* Bescheidenheit



 

Die Charakter

Serie von Amr Khaled

 

Bescheidenheit-At-Tawaduu

 

Ich suche Zuflucht bei Allah, dem Hörenden und Allwissenden vor dem gesteinigten Satan.

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allah, Ihn loben wir und bei Ihm suchen wir Beistand. Ihn bitten wir um Verzeihung und zu Ihm kehren wir reuig um. Bei Ihm nehmen wir Zuflucht vor unserem eigenen Übel und vor dem Schlechten unserer Taten. Wen Allah rechtleitet, für den gibt es keinen, der ihn fehlgehen lässt, und wen Allah fehlgehen lässt, so gibt es für ihn keinen Rechtleitenden.

 

 

Wir haben aus der letzten Folge gelernt, dass man seine Charakterzüge verbessern kann und wie wichtig es ist, dies auch zu tun.

Der Prophet (s[1]) hat in all seinen Ahadith[2] die Begriffe SCHWERER, BESSER und VOLLKOMMENER nur im Zusammenhang mit dem guten Charakter erwähnt.

Nun lasst uns mit einer Charaktereigenschaft beginnen: Bescheidenheit.

  Welche Gefühle werden in dir geweckt, wenn du von einer bescheidenen Person hörst? Du kannst diese Eigenschaft nicht beschreiben oder etwa doch?

 

Bescheidenheit hat zwei Bedeutungen:

 

1.Ergib dich den Tatsachen, egal von wem sie stammen.

Viele von uns nehmen nur Ratschläge von älteren oder von höher gestellten Personen an. Das ist falsch, denn Fakt ist Fakt, auch wenn der Überbringer jünger ist.

Wir sind doch praktisch veranlagt und wollen uns angewöhnen, Ratschläge und Tatsachen anzunehmen, egal ob sie von Starken, Schwachen, Reichen oder Armen, Angesehenen oder sozial Schwachen, von Verwandten oder Bekannten, von Freund oder Feind stammen.

 

2. Behandle die Leute mit Bescheidenheit

Egal ob Herr oder Bediensteter, Reicher oder Armer, Angesehener und sozial Schwacher: Allen gegenüber muss man freundlich und zuvorkommend sein, und je nach Situation, Mitgefühl und Mitleid zeigen.

 

Das Gegenteil von Bescheidenheit ist Übermut. Im Extremfall ist es Hochmut.

Der Prophet (s) sagte: „Hochmütig sein (al-kibar) bedeutet das Rechte zu verweigern und die Leute gering zu schätzen.“ Hadith[3]

 

Das bedeutet, dass man die Armen und Schwachen zwar sieht, ihnen jedoch den Gruß oder ein Lächeln verweigert.

 

 

 

Die Belohnung für die Bescheidenheit:

Der Prophet (s) sagte: „Derjenige, der um Allahs Willen bescheiden ist, dessen Rangstellung wird von Allah erhöht.“ Hadith[4]

 

d.h., je angesehener und bescheidener man ist, desto höher ist man bei Allah eingestuft, und umgekehrt!

 

Der Prophet (s) sagte: „Jeder, der sich vor Allah um eine Stufe erniedrigt, den erhebt Allah, der Erhabene, um eine Stufe, bis er die allerhöchsten Stufen des Paradieses erreicht. Und wer Allah gegenüber hochmütig ist, der wird von Allah um eine Stufe erniedrigt bis er die allertiefsten Stufen des Feuers erreicht.“ Hadith[5]

 

Der Prophet (s) sagte: „Allah, der Erhabene, offenbarte mir, dass ihr bescheiden sein müsst, damit keiner gegenüber dem Anderen überheblich und keiner gegenüber dem Anderen feindselig ist.“ Hadith[6]

 

 Der Prophet (s) sagte: „Allah, der Erhabene, sagt: „Wer Mir gegenüber so bescheiden ist (und der Prophet senkte dabei seine Handfläche bis zum Boden), den werde ich so erheben (und er hob seine Handfläche gegen den Himmel).“ Hadith[7]

 

Der Prophet (s) sagte:

„Derjenige, der in seinem Herzen Hochmut vom Gewicht eines Stäubchens hat, wird nicht ins Paradies eingehen.“ Hadith[8]

 

 

Dieser Hadith soll uns nachdenklich machen, denn jeder muss sich fragen:

Habe ich wirklich keinerlei Hochmut in meinem Herzen? Ein Stäubchen von Hochmut kann dir das Paradies verwehren, auch wenn du gebetet, gefastet und Vorträge gehört hast!

