Computer auskennst und dass du im Internet
suchen kannst.
Schreibe zu
deinen Schwächen: Mir fehlt das und jenes an Fähigkeiten.
Schreibe die
Punkte deiner Stärken und deiner Schwächen auf, sowie deine Träume, dann
verknüpfe sie miteinander. Setze dein Ziel zwischen deine Stärken und Schwächen,
aufbauend auf die Träume, die du erreichen willst. Das kann zwei Stunden, zwei
Wochen oder zwei Monate dauern, das ist unwichtig. Wichtig ist, dass du die Idee
bekommst: Was ist mein Ziel?
Nimm das Blatt
und geh zu einem Menschen, dessen Fähigkeiten und Erfahrungen du vertraust, zu
einem, der dich liebt. Frag ihn nach seiner Meinung zu dem, was du geschrieben
hast, damit du aus seiner Erfahrung lernst. Frag auch andere mit
Lebenserfahrung, zeig ihnen deine Ziele. Geh auf unsere Homepage, wenn du
willst, und wir werden dir helfen, schreibe uns und wir helfen dir, dein Ziel zu
erreichen.
Hast du das
gemacht?
Hier
sind noch einmal alle Schritte der Reihenfolge nach:
-
Aufsuchen eines ruhigen Ortes.
-
Aufschreiben der Stärken, Schwächen und
Träume.
-
Konstruktion des zu erreichenden Ziels.
-
Konsultation eines erfahrenen Menschen.
Jetzt kommen
wir zu einem wichtigen Punkt:
Wandle das Ziel
in Teilziele um, z. B.:
1.
Ich möchte den Nobelpreis gewinnen.
Das erste Ziel:
Ich kann nicht so gut Englisch, ich muss die Sprache lernen und das dauert ein
Jahr.
Das zweite Ziel:
Ich besuche Kurse und fahre ins Ausland für zwei Jahre, das wird die zweite
Station sein und ich werde das machen.
2.
Ich möchte die Meisterschaft in
Leichtathletik gewinnen.
Das erste Ziel
wäre: Ich gewinne die Meisterschaft in meiner Stadt, das ist mein Ziel für
nächstes Jahr, dann erhalte ich die Möglichkeit, in einem Übungslager zu
trainieren ...
3.
Ich möchte der beste Koran-Lehrer der
Welt sein, ich werde mich bei dem Scheich ausbilden ...
So hast du
einen Zeitplan für die Teilziele und daraus entsteht der volle Plan und es kommt
ein Plan mit deinem Lebensziel heraus.
Ihr Jugendliche,
die mit den Prüfungen beschäftigt seid, müsst eure Ziele erreichen, und ihr
müsst in diesem Jahr Erfolg haben, weil das ein Teil des Zieles ist. Ich bitte
euch, lernt gut, denn ein Lebensgestalter darf nicht erfolglos sein und wir
wollen hier das Leben gestalten.
Willst du das
erleben, dann geh und lerne, das Leben zu gestalten, deshalb haben wir ein
Projekt gewählt, das du zu Hause machen kannst. Wir wollen, dass du lernst. Wir
sind am Ende der Sendung und machen auf das Projekt des Kleidersammelns
aufmerksam.
Ich wünsche
mir, dass jeder sein Ziel aufschreibt und seinen Plan erstellt, und bete dass
ihr Jugendliche die Prüfungen schafft.
Möge Gott
unsere Werke von uns annehmen.
As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh.
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