Setze dein Ziel im Leben



Der Charakter

SUNNAA’ AL-HAYAT

Lebensgestalter

 

Setze dein Ziel im Leben

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten und seinen Gefährten Heil.

Wir sind froh über unsere fortlaufende Kommunikation durch die Sendung "Sunnaa' Al-Hayat"[1], und spüren Freude und Hoffnung. Wir haben letztes Mal über das Thema "Die Bewahrung von Ressourcen" und über das Projekt der Kleidersammlung gesprochen, außerdem haben wir im Laufe der letzten Sendung darüber gesprochen, wie wir das Projekt voran bringen können. Gewöhnlich fange ich jede Sendung mit Ergebnisschilderungen an, wie: Dies ist passiert und wir haben soviel gemacht. Aber dieses Mal werde ich das nicht tun, denn die Ergebnisse sind zu groß, um sie zu erwähnen, auch ist es nicht erforderlich, sie zu schildern, denn ihr habt sie alle gesehen und erlebt, Allah möge euch dafür hoch belohnen und es von uns allen annehmen. Ich bin auch sehr glücklich über unsere großartigen Errungenschaften.

Das eigentliche Ziel bei der Kleidersammlung ist nicht die Verteilung selber, sondern Barmherzigkeit und Nächstenliebe in der Gesellschaft und die Ermutigung der Armen und Bedürftigen. Somit fühlen wir uns als eine Einheit, die wir alle lieben. Wir wollen ein Lächeln in jedem Gesicht in unseren Ländern sehen. Wir werden versuchen uns über die besten Verteilungsmöglichkeiten zu einigen, damit wir von Erfolg zu Erfolg und von Phase zu Phase schreiten.

Aus Anlass des Phasenwechsels möchte ich unsere Aufgabe in der Sendung erklären. Meine Lieben, diese Sendung ist kein Gerede, wo ich eine Idee erwähne und damit ist es erledigt! Nein, sie besteht aus Phasen, wenn eine geschafft ist, sagen wir: „Lob sei Allah, fangen wir die zweite an!“ Momentan sind wir noch in der ersten Phase, und zwar nahezu an deren Ende.

Wir hatten von 10 Fesseln geredet, die uns binden; davon haben wir bisher 7 gelöst, und wir sind fast am Ende der ersten Phase angelangt. Das Lösen der Fesseln geschah mit unerwartetem Erfolg, und zwar im Hinblick auf:

1-       die positive Einstellung

2-       das Verantwortungsgefühl

3-       die Ernsthaftigkeit

4-       die Erkenntnis, wie wichtig Einnahmequellen sind, wie z. B. die aus der Kleidung, die von 0 auf 100% im Wert gestiegen ist, mit zusätzlichen Unmengen an Kleidung in vielen Lagern, da die Plätze der wohltätigen Vereine und Privathäuser erschöpft sind.

Somit haben wir die erste Phase angefangen und den Erfolg gespürt; vielleicht haben Sie, die Zuschauer, und ich bemerkt, wie Hoffnung entsteht und sich von Folge zu Folge und mit jeder gelösten Fessel weiterentwickelt, um zur Lösung der nächsten zu schreiten. Wir sind fast am Ende der ersten Phase und das macht mich glücklich, denn manchmal denken wir: Wir brauchen noch 100 Jahre bis zum Ziel und zum Erfolg, und ich sage euch, wir sind am Ende der ersten Phase und das mit ganz unerwartetem Erfolg, es bleibt nur ein Schritt und die Phase ist vollendet, dann gehen wir an die Verwirklichung der nächsten.

Am Anfang der Sendung sagte ich: „Leute, wir werden Erfolg haben“, aber in Wahrheit habe ich selber nicht an einen Erfolg dieses Ausmaßes geglaubt. Ich dachte auch nicht, dass die jungen Frauen und Männer genauso mitmachen würden wie beim Projekt der Ressourcen, der Bekämpfung des Rauchens und der Drogen. Was passiert war, hat alle Erwartungen und Hoffnungen überboten; somit verkünde ich euch das erfolgreiche Ende der ersten Phase, uns bleiben nur noch ein oder zwei Schritte.

Was ist nun der Ablaufplan dieser Sendung? Wir haben am Anfang die Idee durch einen Film veranschaulicht, den wir vor unser geistiges Auge gerufen haben. Ich habe euch gebeten, euch mit mir folgenden Film vorzustellen:

Ein junger Mann sitzt allein in einem dunklen Zimmer. Zwar sind da auch Spinnweben, ein Gebetsteppich kann auch im Zimmer sein, vielleicht hat er gebetet, da sind auch Spielkarten und andere Spielzeuge, sowie belanglose Gegenstände, aber letztendlich ist er doch ein trauriger Mann, der alleine in seinem Zimmer sitzt. Dann seien wir eingetreten und hätten ihn gefragt: Wieso sitzt du alleine da in dem dunklen Zimmer? Wir hätten ihm das Licht draußen gezeigt, und ihn überredet, mit uns hinauszugehen, in der Welt etwas zu schaffen, erfolgreich zu werden und uns bei "Sunnaa' Al Hayat" zu helfen. Das war das Vorwort der ersten drei Folgen.

Als der junge Mann aufstehen wollte, konnte er es nicht, denn seine Hände waren gebunden durch Pessimismus und Mangel an Verantwortungsbereitschaft, seine Füße durch Mangel an Ernsthaftigkeit, und sein Hals war schwer behängt mit der Last, die das Fehlen eines Ziels in seinem Leben bedeutete. Wir sagten ihm: Du kannst nicht aufstehen, wenn du nicht vorher diese Fesseln löst. Wir haben dann in der Phase, in der wir uns gerade befinden, angefangen, diese zu lösen, und tatsächlich, die Fesseln fingen an sich zu lösen, er stand auf und befreite seine Hände, konnte sich endlich bewegen und wollte gleich hinaus. Wir hielten ihn zurück, denn hier fängt die zweite Phase an. Wie wird er das Leben meistern und Selbstbewusstsein erlangen, und wie seine Begabung erkennen? So bekam er Hoffnung, Ausdauer und Optimismus, so dass er die Tür statt sie zu öffnen, aufriss und hinaustrat. Er fand die Welt ganz hell, aber bedürftig, aufgebaut zu werden. Er war sehr glücklich darüber, doch er fand, dass er alleine da war. Plötzlich fand er junge Männer und Frauen, die wie er aus dunklen Zimmern herauskamen und sich mit uns bei "Sunnaa' Al Hayat" beteiligt haben. Wir sagten ihnen, sie sollten Hand in Hand und als Team arbeiten, und gemeinsam erfolgreich sein. Das war die dritte Phase, und so gestalten wir das Leben.

Diese Vorstellung stammt von einem Künstler, Herrn Hani Bayoumi, der auch zum Team von "Sunnaa' Al Hayat" gehört. Wir bedanken uns ganz herzlich bei ihm.

