Proaktivität – Teil 1



Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!
Liebe Geschwister im Islam, die Einführung zu diesem Programm hat mit der dritten Folge ihren Abschluss gefunden. Unser Ziel ist eine Renaissance der Muslime und unserer Länder, dafür wollen wir arbeiten. Wir haben versucht, Hoffnung zu machen, dass das möglich ist und dass wir es schaffen können. Und nun warten wir alle auf das Praktische: Was sollen wir tun, was ist unsere Aufgabe?

In der heutigen Folge sprechen wir das erste Mal über das Praktische, heute machen wir den ersten Schritt. Diesen Schritt kann keiner alleine machen, wir alle müssen ihn machen. Zusammen gestalten wir das Leben!

Bevor wir heute beginnen, möchte ich euch an das Bild erinnern, das wir uns von unserer gegenwärtigen Situation gemacht haben. Schaut euch diesen traurigen, deprimierten jungen Mann an, der in einem engen Raum sitzt - ein düsterer Anblick, die Wände überzogen von Spinnweben. Auf einem alten Sofa liegt ein Gebetsteppich, achtlos hingeworfen, auf einem Schreibtisch ein Koran, bedeckt mit Staub. Und außerhalb des Raumes ist Licht und Hoffnung... Wir baten den jungen Mann, aufzustehen, um mit uns draußen im Licht zu sitzen. Er antwortete: „Es geht nicht“. Wir erwiderten: „Doch es geht“, dann versuchte er es, doch es klappte nicht. Der junge Mann bemerkte, dass sein Körper durch Fesseln geknebelt ist. Eine Fessel um seine linke Hand: die Passivität. Eine Fessel um seine rechte Hand: mangelnde Ernsthaftigkeit. Eine Fessel um seinen Hals: Ignoranz und Unwissenheit. Eine Fessel um seine Füße: kein Ziel im Leben. Wir sagten zu dem jungen Mann, dass er die Fesseln lösen müsse, um aufzustehen – und wir werden dir dabei helfen!

Lasst uns die Fesseln lösen, dies ist die erste Stufe unseres Projektes. Heute wollen wir die erste Fessel lösen, die zugleich die gefährlichste ist. Insgesamt gibt es zehn Fesseln, die die Menschen zu Hause gefangen halten: Mädchen, Jungen, Männer, Frauen, Alte und Junge. Stell dir nur einmal vor wie es wäre, wenn diese zehn Fesseln gelöst würden... Stell dir vor, dass Hunderttausende von jungen Menschen plötzlich proaktiv wären... Stell dir vor, dass Hunderttausende ihre Arbeiten und Tätigkeiten plötzlich mit Perfektion durchführen würden... Angefangen beim Gebet und den Ibadaat (Gottesdiensten), über das gute Abschneiden bei Klassenarbeiten und Klausuren bis hin zu industriell gefertigten Waren.

Stellt euch vor, dass alle zehn Fesseln gelöst wären, was würde geschehen? Eine Renaissance, unausweichlich... Die gefährlichste Fessel - wenn wir es schaffen diese zu lösen, haben wir einen großen Schritt nach vorne geschafft!

Diese Fessel heißt: PASSIVITÄT!! In dieser Folge sprechen wir über: PROAKTIVITÄT, über „positives Handeln“, darüber, wie wir AKTIV und WIRKSAM am Leben teilnehmen.

Es gibt zwei Arten der Proaktivität:
1) Wenn du etwas siehst, das nicht so sein sollte, korrigiere es, indem du die Verantwortlichen informierst oder eine Beschwerde einreichst.
2) Die zweite Art ist sehr wichtig: Wenn du etwas siehst, was gut wäre, was aber noch nicht vorhanden ist, geh und mache es selbst. Nimm es selbst in die Hand, solange du dazu in der Lage bist. Und dabei brauchst du nicht einmal mit anderen darüber zu sprechen.