 

Eine andere Version des Hadith besagt:

„Derjenige, der in seinem Herzen Hochmut vom Gewicht eines Senfkorns hat, wird nicht ins Paradies eingehen.“

 

 

Allah, der Erhabene, spricht im heiligen Hadith: „Stolz und Allmacht gehören mir. Wer mir dies streitig macht, den werde ich bestrafen.“ (Hadith[9] Qudsi).

 

 

Luqman(as[10]) gibt seinem Sohn folgenden Ratschlag:

„Und weise den Menschen nicht verächtlich deine Wange und schreite nicht ausgelassen (in Übermut) auf Erden; denn Allah liebt keine eingebildeten Prahler.“ (31:18[11])

 

Das Abwenden der Wange oder des Halses (tusa’ir) ist eine Kamelkrankheit

(as-Sa’ar) vor der wir gewarnt werden. Wenn der Hals versteift, ist ein normales Aufrichten nicht mehr möglich.

 

„Und wandle nicht ausgelassen (in Übermut) auf der Erde; denn du kannst weder die Erde durchbohren, noch kannst du die Berge an Höhe erreichen.“ (17:37)

 

Also warum bist du, O Sohn Adams, übermütig, obwohl du machtlos bist?

 

Die Bescheidenheit des Propheten (s):

Vier Verhaltensweisen, die die Bescheidenheit des Propheten (s) verdeutlichen, sollten wir lernen und praktizieren:

 

1- Wenn der Prophet (s) jemanden die Hand gab, schaute er ihn an.

2- Er ließ die Hand solange gestreckt, bis die andere Person wieder losließ, denn ein  

    schnelles Zurückziehen oder ein halbherziges Händeschütteln gehört zur  

    Übermut.

    Der Prophet (s) sagte: „Allah, der Erhabene, hat mir die Wahl zwischen  

    einem königlichen Propheten und einem dienenden Propheten gelassen.   

   Ich entschied mich für das Letztere.“ Hadith[12]

3- Der Prophet (s) setzte sich dorthin, wo gerade Platz frei war.

4- Er strahlte und lächelte stets.

 

Liebt den Propheten (s) und freut euch auf ein Wiedersehen mit ihm im Paradies!

 

Eines Tages kam ein zitternder Mann zum Propheten (s). Er dachte, er würde einen König antreffen. Der Prophet (s) beruhigte ihn und sagte: „Hab keine Angst. Ich bin kein König. Ich bin nur der Sohn einer armen Frau, die trockenes Fleisch aß.“ Hadith[13]

 

Hat das einer von euch schon einmal gemacht? Hat jemand schon einmal als angesehener Beamter zugegeben, dass sein Vater ein armer Mann war?

Der Prophet (s) ritt aus Bescheidenheit einen Esel, obwohl er auch ein Pferd hätte  reiten können. Hadith[14]

 

Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht, dass ihr euch unter eurem Wert verkauft.

Aber Bescheidenheit vor Allah muss man üben, damit man nicht eitel und hochmütig wird.

 

Der Prophet (s) wollte nach der Eroberung von Cheibar ein Zeichen der Bescheidenheit setzen:

Als die Muslime siegreich nach Medina zurückkehrten und erwartungsvoll empfangen wurden, stieg der Prophet (s) von seinem Pferd ab und ritt einen Maulesel.