Unser Ziel ist, erfolgreich in unseren Ländern zu sein, aus Loyalität unserem Heimatland gegenüber. Wir kommen jetzt auf das heutige Projekt und eine der beiden übrig gebliebenen Fesseln, welche wir heute lösen wollen, und zwar „Das Fehlen eines Ziels im Leben.“ Das Projekt, das wir bearbeiten werden, ist die Übereinstimmung in der Notwendigkeit eines Ziels in unserem Leben. Dieses Projekt passt gut während du für Prüfungen lernst, wo du zu Hause sitzt und dein Ziel im Leben festlegst, und das wird dir ermöglichen, mehr zu lernen und mehr Verständnis zu haben.

Wir wollen einmal über das Thema "Ziele setzen" sprechen und uns darin vertiefen. Ich fange an mit der Frage: Was ist dein Ziel? Eigentlich sollte das das Thema der ersten Folgen sein, aber wir fanden, dass es zu schwer ist, mit der Frage "Was dein Ziel im Leben ist" zu beginnen. Wir wollten erst, dass die Leute aktiv werden und Hoffnung schöpfen, dass sie wirklich anfangen, Erfolge zu sehen. Erst dann kommt der richtige Augenblick, sie zu bitten, ihre Ziele aufzuschreiben.

 Wisst ihr, wieso diese Folge eigentlich die erste sein sollte? Hättest du ein Ziel im Leben, dann würde es dich dazu veranlassen, deine Arbeit gründlicher zu machen und Verantwortung zu übernehmen. Das ist es auch, was wir in den vorherigen Folgen gesagt haben. Wenn du ein Ziel hättest, dann würdest du ernsthafter sein und die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Deswegen haben wir entschieden, dass wir umgekehrt anfangen; wir mobilisieren die Leute bis wir ans Ende der ersten Phase gelangen, dann setzen wir unser Ziel.

 Ich frage euch noch einmal: Leute, was ist euer Ziel? Ich schwöre euch bei Allah, es geht nicht, dass wir ziellos in dieser Welt leben, und dass man zulässt, dass das Leben uns führt. Es gibt Tausende, nein Millionen, die nur in dieser Welt leben, um zu essen, zu trinken, zu heiraten, Kinder zu kriegen und dann zu sterben. Es kann nicht sein, dass wir nur deswegen erschaffen wurden. Ich schwöre bei Allah, ich würde am liebsten jeden anschreien: Du musst ein Ziel haben, denn du bist ein Mensch.

Weißt du, was Menschsein bedeutet?

Weißt du, was dich unterscheidet von den anderen Geschöpfen? Die anderen Geschöpfe leben Tag für Tag nur um zu essen, zu trinken und um sich fortzupflanzen. Der Hauptunterschied zwischen dir als Mensch und den anderen Lebewesen ist, dass du einen Verstand hast, mit dem du einen Plan für deine Zukunft machen kannst. Ich bitte dich deswegen: beweise dein Menschsein – Mann oder Frau – indem du dir ein Ziel setzt. Was zeichnet dich vor allen anderen aus? Du hast ein Ziel und du möchtest es auch verwirklichen. Aber die anderen leben für den Tag. Hüte dich davor, in dieser Welt zu leben, nur um zu essen, trinken, heiraten, Kinder kriegen und dann zu sterben. Und das ist dann alles  im Leben eines Menschen gewesen.

 Ich erzähle euch eine Geschichte – es handelt sich um die Geschichte eines Menschen: Als er noch klein war, haben seine Eltern von ihm verlangt, in die Schule zu gehen, also ging er in die Schule und hat es auch bis zum Abitur geschafft. Als er sein Abitur machte, haben seine Eltern ihm gesagt, er solle lernen, damit er einen guten Durchschnitt bekommt und an die gewünschte Fakultät gehen kann. Und er lernte und lernte. Die Ergebnisse kamen heraus. Man sagte ihm, dass sein Durchschnitt für eine bestimmte Fakultät reiche. Er hat sich beworben und hat dann auch an dieser Fakultät studiert. Im letzten Studienjahr sagten sie ihm, er solle versuchen, eine gute Abschlussnote zu bekommen, damit er bei einer guten Firma arbeiten kann. Und so hat er sich Mühe gegeben und seinen Abschluss gemacht. Jetzt sagten sie ihm, dass seine Note ausreichend  für die Firma X sei. Er bewarb sich und wurde eingestellt. Irgendwann sagte er ihnen, dass er heiraten möchte; sie fragten ihn, wen er gerne heiraten möchte; er antwortete, dass er gerne eine anständige Frau heiraten möchte, die ihm gefällt. Dann heiratete er, und nach einer Weile bekamen sie Kinder. Er arbeitete weiter, damit er Geld bekommen konnte für seine Kinder ... dann ist er gestorben ...

Die Geschichte ist zu Ende. Findet ihr nicht, dass es die Geschichte der meisten Menschen ist? Er kam und ging und das war es.

Was hat er beigetragen? Was hat er gemacht? Was war seine Rolle? Was waren seine Ziele? Was hat er dieser Welt hinterlassen? Was hat er getan und wozu hat er Pläne gemacht?

 Ich will, dass derjenige unter euch, der kein Ziel hat, sich etwas vorstellt. Nimm an, dass du gestorben bist und stell dir folgendes Bild vor: Leute sind gekommen, um dich in deinem Sarg zu tragen. Vier von deinen engsten Freunden sprechen jetzt über dich. Du bist im Sarg und sie sprechen über deine Lebenswerke, was du im Leben so alles gemacht hast. Was würden sie wohl sagen, hörst du was sie sagen?

 „Er hat nichts gemacht.“ Werden sie das sagen? Hat jemand schon mal daran gedacht? Du gehst in dein Grab und mit dir deine Werke; dein Geld und deine Kinder bleiben zurück. Was hast du aber in deinem Leben der Welt hinterlassen, was auch deinen Tod überdauert? Was waren deine Ziele? Was hast du gemacht? Habt ihr verstanden, was ich damit meine? Es geht nicht, dass du in dieser Welt lebst, ohne dass du etwas beiträgst oder Spuren hinterlässt. Es geht nicht, dass du sagst, wir leben und fertig, das Leben führt uns. Wieso hat dir Allah deinen Verstand gegeben? Damit er dich vor den anderen Lebewesen auszeichnet! Damit du das Leben führst und nicht umgekehrt!

 Leider aber, wenn wir Personen auf der Straße fragen, was ihre Ziele sind, und wir sie bitten, in das Mikrophon zu sprechen, werden die meisten nervös, sie stottern und wissen nicht, was sie antworten sollen. Solange diese Fesseln um unseren Hals existieren, können wir nicht erfolgreich sein. Hätte aber jeder von uns – Mann oder Frau – ein klares Ziel, das unserer Gesellschaft von Vorteil ist, dann müssten wir Erfolg haben.