Hier in unserer Sendung „Lebensgestalter“ werden wir uns inshaa Allah auf die zweite Art konzentrieren. Aber was ist der Unterschied? Der Unterschied ist groß: Wenn ich dich bitte, eine Beschwerde einzureichen, um etwas zu korrigieren, bitte ich dich, dich um etwas zu kümmern, was nicht in deiner Macht steht. Und am Ende wunderst du dich vielleicht, warum nichts passiert und denkst dir: Ich war proaktiv – aber es ist nichts geschehen! Daraufhin bist du frustriert und fühlst dich ohnmächtig... Deswegen konzentrieren wir uns auf die zweite Art der Proaktivität, auf das, was in unserer Hand liegt und was wir tun können. Auf diese Weise fühlst du, dass du etwas bewirken kannst, dass du etwas aufbauen kannst und das Leben bereichern kannst. Du siehst, dass du erfolgreich deinen Fingerabdruck auf etwas hinterlassen konntest und dass es also alles andere als unmöglich ist. Wir alle schöpfen dann immer mehr Hoffnung und machen weiter, und dann stellt sich der Erfolg ein, und die erste Fessel ist gelöst...

Hier einige Beispiele, wie man proaktiv sein kann:
1) Müll in deiner Umwelt: Entferne ihn selber.
2) Das Schlagloch vor deiner Haustür: Beseitige es selber.
3) Die zersplitterte Glasscheibe im Haus: Wechsele sie aus.
4) Ein undichter Wasserhahn: Lerne, wie man ihn abdichtet oder beauftrage jemanden, der es kann.
5) Gib den Nachbarskindern Nachhilfeunterricht, wenn sie es nötig haben. Bringe ihnen Fremdsprachen oder den Umgang mit dem Computer bei.
6) Das Universitätslaboratorium: Fehlt es an Ausrüstung und Ausstattung in ihm, geh, sammle bei deinen Kommilitonen und besorge sie.
7) Die Sauberkeit in der Moschee: Reinige die Moschee und genier dich nicht – proaktiv sein heißt mutig sein!
8) Unterrichte die Analphabeten, um das Analphabetentum zu verringern.
9) Die Hausfrauen: Tut euch zusammen und startet ein Projekt, um Witwen zu helfen. Bringt ihnen Fertigkeiten oder ein Handwerk bei, damit sie nicht tatenlos auf Unterstützung warten müssen.

Proaktiv sein bedeutet zu bereichern. Proaktiv ist jemand, der bewirkt, sich bewegt, die Gesellschaft beständig mit positiven Taten bereichert, und zwar in allen Bereichen: in der Familie, in der Schule, in der Uni, in der Moschee und auf der Arbeit...: Heute werde ich dem Abteilungsleiter konstruktive Vorschläge unterbreiten - oder meinem Vater zu Hause! Ab heute verschwinden diese Sätze aus meinem Wortschatz: „Was geht mich das an?“, „Ich schaffe es nicht“, „Ich kann nicht“, „Soll ich etwa die Welt verändern??“ Ja natürlich! Wer sonst, wenn nicht du?? Wer sonst soll diese Welt verändern, wenn nicht Männer und Frauen? Und genier dich nicht, denn Verlegenheit ist eine Art von Schwäche.

Seien wir doch mal ehrlich: Wir haben uns daran gewöhnt, passiv zu sein. Kennt ihr den Unterschied zwischen dem Passiven und dem Proaktiven? Er ist wie der Unterschied zwischen der „Null“ und der „Eins“, der Nacht und dem Tag, dem leblosen Körper und einem lebendigen Wesen, dem Stuhl und demjenigen, der darauf sitzt. Und den Beweis dafür findet ihr im Koran, in der Sure an-Nahl (Die Biene): „Und Allah prägt das Gleichnis zweier Männer. Der eine von beiden ist stumm, er vermag nichts, er ist seinem Herrn eine Last; wohin immer er ihn wendet, er bringt nichts Gutes. Ist er etwa jemandem gleich, der Gerechtigkeit gebietet und sich auf einem geraden Weg befindet?“ (16:76)

