10. Umm Habiba



 

UmMahat Al-Moemenin

Die Mütter der Gläubigen

 

10. Umm Habiba (r)[1]

 

Ich suche Zuflucht bei Allah, dem Hörenden und Allwissenden vor dem gesteinigten Satan. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten (s)[2] Heil. Alles Lob gebührt Allah, Ihn loben wir und bei Ihm suchen wir Beistand. Ihn bitten wir um Verzeihung und zu Ihm kehren wir reuig um. Bei Ihm nehmen wir Zuflucht vor unserem eigenen Übel und vor dem Schlechten unserer Taten. Wen Allah rechtleitet, für den gibt es keinen, der ihn fehlgehen lässt, und wen Allah fehlgehen lässt, so gibt es für ihn keinen Rechtleitenden.

 

Einleitung

 

Bis jetzt haben wir die Rede über unsere Mutter Safia Bint Hujai Ibn Achtab (r) abgeschlossen und wir werden jetzt über unsere nächste Mutter, Umm Habiba (r), reden. Ihr echter Name war Ramla Bint Abi Sufian und ihr Vater war Abu Sufian.

 

Die Rückkehrer aus Äthiopien[3]

 

Im siebten Jahr der Hidschra[4] war der Kampf in Chaibar zu Ende und der Prophet (s) war auf dem Rückweg nach Medina. Das war dasselbe Jahr, in dem seine Ehen mit Safia (r) und mit seinen vier letzten Frauen geschlossen wurden. Dass all diese Ehen in einer Kriegszeit stattfanden, beweist, dass sie nicht in privatem Genuss begründet waren, sondern dass es dafür andere Ziele gab.

 

Als der Prophet (s) vom Kampf in Chaibar zurückkam, kamen zwei Schiffe aus Äthiopien in Medina an. Diese brachten die Muslime mit, die im siebten Jahr ausgewandert waren, als der Prophet (s) in Mekka zum Islam einlud. Der Prophet (s) war erst im 13. Jahr seiner Gesandtschaft ausgewandert. Daraus folgt, dass sie 13 Jahre lang im Ausland gewesen waren. Ihr Führer, Dscha’ffar Ibn Abi Talib (r), kehrte mit ihnen zurück.

 

Nach dem Sieg in Chaibar sagte der Prophet (s) schöne Worte: „Bei Gott, wir wissen nicht, worüber wir uns mehr freuen sollten, über unseren Sieg in Chaibar oder über die Rückkehr von Dscha’ffar.“ Denn der Prophet (s) hatte Dscha’ffar (r)  sehr gerne gehabt und hatte für ihn gesorgt. Er war derjenige, der dem Propheten (s) vom Aussehen und auch vom Verhalten her am meisten ähnelte. Als der Prophet (s) die Rückkehrer besichtigte, genoss eine Person die besondere Aufmerksamkeit des Propheten (s), denn er hatte sie vor fünf Jahren zu seiner Frau erklärt und wollte mit ihr jetzt die Ehe schließen.  Diese Person war Umm Habiba Bint Abu Sufian (r).

 

Umm Habiba (r) konvertierte zum Islam

 

Damit wir die Geschichte ihrer Ehe mit dem Propheten (s) erfahren, müssen wir fünf Jahre zurück an die vier Tanten des Propheten (s) väterlicherseits denken: Safia Bint Abdel-Mutalib (r), 'Atika Bint Abdel-Mutalib (r), Araua Bint Abdel-Mutalib und Umaima Bint Abdel-Mutalib.