 

Der Prophet (s) war auch mit kleinen Kindern sehr barmherzig und bescheiden. Ein kleines Mädchen nahm seine Hand und ging mit ihm zum Basar, um sich etwas zu kaufen. Der Prophet (s) tat ihr den Gefallen und ließ ihre Hand nicht los.

 

Würdest du das mit deinem kleinen Bruder machen oder würdest du ihn auslachen, wenn er dich darum bitten würde?

 

Bei der Schlacht von al-Chandak gruben die Muslime einen tiefen Graben, um sich vor den Feinden zu schützen. Die Arbeit war sehr anstrengend und hart. Zu den angesehenen Arbeiten gehörte das Ausgraben, zu den niederen Arbeiten, das Ausgegrabene wegzutragen.

Doch der Prophet (s) war sich nicht zu fein:  Er stieg in den Graben und trug die Erde hinauf.

 

Seid ehrlich zu euch selbst. Würdet ihr das machen?

Wäschst du die Teller ab oder bringst du den Abfall weg?

 

Der Prophet (s) stand im Dienste seiner Familie: Er flickte seine Kleider und Schuhe, melkte sein Schaf und versorgte sich selbst. Hadith[15]

 

Bescheidenheit mit Kindern:

Bei dem Feldzug von Chaibar[16] waren insgesamt 20 Frauen dabei. Ein kleines Mädchen ging zwischen den Männern der Armee und der Prophet (s) hatte Angst um dieses Mädchen. Er hob es auf sein Kamel und immer wenn sie rasteten, hob er es wieder runter. Als die Muslime siegreich den Feldzug beendeten, verteilte der Prophet (s) die Beute. Dabei suchte er nach dem kleinen Mädchen bis er sie fand und zu sich rief. Er gab ihr ein Kettchen und als sie es anziehen wollte, sagte er: „Warte, ich werde es dir umbinden.“ Hadith[17]

Das Mädchen erzählte: „Ich war so stolz, dass ich diese Kette nie mehr auszog und darum bat, sie mit mir zu begraben, damit ich sie am Tage des Gerichtes dem Propheten (s) zeigen kann.“

 

Seht ihr dieses Verhalten? Hat jemand diese Eigenschaften?

Behandelt ihr eure Bediensteten auf diese Art und Weise?

 

Dies ist die Sunna des Propheten (s)!

 

Bei der Eroberung von Mekka konnten die Muslime siegreich die Feinde passieren, doch der Prophet (s) senkte sein Haupt aus Demut vor Allah, dem Erhabenen.

Nach 13 Jahren kehrte der Prophet (s) in seine Geburtsstadt zurück und er hatte die Glaubensverweigerer besiegt. Doch gegenüber Allah, den Erhabenen, zeigte er seine Demut.

 

Kannst du Demut zeigen, auch wenn du viel Macht hast?

 

Der Prophet (s) war auch im Dienste seiner Gefährten. Sie waren unterwegs und hatten Hunger:

Der Eine wollte Feuer anzünden, der Andere etwas anderes machen, und der Prophet (s) sagte: „Ich sammle Holz.“

 

Abu Bakr (ra[18]) war Kalif der Muslime und er reinigte die Wohnung einer armen, alten Frau.

Heutzutage ist schon die gebildete Tochter gegenüber der Mutter hochmütig und zu fein, ihr im Haushalt zu helfen.

 

Auch die Kalifen untereinander waren sehr bescheiden:

Ein Araber, der noch nicht lange Muslim war, kam zu Abu Bakr (ra) und bat ihn um einen Zuschuss vom islamischen Staat. Der Kalif teilte ihm ein Stück Land zu und gab ihm ein Dokument, das er von Umar Ibn al-Chattab (ra) gegenzeichnen sollte. Der Mann ging zu Umar und dieser verweigerte ihm die Unterschrift und zerriss das Dokument. Er sagte: „Ihr bekamt diese Hilfen, als der Islam schwach war, doch nun ist er stark.“ Der Mann ging zu Abu Bakr (ra) und fragte ihn wer denn hier der Kalif sei. Abu Bakr (ra) antwortete: „Umar, wenn er wollte.“

 

Stell dir vor, du bist der Boss und dir passiert so etwas! Sicherlich würdest darauf bestehen, dass dein Wort gilt.

