Zwölfte Folge: Der Name Allahs "Al-Aziz", Der Allmächtige, Der Erhabene, Der Unbesiegbare



Übersetzung der Zusammenfassung der neuen Vortragsreihe von Amr Khaled:

 

"In Deinem Namen leben wir"

 

Zwölfte Folge: Der Name Allahs "Al-Aziz", Der Allmächtige, Der Erhabene, Der Unbesiegbare

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten und seinen Gefährten Heil.

 

Friede sei mit euch!

 

Heute beschäftigen wir uns mit dem Namen Allahs Al-Aziz. Wenn du diesen Namen verstehst und in diesem Namen lebst, wirst du glücklich und zufrieden sein. Deshalb möchte ich dich zuerst fragen „Bist du ein wahrer Diener von Al-Aziz?“ Du solltest es sein und du solltest stolz darauf sein. Und dies wird der Hauptaspekt unserer heutigen Folge sein.

 

Der Name, Al-Aziz hat vier Bedeutungen, die wir im Laufe dieser Folge wie folgt behandeln werden:

 

  • Erklärung der drei ersten Bedeutungen

  • Zeichen für diese drei Bedeutungen in der Schöpfung und in unserem Leben

  • Ziel: Was lernen wir durch diese drei Bedeutungen und wie sollen wir mit ihnen umgehen

  • Erklärung der vierten Bedeutung

  • Einfluss dieser vierten Bedeutung auf unser Leben

  • Wie sollen wir im Sinne dieses Namens leben

 

Bedeutungen von Al-Aziz:

1.       Al-Aziz: Keiner ist ihm gleich: [Es gibt nichts Seinesgleichen;] (43:11[1])

 

2.       Der Unbesiegbare: ein Mensch ist nach einer Niederlage erniedrigt und gedemütigt. Er kann dann nicht mehr „Aziz“ sein. Aber Allah ist der einzig Unbesiegbare: [Und Allah setzt das durch, was Er beschließt. Die meisten Menschen aber wissen es nicht.] (12:21)

 

3.       Al-Aziz, der Stärke und Kraft Gebende, um andere zu besiegen. So heißt es in Sure Yasin: ["Als Wir zwei zu ihnen schickten und sie von ihnen für Lügner gehalten wurden, da stärkten Wir (sie) durch einen dritten, und sie sagten: "Wir sind zu euch entsandt worden."] (36:14)

 

Wenn du bewusst Abdul-Aziz, Diener des Unbesiegbaren, bist, wirst du niemanden außer Ihm fürchten. Du wirst dich frei fühlen, weil du nur Ihm dienst.

 

Der Name Al-Aziz kommt sehr oft im Koran vor (ungefähr 95 mal). Und immer steht er in Verbindung mit einem anderen Namen Allahs. Wenn du die folgenden vier häufigsten Verbindungen näher betrachtest, so wirst du Ihn mehr lieben als je zuvor:

 

Al-Hakim (47 mal) = Allweise: Er ist der Allmächtige und der Allweise. [Und wenn ihr straucheln solltet, nachdem die Beweise zu euch gekommen sind, dann wisset, dass Allah Allmächtig ist und Allweise.] (2:209)

 

Ar-Rahim (14 mal) = der Barmherzige: trotz seiner Allmacht ist Er gnädig und barmherzig. [Und dein Herr: Er ist wahrlich der Allmächtige, der Barmherzige.] (26:9)

 

Al-Qawiyy= der Allmächtige und Kraftgebende: [Und Allah wird gewiss dem zum Sieg verhelfen, der für Seinen Sieg eintritt. Allah ist wahrlich Allmächtig, Erhaben.] (22:40)

 

Al-Alim = Allwissend: [Wahrlich, dein Herr wird zwischen ihnen durch Seinen Spruch entscheiden, und Er ist der Allmächtige, der Allwissende.] (27:78)

 

 

Zeichen des Allmächtigen in der Schöpfung:

 

["Wahrlich, Allah hält die Himmel und die Erde, damit sie nicht weichen. Und würden sie weichen, so gäbe es keinen außer Ihm, der sie halten könnte.“] (35:41)

 

Seht ihr wie Al-Aziz, die Planeten durch die verschiedenen Anziehungs-kräfte im Gleichgewicht hält?

 

[Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf] (2:255) .