 

Umaima, die Tante des Propheten (s), hatte zwei Söhne und zwei Töchter: Zainab Bint Dschahsch (r), die der Prophet (s) heiratete, Henna Bint Dschahsch (r), verheiratet mit Mus'ab Ibn 'Umeir, 'Abdullah Ibn Dschahsch (r), der in Uhud[5] zum Märtyrer wurde. Er hatte damals Allah (t)[6] gebeten, im Kampf zu sterben, nachdem sein Bauch aufgeschlitzt, sein Ohr und seine Nase abgeschnitten worden waren und er zwei Feinde getötet hatte. So würde er, wenn ihn Allah (t) am Tage der Auferstehung darüber fragt, antworten: „Für dich mein Gott", und dann würde ihm Allah (t) sagen: „Du sagst die Wahrheit.“ Der Prophet (s) hatte gesehen, wie er wirklich auf diese Weise, mit zwei toten Feinden neben sich, starb. So sagte der Prophet (s): „Er hat Allah (t) geglaubt, so hat Allah (t) ihm geglaubt.“

 

Dies war eine außerordentliche Familie, deren Mitglieder alle in Mekka zum Islam übergetreten sind. Der vierte Bruder war 'Ubeidullah Ibn Dschahsch, der mit Ramla Bint Abi Sufian (Umm Habiba) (r) verheiratet war. Da seine Familie zum Islam übergetreten war, trat er ebenfalls zum Islam über, auch seine Frau, die Tochter von Abu Sufian, dem größten Feind des Islams, ist übergetreten. Als der Prophet (s) den Gefährten die Auswanderung nach Äthiopien erlaubte, gingen sie mit. Umm Habiba (r) war damals schwanger.

 

Ihr Leben in Äthiopien

 

Der König von Äthiopien war Negus[7]. Er trat zum Islam über, verbarg dies jedoch. Er sorgte für die Gefährten, schützte sie und schickte dem Propheten (s) in Medina die Botschaft, dass er mit ihm eine Vereinbarung über den Islam abschließe, worüber sich die Christen aufregten.

 

Umm Habiba (r) gebar Habiba in Äthiopien und so wurde sie "Umm Habiba" genannt. Merkwürdigerweise wandte sich ihr Mann ‘Ubeidullah vom Islam ab und trat zum Christentum über und wurde alkoholsüchtig. Er verlor allmählich seinen Verstand und starb dann. Man sagte, dass er von den Bergen hinunterfiel, oder, dass ihn der Alkohol tötete.

 

Versucht euch vorzustellen, wie es Umm Habiba (r) und ihrer Tochter ging, mit einem Großvater, dem größten Feind des Islams, und mit ihrem sich von seiner Religion zurückziehenden Vater, der schlecht aussah wegen seiner Sucht und seines Irrtums. Wie wird die arme Tochter unter solchen Lebensbedingungen aufwachsen?

 

Umm Habiba (r) war also eine mutige Frau, die trotz ihrem Vater zum Islam übergetreten und nach Äthiopien ausgewandert war. Seht ihr? Frauen erhalten eine außergewöhnliche Kraft, wenn sie den Islam so sehr lieben.

 

Wo soll Umm Habiba (r) jetzt hin? Würde sie nach Mekka zurückkehren, so würde sie unter Erniedrigung und Bosheit leiden. Was würde ihr Abu Sufian außerdem antun? Er würde ihr bestimmt sagen, dass dies Folge ihres Übertritts zum Islam sei. Nach Medina kann sie nicht alleine mit ihrer Tochter gehen. So war Umm Habiba (r) voller Kummer und Gram. Sie schloss sich in ihrem Haus mit ihrer Tochter ein. Sie hatten Essen und Trinken, sie aßen, tranken, schliefen und weinten. Diese Geschichte ist allen Frauen, die in ihrem Leben gelitten haben, gewidmet. Sie sollen keine Angst haben, wenn ihre Männer sie unterdrücken oder wenn das Leben sie erschöpft oder wenn ihre Männer sterben und sie mit Kindern zurücklassen, oder wenn es keinen Ausweg zu geben scheint. Dies passiert vielen Frauen, denn Frauen sind schwach und manchmal, wenn die Welt grausam ist, sind sie hilflos und ihre Nerven brechen zusammen. So habt keine Angst, Gott wird euch nicht verlassen! Er hat die geduldige Umm Habiba (r) nicht verlassen, so seid geduldig und gehorcht Gott!