In diesem Vers wird der Passive als „Last“ bezeichnet und der Proaktive als jemand, „der Gerechtigkeit gebietet“. Möchtest du wirklich am Jüngsten Tag vor Allah als eine „stumme Last“ treten?? Das Gleichnis desjenigen, der Gottes achtlos ist, ist wie ein „Stummer“, der nichts vermag, also der passiv ist! Und warum heißt es in dem Vers: „jemand, der Gerechtigkeit gebietet“ und nicht „proaktiv ist“? Weil „proaktiv sein“ auch bedeuten kann, sich in unmoralischen Dingen zu engagieren und ungerecht zu sein, und damit einer Gesellschaft auch schaden zu können. Der Vers wirft die Frage auf: „sind sie gleich?“ Sind die heutigen Muslime gleich den Muslimen, die in der Blütezeit der Islamischen Zivilisation lebten?

Liebe Brüder und Schwestern, am Tag der Auferstehung werden wir vor Allah treten, wollt ihr wirklich, dass Allah euch sagt: „Du warst eine Last, du warst eine Null“?

In Sure an-Naml (Die Ameise) gibt Gott, der Würdevolle und Erhabene, uns das Beispiel eines effektiven, aktiven Lebewesens: der Ameise. Du, der du so passiv bist, schämst du dich nicht angesichts einer kleinen aktiven Ameise?!

Liebe Leute, wir wollen alle Bereiche des Lebens bereichern: die Familie zu Hause, unsere Umgebung, die Uni, die Arbeit... Und wir wollen positiv verändern. Die Menschen mögen sich fragen: Wer hat dies und jenes korrigiert? – Nur Allah allein weiß es! Auf diese Weise trittst du am Jüngsten Tag vor Allah, und Er weiß, dass du dich gewandelt hattest, dass du proaktiv geworden warst und nützlich für deine Gesellschaft. Im Koran finden wir nicht nur einen Vers, sondern eine ganze Sure, die uns Proaktivität lehrt, eine Sure, die uns der Prophet, Allah segne ihn und schenke ihm Heil, auftrug, freitags zu rezitieren: die Sure al-Kahf (Die Höhle). Ein Grund, warum wir sie jeden Freitag – an unserem Feiertag - rezitieren sollen, ist, dass wir lernen, proaktiv zu sein, um dann die neue Woche in diesem Sinne zu beginnen.

Worüber also berichtet diese Sure?
• Von einer Gruppe junger Männer, die ihre Heimat verlassen und in einer Höhle Zuflucht suchen.
• Vom Propheten Musa (a.s.), der sich auf eine Reise begibt, um nach Wissen zu streben und zu seinem Burschen sagt: „Wir haben ja durch diese unsere Reise viel Mühsal erlitten.“ (18:62)
• Von Musa (a.s.) und al-Chidr, die Verse erzählen uns immer wieder: „Also machten sie sich auf...“ (18:71).
• Von Dhu l-Qarnain, der sich aufmachte und auf der Erde umherreiste, die Verse berichten: „... als er den Ort des Sonnenuntergangs erreichte...“ (18:86), „... bis, als er den Ort des Sonnenaufganges erreichte...“ (18:91), „... bis, als er den Ort zwischen den zwei Bergen erreichte...“ (18:93).

Diese Sure zeigt uns alle Ebenen der Proaktivität auf:
1. Jugendliche, die den Herrscher zum rechten Weg aufrufen (die Gefährten der Höhle).
2. Jemand, der seinen Freund zum rechten Weg aufruft (die Besitzer der beiden Gärten).
3. Ein Lehrer, der seinem Schüler den rechten Weg weist (al-Chidr und Musa).
4. Ein Führer, der sein Volk unterweist und es leitet (Dhu l-Qarnain).