 Wir müssen diese Fessel lösen, die uns einengt, die Fessel genannt "Ziellosigkeit". Dann erreichen wir folgendes:

1.        Ernsthaftigkeit

2.        Verantwortungsbewusstsein

3.        Optimismus, Positives Denken

4.        Wertschätzung der Zeit

Wenn wir diese Fessel lösen, wird sich unser Leben von Grund auf ändern. Wisst ihr, wie die Kinder, im Alter von 9 bis 12, im Westen erzogen werden? In diesem jungen Alter, das in unseren Ländern noch als Kleinkindalter gilt, haben sie – in manchen Schulen – einmal pro Woche eine Stunde. Weiß einer von euch, wie diese Stunde heißt? Die Stunde heißt: „Was ist dein Ziel im Leben?“.

Bei uns gibt es Personen, die schon 35 Jahre alt sind, die aber keine Antwort auf diese Frage wissen. Könnt ihr euch denken, wieso sie im Westen Erfolg haben, wir aber nicht?

Am Anfang hat das Kind keine Antwort. In der nächsten Stunde wiederholt sich die Sache. Das Kind kommt in die Schule, und sie fragen es: Was ist dein Ziel? Das Kind fühlt sich gezwungen, eine Antwort zu geben, also sagt es irgend etwas, damit es aus dieser Situation fliehen kann. Sie fragen es, was es mag, und was es gut kann. Auf diese Weise zeigen sie ihm den richtigen Weg.

Wenn es zum Beispiel Maler werden will, beobachten sie seine Art zu Malen.

Oder wenn es Ingenieur werden möchte, versuchen sie, es an den Computer zu setzen, um seine Fähigkeiten zu erkennen.

So arbeiten sie das ganze Jahr, um dieses Ziel zu stärken. Bis die Sommerferien kommen, wo die Schulleitung eine Bemerkung an die Eltern schickt, in der sie mitteilen, dass ihr Kind gesagt hat, was sein Ziel im Leben ist, und dass die Eltern im Sommer daran arbeiten sollen, dieses Ziel zu fördern. Nach den Ferien geht es im neuen Schuljahr weiter mit einer Bescheinigung seiner Eltern, welche Dinge sie mit ihm geübt haben. So bauen sie den Menschen auf.

Ich schwöre bei Allah, dass es viel schwieriger ist, einen Menschen zu formen als Gebäude, Fabriken und Dämme zu bauen. Dass es schwierig ist, einen Menschen aufzubauen und ihn zu formen, so dass er eine Aufgabe und ein Ziel hat. Im Westen arbeiten sie ernsthaft mit dem Kind, und wenn es das zwölfte Lebensjahr erreicht hat, hat es ein klares Ziel vor Augen: Ich werde der beste Computeringenieur im ganzen Land sein, oder ich werde der beste Schriftsteller im Land sein. So beginnt das Ganze zu wachsen, und das Kind wächst Jahr für Jahr mit, auch der Traum wird größer. Am Ende werden die Kindheitsträume zu Tatsachen und auf diese Weise hat das Kind ein Ziel im Leben.

Väter und Mütter! Solange unsere Schulen das nicht machen, bitte ich euch, das selber mit euren Kindern zu machen, lasst uns ein Ziel schaffen. Du bist schon 40, sogar 45 Jahre alt, und bis jetzt hast du es nicht geschafft, dein Ziel aufzuschreiben, oder überhaupt ein klares und definierbares Ziel zu haben, dann möchte ich, dass du versuchst, es bei der nächsten Generation besser zu machen. Suche nach den Fähigkeiten deines Kindes, was es gut kann. Mache ihm klar, dass es ein Ziel haben muss, hilf ihm auch, darauf hinzuarbeiten.

Ich sage euch und es tut mir weh: Der Koran und die Religion haben den Muslims klare Ziele gesetzt und haben ihnen auch die Nähe zu Allah und das Versprechen, ins Paradies zu kommen, gegeben. Die Muslims leben jetzt einfach so in der Welt, wie das Leben sie führt. Der Prophet (s[2]) sagte in einem Hadith: „Wie der Schaum auf der Wasserflut.[3] Wieso hat der Prophet das Wort Schaum benutzt, weil das Wort im Arabischen bedeutet; "Jemand, der kein Ziel hat". Der Schaum, der auf dem Wasser ist und danach verschwindet, denn das Wasser reißt ihn mit, genau wie der Mensch, der kein Ziel hat; das Leben bewegt ihn.

 Ich erzähle euch eine Geschichte, ihr kennt sie alle, "Alice im Wunderland". Diese Geschichte haben die Kinder im Unterricht, sie sehen sie auch als Kinderstunde. Ich erzähle hier nur einen Teil der Geschichte, den Teil, in dem Alice ihren Freund, den Hasen, trifft. Alice steht an einer Kreuzung, sie fragt den Hasen, welchen Weg sie nehmen soll. Er fragt sie dann, wohin sie gehen möchte, und sie antwortet ihm, dass sie es nicht weiß, also sagt er: „Da du es nicht weißt, macht es auch keinen Unterschied, welchen Weg du nimmst, Alice. Du solltest wissen, wohin du gehen willst.“

Diese Art von Geschichten wird den Kindern erzählt, und wenn die Kinder älter werden, haben sie dann ein Ziel.

 Ich wiederhole die gleiche Frage. Ich hoffe, dass ich euch nicht damit störe. Hast du ein Ziel im Leben und hast du es aufgeschrieben? Weißt du, was du willst?

 Der junge Mann, der mir jetzt zuhört: Was ist dein Ziel? Steht es auf einem Papierblatt? Hängt es an der Wand in deinem Zimmer? Und falls du ein Ziel hast, hast du auch einen Plan, der dich auch dahin führen wird? Und hast du die Zeit berechnet, die du brauchst, um ihn zu verwirklichen?

 Oder hast du dein Ziel aufgeschrieben, und träumst jede Nacht davon, ohne dass du etwas dafür tust?

 Jede Firma in der Welt braucht, um aufgebaut zu werden, einen Anfang. Den ersten Satz, das erste Wort. Wir wollen zum Beispiel eine Firma gründen, die mobile Telefone verkauft, wir haben genug Geld und auch die Technologie, um diese Firma aufzubauen. Aber bevor wir anfangen, müssen wir etwas machen. Was ist es, was wir machen müssen?

 Schreib die Aufgabe dieser Firma auf, das Ziel der Firma.

 Damit die Leute Geld verdienen, müssen sie das machen. Stellt euch einmal einen Menschen vor, er besteht aus einem Körper, einer Seele und einem Verstand, und er wird Allah begegnen am Tag der Auferstehung, ohne dass er ein Ziel hatte.