 

Die Geschichte der Heirat

 

Seht euch mal an, was Allah (t) mit ihr gemacht hat und merkt euch, wie großartig unser Prophet (s) war. Denn Abu Sufian (r) merkte  was mit seiner Tochter passiert war und hatte zwei Möglichkeiten. Entweder er gönnte es ihr oder er hatte Mitleid mit ihr, er wusste nicht wie er reagieren sollte, aber der Prophet (s) wusste, was er zu tun hatte. Deswegen seht ihr, dass wir eigentlich stolz sein sollten auf die Ehen unseres Propheten (s) und uns davor nicht schämen sollten.

 

Der Prophet (s) sprach zu den Muslimen in Äthiopien durch Dscha’far Ibn Abi Taleb (r), seinen Cousin und einen seiner engsten Freunde. Dieses Mal aber war es nicht so, denn der Prophet (s) sprach direkt zu Negus um sie zu ehren. Denn diese Ehre sollte direkt von ihm kommen, damit es auch alle mitbekommen würden. Er hat sie auch nicht mit Irgendjemandem verheiratet, um ihr ihre Seele und ihre Freude wieder zu geben. Nein, der Prophet (s) schrieb an Negus folgende Worte: „Ich möchte von dir, dass du für mich um die Hand von Ramla Bint Abu Sufian (r) anhälst.“ Eine Barmherzigkeit und eine Geste von unserem Propheten (s) der nichts gleicht. Gibt es jetzt noch irgendeinen Platz für Zweifel, oder jemand der an den Ehen unseres Propheten (s) zweifelt?

 

Negus schickte eine seiner Sklavinnen zu Umm Habiba (r), um ihr zu sagen, dass der arabische Prophet (s) ihn geschickt habe, um bei ihr um ihre Hand für ihn anzuhalten, und Negus wird das Brautgeld geben.

 

Die Sklavin klopfte an der Tür von Umm Habibas (r) Haus. Vor lauter Kummer wollte sie aber niemandem die Tür öffnen. So kehrte die Sklavin zu Negus zurück. Er sagte ihr dann, dass sie an der Tür klopfen, und mit lauter Stimme rufen sollte, dass der Gesandte Gottes sie zu ihr geschickt habe. Das tat die Sklavin dann auch, und sofort öffnete Umm Habiba (r) die Tür. Die Sklavin sagte zu ihr: „Ich bin die Sklavin von Negus. Der Gesandte Gottes schickte Negus die Botschaft,  um bei dir um deine Hand anzuhalten.“ Umm Habiba (r) sagte ihr: „Wiederhole das, was du soeben gesagt hast!“ Die Sklavin wiederholte es ein zweites Mal, dann noch einmal und noch einmal, vier Mal wiederholte sie es insgesamt. Umm Habiba (r) nahm einen Goldreifen von ihrer Hand und gab ihn der Sklavin, sie sagte zu ihr: „Dies ist für deine gute Nachricht.“ Die Sklavin sagte: „Ich schwöre bei Allah, ich weiß nicht, ob sie weinte oder lachte, aber die Tränen haben sie daran gehindert, überhaupt zur Tür zu gelangen.“

 

Allahs Entschädigung

 

Oh ihr Frauen, seht euch mal an, wie die göttliche Entschädigung aussieht! So eine große Barmherzigkeit. Sei also nie traurig, wenn das Schicksal dich einmal schlägt, oder du einen strengen Ehemann hast. Denn Allah (t) muss dich dafür entschädigen, er weiß nämlich alles über dich. Sei aber geduldig und folge Ihm immer. Denn Allah (t), der Erhabene, ist sehr gnadevoll. Die Entschädigung wird auch sehr hoch sein, aber es ist eine Probe für deine Treue zu Ihm.