Ebenso lehren uns auch alle unsere religiösen Riten und Gottesdienste die Proaktivität, beispielsweise der Sa’i (das Eilen bzw. Hin- und Herlaufen) zwischen den Hügeln Safa und Marwa bei der Hadsch, womit wir es Sayyida Hadschar gleichtun, die unermüdlich nach Wasser für ihren Sohn Ismail suchte. Sie hätte sich auch einfach neben Ismail niederlassen und weinen können, oder nur ein einziges Mal (statt sieben Mal) zwischen Safa und Marwa hin- und herlaufen und dann sagen können: „O Herr, ich habe getan, was ich konnte.“ Dann hätte sie auch zusammenbrechen und weinen können, so wie wir es oft tun. Aber Allah hat Sayyida Hadschar zu einem Musterbeispiel der Proaktivität gemacht. Diese Tat einer Frau wurde zu einem Ritus im Islam, der uns Proaktivität lehrt. Jemand, der proaktiv ist, wird nicht müde, gibt sich nie geschlagen und verliert nie die Hoffnung.
Nehmen wir ein anderes Beispiel aus dem Leben, das wir uns alle behalten sollen. Allah schuf mit dem Universum ein Naturgesetz, das besagt: Es gibt Energiezentren, durch die andere beeinflusst werden, angefangen beim Atom bis zum riesigen Sonnensystem. Das Atom besteht aus einem Kern mit Protonen, um den sich Elektronen drehen. Das Sonnensystem hat eine Sonne als Zentrum, um die Sonne drehen sich Planeten, um den Planeten drehen sich Monde.
Ebenso verhält es sich mit der Menschheit: Es gibt die proaktiven Menschen, die als Energiezentren das Leben Anderer beeinflussen, und es gibt die passiven Menschen, die nichts tun. Und du, du sollst zu den proaktiven Menschen gehören und als Energiezentrum das Leben Anderer beeinflussen, und zwar jede Minute deines Lebens!

Beispiele von Proaktiven:
1. SALMAN AL-FARISI, der den Propheten (s) vor der Grabensschlacht den Ratschlag gab, einen Graben um Medina ausheben zu lassen, der die Muslime vor den Heerscharen schützte. Danach sagten sowohl die Muhadschirun als auch die Ansar, dass Salman – der aus Persien stammte – zu ihnen gehöre, doch der Prophet (s) sagte anerkennend: „Salman ist von uns, Ahl al-Bait.“ (Haus des Propheten (s), d.h. er ist wie ein Mitglied der Familie des Propheten (s)).

2. AL-HUBAB IBN AL-MUNDHIR riet dem Propheten (s) bei der Schlacht von Badr, die Stellung der Muslime so zu wählen, dass sie Kontrolle über die Brunnen von Badr behalten und den Feinden den Zugang zum Wasser abschneiden konnten. Er war damals gerade mal 19 Jahre alt, aber der Prophet (s) nahm den Ratschlag an und sagte: „Du hast guten Rat erteilt!“

3. Bei der SCHLACHT VON AL-QADISIYA, scheuten die Pferde der Muslime vor den Elefanten der Feinde und nahmen Reißaus, so dass sie beinahe unterlegen wären. Aber einer der Soldaten der Muslime hatte eine Idee: Er machte einen Elefanten aus Lehm und platzierte ihn vor seinem Pferd, so dass es sich an den Anblick gewöhnen konnte. Danach zog er mit ihm in die Schlacht – sein Pferd scheute nicht – und sagte: „Was bedeutet mein Tod, wenn die Muslime durch ihn leben...“. Die Anderen sahen dies und taten es ihm gleich. Es war eine einfache Idee, aber sie beeinflusste den Verlauf der Geschichte.

4. ASMAA BINT ZAID ging zum Propheten (s) und sagte zu ihm: „Gesandter Allahs, die Männer haben mehr von dir als wir...“ und bat ihn um eine feste Zeit in der Woche, während der die muslimischen Frauen mit dem Propheten (s) beisammensitzen und er sie in ihrer Religion unterweisen könne. So rief sie den ersten regelmäßigen Religionsunterricht für Frauen ins Leben...

