UmMahat Al-Moemenin
Die Mütter der Gläubigen
13.
Asmaa Bint Abi Bakr (r)
Im Namen Allahs, des
Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne
und schenke dem Propheten(s)
und seinen Gefährten Heil.
Einleitung
Willkommen in einer
neuen Folge von unserer Serie “Begegnungen mit den Lieben" Die Folge von heute
erzählt von einer besonderen Frau. In den letzen Folgen war die Rede meistens
von Männern, den Gefährten
des Propheten (s). Wir haben weniger über die Rolle der Frauen gesprochen. Viele
Geschwister haben mich auch über die Rolle der Gefährtinnen gefragt. Nahmen sie
eine Rolle mit dem Propheten (s) ein?
Wenn ihr euch daran
erinnern könnt, haben wir in einigen Folgen über Um U'mara (Verwandte von Bint
Ka'b) gesprochen. Der Prophet (s) sagte zu ihr (s): „Du und deine Familie sind
meine Begleiter im Paradies.“ Beim Feldzug von Uhud
verteidigte sie den Propheten (s) sehr stark. In einer anderen Folge haben wir
über Sumaya gesprochen. Sie war die Erste, die für den Islam gestorben ist, die
erste Märtyrerin im Islam. Damals sagten wir, dass es kein Zufall ist, dass der
erste Märtyrer im Islam eine Frau sei. Auch ist es kein Zufall, dass der Erste,
der das Glaubensbekenntnis
im Islam aussprach, eine Frau war. Die Wissenschaftler stimmten mit der Meinung
überein, dass die erste Person nach dem Propheten (s), die sich für Allah
niedergeworfen hat, Chadidscha (r) war.
Wir können damit
sagen, dass die Frau eine groβe Rolle im Islam spielte, und dass sie immer eine
besondere Stellung besaβ. Deshalb sollte man nicht manchen Aussagen glauben,
dass die Frau im Islam wertlos sei und dass der Islam der Frau Unrecht getan
hat. Heute erzählen wir von einer besonderen Frau in der islamischen Geschichte.
Ich denke, dass keiner von den Gefährten und Gefährtinnen solch eine Stellung
bei Gott einnahm. Allah (t) hat ihr eine groβe Ehre und eine besondere Stellung
erwiesen. Es handelt sich um “Asmaa Bint Abi Bakr“.
Großartige Ehre
Was war denn die
großartige Ehre von Asmaa Bint Abi Bakr? Was war an ihr so besonders? Ihre
Familie bestand aus vier Generationen der Gefährten. Ihr Großvater, ihr Vater,
ihr Sohn, ihr Mann, ihre Schwiegermutter und ihre Halbschwester gehörten zu den
Gefährten des Prophetenen (s).
Ihr Groβvater war
Abu-Quhafa, der Vater von Abu-Bakr. Ihr Vater war Abu-Bakr. Ihr Sohn hieß
A’bdullah Ibn Az-Zubair. Er war das erste Kind, das in Medina geboren wurde. Ihr
Mann hieß Az-Zubair Ibn Al-'Auam, einer der zehn Männer, den der Prophet (s) das
Paradies ankündigte. Ihre Schwiegermutter hieß Safia Bint A’bdul-Muttalib, die
Mutter von Az-Zubair Ibn Al-A'uam und die Tante vom Propheten (s)
väterlicherseits. Ihre Halbschwester hieß A'ischa, die Frau des Propheten (s).
Wenn der Islam Männer
vor Frauen bevorzugt hätte, hätte er diese Stellung einem Mann gegeben. Asmaa
Bint Abu Bakr war zwar die Schwester von A'ischa, aber nicht von derselben
Mutter. Ihre Mutter blieb Nichtmuslim, während A'ischas Mutter Muslimin war.
Asmaa (r) war um 15 Jahre älter als A’ischa (r).
Asmaa (r) gehörte zu
den ersten 18 Muslimen, die zum Islam konvertierten. Sie heiratete Az-Zubair Ibn
Al-A’uam am Ende der Lebzeit des Propheten (s). Sie spielte eine besondere Rolle
bei der Hidschra
Wenn man ihre Geschichte von der Hidschra hört, fühlt man, dass sie eine
ungewöhnliche Frau war. Damals war sie 25 Jahre alt.