 Als ich einmal in Abu Dhabi war, hat mich etwas sehr beeindruckt. Ich besuchte eine Firma, und ich merkte, dass, wenn man in den Aufzug steigt, das Ziel dieser Firma im Aufzug geschrieben steht, und wenn man die Treppe benutzt steht das gleiche auch dort. In jedem Büro siehst du das Ziel. Warum wird das gemacht? Damit dieses Ziel jedem der Mitarbeiter immer vor Augen ist.

Du weißt aber immer noch nicht, was dein Ziel ist.

 Oder eine Firma wie Sony, seit 25 Jahren eine der großen weltbekannten Firmen. Stellt euch vor, das Ziel dieser Firma wurde aufgeschrieben, sie wollten, dass die japanischen Produkte die Nummer Eins  im amerikanischen Markt sind; also haben sie dieses Ziel aufgeschrieben und haben es aufgehängt.

 Wenn die Leitung der Firma sich versammelt, und jeder Angestellte einen Vorschlag macht, sieht der Präsident des Aufsichtsrates auf das Ziel, das vor ihm an der Wand hängt, und sagt: „Was hat dieser Vorschlag mit unserem Ziel zu tun?“

 Die Leute werden auf diese Art erfolgreich, und nicht dass sie einfach so in den Tag hinein leben: „Wen möchtest du heiraten?“ Er sagt: „Ich will ein hübsches Mädchen heiraten, das grüne Augen und blonde Haare hat.“ „Wen möchtest du heiraten?“ Sie sagt: „Keiner findet die Möglichkeit dazu, wer mir über den Weg läuft, den werde ich heiraten; du weißt ja, wie es zur Zeit mit dem Heiraten ist.“

Eine andere Antwort kann auch sein: „Nein, ich weiß, was ich will, und ich werde arbeiten, damit ich dieses Ziel erreiche, mein Mann sollte diese Eigenschaften besitzen, und er sollte wissen, dass ich dieses Ziel verfolge.“ Während er sagt: „Die Frau, die ich heiraten möchte, muss bestimmte Eigenschaften besitzen, damit wir gemeinsam dieses Ziel verfolgen, damit ich Allahs Gunst erlange und in das Paradies komme.“

 Nun, was ist dein Ziel? Führt dein Leben zu diesem Ziel? Und arbeitest du dein ganzes Leben daran, dieses Ziel zu erreichen?

 Du musst dein Ziel aufschreiben, und einen klaren Plan entwickeln, der dich an dein Ziel bringt. Aber, um dein Ziel aufzuschreiben, musst du erst einmal folgende Frage beantworten: Wieso wurdest du erschaffen? Denn wüsstest du, wieso du erschaffen wurdest, dann wüsstest du auch die Antwort auf die Frage, was dein Ziel ist.

Achte darauf, wenn du die Leute fragst, wieso sie erschaffen wurden, wirst du keine klare Antwort bekommen;  sie sagen, was meinst du damit, wieso ich erschaffen wurde, was ist das für eine Frage?

Eine andere Antwort ist: Damit man eine wichtige Aufgabe im Leben erledigt. Was ist aber diese Aufgabe? Keine Ahnung!

 Wieso wurdest du erschaffen? Damit ich meine Botschaft in diesem Leben erledige. Er sagt dann: Sag mir etwas Verständliches und Klares.

 Die Wissenschaftler zu allen Zeiten haben immer die Frage gestellt: Warum wurden wir erschaffen? Niemand außer dem Islam hat eine klare Antwort.

 -       Platon hat nachgedacht und studiert und ist schließlich zu folgendem Ergebnis gekommen: Warum wurden wir erschaffen?  Gott hat das Universum erschaffen und es dann vergessen! Daher kämpfen die Leute miteinander, denn sie wissen nicht, warum sie erschaffen wurden.

Darauf antwortet ihm der heilige Vers: [...und dein Herr ist nicht vergesslich] (19:64) Wer den Regen für jeden Menschen und jeden Mund gleichzeitig fallen lässt, kann Er vergesslich sein? Nie.

 -       Karl Marx fragte: Warum wurden wir erschaffen? Er antwortete darauf mit gravierenden Worten. Er sagte: Gott wollte spielen, so erschuf Er die Menschen, damit sie miteinander kämpfen und Er sich daran erfreuen und über sie lachen kann (Gott bewahre!).

Der heilige Vers antwortet ihm: [Glaubtet ihr denn, Wir hätten euch in Sinnlosigkeit erschaffen, und ihr würdet nicht zu Uns zurückgebracht?] (23:115) Allah, der Herrscher, der Wahrhaftige, macht nichts Sinnloses. Er, der Rechtschaffene, der Rechtssprecher, wird nie etwas Sinnloses machen.

 -       Iliya Abu Mady[4] schrieb ein Gedicht namens 'Geheime Zeichen' (später wurde daraus ein Lied). Im Gedicht sagte er:

 Ich kam, woher, ich weiß es nicht, doch ich kam.

Ich sah einen Weg vor mir, so ging ich.

 (Auf viele Leute trifft diese Einstellung zu. So leben wir bis zum Tode. Vielleicht beten wir, aber wir leben nur so dahin.)[5]

 Ich werde weitergehen, ob ich will oder nicht.

Woher komme ich? Ich weiß es nicht.

Wohin gehe ich? Ich weiß es nicht.

Warum bin ich gekommen? Ich weiß es nicht.

 Er nannte das Gedicht 'Geheime Zeichen'. Und du, warum wurdest du erschaffen? Wenn du weißt, warum du erschaffen wurdest, kannst du dein Ziel richtig festlegen.

Die beste Antwort ist der Koran: [Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen.] (51:56)

 Was bedeutet das? Bedeutet das, dass die Menschen – die Geschöpfe – Tag und Nacht Allah anbeten und fasten? Nein, das bedeutet es nicht. Der Vers meint: lebt euer Leben normal. Ihr sollt aber das Endziel und die Absicht haben, Allah zufrieden zu stellen.

Willst du Kinder zur Welt bringen? In Ordnung, bringe Kinder zur Welt! Aber warum? Damit du mit ihnen spielst? Nein, ich will Kinder zur Welt bringen, um sie für Allah zu erziehen. Dieses kleine Kind (Fatima, Ali, Salah oder Muhammad) wird den Islam annehmen und wird eines Tages ein Gewinn für die Muslims sein.

Warum sparst du Geld? Damit du dich darüber freust? Nein, ich will Projekte für unsere Länder machen, und so den Menschen nützen. Dadurch werden viele Arbeitslose in Arbeit gebracht. Ich will auch mein Geld auf dem Wege Allahs[6] ausgeben. Dadurch erfülle ich die Forderung: [Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen.]

 Warum willst du reich sein? Warum willst du eine Firma besitzen? Warum willst du einer der Ersten in einer Fakultät sein? Ich will etwas im Leben erreichen, aber für das Ziel "Anbetung" und für Allahs Zufriedenheit.