 

Umm Habiba (r) hatte die Möglichkeit wieder zurück nach Mekka zu gehen und zu sagen, dass das was ihr an Kummer zugestoßen ist nur durch den Islam entstand. Aber sie tat es nicht. Sie wusste, dass wenn ein Muslim ihr etwas Schlechtes antut, dies nicht die Schuld des Islam ist. Zum Beispiel, einer geht in die Mosche um zu beten, und da werden ihm draußen seine Schuhe gestohlen, was tut er? Er schwört nie wieder in eine Moschee zu gehen. Wieso aber? Urteilt nicht über den Islam, weil es schlechte Menschen gibt. Wenn ihr eine Frau mit Kopftuch einen Fehler machen seht, oder einen Mann, der bei der Pilgerreise einen Fehler begeht, dann führt dies nicht auf den Islam zurück.

 

Umm Habiba (r) war geduldig trotz all dem, was ihr geschah. Denn sie war Muslimin und überzeugt davon, was sie tat, und weil sie so geduldig war wurde sie auch entschädigt.

 

Allahs (t) Entschädigung ist in dem weltlichen Leben und auch nach der Auferstehung. Wenn du eine Liebe verloren hast, so wird Er dich mit einer anderen Liebe entschädigen. Wenn du Geld verloren hast, so wird Er dich mit Geld entschädigen. Wenn deine Tochter Waise ist und die Leute ihren verstorbenen Vater als schlechten Menschen ansehen, so wird der Prophet (s) sie erziehen. Seht ihr, wie ehrenvoll das für sie ist, was das für eine großartige Religion ist und wie menschenfreundlich und barmherzig unser Prophet (s) war?

 

Die Vorbereitungen für die Heirat

 

Negus befahl, dass die Gefährten sich bei ihm treffen und auch Dscha’far kam. Er fragte sie dann: „Umm Habiba (r), wen möchtest du als Bevollmächtigten haben?“ Sie antwortete: „Khaled Ibin Sa’id.“ (einer ihrer Verwandten). Negus sagte: „Ich gebe dir anstatt des Propheten deine Brautgabe, und zwar 400 Dirham[8].“ Dies war auch die höchste Brautgabe, die für eine der Ehefrauen des Propheten (s) gezahlt wurde. Der Prophet (s) konnte sich nicht so eine hohe Summe für seine Frauen leisten. Aber Allah (t) wollte Umm Habiba (r) entschädigen.

 

Die Gefährten wollten gehen, doch Negus bat sie zu warten. Er sagte: „Es ist eine Gewohnheit der Propheten, dass wenn sie heiraten, ein Festmahl gegeben wird. Und ich gebe dieses Festmahl anstatt des Propheten.“ So wurde für dieses Mahl geschlachtet, so viel wie für keine andere Ehefrau des Propheten (s) zuvor.

 

Umm Habiba (r) blieb dabei, die Sklavin, die ihr die gute Nachricht überbrachte, zu beschenken, wann immer sie die Sklavin sah. Negus gab Umm Habiba (r), als sie nach Medina aufbrach, Geschenke und viele Parfüms mit. Es wird auch berichtet, dass bis zu ihrem Tode der Duft der Parfüms ihr Haus nicht verlassen hatte. Sie starb im Jahr 51 nach der Hidschra[9]. Also seit dem siebten Jahr nach der Hidschra bis zu ihrem Tod hatte sie diese Düfte aufbewahrt. Es ist als ob Allah (t) sie an Seine Entschädigung für sie erinnern möchte, befreit von Tränen und Kummer und zu einer großen Ehre gebracht.

 

Ihre Rückkehr

 

Abu Sufian (r) hörte von ihrer Heirat. Glaubt ihr mir, wenn ich sage, dass er sich über diese Heirat gefreut hat, trotz seiner Feindschaft zum Propheten (s)? Aber er freute sich, weil der Prophet (s) seine Tochter heiratete. Abu Sufian (r) sagte: „Das erste, was mein Herz zum Islam erwärmt hat, war die Heirat des Propheten (s) mit meiner Tochter.“ Merkt ihr den Verstand und das Vorausdenken des Propheten (s)? Was mich anbelangt, ich liebe Umm Habiba (r) sehr und ich spüre, dass sie in ihrem Leben sehr gelitten hat und dass Allah (t) sie dafür reichlich entschädigt hat, genau wie viele andere Frauen in ihren Leben. Umm Habiba (r) blieb nach ihrer Heirat mit dem Propheten (s) noch 5 Jahre in Äthiopien, weil der Prophet (s) den anderen Muslimen, die auch in Äthiopien lebten, nicht das Herz brechen wollte, indem er sie alleine zurückholte. So entschied er sich so lange zu warten, bis alle zusammen zurückkehrten.