Ihre Rolle bei der
Hidschra
Die Auswanderung des Propheten (s) erstreckte sich von Mekka nach Medina. Medina
liegt nördlich von Mekka. Der Prophet (s) hatte eine gute Route für die
Auswanderung gelegt, denn wenn er den normalen nördlichen Weg nach Medina
genommen hätte, hätten ihn mit großer Wahrscheinlichkeit die Quraisch gefolgt
und leicht angegriffen. Deshalb ging der Prophet (s) in der entgegengesetzten
Richtung und zwar nach Süden anstatt nach Norden. Es war ein raffinierter Plan.
Er ging zu Thaur Höhle nach Medina und blieb dort drei Tage. In dieser Zeit
suchten ihn die Quraisch in der Richtung von Medina.
Der Prophet (s) verließ Mekka und ging zu Abu Bakr (r). Er ergriff
außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahmen. Er verhüllte sein Gesicht, damit niemand
ihn auf dem Weg erkannte und brach in der Mittagszeit auf, aufgrund dessen, dass
die Quraisch, das Haus des Propheten die Nacht davor umringten. In dieser Nacht
sagte er zu A'li: „Schlaf in meinem Bett.“ Er ging dann vor den Männern vorbei,
ohne dass sie ihn sahen. Am nächsten Tag zu Mittag ging er zu Abu Bakr, niemand
wusste, wo sich der Prophet (s) von abends bis mittags nächsten Tages befand.
Niemand kann darauf eine Antwort geben, weder die Gefährten noch die Bücher über
die Lebensweise des Propheten (s). Der Prophet (s) behielt diese Geheimnis für
sich, deswegen wusste niemand, wohin er gegangen war.
Ich möchte, dass ihr daran Anteil nehmt, wie sehr der Prophet (s) an dieser
Auswanderung litt, aufgrund der gefährlichen und mühsamen Lage. Eine andere
Sache war die Planung des Propheten (s). Manche Leute behaupten, dass weil sie
Gläubige seien, Allah sie ohnehin beschützen würde. Manche verlassen sich
einfach nur auf Allah, ohne sich Mühe bei einer Sache zu geben, zum Beispiel
wird jemand gefragt, ob er für eine Prüfung gelernt habe, so verneint der andere
die Frage und gibt als Antwort: „Ich verlasse mich auf Allah, Er wird mich mit
Seiner Großzügigkeit unterstützen. Ich werde viele Gebete in der Moschee
verrichten und somit werde ich mit großer Sicherheit die Prüfung schaffen!“
Gewiss werden solche Personen bei den Prüfungen durchfallen.
Der Prophet (s) ging am nächsten Tag zu Abu-Bakr. Asmaa (r) berichtete: „Der
Prophet (s) kam in einer Zeit, in der er normalerweise nicht kommt. Er im
Gesicht verhüllt.“ Er befahl Abu Bakr, alle die im Haus waren, hinauszuschaffen,
um ihm etwas mitzuteilen. Abu Bakr sagte: „Es sind nur A’ischa und Asmaa
anwesend, sonst niemand." Der Prophet (s) sagte: ,,Allah hat mir bereits
befohlen auszuwandern.“ Abu Bakr (r) sprach: „O Allahs Gesandter, ich will dein
Begleiter sein.“ Der Prophet (s) sagte: „Ja Abu-Bakr, du wirst mein Begleiter
sein." A'ischa erzählte: ,,Abu Bakr weinte sehr stark vor Freude. Ich habe
niemals jemanden gesehen, der vor Freude so weinte, wie Abu-Bakr."
Abu Bakr (r) und der Prophet (s) waren auf dem Weg zur Höhle Thaur. Doch wie
konnten sie an Proviant gelangen während sie dort 3 Tage verbrachten? Auch
brauchten sie mehr als nur Essen: Erstens mussten sie über die Ereignisse von
Mekka Bescheid wissen, um zu wissen, wann sie die Stadt verlassen könnten.