Herrlich im Islam ist, dass er alle Seiten und Gebiete des Lebens umfasst. Du kannst lernen, heiraten, Kinder zur Welt bringen oder Geld erwerben. Der Prophet (s) hat jeden dieser Punkte in seinen Hadithen erwähnt:

 -       "Das beste Geld ist das Geld des guten Mannes."

-       "Der Beste unter euch ist der, der seine Frau am besten behandelt."

-       "Wer sich bei Einbruch der Nacht müde von seiner Arbeit findet, dem wird Gott seine Sünden vergeben."

 Also bestimme dein Ziel, aber mache es letzten Endes, um Allah zufrieden zu stellen, denn dafür wurdest du erschaffen.

 1.     Ich will, dass du dein Ziel aufschreibst.

2.     Dein Ziel soll für Allah sein.

3.     Das Ziel soll nicht weltlich sein, z.B. "Ich will Geld haben, das ist alles." Vielmehr willst du Geld haben für Allah, für den Islam und für dein Land. So sollst du dein Ziel bestimmen.

 -       Wie bestimmen wir die Ziele?

-       Wie schreibe ich mein Ziel auf?

-       Wie verwirkliche ich das Ziel?

 Bevor wir ausführlich erklären, wie wir das Ziel aufschreiben können und wir uns darüber einigen, will ich euch eine Idee sagen. Wer kein Ziel hat, bleibt auf der Stelle stehen. Die ganze Welt bewegt sich, aber er bemüht sich nicht und er hat kein Ziel. Er hat keine Pläne. Er bewegt sich nicht. Er bleibt faul an seinem Platz.

Ihr Menschen, die Welt um uns bewegt sich! Die Sonne weiß genau, wohin sie geht. Das Universum bewegt sich und du bleibst ruhig an deinem Ort. Damit ist es nicht genug. Die äußere Welt bewegt sich. Auch du bewegst dich in deinem Inneren. Tausende Zellen der Lippen verändern sich jeden Tag. Die Zellen der Leber und der Haut verändern sich mehrmals. Das Universum verändert sich und du veränderst dich in deinem Inneren. Aber du bleibst ruhig an deinem Platz und bewegst dich nicht.

Weißt du, was mit dir nach kurzer Zeit passiert? Du wirst dich einsam im Universum fühlen, nicht wahr? Danach wirst du deprimiert, denn du bleibst noch faul in deinem Ort stehen. So ist die jetzige Lage vieler Menschen.

In der ganzen Welt versuchen manche Menschen fortzuschreiten. Aber andere hingegen haben noch keine Ziele, wir werden vom Weltgeschehen abgekoppelt, weil wir kein Ziel haben, wohin wir gehen sollen. Das gilt sowohl auf der Ebene der Einzelnen als auch der unserer Länder.

 Weißt du, wie wir jetzt sind? Wir sind wie ein Schüler in der Klasse. Der Lehrer sagt: alle Schüler lesen dieses Buch, damit wir es nächste Woche diskutieren. Alle Schüler haben das Buch gelesen, nur du hast es nicht gelesen. Weißt du, was mit dir los ist? Alle Schüler diskutieren darüber und du verstehst nichts. Nach kurzer Zeit fühlst du dich einsam, dann fühlst du dich deprimiert, faul und verzweifelt. Ist es nicht so? So ist unsere Lage momentan.

Setzt eure Ziele, Jugendliche! Ihr seid noch jung!

 Wer sagt, dass er in fünf Jahren den Preis von Wimbledon gewinnen wird? Wer sagt, dass er etwas erfinden wird? Wer sagt, dass er die beste Firma auf einem Gebiet gründen wird? Wer sagt, dass er den Nobelpreis wie Dr. Ahmed Zewail[7] erringen wird? Wer sagt, dass er der beste Romanschreiber wird?

 Wo sind die Ziele? Wir haben jedes Jahr Tausende Absolventen der Fakultäten. Sie sind froh, dass sie schon absolviert und ihre Zeugnisse erhalten haben. Nur mit deinen Zielen wirst du bemerkenswert sein.

 Ich habe auf meine Website eine Idee gestellt. Ich sage den Jugendlichen: „Jeder schreibt sein Ziel im Leben auf.“ Ich habe alles gesammelt, was die Jugendlichen geschrieben haben. Heute stelle ich etwas von den Zielen dieser Jugendlichen vor:

-       Ein Jugendlicher sagte: Ich bin schon festgefahren, ich bin wirklich 100% enttäuscht.

-       Ein anderer sagte: Mein Ziel in kurzen Worten ist, eine große Firma, die Massenmedien für Kinder produziert, zu gründen.

-       Ein anderer schrieb: Mein Ziel ist es, auf dem Gebiet der Psychologie und der Soziologie zu absolvieren, weil ich finde, dass das Gebiet der Pädagogik, der Psychologie und Soziologie in unseren Ländern schwach und unbedeutend ist. Ich möchte auf diesem Gebiet außerordentlich sein.

Sehen Sie, wie die Leute denken und was sie sagen.

 -       Ein anderer sagte: Ich bin jetzt 48 Jahre alt. Ist es vernünftig, ein neues Leben zu beginnen und ein Ziel in diesem Alter zu haben? Ich sage ihm: die Begleiter unseres Propheten (s) begannen, als sie in ihren 50ern waren. Sie haben Erfolg errungen und sie wurden für Allah getötet. Sie gehörten zu den größten seiner Anhänger.

-       Ein Mädchen mit 13 Jahren sagte: Mein nahes Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren die beste Schülerin im Gymnasium in Bahrain zu werden. Mein zweites Ziel ist es, den heiligen Koran auswendig zu lernen. Das dauert – so Gott will – bis ein Jahr nach dem Abitur.

Sehen Sie den Unterschied?

-       Ein anderer sagte: Dein heutiges Thema über "Dein Ziel im Leben" hält mir den Spiegel vor. Ich sehe mich ganz realistisch. Ich bin abgestoßen und enttäuscht. Ich habe kein Ziel im Leben.

-       Ein anderer sagte: Mein Ziel ist: Die Gründung einer Stadt für Behinderte.

-       Eine andere sagte: Mein gegenwärtiges Ziel ist, den Koran auswendig zu lernen, dann auch, dabei zu helfen, dass eine möglichst große Anzahl von Leuten ihn ebenfalls auswendig lernt. Ich habe schon begonnen, jeden Tag eine Seite zu lernen.

-       Eine andere sagte: Ich bin Krankenschwester. Diese ist eine islamische Arbeit, die mich an Rufaida[8] erinnert. Mein Ziel ist, an einem Tag den Preis der weltbesten Krankenschwester zu gewinnen.

Versteht ihr, was ich sagen will? Ich will sagen, dass diese Beispiele sind. Wie sieht es denn aus mit den Leuten, die mit uns hier im Studio sind? Was sind eure Ziele?