 

Umar ibn al-Chattab (ra) war auch sehr bescheiden und sagte: „Wäre ich doch nur ein Haar in der Brust von Abu Bakr (ra).

 

Könntest du das über deinen Konkurrenten sagen?

 

Umar ibn al-Chattab(ra) als Diener Allahs:

Umar ibn al-Chattab (ra) wurde Kalif und empfing eine Gruppe aus dem Irak, die von Alasnaf ibn Qais angeführt wurde. Sie waren überrascht, dass der Kalif persönlich die  Kamele (aus Almosengaben) sauber machte. Umso überraschter war Alasnaf als der Kalif ihn um Hilfe bat. Ein Mann aus der Gruppe fragte Umar ibn al-Chattab (ra):

„Warum bittest du nicht einen Diener, diese Kamele sauberzumachen?“ Umar ibn al-Chattab (ra) antwortete: „Gibt es jemand, der mehr Diener ist als ich und Alasnaf?  Wisst ihr denn nicht, dass wenn jemand eine Sache der Muslime anvertraut bekommt, er dafür verantwortlich ist wie der Diener gegenüber seinem Herrn?!“

 

Der Kalif Ali ibn Abi Talib (ra) saß mit seinem Sohn Muhammad (seine Mutter war al-Hanfiyya) und der Sohn fragte ihn: „Wer ist der beste Muslim nach dem Propheten (s)?“ „Abu Bakr (ra)“  „Und wer dann?“ „Umar ibn al-Chattab (a).“ Der Junge wollte nicht weiter fragen, damit sein Vater nicht Uthman ibn Affan (ra) sagt anstatt sich selber zu benennen. So sagte er: „Danach du?!“ Und Ali (ra) antwortete: „O mein Sohn, ich bin nur einer unter den Muslimen.“

 

 

Bescheidenheit der Enkel des Propheten (s):

Muhammad ibn al-Hanfiyya (ra) und al-Hussain bin Ali (ra) stritten eines Tages und der Streit dauerte an. Sie waren Brüder von zwei Müttern. Da schrieb Muhammad ibn al-Hanfiyya al-Hussain einen Brief:

„O mein Bruder. Der Streit zwischen uns dauert an und du bist besser als ich.

Deine Mutter Fatima ist besser als meine Mutter. Und der Prophet (s) sagt:

„Der Bessere von euch, ist der, der mit dem Gruß anfängt.“ Hadith[19]

 

 Deshalb möchte ich nicht mit dem Salam anfangen, damit ich nicht besser bin als du, so fange du bitte mit dem Salam an.“

 

Kannst du im Streitfall so bescheiden sein wie Muhammad bin al-Hanfiyya?

 

Bescheidenheit der Gelehrten:

Zaid ibn Thabit (ra), der den Koran zusammentrug, und ’Abdullah ibn ’Abbas (ra), der Cousin des Propheten (s) und ein großer Gelehrter jener Zeit, hatten großen Respekt voreinander. Wenn Zaid (ra) sein Kamel ritt, kam ’Abdullah (ra) und hielt das Tier am Geschirr fest und sagte:

„Wir müssen unsere Gelehrten ehren.“ Doch Zaid (ra) stieg schnell ab und küsste die Hände von ’Abdullah (ra) und sagte: „Der Prophet (s) befahl uns, so seine Familie zu ehren.“

 

Imam asch-Schafii (ra) sagte:

„Wir tranken das Wasser aus Zamzam (Brunnen in Mekka) und baten Allah, den Erhabenen, uns Wissen zu geben und wir haben es bekommen. Hätten wir um mehr Taqwa (Gottesfurcht) gebeten, so wäre es besser für uns gewesen.“

Er sagte auch: „Ich liebe die Rechtschaffenden, obwohl ich mich nicht zu ihnen zähle. Mögen sie für mich um Fürsprache (Schafa’a) bitten, denn wir handeln mit demselben anvertrauten Gut (das Gute gebieten und das Schlechte verwehren).“

 

„Hüte dich vor Hochmut. Wehe dir, wenn du dich auf einer Stufe siehst, die du gar nicht verdienst.“ „Stolziere nicht mit deinem Haupt, sonst wird Allah ,der Erhabene, dir deine wahre Größe zeigen.“ von Imam asch-Schafii.