5. TAMIM AD-DAARI verdiente sich ein beachtliches Bittgebet vom Propheten (s), nämlich: „O Allah, schenke ihm Glück im Diesseits und Glück im Jenseits.“ Dabei hatte Tamim lediglich einige Lampen in die Prophetenmoschee gebracht, damit die Muslime morgens und abends ihre Gebete im Licht verrichten konnten, statt im Dunkeln.

Sagen wir es frei heraus: Der proaktive Mensch ist mutig, der passive hingegen das Gegenteil...

6. Der „TUNNELGRÄBER“ war ein muslimischer Soldat. Während der Belagerung einer Festung, hinter der sich die Perser verschanzt hatten, grub dieser Soldat einen Tunnel in die Festung, drang in sie ein und öffnete das Tor, sodass die Muslime den Sieg davontrugen. Keiner wusste, wer dieser Soldat war. Erst als der Anführer der Muslime darauf bestand, dass er sich zu erkennen gebe, trat dieser mit verdecktem Gesicht an ihn heran und sagte: „Ich bitte dich eindringlich, ich will für meine Tat keinen Lohn!“ Und weißt du warum? Weil diese Muslime fest daran glaubten, dass es bereits Lohn genug war, diese proaktive Haltung zu besitzen!

Und du, der du dich praktizierend nennst, wenn du begriffen hast, dass deine proaktive Haltung dir am Jüngsten Tag großen Lohn einbringt, dann wirst du wirklich praktizierend...
7. Der WIEDEHOPF des Propheten Sulaiman (a.s.), der große Strapazen auf sich nahm, um Sulaiman zu berichten, dass ein Volk die Sonne anbetete... Aufgrund der proaktiven Haltung eines Wiedehopfes trat ein ganzes Königreich in den Islam ein!

Ihr Lieben, bei Allah, wir brauchen solche Wiedehöpfe!!!
8. Die AMEISE des Propheten Sulaiman (a.s.), die ihr Leben aufs Spiel setzte, um ihr Volk zu warnen: „O ihr Ameisen, geht in eure Wohnungen hinein, damit euch ja nicht Sulaiman und seine Heerscharen niederwalzen, ohne dass sie es merken“ (27:18) anstatt wegzurennen und zu rufen: „Mein Leben, mein Leben...!!!“

Ihr Lieben, Allahs Gesandter (s) hat sinngemäß gesagt: „Wer Freude in ein muslimisches Haus bringt, verdient dafür keinen geringeren Lohn als das Paradies.“

All diese Beispiele sind nicht nur einfach Geschichten, es sind Beispiele, die dir helfen und in dir den Ehrgeiz erregen sollen, dich aus deiner Fessel zu befreien. Ich spreche hier nicht nur die Jugend an, sondern auch die Hausfrauen. Ich werde einige Statistiken aus einer Promotionsarbeit präsentieren. Sie zeigen euch, wie viel Männer und Frauen die Mütter der Gläubigen und die Frauen unter den Prophetengefährten unterrichtet haben:

• Sayyida A’ISCHA unterrichtete 232 Männer und 67 Frauen.
• Sayyida UM SALAMA unterrichtete 78 Männer und 23 Frauen
• Sayyida HAFSA unterrichtete 17 Männer und 3 Frauen. Sie war anfangs Analphabetin und lernte bei Sayyida Um Salama.
• ASMAA’ BINT ABI BAKR unterrichtete 19 Männer und 2 Frauen.
• ASMAA BINT ’UMAIS unterrichtete 11 Männer und 2 Frauen.
• RAMLA BINT ABI SUFYAN unterrichtete 18 Männer und 3 Frauen.
Kannst du dir das vorstellen? Und du, was hast du gemacht???
Vielleicht sollte ich noch ein Beispiel anführen, das diesen Statistiken nahe kommt. Es ist das aktuelle Beispiel eines Ingenieurs, der zu den Lebensgestaltern gehört. Er rief ein Projekt ins Leben, um jungen Menschen Informatikkenntnisse zu vermitteln, und zwar kostenlos. Sie müssen lediglich einige Grundkenntnisse mitbringen und sich ernsthaft bemühen. Dieser Ingenieur heißt Ahmad Samy. Er und zehn seiner Kollegen beschlossen, ein kostenloses Informatik-Ausbildungszentrum für Jugendliche einzurichten. Nach einem Jahr hatten sie zweihundert Jugendliche unterrichtet. Und diese Jugendlichen unterrichten nun ihrerseits wieder Andere.