Einige Reaktionen von Zuschauern im Studio:

-       Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Mein Ziel ist, dass ich dem Propheten (s) am Tag der Auferstehung[9] begegne, dass ich fühle, ich bin es wert, Muslim zu sein und den Islam bewahrt zu haben.

-       Ein anderer sagt: Mein Ziel ist mir ganz klar. Ich danke Herrn Amr Khaled sehr und bete zu Allah, mir die Schönheit seiner Sprechweise zu geben und dass Allah mich zu gutem Verhalten führt.

-       Ein anderer sagt: Mein Ziel ist: [O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah in geziemender Furcht und sterbt nicht anders denn als Muslime.] (3:102)

-       Eine andere sagt: Mein Ziel ist – nachdem ich den Zeichentrickfilm gesehen habe – dass ich den Muslims und dem Islam nützliche Ideen anbieten kann.

 Meine verehrten Damen und Herren. Ich will sagen, dass es nach wie vor teils Leute gibt, die klare und bestimmte Vorstellungen im Kopf haben, teils andere, die verwirrte Vorstellungen im Kopf haben und eine dritte Gruppe, die gar nichts im Kopf hat. Was wir sagen möchten ist: Lieber Jugendlicher, du sollst dir dein Ziel aufschreiben! Ihr ebenso liebe Frauen, liebe Erwachsene, liebe Kinder. Es geht nicht, Muslim und Mensch zu sein, ohne ein eigenes Ziel im Leben zu haben. Wenn du dir dein Ziel aufgeschrieben hast, und es ist jetzt klar in deinem Kopf, dann erscheint die Frage: Wie kannst du es verwirklichen? Seht euch Beispiele von Leuten an, die eigene Ziele im Leben hatten.

 Bei Allah liebe Leute! Sobald du ein Ziel verfolgst und groβe Bemühungen unternimmst, wird Allah dir bestimmt helfen und du wirst es erreichen. Erinnert ihr euch an die Regel, die wir jedes Mal sagen: Wer sich eine bestimmte Vorstellung oder ein Ziel in den Kopf setzt und dafür lebt und dafür starken Willen und groβe Bemühungen aufwendet, muss es erreichen.

Der Vers ist klar: [... Und dem, der den Lohn des Diesseits begehrt, geben Wir davon, und dem, der den Lohn des Jenseits begehrt, geben Wir davon; ...] (3:145)

Ein Wille ist erforderlich. Denn Allah sagt nicht, wer sich Belohnung wünscht, sondern will: Wollen und nicht wünschen. Wollen von Willen. Es bedeutet, dass man sich Mühe gibt, nur dann verspricht Allah Erfolg.

 Wenn du die Wörter "Diesseits" und "Jenseits" vom Vers wegnimmst, so erhältst du: „Und wer anstrebt, dem geben Wir.“  Seht euch diese Beispiele für Leute aus unserer Geschichte an:

 1.       Imam al-Nawawi[10] hatte ein sehr schönes Ziel in seinem Leben: Er wollte, dass jeder Muslim – welcher Schicht oder welch geistigem Stand er auch angehören möge – die Sunna[11] des Propheten (s) liebt, sei er gebildet oder nicht. So entwickelte er ein Ausbildungsprogramm, das jedem Muslim zugute kam (Al Imam al-Nawawi war nur 40 Jahre alt als er starb und er war nicht verheiratet). Er verfasste ein kleines Büchlein mit dem Namen: "Al Arba’un Al Nawaweya" (die vierzig Hadithe[12] von al-Nawawi) für die Anfänger. Dann verfasste er ein anderes Buch, das wir alle kennen: "Riadh as-Salehin" für die mittlere Stufe, dann ein anderes Buch, das er "Scharh Sahih Muslim" (Die Erklärung von Sahih Muslim) nannte. Dieses war für Wissenschaftler und Gelehrte. Er verfasste sehr bedeutende Bücher, vergleichbar mit den modernen Ausbildungsprogrammen für die Grundstufe, die Realschule, das Gymnasium, die Universität und zuletzt für die Promotion. Das alles hat nur ein Mann geschafft – Imam al-Nawawi –, weil das seine Absicht war.

2.       U’mar Ibn Abd al-A’ziz[13] – hört, was er über sich selbst sagt: Ich habe einen hochstrebenden Geist, der nicht ruhig sein kann und dem nichts genügt. Denn meine Bestrebungen und Ziele sind sehr hoch. Er sagt weiter: Einmal sehnte ich mich danach, Fatima Bint A’bdel Malek zu heiraten, um ein islamisches Haus zu gründen. Ich weiβ, sie ist eine gute Frau. So habe ich sie geheiratet. Und so wurde mein Plan wahr. Dann sehnte ich mich danach, Herrscher von Medina zu sein, um in der Stadt von Allahs Propheten (s) Gerechtigkeit walten zu lassen. So wurde ich Herrscher von Medina. Dann sehnte ich mich danach, Kalif der Muslims zu sein, um genauso zu regieren wie die rechtgeleiteten Kalifen[14]. So wurde ich Kalif der Muslims. Und heute, wonach sehnst du dich U’mar? Ich sehne mich nach dem Paradies.

 Ich wünsche, dass ihr ehrgeizig seid und nicht aufhört, liebe Leute, die ihr ruhig und still dahinlebt und sagt „Wir leben nur und dann?“ Seht euch U’mar und seine Bestrebungen an.

3.       Muhammad al-Fatih[15] war 26 Jahre alt als er Konstantinopel eroberte. Denn er träumte davon.

4.       Ich werde euch eine sehr denkwürdige Geschichte erzählen. Es lebte einmal ein Mann in al-Andalus[16], der Marwan al-Himmar (al-Himmar bedeutet: Eselsfahrer) hieβ. Seine Arbeit war, die Leute von einem Platz zum anderen auf dem Esel zu transportieren. Wie ein Taxi. Eine sehr einfache Arbeit. Einmal saβ er mit zwei Kollegen (Eselsfahrern) zusammen. Er sagte ihnen: Jeder von uns sagt seinen Wunsch. Sie lachten und sagten: Was bedeutet das Wort Wunsch? So sagte er weiter: Mein Wunsch ist es, Herrscher von al-Andalus zu sein. Sie lachten ihn aus. Einer von ihnen fühlte, dass er ernst spricht, so sagte er ihm: Wenn du darin Erfolg hast, Herrscher zu sein, so lass mich Meister der Eselsfahrer sein. Der andere aber lachte ihn aus und sagte: Wenn du darin Erfolg hast, so setze mich umgekehrt auf einen Esel und lass den Esel durch die Stadt ziehen, damit die Leute über mich lachen. Die Tage vergingen und Marwan wurde Polizist. Er trainierte sehr gut, bis er Polizeichef wurde. Dann wurde er Minister, dann Ministerpräsident. Danach hatte er mehr Erfolg und sein Name wurde so berühmt, bis er endlich Herrscher wurde. Er war unter dem Namen: al-Hajib al-Mansur[17] bekannt, als er al-Andalus beherrschte. Er rief dann beide Eselsfahrer. Dem ersten sagte er: Du wirst Meister der Eselsfahrer sein, wenn du damals mehr gewünscht hättest, so hätte ich es dir gegeben. Dem anderen sagte er aber: Ich gebe dir, was du wolltest. Du wirst umgekehrt auf einen Esel gesetzt und durch die Stadt geführt, damit die Leute über dich lachen.