 

Alltagsbeispiele für Demut und Bescheidenheit:

 

1-Bescheidenheit bei der Kleidung:

Das heißt nicht, dass ich zerrissene Kleidung trage oder unordentlich bin.

Ein Mann kam zum Propheten (s) und fragte: „Ich liebe ordentliche Kleidung. Gehört dies zum Hochmut?“ Der Prophet (s) antwortete: „Nein. Allah, der Erhabene, ist schön und Er liebt das Schöne.“ Hadith[20]

Es geht also um die auffällige, übertriebene Kleidung, mit der man nur angeben möchte.

Erscheint man jedoch gepflegt, um ein gutes Bild der Muslime abzugeben, so ist dies sogar erwünscht.

Aber aufgepasst, liebe Geschwister:

Der Prophet (s) sagte auch: „Während ein Mann in seinem Gewand mit breitem Gang einherstolzierte, ließ ihn Allah in die Erde versinken und er wird bis zum Tage des Gerichtes darin verbrennen.“ Hadith[21]

 

 

Der Prophet (s) sagte: „Wer Allah zuliebe auf teure und aufwendige Kleidung verzichtet, dem wird Allah, der Erhabene, am Tage des Gerichtes vor allen Menschen einladen und er darf sich seine Iman-Gewänder aussuchen.“ (Seien sie aus Perlen, Smaragden, Diamanten) Hadith[22]

 

 

Vergiss nicht: Es geht immer um die reine Absicht für Allah!

 

2-Bescheidenheit mit Bediensteten:

Der Prophet (s) sagte: „Wenn einer seinem Diener Essen gibt, so soll er sich zu ihm setzen oder ihm eine ordentliche Mahlzeit geben.“

 

Liebe Geschwister, gebt auf eure Hausmädchen Acht. Manchmal verlangt ihr mehr von ihnen als sie ertragen können. Beispielsweise sollen sie an einem Tag das Haus sauber machen, dann für viele Gäste kochen und anschließend noch alles aufräumen und sauber machen.

Sie sind in eurer Obhut, so gibt Acht auf ihre Bedürfnisse!

 

3-Bescheidenheit bei der Einrichtung:

Viele Hochzeiten sind an den vielen Forderungen für die Einrichtung gescheitert.

’Ali ibn Abi Talib (ra) sagte:Ich wurde mit Fatima (ra), der Tochter des Propheten (s), vermählt und wir hatten nur ein Fell vom Bock und ein Kissen.“

 

Dies war auch für damalige Verhältnisse sehr wenig, obwohl sie die Tochter des Propheten (s) war! Doch danach wurde ’Ali ibn Abi Talib (ra) wohlhabend und er konnte ihr mehr kaufen.

 

4-Bescheidenheit mit Verwandten und Armen:

Wenn du arme Verwandte hast, so pflege zu ihnen guten Kontakt. Wehe dir, wenn du meinst, du pflegtest die Verwandtschaftsbande, und du bist nur mit denen ‚aus der ersten Klasse’ in Kontakt.

 

5-Bescheidenheit mit sozial Schwachen

Auch hier sollte man als Gebildeter keine Menschen ausgrenzen, nur weil sie keine gleiche oder keine ähnliche Ausbildung genossen haben.

 

Es gilt der Grundsatz: Gib nicht mit deinen Zeugnissen an!