Machen wir es doch so wie sie... Dieser Ingenieur und seine Kollegen haben nichts Übermenschliches getan, und schon gar nichts, was nicht kopiert werden könnte. Aber sie haben es getan und somit ein Beispiel für Proaktivität gezeigt. Sie sind nicht wie Khaldun, dessen Beispiel schwer zu kopieren ist. Hier haben wir es mit einem einfachen Beispiel zu tun, dem man leicht nacheifern kann. Manchmal hören wir von einer Idee, die uns nicht überzeugt. Aber wenn wir dann mit eigenen Augen sehen, wie sie umgesetzt wurde, wenn wir es dann tatsächlich sehen können, überkommt uns ein seltsames Gefühl: Ein Gefühl des Eifers, ein Gefühl im Herzen und ein Verstand, der dich zum Nacheifern drängt: „Was der kann, kann ich schon lange...“

Ein weiteres aktuelles Beispiel aus Aleppo: Ein einfacher Händler bemerkte, dass dort viele Witwen keine Grundlage hatten, die ihnen einen regelmäßigen Lebensunterhalt sicherte. Da fing er an, von den Nachbarn monatlich einen bestimmten Betrag zu sammeln, um die Witwen damit zu unterstützen. Doch als er sah, dass die Leute nach einiger Zeit nachließen, beschloss er, ein Projekt ins Leben zu rufen. Er begann, für die Leute seines Viertels gegen einen Aufpreis von 10% Einkäufe zu erledigen: Gemüse, Haushaltswaren etc. Sein Motto war: „Der Ehrliche und Vertrauenswürdige“. Mit der Zeit bekam er mehr und mehr Kunden, und er kaufte größere Mengen an Waren ein, so dass die Preise sanken. Dann kaufte er sich ein Motorrad, um die Waren zu transportieren, dann eine Flotte von Transportautos. Dann ging er zu den Witwen und stellte sie zum Putzen des Gemüses ein, dann zum Kochen... Und so, durch die proaktive Haltung eines Einzelnen, verschaffte er vielen Frauen Arbeit und eine Quelle zum Lebensunterhalt, so dass sie nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen sind.

Kommen wir zum Praktischen:
Wir haben eine Warengruppe ausgewählt, die viele Arbeitskräfte benötigt, keine fortgeschrittenen Technologien und kein großes Kapital. Diese Warengruppe ist Kinderspielzeug. Wir haben erfahren, dass es in Deutschland eine Spielzeugmesse für alle Arten von Kinderspielzeug gibt und sind dort hingefahren. Wir haben herausgefunden, dass Europa im Jahr 2002 Spielsachen im Wert von elf Milliarden Dollar aus China, Taiwan und Hong Kong importiert hat. An dieser Messe nahmen Firmen aus zahlreichen Ländern teil: 227 Firmen aus China, 204 Firmen aus Hong Kong, 102 Firmen aus Taiwan, 23 Firmen aus Israel und drei Firmen aus arabischen Ländern.

Eines der Produkte dort waren Teddybären, die für einen Stückpreis von $ 1,08 verkauft und aus China importiert werden. China liegt auf dem Seeweg 40 Tage von Europa entfernt, wohingegen die arabischen Länder auf dem Seeweg nur drei Tage entfernt liegen!!!

