UmMahat Al-Moemenin
Die Mütter der Gläubigen
5. Zainab Bint Chuzaima - die Mutter der Armen
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen
Lob sei Allah, segne Seinen Gesandten und schenke ihm Heil.
Bevor wir anfangen über unsere Mutter Zainab (r)
zu sprechen, gibt es da eine Regel, die ich noch bekräftigen möchte und die ich
jedes Mal anmerke, wenn wir über unsere Mütter reden. Wir müssen sie in unseren
Herzen und in unseren Köpfen beibehalten. Denn Allah (t)
der Erhabene sagt: [Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich
selber, und seine Frauen sind ihre Mütter....]
(33:6)
Seine Frauen sind ihre Mütter, also stellen sie vor allem unsere
Mütter dar.
Fangen wir an über unsere Mutter Zainab (r) zu reden. Ihre
Geschichte ist die kürzeste Geschichte von all unseren Müttern.
Zainab die Ehefrau des Propheten (s):
Zainab (r) ist die fünfte Frau des Propheten (s). Er nahm sie im dritten Jahr
nach der Hidschra
zur Frau. Sie starb 8 Monate nach ihrer Heirat. Es gibt Aussagen, die besagen,
dass sie nach 2 oder 3 Monaten gestorben sei.
Der Prophet (s) heiratete sie aus dem gleichen Grund wie er Sauda
(r) geheiratet hatte. Er nahm sich ihrer an aufgrund ihrer Situation. Er wollte
ihr Barmherzigkeit schenken.
Vor ihrer Heirat mit dem Propheten (s)
Zainab (r) war vorher zwei Mal verheiratet gewesen. Ihre vorigen Ehemänner waren
die Cousins des Propheten (s). Erwähnen wir mal kurz die Onkel des Propheten (s)
väterlicherseits: Al-A’bbas, Abu Taleb, Hamza, Abu Lahab und Al-Hareth, der
viele Söhne hatte. Am Anfang heiratete Zainab (r) einen der Söhne von Al-Hareth,
der aber dann verstarb. Von ihm bekam sie einen Jungen namens Al-Tufail, der vor
dem Islam auch verstarb. Danach heiratete sie seinen Bruder Abu U’beida Ibn
Al-Hareth Ibn A’bd Al-Muttelib. Sie konvertierten beide zum Islam, bis Abu
U’beida als Märtyrer im Feldzug von Badr
starb. Kurz bevor er starb, sah er den Propheten (s) an, lächelte und sagte:
„Gesandter Gottes, bist du mit mir zufrieden?“
Wie gesagt, ist die Geschichte von Zainab (r) sehr kurz, aber es
ergibt sich die Gelegenheit über Abu U’beida Ibn Al-Hareth (r) zu sprechen,
einer der Gefährten des Propheten (s). Eigentlich haben wir nicht so viele
Informationen über ihn, außer über seine Teilnahme am Feldzug von Badr. Dieser
Feldzug war der erste zwischen den Muslimen und den Nichtmuslimen. Badr war
damals der Tag der Entscheidung.
In diesem Feldzug waren drei Männer, die wichtigsten Herren der Quraisch
hervorgetreten, nämlich U’tba Ibn Rabia’a, Scheiba Ibn Rabia’a und Al-Walid Ibn
U’tba Ibn Rabia’a. Die Männer traten von ihrer Reihe hervor, um zum Duell
aufzufordern. Da kamen drei Männer von den Al-Ansar
hervor. Die Quraisch fragten sie: „Wer seid ihr?“ Da antworteten sie: „Wir sind
die Al-Ansar. Wir wollen unsere Leute.“ Da rief der Prophet (s): „ Auf mit dir
A’li (r), auf mit dir Hamza (r), auf mit dir Abu U’beida (r).“ Hier sehen wir,
dass der Prophet (s) mit seinen Verwandten anfing vor den anderen Menschen ihr
Leben zu opfern.
Das Duell begann. Hamza (r) tötete U’tba Ibn Rabia’a und A’li (r)
tötete Al-Walid Ibn U’tba. Abu U’beida (r) und Scheiba brachten sich gegenseitig
um. Zuerst traf Abu U’beida Scheiba mit dem Schwert. Dann trennte Scheiba Abu
U’beidas Bein ab, wodurch er sehr viel Blut verlor. Dann kam Hamza (r)
dazwischen, tötete Scheiba und nahm Abu U’beida mit zum Propheten (s).
Die letzten Momente von Abu U’beida (r) waren großartige Momente.
Wie gesagt wurde ihm das Bein abgeschnitten und er verlor sehr viel Blut. Da sah
ihn der Prophet (s) und ließ ihn zu sich holen. Der Prophet (s) setzte sich auf
den Boden und legte den Kopf von Abu U’beida (r) auf sein Bein. Dann wischte er
den Sand aus dem Gesicht von Abu U’beida (r).
Lasst uns versuchen uns diese großartige Situation vorzustellen.