6-Bescheidenheit mit deinen Lehrern

Macht euch nicht über eure Lehrer und Dozenten lustig, Im Gegenteil, ihr müsst ihnen sehr dankbar sein!

 

7-Bescheidenheit mit denjenigen, die du Wissen beibringst:

Leute an die Hand zu nehmen und ihnen den Islam oder anderes Wissen beizubringen, erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen und Taktgefühl. Mit Hochmut erreicht man genau das Gegenteil:

Die Leute wenden sich ab und wollen nichts mehr vom Islam wissen.

 

8-Bescheidenheit mit den Eltern:

„Und senke für sie beide den Arm der Duldsamkeit aus Barmherzigkeit und sag: »Mein Herr, erbarme Dich ihrer beider, wie sie beide mich aufgezogen haben als kleines Kind.« (17:24)

 

Wenn deine Eltern am Leben sind, kannst du ihre Hände küssen?

Wenn sie verstorben sind, so bitte Allah, den Erhabenen, um viel Vergebung für sie und mache immer Bittgebete für sie.

 

Um Bescheidenheit zu praktizieren, sollte man immer mit den Eltern beginnen!

Dadurch kann man die Demut gegenüber Allah, dem Erhabenen, erlernen.

 

9-Die beste Bescheidenheit und Demut vor Allah, dem Erhabenen:

Nach dem Grundsatz aus dem Koran:

„und sei nicht wohltätig in Erwartung von persönlichen Vorteilen.“ (74:6)

Gib nicht mit deinen Wohltaten an!

 

Wie erlerne ich Demut?

Denke über die Schöpfung Allahs und seine Macht nach und stelle dir vor, wie klein und machtlos du gegenüber Allah, dem Allmächtigen, bist.

 

Wie praktiziere ich Demut?

Setze dich mit deinen Bediensteten zusammen! Iss und rede mit ihnen!

Lehre die Armen und Analphabeten den Koran.

Spüle regelmäßig das Geschirr!

Gehe auf die Knie und küss die Hände deiner Eltern!

Suche dir eine ungeliebte Tätigkeit aus und überwinde dich, sie auszuüben!

 

Und möchtest du wissen, ob du nicht mehr hochmütig bist?

Dann höre auf deine Bediensteten oder frage die Armen und deine Nachbarn!

 

Und vergiss nicht, was der Prophet (s) sagte:

„Derjenige, der in seinem Herzen Hochmut vom Gewicht eines Stäubchens hat, wird nicht ins Paradies eingehen.“

 

O Allah, gib uns Bescheidenheit und lass uns Dir gegenüber demütig sein

O Allah bewahre uns vor Hochmut.

O Allah helfe uns, Dir zu dienen, Dir zu danken und Dich zu lobpreisen.

Amin!

 

[1](s):salla-l-lahu alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil

[2]Mehrzahl für Hadith: Aussprüche und Taten des Propheten(s)

[3] überliefert von Muslim und At-Tirmisi

[4] überliefert von Muslim, At-Tirmisi und Imam Ahmad

[5] überliefert vom Imam Ahmad

[6] überliefert von Abu-Dawud und Ibn-Madscha

[7] überliefert von Imam Ahmad

[8] überliefert von Muslim und Abu-Dawud

[9] überliefert von Imam Ahmad

 

[10] alaihi assalam-Friede mit ihm

[11] http://quran.al-islam.com/Targama

[12] überliefert von At-Tabrani

[13] überliefert von Ibn-Madscha und Al-Hakim

[14] überliefert von Imam Ahmad

 

[15] überliefert von Imam Ahmad

[16] 90 km legten die Muslime zum Teil zu Fuß zurück

[17] überliefert von Imam Ahmad

 

[18] radia l-lahu anhu/a: Allah segne ihn oder sie.

 

[19] überliefert von Buchari und Muslim

 

[20] überliefert von Muslim und At-Tirmisi

[21] überliefert von Muslim und Imam Ahmad

[22] überliefert von At-Tirmisi und Imam Ahmad

 

 

 

 

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