Das ist nur ein Beispiel. Dieses Produkt, der Teddybär, besteht aus einfachen Dingen wie synthetischen Fasern, Stoff und Knöpfen. Dies ist nur ein kleines Fallbeispiel, das uns demonstrieren soll, wie wir proaktiv werden können.

Ein Koranvers berichtet: „Es sagten zwei Männer von denjenigen, die Furcht haben, Allah ist ihnen beiden gnädig gewesen: ‚Geht hinein zu ihnen durch das Tor, und wenn ihr durch es hineingeht, so werdet ihr Sieger, und vertraut auf Allah, wenn ihr Gläubige seid.’“ (5:23) Verstehst du den Sinn dieses Verses? Er will sagen: Mache den ersten Schritt, bewege dich!

Ich möchte euch eine kleine Begebenheit nicht vorenthalten: Letzte Woche traf ich jemanden, der zu mir sagte: „Glaubst du etwa, dass du mit ein oder zwei Folgen das Verhalten eines Menschen verändern kannst, der seit Jahren herumstolpert?“ Ich erwiderte: „Wer weiß, vielleicht kann Ehrgeiz eine Nation mit neuem Leben erfüllen. Und mein Ehrgeiz lässt niemals nach!“ Er sagte: „Das reicht nicht.“ Ich erwiderte: „Die Menschen wollen sich ändern. Geh doch mal auf unsere Internetseite, du wirst sehen, dass Tausende junger Menschen nur darauf warten, tätig zu werden, sie wollen viele Dinge tun.“ Er sagte: „Das reicht nicht.“ Ich antwortete: „Die Leute wollen nicht mehr einfach nur zuhören. Nach den ersten drei Folgen haben sie gesagt: ‚Genug geredet, wir wollen endlich handeln!’ Wir werden ihnen Menschen zeigen, die erfolgreich waren, damit sie sehen, wie Ideen zur Wirklichkeit wurden, damit sie ehrgeizig werden und es ihnen gleichtun. Und jede Folge werden wir mit einer praktischen Aufgabe beenden, anhand derer wir die Reaktionen messen und testen, wie viele Menschen sich wirklich an die Arbeit gemacht haben.“ Er sagte: „Wir werden sehen, vielleicht...“ Und nun frage ich euch: Was denkt ihr? Wir werden sehen, vielleicht – oder ganz bestimmt!?!

Die Aufgabe der Woche:
Einigen wir uns alle auf die Aufgabe der Woche: Alle, die diese Folge gesehen oder gehört haben, wir alle werden darüber am Jüngsten Tag befragt werden – inschaa Allah, so Gott will. Die Aufgabe ist, dass alles, was wir tun, praktisch sein soll, jede Handlung, jeder Schritt... Aber wir müssen es auch messen, wir müssen wissen, ob reagiert wird oder nicht, ob sich was regt und ändert...

Wir machen eine Umfrage:
Bist du proaktiv, gehörst du zu den Lebensgestaltern?
1. Wie viel proaktive Dinge hast du diese Woche getan?
• Weniger als zwei  schwach proaktiv
• Zwei bis fünf  mittelmäßig proaktiv
• Mehr als fünf  sehr proaktiv
2. Wie viele Personen hast du motiviert, proaktiv zu werden?
• Weniger als zwei  schwach proaktiv
• Zwei bis fünf  mittelmäßig proaktiv
• Mehr als fünf  sehr proaktiv
3. Wie vielen Personen hast du diese Umfrage gegeben?
• Weniger als fünf  schwach proaktiv
• Fünf bis zehn  mittelmäßig proaktiv
• Mehr als zehn  sehr proaktiv
Diese Umfrage läuft bis zum Freitag, den 12. März 2004.
Unser Ziel:
• Mehr als 70% „sehr proaktiv“.
• Diese Umfrage unter den Menschen bekannt machen.
• Den Menschen erklären, was Proaktivität bedeutet.

Übersetzt durch: Dar al-Tarjama – Deutsches Team
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