Zweitens brauchten sie Essen und drittens brauchten sie jemanden, der ihnen
mitteilt, was genau abläuft und wer auf dem Weg zu ihnen war. Seht ihr, wie die
Denkweise war? Der Sohn von Abu Bakr machte den ganzen Tag den Anschein eines
Spaziergängers in Mekka, um die Nachrichten von Quraisch zu sammeln und sie dem
Propheten (s) abends zu überbringen. Er erzählte dem Propheten (s), was sie
sagten und was sie hegten zu tun. Doch wer überbrachte das Essen? Es war Asmaa
(r), die das Essen überbrachte. Vertrat tatsächlich der Prophet (s) die Meinung,
dass Asmaa (r) für diese Aufgabe geeignet war, und dies im Alter von nur 25
Jahren? Ja, Asmaa (r) war wirklich geeignet dafür, die zehn Männer in ihrem
starken Willen glich. Hatte niemand in Quraisch an ihr Zweifel haben können?
Sie dachten, dass jene Person, die dem Propheten (s) und Abu Bakr (r) das Essen
überbringen würde, selbst vom Haus Abu Bakrs kommen würde, deswegen haben sie
das Haus überwacht. Deswegen hat sie niemand verdächtigen können. Wieso?
Da die Strecke von Mekka zur Höhle Thaur im Süden an die 3 Meilen entfernt war.
Also könnte eine Frau all diese lange Strecke zurücklegen? Auch wenn sie daran
gezweifelt hätten, gab es noch einen weiteren Grund, der einen Verdacht völlig
ausschließen würde. Kennt ihn jemand?
und noch dazu im siebenten Monat schwanger war, nahm die drei Meilen zur Thaur
Höhle auf sich, um den Propheten und Abu Bakr das Essen zu bringen. Die Quraisch
hätten Asmaa nicht verdächtigen können, da sie es für unmöglich hielten, dass
eine Frau diese lange Strecke alleine zu Fuß gehen könnte. Zwei Monate nach der
Hidschra kam ihr Sohn zur Welt.
Eine der Anwesenden antwortet: „Sie war im 7.Monat schwanger und 2 Monate nach
der Auswanderung brachte sie ihr Kind zur Welt.“
Herr Amr Khaled setzt fort: Asmaa (r) war im siebenten Monat schwanger und ging
jeden Tag drei Meilen zu Fuβ, um das Essen zu bringen, und kehrte wieder zurück.
Konnte sie das ertragen? Ja, sie konnte, denn sie glich zehn Männern. Sie ist
viel besser als viele Jugendliche heute, die sagen: „Ich kann nicht in die
Moschee gehen, um das Gebet zu verrichten, weil ich erschöpft bin.“ Oder: „Ich
kann nicht zum Morgendämmerungsgebet aufwachen, weil ich erst um drei Uhr
morgens schlafen gehe.
Allah fordert von keiner Seele etwas
über das hinaus, was sie zu leisten vermag.
[2:286]“ Und wenn ein Vater zu seinem Sohn sagt, er solle im Sommer arbeiten
gehen, dann antwortet der Sohn: „Nein das wird mich sicherlich erschöpfen, das
kann ich nicht.“ Das sind leider unsere Jugendlichen!
Doch obwohl Asmaa (r) im siebenten Monat schwanger war, ging sie jeden Tag, drei
Tage lang, drei Meilen hin und zurück zu Fuβ, um dem Propheten (s) das Essen zu
bringen. Seht ihr was für eine Frau sie war? Womöglich gehört sie zu den
Wenigsten, die den Stellenwert des Propheten (s) kannte. Und ist es möglich,
Prophet Allahs, so ein Geheimnis einer Frau anzuvertrauen? Sind die Frauen
heutzutage für solche Geheimnise geeignete Vertrauenspartner? Wenn du einer Frau
sagen würdest, dass der Prophet an diesem Platz sei, würde sie gleich zu ihrer
Freundin gehen und das Geheimnis ausplaudern, unter der Bedingung, dass niemand
es weitererzählen soll. Am nächsten Tag würdest du dann auffinden, dass Abu
Dschahl den Ort des Propheten (s) gefunden hat.
Doch Asmaa Bint Abu
Bakr (r) war eine Frau, der man Geheimnisse anvertrauen konnte. Abu Dschahl
dachte, dass die Einzigen, die den Platz des Propheten (s) und Abu Bakr (r)
wussten, die Familie von Abu Bakr sei. Er ging zum Haus von Abu Bakr und klopfte
an die Tür. Asmaa (r) machte auf. Er fragte: „Wo ist dein Vater?“ Sie
antwortete: „Ich weiβ es nicht.“ Er schlug sie so stark auf dem Gesicht, dass
ihr Ohrring hinunter fiel und ihre Lippen verletzt wurden. Er wiederholte seine
Frage zum zweiten Mal. Sie antwortete wieder, dass sie es nicht wusste. Sie
hatte keinen Anschein auf Verzweiflung und Unruhe, wie sich sonst die Frauen in
solchen Situationen vor Angst verhalten würden. Sie blieb standhaft.