Wie oft frage ich mich, ob Allah (t) zufrieden mit uns ist. Viele Jahre stelle
ich mir die Frage, die mich stets schmerzt: Ist Allah zufrieden mit uns? Wenn
wir den Propheten (s) treffen, wird er uns anlächeln oder eher sein Gesicht von
uns abwenden? Wo ist wohl unser Platz, in der Zeit in der wir leben? Und wie
hoch ist unsere Stellung bei Allah und bei dem Propheten (s)?
Zurück zu unserer Geschichte.
Der Prophet (s) wischte den Sand vom Gesicht von Abu U’beida (r)
und sagte zu ihm: „Wären wir nur an deiner Stelle Abu U’beida.“ Da hob Abu
U’beida (r) seinen Kopf zum Propheten (s) und sagte: „Gesandter Gottes, siehst
du mich im Paradies, wenn ich sterbe?“ Sein Problem war, ob er ins Paradies
kommt oder nicht. Da antwortete ihm der Prophet (s): „Ja, Abu U’beida, wenn du
stirbst, dann kommst du ins Paradies.“
Stell dir mal vor, dass jemand zu dir sagt, dass du jetzt ins
Paradies kommst, wie wäre wohl dein Gefühl?
Da blickte Abu U’beida (r) den Propheten (s) an, lächelte und
sagte zu ihm: „ Gesandter Gottes, bist du zufrieden mit mir?“
Was für eine Frage! Es hat ihm wohl nicht gereicht, dass sein abgeschnittenes
Bein ein Beweis für seine Liebe zum Islam ist. Womit beschäftigen wir uns
eigentlich? Beschäftigen wir uns damit, dass Allah und sein Prophet (s) mit uns
zufrieden sind? Haben wir uns Nächte lang gefragt, ob Allah (t) und sein Prophet
(s) mit uns zufrieden sind? Auch wenn wir dafür mehr tun und mehr Spenden und
uns dennoch fragen, ob Allah jetzt mit uns zufrieden ist oder nicht. Fragen wir
uns denn, wann die letzten zehn Tage von Zil-Hijja
sind, damit unsere guten Taten akzeptiert werden?
Stell dir Abu U’beidas (r) Situation vor, sein abgeschnittenes,
verblutetes Bein, und dennoch fragte er den Propheten (s), ob er mit ihm
zufrieden sei.
Der Prophet (s) weinte, bis die Tränen auf den Körper von Abu
U’beida (s) tropften. Dann hob er seine Hand und sagte: „Allah du bist mein
Zeuge. Ich bin zufrieden mit Abu U’beida Ibn Al-Hareth.“
Wie schön wäre es doch, diese Worte zu hören!
Abu U’beida (r) lag und lebte noch, bis die Muslime den Feldzug
gewannen. Es war, als ob Allah (t) ihm den Sieg noch vor seinem Tod zeigen
wollte. Als die Muslime siegten, lächelte er und starb, Allahs Wohlgefallen auf
ihn. Er war wahrlich ein großartiges Beispiel.
Wen hatte sie, außer den Gesandten Gottes?
So starb Abu U’beida (r) und seine Frau wurde zur Witwe. Da
heiratete der Prophet (s) U’beidas Frau aus Barmherzigkeit und nicht aus anderen
Gründen, wie sie die Feinde des Islam verbreiten, wo wir uns schämen ihnen zu
antworten, wenn sie den Propheten (s) angreifen, weil er 12 Frauen heiratete.
Wen heiratete er? Sauda (r) und Zainab (r) waren Witwen und der Prophet (s)
heiratete sie ebenfalls aus Barmherzigkeit. Das Lächeln von Abu U’beida (r) war
wie eine Bitte an den Propheten (s) auf seine Familie Acht zu geben. Also wollte
der Prophet Abu U’beida und Zainab ehren. Er schickte einen Brief an Quraisch,
an die Familie A’bd Al-Muttelib, worin stand, dass er sich um ihre Tochter
kümmern werde, und dass sie bei ihm sicher sei. Obwohl die Familie Nicht-Muslime
waren, hieß es nicht, dass ihre Tochter nicht geehrt wurde.
Die Mutter der Armen
Der Prophet (s) heiratete somit Zainab (r), und sie blieb mit ihm
bis zu ihrem Tod, im dritten Jahr nach der Hidschra. Als sie starb, war sie 35
Jahre alt. Manche Aussagen behaupten, dass sie mit 30 verstarb. Sie starb also
sehr jung.
Der Prophet (s) begrub sie selbst in Al-Baqi'
und betete das Totengebet für sie. Sie war die erste Ehefrau des Propheten (s),
die in Al-Baqi' begraben wurde. In dieser kurzen Zeit, in der sie mit dem
Propheten (s) gelebt hatte, wurde diese großartige Frau sehr geehrt.
Zainab (r) nannte man die „Mutter der Armen“, weil sie vieles den
Armen spendete, was ein Hinweis für jede Frau und jedes Mädchen ist, die sehr
viel Freizeit haben. Begebt euch in die Waisenheime und hilft den Menschen!
Lasst unsere Mutter Zainab (r) uns ein Vorbild sein.
Letztendlich ist sie unsere Mutter, lasst uns mit ihr und mit
unseren anderen Müttern die wertvollen Muttergefühle ausleben.