 Liebe Leute, wo sind eure Ziele? Es geht nicht darum, ob al-Hajib al-Mansur gut ist oder nicht. Sondern darum, dass man das Ziel nur erreicht, wenn man eine bestimmte Vorstellung im Kopf hat und sich Mühe gibt, sie zu verwirklichen.

 Jetzt sprechen wir über den letzten Teil dieser Episode. Wir werden ein Blatt Papier und einen Stift benötigen. Warum? Weil unsere Worte jetzt praktisch umgesetzt werden. Voraussetzungen bei der Bestimmung der Ziele:

 1.       Dein Ziel soll klar und genau definiert und messbar sein, also nicht rätselhaft. Was ist dann dein Ziel? Hilfe für die Muslims? Das ist kein klares Ziel und es ist auch nicht messbar.

Diese Informationen habe ich aus wissenschaftlichen Büchern zusammengetragen.

2.       Das Ziel soll zwei Dinge enthalten: Es soll hochgesteckt, aber doch realistisch sein, z.B. mein Ziel ist, das Abitur zu bestehen. Was ist das für ein Ziel? Alle Leute werden bestehen, oder wolltest du durchfallen? Wo ist das hochgesteckte Ziel? Ich will einer der Besten sein, den Nobelpreis gewinnen, den Doktorgrad in einem bestimmten Bereich erlangen. Das ist ein strebsames und realistisches Ziel. Es ist keine Illusion wie zum Beispiel: Ich will nach einem Jahr eine Sendestation besitzen, während man noch im Abitur ist.

3.       Das Ziel soll nicht nur für mich, sondern auch für die Gesellschaft, das Land und die Muslims nützlich sein. Denn ein Ziel, das sich nur an das Ich richtet, ist ein kurzes Ziel. Eine Person sagt: mein Ziel ist, meine Kinder zu erziehen. Das ist sicherlich gut, aber pass auf! Wenn Kinder älter sind und heiraten und dann auch Kinder bekommen, wie wirst du dich dann fühlen? Du wirst verzweifelt sein. Alte Leute haben diese Gefühle. Der Sohn ist verheiratet, hat Kinder, ist ausgeflogen und ist erfolgreich. Wo ist der Rest deines Ziels? Eine Person will ein groβes Unternehmen besitzen. Und das groβe Unternehmen ist aufgebaut worden, was dann? Nichts. Er wird pensioniert. Wenn aber dein Ziel auf die Gesellschaft, das Land und die Muslims ausgerichtet ist, wird dein Leben zwar zum Ende kommen, dein Werk aber nicht. Habt ihr die hochstrebenden Ziele gesehen? Und wenn deine Ziele mit der Absicht, Allah zufrieden zu stellen und deinem Land zu nützen, verbunden sind, sind sie bedeutender.

4.       Du sollst an dein Ziel fest glauben. Dieser Glaube soll deinen Sinn und deine Fähigkeiten erfüllen. Dein Glaube an dein Ziel soll wie der Glaube des Propheten (s) sein, als er seinem Onkel Abu Talib sagte: „Bei Allah, mein Onkel, wenn sie die Sonne in meine rechte Hand und den Mond in meine linke Hand legten, damit ich diese Religion aufgebe, gebe ich sie nicht auf, bis Allah sie zum Sieg führt oder ich durch sie sterbe.

 Seht ihr die Ziele? Das waren die vier Eigenschaften der Ziele.

 Der zweite Punkt: Welche Eigenschaften musst du haben, um dein Ziel zu erreichen?

 -          Hoffnung und Optimismus: Im Koran kommt das Wort Freude sehr oft vor, und der Prophet war immer zuversichtlich und voller Hoffnung.

-          Geduld: Du musst viel Geduld haben. Du darfst nie zweifeln und du darfst nicht voreilig sein. Chabbab Ibn Al-art kam kriechend zum Propheten (s) und sagte: Allahs Gesandter, betest Du nicht für uns? Der Prophet (s) wurde zornig und sein Gesicht rötete sich und er sagte sinngemäß: „Von den Menschen vor euch wurde jemand zersägt und das brachte sie nicht von der Religion ab. Ich schwöre bei Allah, Allah wird dieses Anliegen zu Ende führen, aber ihr seid voreilig.“

Habe Geduld und du wirst dein Ziel erreichen, aber das Problem ist, dass die jungen Menschen ein oder zwei Versuche machen und wenn sie scheitern sind sie verzweifelt und meinen, es habe alles keinen Sinn. Versuche mehrmals! Der Prophet (s) versuchte lange Jahre von den arabischen Stämmen Unterstützung zu bekommen, insgesamt machte er 26 Versuche.

-          Bemühung: Du musst dir große Mühe geben. Du darfst nicht schlafen und träumen.

Ein Ziel ohne Fleiß = Träume

Fleiß ohne Ziel = Zeitverschwendung

Ein Ziel und Fleiß = Du kannst das Leben verändern.

-          Die Fähigkeit, dir die Einzelheiten des Zieles vorzustellen: Du musst geistig fähig sein, von deinem Ziel zu träumen. Genieße den Traum und stell dir die Einzelheiten des Traumes vor, z. B. ich werde in der Meisterschaft der beste sein, dann werde ich vor Allah dankend knien und ich werde ein gutes Vorbild sein, oder wenn ich die Firma gegründet habe werde ich Arbeitsplätze schaffen usw. Du kennst also die Einzelheiten des Zieles und du kannst dich in sie hineindenken. Dieser Punkt ist sehr wichtig, um Ziele zu erreichen.

-          Vertrauen auf Allah, denn alles liegt in Seiner Hand und Er verfügt über alles.

 Der letzte wichtige Punkt:

Wie erreiche ich mein Ziel?

Hole ein Blatt Papier und einen Stift und gehe zu einem ruhigen Ort, wo du alleine sein kannst. Schreibe alle deine Träume auf, die du erreichen möchtest. Schreib einfach, aber bewerte nichts als unerreichbar, nicht jetzt. Denke nicht an mögliche Hindernisse, öffne deine Gedanken, überlege dir, was du willst und schreib deine Ziele nieder, deine Träume und Hoffnungen. Jetzt werde ich dir sagen, wie du dein Ziel herausfindest.

Bist du damit fertig, dann schreibe eine Liste mit deinen Stärken und deinen Schwächen, und sei ehrlich mit dir selbst.

Was ich sage, ist wissenschaftlich erprobt.