Meine Geschwister im
Islam, der Prophet (s) setzte sein Vertrauen nicht in irgendjemanden. Ich möchte
euch in jeder Situation beweisen, welche große Rolle eine Frau im Islam spielt.
Könnt ihr euch vorstellen, dass nur eine bestimmte Situation im Leben einer
Person, den Wert der Person steigern könnte? Asmaa (r) war die 18. Person, die
den Islam annahm. Aber etwas geschah in ihrem Leben. Sogar nach vielen Tagen und
Jahren übernahm sie einen bestimmten Titel. Jeder fragte sich bis zur heutigen
Zeit, wer Diejenige mit „den beiden Gürteln“
benannt wurde. Dann wird man zur Antwort geben, dass es Asmaa, die Tochter von
Abu Bakr Bint Abu Bakr war. Man würde es dann als sehr einfache Frage bewerten,
und dies anhand eines einzigen aufrichtigen Vorfalls in ihrem Leben.
Meine lieben
Geschwister im Islam, lebt für Allah, den Mächtigen und Erhabenen, dann wird Er
euch Tage bescheren, die euren Stellenwert sehr erhöhen. Er wird auch die Leute
dazu bringen, euch anzusehen und euch zu fragen: „Kennt ihr diese Person, die
dies und jenes für Allah getan hat und Ihm gehorsam war?“ Eine andere Person hat
Ihm wenig Gehorsam gegeben, aber sie war ehrlich dabei, sodass Allah, der
Segensreiche und Erhabene, sie danach zu noch mehr gehorsamen Taten bringen
wird. Das war die Situation von „Asmaa der beiden Gürtel“ während der
Auswanderung.
Kommentare der Anwesenden
Amr Khaled fragte:
„Ich will von unseren Schwestern wissen, die sich hier befinden, wie eine Frau
die Zufriedenheit Allahs (t) erlangen könnte, wie die Frau mit dem Beinamen „der
beiden Gürtel“?“
Eine der Anwesenden
Schwestern antwortete: „Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen. Ihre
Frage war, wie man sich, wie Asmaa, anstrengen und kämpfen könnte. Sie
erwähnten, dass ihre Schwiegermutter, Safia war und ihr Vater Abu Bakr und ihre
Halbschwester A’ischa war, also Gefährten. Leider gibt es nicht solche Menschen
heutzutage als Vorbild, die uns gute Beispiele geben würden. Obwohl wir von
frommen Frauen umgeben sind, sind jene nicht mit dem gleichen Wert von Asmaa zu
vergleichen. Dennoch wünschen wir uns, ihren Rang zu erreichen. Doch dies wird
uns sehr schwer fallen.“
Amr Khaled
antwortete: „Ich befürchte, dass die allgemeine Atmosphäre der heutigen Muslime,
es vereinfacht, weiter nach unten zu fallen.“
Die Schwester
antwortete: „Die Lösung des Problems fängt bei der Definition des Problems
selbst an. Und wir haben das Problem erkannt, dass es keinen Menschen derzeit
gibt, der als höheres Beispiel oder als Vorbild existiert. Wir haben tatsächlich
angefangen, das Vorbild zu suchen. Wir machen uns die “besseren“ Menschen zum
Vorbild, weil wir es nicht akzeptieren, wie wir sind.“
Amr
Khaled antwortete: „Dann vereinbaren wir, dass wir ab dieser Folge nur noch
durch die Gefährten und Gefährtinnen des Propheten (s) und ihrer Gleichen als
Motivation nützen, um sie als Vorbilder zu nehmen. Und es reicht, wenn wir uns
dieses Versprechen geben würden.“
Ich
will noch über diese Aussage eine sehr wichtige Bedeutung hinzufügen. Das ist,
was der Prophet (s) in einem seiner Überlieferungen sagte, als er mit seinen
Gefährten sprach:
„Es wird eine Zeit auf die
Menschheit kommen, wo der Verdienst eines Arbeitstätigen gleich sein wird, wie
der Verdienst von siebzig von euch.“
Dann fragten seine Gefährten: „Von uns oder von ihnen Gesandter Allahs?“ Der
Prophet (s) antwortete: „Nein, von euch. Ihr findet Helfer für euer Wohl, aber
sie werden keine Helfer für ihr Wohl finden.“
Vielleicht schaut uns gerade ein Mädchen zu und hat niemanden, der ihr helfen
kann. Aber an einem Tag, wenn sie Allah gehorcht und dabei beharrt, dann wird
Allah (t) sie mehrere Stufen erhöhen, die sie wie Asmaa, die Tochter von Abu
Bakr, höher stellt. Es ist klar, dass sie nicht den gleichen Rang erreichen
wird, aber ihr Lohn von Allah (t) wird größer sein.