Musa (Moses) (as[2]) fragte Allah, den Erhabenen: „Wieso ergreift dich weder Schlummer noch Schlaf?“ Allah (t[3]), antwortete: „Halte diese beiden Flaschen stehend die ganze Nacht hindurch.“ Nach einigen Stunden schlief Musa ein und die Flaschen wankten und schließlich fielen sie zu Boden und zerbrachen. Allah (t) sagte: „Siehst du, wenn mich Schlummer oder Schlaf ergreifen würden, würden Himmel und Erde zusammenbrechen.“

 

- Zeichen des Allmächtigen bei Ibrahim (as):

[Und gedenke, als Abraham sagte: "Mein Herr, lass mich sehen, wie Du die Toten wieder zum Leben bringst." Er sprach: "Glaubst du denn nicht?" Er sagte: "Doch! Aber (ich frage,) um mein Herz zu beruhigen. Er sagte: "Nimm dir vier Vögel und zerstückle sie, dann setze auf jeden Berg einige Teile davon. Hierauf rufe sie. Sie werden eilends zu dir kommen. Und wisse, dass Allah Allmächtig und Allweise ist!“] (2:260)

 

Siehst du diese Allmacht? Bist du guten Gewissens Sein Diener? Dankst du Ihm dafür, dass du Sein Diener bist und nicht jemandem andern dienen musst?

 

- Zeichen des Allmächtigen bei der Schlacht von Badr[4]:

Die Muslime hatten ihr Bestes getan und sich auf die Schlacht vorbereitet, dann beteten sie zu Allah, ihnen zum Sieg zu verhelfen. Und da sie aufrichtig waren, half er ihnen auf verschiedene Weise:

  1. Er ließ sie schlafen: [denn Er ließ den Schlaf als eine Sicherheit von Ihm auf euch niedersinken;…] (8:11)

 

  1. Er zeigte dem Propheten (s) einen Traum: [(Damals) als Allah sie dir in deinem Traum in geringer Anzahl zeigte; und hätte Er sie dir in größer Anzahl gezeigt, wäret ihr sicherlich Versager und über die Sache uneins gewesen; Allah aber bewahrte (euch davor);] (8:43)

 

  1. der Regen: […und Er sandte Wasser auf euch aus den Wolken nieder, um euch damit zu reinigen] (8:11)

 

  1. Die Intensität des Regens: [(Damals,) als ihr auf dieser Seite (des Tales) waret und sie auf jener Seite und die Karawane tiefer war als ihr. ] (8:42)  Leichter Regen auf der Seite der Gläubigen und stürmischer Regen bei den Ungläubigen, so dass der Boden unbegehbar wurde.

 

  1. die Engel:  [Da ihr zu eurem Herrn um Hilfe schriet, und Er euch erhörte und versprach: "Ich will euch mit eintausend Engeln nacheinander beistehen.“] (8:9) So gewannen die Muslime die Schlacht, obwohl sie in der Unterzahl waren:

 

Daraus lernen wir, dass wir unser Bestes und Möglichstes tun müssen und wenn wir dann Allah um Hilfe bitten, so wird Er uns beistehen und zum Sieg verhelfen. Wir sollen aber nicht NUR beten, sondern AUCH unser Bestes tun.

 

- Zeichen des Allmächtigen bei der Auswanderung nach Al-Medina[5]:

[Wenn ihr ihm nicht helft, so (wisset, dass) Allah ihm damals half, als die Ungläubigen ihn vertrieben haben, wie sie da beide in der Höhle waren und er zu seinem Begleiter sagte: "Sei nicht traurig; denn Allah ist mit uns." Da ließ Allah Seinen Frieden auf ihn herab und stärkte ihn mit Heerscharen, die ihr nicht saht, und erniedrigte das Wort der Ungläubigen; und Allahs Wort allein ist das höchste. Und Allah ist Erhaben, Allweise. ] (9:40)

 

Allah (t) ist der Erhabene und der Allmächtige. Zu ihm wirst du zurückkehren und ohne ihn bist du machtlos. Nur Er kann dir deine Rechte geltend machen, so wie er Musa (as) vom Pharao befreite, und Pharao ertrinken ließ.