 

Ihre Sorge um den Propheten (s)

 

Umm Habiba (r) lebte mit dem Propheten (s) zusammen bis eine schwierige Situation entstand und zwar waren die Väter aller Ehefrauen des Propheten (s) bereits verstorben oder schon zum Islam übergetreten. Sie war jedoch die einzige, deren Vater noch lebte und der zu dem noch ein Feind des Propheten (s) war. Stell dir vor, dass der Schwiegervater des Propheten (s) einer seiner ärgsten Feinde war, doch der Prophet (s) akzeptierte es einfach. Da fingen die Gefährten sich zu fragen ob Umm Habibas (r) Herz mehr an ihrem Vater oder an ihrem Ehemann hinge?

 

Diese Frage blieb offen bis Abu Sufian (r) nach Medina kam, um die Vereinbarung von Hudaibija[10] zu verlängern, nachdem er und die Nichtmuslime diese Vereinbarung gebrochen hatten. Abu Sufian (r) kannte niemanden in Medina außer seiner Tochter, die er seit 14 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Sicher vermisste er sie auch schon. Also fragte er als er in Medina ankam nach ihrem Haus, was natürlich auch das Haus des Propheten (s) war. Er fand das Haus, sie aber war nicht dort. Er ging hinein und fand dort ein Bett, worauf er sich setzte, gleichzeitig kam Umm Habiba (r) ins Haus herein. Eigentlich sollte es ja so sein, dass sie ihn nach dieser langen Zeit umarmen sollte, aber sie ging zu ihm und zog die Decke auf der er saß unter ihm weg. So sagte Abu Sufian (r) zu ihr: „Meine Tochter, magst du ihn mehr als mich oder möchtest du mich nicht in seiner Nähe wissen?“ Sie antwortete: „Ich möchte dich nicht in seiner Nähe wissen, du bist kein Muslim und unrein und dass ist das Bett des Gesandten Allahs.“ Da wussten die Menschen, dass ihr Herz ganz dem Islam und den Muslimen gehöre. Es war eine schwierige Situation, sich gegen ihren Vater und für den Islam und die Muslime zu entscheiden.

 

Ich sage das nicht, damit jeder, dessen Vater ihn nicht zum Gebet auffordert, anfängt mit ihm zu streiten. Wehe ihr macht das nach! Dies war eine Situation, in der ein Nichtmuslim sehr verfeindet mit einem Muslim war. Umm Habiba (r) fürchtete, dass ein Nichtmuslim auf dem Bett des Propheten (s) saß, auch wenn dieser ihr eigener Vater war.

 

Ihr Tod

 

Umm Habiba (r) liebte den Propheten (s) sehr, und sie war ihm auch sehr ergeben. Kurz vor dem Tod des Propheten (s) ging Umm Habiba (r) zu ihm und sagte: „Gesandter Allahs, die Skalvin von Negus schickt dir ihre Grüße (sie meinte die Sklavin, die ihr die gute Nachricht überbracht hatte), sie ist zum Islam übergetreten und schickt dir ihre Grüße.“ Man sagt auch, dass dies das erste war, was sie zum Propheten (s) gesagt hat, nachdem sie aus Äthiopien zurückkam. Der gleiche Satz: „Gesandter Allahs, die Sklavin von Negus schickt dir ihre Grüße.“

 