Schreibe zu deinen Stärken: Dass du Ausdauer und Arbeitseifer besitzt.

Schreibe zu deinen Schwächen: Dass du temperamentvoll bist und dass du schnell einen Streit anfängst.

Schreibe zu deinen Stärken: Dass du mathematische Gleichungen schnell verstehst.

Schreibe zu deinen Schwächen: Dass du die Sprache nicht gut kannst.

Schreibe zu deinen Stärken: Dass du dich mit dem Computer auskennst und dass du im Internet suchen kannst.

Schreibe zu deinen Schwächen: Mir fehlt das und jenes an Fähigkeiten.

Schreibe die Punkte deiner Stärken und deiner Schwächen auf, sowie deine Träume, dann verknüpfe sie miteinander. Setze dein Ziel zwischen deine Stärken und Schwächen, aufbauend auf die Träume, die du erreichen willst. Das kann zwei Stunden, zwei Wochen oder zwei Monate dauern, das ist unwichtig. Wichtig ist, dass du die Idee bekommst: Was ist mein Ziel?

Nimm das Blatt und geh zu einem Menschen, dessen Fähigkeiten und Erfahrungen du vertraust, zu einem, der dich liebt. Frag ihn nach seiner Meinung zu dem, was du geschrieben hast, damit du aus seiner Erfahrung lernst. Frag auch andere mit Lebenserfahrung, zeig ihnen deine Ziele. Geh auf unsere Homepage, wenn du willst, und wir werden dir helfen, schreibe uns und wir helfen dir, dein Ziel zu erreichen.

 Hast du das gemacht?

 Hier sind noch einmal alle Schritte der Reihenfolge nach:

-          Aufsuchen eines ruhigen Ortes.

-          Aufschreiben der Stärken, Schwächen und Träume.

-          Konstruktion des zu erreichenden Ziels.

-          Konsultation eines erfahrenen Menschen.

 Jetzt kommen wir zu einem wichtigen Punkt:

Wandle das Ziel in Teilziele um, z. B.:

 1.       Ich möchte den Nobelpreis gewinnen.

Das erste Ziel: Ich kann nicht so gut Englisch, ich muss die Sprache lernen und das dauert ein Jahr.

Das zweite Ziel: Ich besuche Kurse und fahre ins Ausland für zwei Jahre, das wird die zweite Station sein und ich werde das machen.

2.       Ich möchte die Meisterschaft in Leichtathletik gewinnen.

Das erste Ziel wäre: Ich gewinne die Meisterschaft in meiner Stadt, das ist mein Ziel für nächstes Jahr, dann erhalte ich die Möglichkeit, in einem Übungslager zu trainieren ...

3.       Ich möchte der beste Koran-Lehrer der Welt sein, ich werde mich bei dem Scheich ausbilden ...

 So hast du einen Zeitplan für die Teilziele und daraus entsteht der volle Plan und es kommt ein Plan mit deinem Lebensziel heraus.

Ihr Jugendliche, die mit den Prüfungen beschäftigt seid, müsst eure Ziele erreichen, und ihr müsst in diesem Jahr Erfolg haben, weil das ein Teil des Zieles ist. Ich bitte euch, lernt gut, denn ein Lebensgestalter darf nicht erfolglos sein und wir wollen hier das Leben gestalten.

Willst du das erleben, dann geh und lerne, das Leben zu gestalten, deshalb haben wir ein Projekt gewählt, das du zu Hause machen kannst. Wir wollen, dass du lernst. Wir sind am Ende der Sendung und machen auf das Projekt des Kleidersammelns aufmerksam.

 Ich wünsche mir, dass jeder sein Ziel aufschreibt und seinen Plan erstellt, und bete dass ihr Jugendliche die Prüfungen schafft.

 Möge Gott unsere Werke von uns annehmen.

As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh.

 

[1] "Sunnaa' Al-Hayat" ("Lebensgestalter"): Name der Sendung

[2] Salla-l-lahu alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl.33:56) bei der Erwähnung des Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[3] Auszug aus einem Hadith:

Der Prophet (s) sagte zu seinen Gefährten: „Die Völker werden bald einander einladen, auf euch loszugehen, wie man andere zum Essen einlädt.“

Da fragten sie ihn: „Wird das so sein, weil wir nur so wenige sind?“

Er sagte: „Nein, ihr werdet zahlreich sein wie der Schaum auf der Wasserflut! Gott wird aus den Herzen eurer Feinde den Respekt vor euch tilgen und in eure Herzen Kraftlosigkeit einpflanzen.“

Sie fragten: „Was ist Kraftlosigkeit?“

Er antwortete: „Die Liebe zu dieser Welt und der Widerwille gegen den Tod.“

[4] Iliya (Elia) Abu Madi: libanesisch-amerikanischer Schriftsteller, 1889-1957

[5] Einschub; nicht zum Gedicht gehörig

[6] "auf dem Wege Allahs": für wohltätige oder religiöse Zwecke

[7] Professor Ahmed Hassan Zewail (*1946), amerikanisch-ägyptischer Nobelpreisträger in Chemie 1999

[8] Rufaida al-Aslamiya (Rufaida Bint Saad): Tochter des Arztes Saad al-Aslamy; versorgte die Verwundeten der Schlacht von Badr (624); wird als die erste islamische Krankenschwester angesehen.

[9] Nach dem Ende der Welt folgt nach islamischem Glauben der Tag der Auferstehung und das Gericht. Der Koran verweist an zahlreichen Stellen auf diesen Tag.

[10] Imam al-Nawawi: Syrischer Gelehrter (ca. 1232-1277)

[11] Sunna: Weg, Vorbild, Beispiel für eine Lebensweise, speziell gebraucht für das vorbildhafte Leben des Propheten (s), das für den Muslim zweite Wissensquelle neben dem Koran ist.

[12] Hadith: Bericht, Bezeichnung für die Berichte, in denen die Sunna des Propheten (s) überliefert wurde.

[13] U’mar Ibn Abd al-A’ziz (681-720): Kalif der Omajaden (717-720); Enkel des zweiten Kalifen U’mar, oft als U’mar II. bezeichnet.

[14] Die rechtgeleiteten Kalifen: Bezeichnung für die ersten vier Kalifen, Abu Bakr, U’mar, Osman, Ali, nach denen das Kalifat erblich wurde.

[15] Muhammad (Mehmet) II. (1427-1481): osmanischer Sultan; eroberte 1453 Konstantinopel (heute Istanbul); nannte sich darauf "al-Fatih" (der Eroberer)

[16] Andalusien: Name des arabisierten Spanien, ursprünglich nach dem kurzzeitig in Spanien und Nordafrika siedelnden Volk der Wandalen benannt.

[17] Abi Amir al-Mansur (940-1002, span. Almanzor) war ab 981 Reichsverwalter (Hajib) für den sechsjährigen Hischam II. (975-1008), Kalif von Cordoba

 

 

 

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