 

Die vierte Bedeutung von Al-Aziz steht in enger Beziehung zu meiner anfänglichen Frage. Bist du ein wahrer Diener Allahs? Denn Al-Aziz lässt keine Demütigung seiner Diener zu. Er ist der Einzige, der dir in deiner Not helfen kann. Kehre bloß zu Ihm zurück und flehe keinen außer Ihm an. Es gibt keinen Gott außer Allah, ist der erste Teil der (Shahada[6]). Du solltest dich also nur Ihm zuwenden. [Gepriesen sei dein Herr, der Herr der Erhabenheit, Hoch über dem, was sie beschreiben.] (37:180)

 

Allah will, dass du stark und erhaben bist. Er ist unzufrieden, wenn sich ein Mensch vor einem anderen Menschen wegen weltlicher Vorteile erniedrigt. Sei es wegen einem Arbeitsplatz, einer besseren Position, wegen Geld, oder wegen persönlichen Gelüsten. Du sollst dich nur an Ihn wenden. So steht im Koran: [Zu jenen, die Unrecht gegen sich selbst verübt haben, sagen die Engel, wenn sie sie abberufen: "In welchen Umständen habt ihr euch befunden?" Sie antworten: "Wir wurden als Schwache im Lande behandelt." Da sprechen jene: "War Allahs Erde nicht weit genug für euch, dass ihr darin hättet auswandern können?"] (4:97)

Wenn du diesen Vers befolgst, so wirst du nicht irre gehen. So wie die Sonne die Quelle des Lichtes für die Erde ist, so ist Allah die Quelle der Erhabenheit für die Menschheit: [Wer da Erhabenheit begehrt, (der wisse), dass alle Erhabenheit Allah gehört.] (35:10)

 

Alle Propheten wurden zu Völkern gesandt, die ungläubig waren. Nur Musa (as) wurde zu einem gläubigen Volk gesandt, das sich allerdings demütigen und erniedrigen ließ. Ihre Geschichte wird oft im Koran erwähnt, damit wir lernen, dass Schwäche und Erniedrigung kontraproduktiv für eine bessere Lebensgestaltung sind.

 

Unser Prophet Muhammad (s) und seine Gefährten haben uns die Erhabenheit und den Stolz der Muslime vorgelebt:

[Sie sagen: "Wenn wir nach Al-Madina zurückkehren, dann wird der Würdigste sicher den Geringsten aus ihr vertreiben", obwohl die Würdigkeit nur Allah und Seinem Gesandten und den Gläubigen zusteht; aber die Heuchler wissen es nicht. ] (63:8)

 

 

Wie sollen wir im Sinne von Allahs Namen Al-Aziz leben?

  1. Plane, wie du der muslimischen Gemeinschaft auf vernünftiger Weise aus ihrer Erniedrigung helfen kannst

  2. Achte die Menschen: der Prophet (s) sagte: „Wer einen gedemütigten Muslim sieht und ihm nicht hilft, obwohl er könnte, den wird Allah am Tage des Gerichtes vor der Menschheit demütigen.“

  3. Sei demütig vor Allah, dem Allmächtigen. Wenn du Ihn reumütig und demütig bittest, so wird Er dich würdigen.

 

Praktische Aufgabe:

Begib dich zum Allmächtigen und sei demütig vor Ihm.

Sei ein(e) aufrichtige (r) Diener(in) des Allmächtigen.

O Allah, stärke den Islam und die Muslime. Amin!!


 

[1]  http://quran.al-islam.com/Targama

 

[2] : ’alaihi assalam: Friede auf ihm. Wird der Erwähnung der Propheten beigefügt.

[3] ta'ala: erhaben. Wird der Erwähnung Allahs beigefügt: Allah, der Erhabene.

 

[4] Die Schlacht von Badr fand am 17. März 624 n.Chr. (17. Ramadan 2n.H.) im Hidschaaz im Westen der arabischen Halbinsel statt. Es war die erste große Schlacht der Muslime gegen die Quraisch aus Mekka. 300 Muslime mit 2 Pferden gegen 1000 Ungläubige mit 300 Pferden.

[5] Der Prophet(s) und Abu-Bakr (r) flohen vor den Ungläubigen aus Mekka nach Medina. Sie wurden verfolgt, doch durch Allahs Hilfe blieben sie für die Ungläubigen unsichtbar.

[6] Shahada ist die erste Säule des Islam. Jeder Mensch, der sich zum Islam bekennt, muss sich dazu bekennen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist.

 

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