Zwischen Umm Habiba (r), A’ischa (r) und Umm Salama (r) war ein wenig Eifersucht aufgekommen. Deswegen hat Umm Habiba (r) vor ihrem Tod A’ischa (r) zu sich gerufen und sagte zu ihr: „A’ischa, zwischen uns ist vieles geschehen, was zwischen den Ehefrauen so geschieht, verzeih mir A’ischa, ich habe dir verziehen. Ich möchte nämlich den Gesandten Allahs treffen ohne, dass zwischen mir und einer seiner Frauen irgendeine Kleinigkeit steht. So, vergib mir, falls ich mich dir gegenüber falsch verhalten habe.“ A’ischa (r) antwortete ihr dann: „Ich vergebe dir, und möge Allah (t) uns beiden vergeben.“ Umm Habiba (r) sagte: „Du hast mich damit glücklich gemacht, möge Allah (t) dich auch glücklich machen.“ So starb sie, und dies waren ihre letzten Worte. Sie wurde in Al-Baqi`[11] begraben, und ihr Grab gibt es bis heute noch.

 

So endet die Geschichte von Umm Habiba (r). Mehr wissen wir nicht von ihr. Ich widme ihre Geschichte den Frauen, die in ihren Lebzeiten gelitten haben. Allah (t) ist mit euch, habt keine Angst! Mit Geduld und Standhaftigkeit wird euch Allah (t) entschädigen und belohnen. Die Frau, die keine Kinder bekommen hat, diejenige deren Kinder sie anstrengen, diejenige deren Mann sie nicht gut behandelt, diejenige die nicht so viel Geld hat oder diejenige die viele Probleme zu Hause hat. Hab Geduld und Liebe und mache es deiner Mutter Umm Habiba (r) nach!

 

Damit ende ich und möge Allah (t) uns, mir und euch vergeben, und so Gott will, werden wir uns in der nächsten Folge wieder sehen.


 

[1] radya Allahu a’nhu/a’nha: Allahs Wohlgefallen auf ihm/ihr. Wird der Erwähnung der Namen der Gefährten, Nachfolger des Propheten (s) und der Mütter der Gläubigen beigefügt.

[2] salla-l-lahu alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56) für den Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[3] Habascha: Abessinien; alte Bezeichnung für das heutige Äthiopien; umfasst aber auch Eritrea, Sudan und Somalia

[4] Auswanderung des Propheten Muhammad (s) von Mekka nach Medina im Jahr 622. Die Islamische Zeitrechnung beginnt mit diesem Jahr (622 ist das Jahr 1 der Hidschra).

[5] Uhud: Ort bei Medina, wo 625 der zweite der Kämpfe zwischen Mekkanern und Muslimen stattfand (3:149). Die Muslime erlitten große Verluste, weil manche von ihnen die Anweisungen des Propheten (s) nicht befolgt hatten und ihre Plätze frühzeitig verließen, um Beute zu machen.

[6] ta'ala: erhaben. Wird der Erwähnung Allahs beigefügt: Allah, der Erhabene.

[7] Negus: arabisierte Form = Nadschasi, Titel der äthiopischen Könige, König von Abessinien.

[8] Währungseinheit

[9] Auswanderung des Propheten Muhammad (s) von Mekka nach Medina im Jahr 622. Die Islamische Zeitrechnung beginnt mit diesem Jahr (622 ist das Jahr 1 der Hidschra).

[10] Hudaibija: Ort nahe bei Mekka, wo im Jahre 628 ein zehnjähriger Frieden zwischen den Muslimen und den Mekkanern geschlossen wurde und nach dem die Muslime im folgenden Jahr Mekka besuchen konnten. Der Friede wurde 630 von Verbündeten der Mekkaner gebrochen, woraufhin die Muslime in Mekka einzogen (48:18).

[11] Al-Baqi`: Friedhof in Medina, auf dem die meisten Gefährten und Prophetenfrauen (r) begraben wurden.

جميع حقوق النشر محفوظة © AmrKhaled.net

Die Veröffentlichung oder sonstige Vervielfältigung dieses Artikels zu privaten, nicht kommerziellen Zwecken ist gestattet, solange auf die Originalquelle verwiesen wird. Jegliche Verwendung zu anderen Zwecken bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Website-Administration. Für mehr Infos schreiben Sie an: dar_altarjama@amrkhaled.net