Eine
der anwesenden Schwestern kommentierte: „Wenn wir annehmen würden, dass wir uns
in einem Schiff befänden, dass gerade am Untergehen wäre, so würde ich mir
vornehmen, so viele wie möglich zu retten und nicht darauf zu warten bis mich
jemand rettet.“
Jemand
von den Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Wenn wir über die Distanz sprechen, die Asmaa von ihrem Haus bis zum Haus des
Propheten (s) brauchte, waren es ca. 3 Meilen. Mit unserer heutigen Rechnung,
ergibt das eine sehr große Strecke. Es ist die Stärke des Glaubens, die diese
unglaublichen Taten vollbringen. Ich habe eine kurze Erfahrung gemacht, die ich
gerne erzählen möchte. Als ich vor ungefähr zwei oder drei Wochen von der
kleinen Wallfahrt zurückkam, fühlte ich in mir eine starke Kraft des Glaubens.
Der Glaube gibt einem eine sehr große Kraft und viel Energie.“
Amr
Khaled sagte: „Meine lieben Geschwister im Islam, das heißt nicht, dass ihr
verwundert sein sollt, was Asmaa (r) gemacht hat und behauptet, dass es
unmöglich sei, ihr nachzuahmen. Es wäre nicht machbar, es sei denn der Glaube
ist tief und fest verankert in eurem Herzen.“
Einer
der Anwesenden antwortete: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Asmaa, die Tochter von Abu Bakr, hat uns eine wichtige Lehre gezeigt, nämlich
dass Geduld und Anstrengung für Allah (t) und dass das Wort der Wahrheit
verteidigt wird und dass es keinen Gott außer Allah gibt und Muhammad sein
Prophet ist. Es ist eine Lehre von der die Mädchen und Jungen daraus lernen
sollen. Also die Geduld und Anstrengung im Namen Allahs hat einen sehr hohen
Lohn von Allah. Allah (t) sagt in seinem edlen Koran:
[Und helft
einander mit Geduld und Gebet...] (2:45).“
Eine
der Anwesenden sprach: „Friede sei mit euch, und die Barmherzigkeit und der
Segen kommen von Allah. Ich möchte sagen, dass Allah die Menschen gut kennt.
Wenn wir eine gute Absicht haben und versuchen, wie Asmaa zu sein, auch durch
andere Methoden, z.B. im Bereich der Wissenschaft oder wenn wir unsere Kinder
über die islamische Wissenschaft lehren oder unseren Ehepartner helfen, Allah
gehorsam zu sein. Dadurch können wir unsere Aufgabe im Leben erfüllen.“
Ich
möchte den Rest der Geschichte über Asmaa weitererzählen. Weiß jemand von euch,
wie lange Asmaa gelebt hat? Sie ist mit 100 Jahren gestorben. Sie gehörte zu den
langlebigen Menschen von damals. Und zwischen ihrer Auswanderung, von der wir
bereits erzählt haben, und ihrem Tod waren es 75 Jahre.
Ihre
gottesdienstlichen Handlungen
Asmaa
(r) hat viele erstaunliche und wunderbare Sachen vollbracht. Sie war in
verschiedenen Aspekten überlegen. Insgesamt gab sie 58 Überlieferungen über den
Propheten (s) weiter. Ihr Name steht in den Büchern von Al-Buchari und Muslim.
Viele Gelehrten erzählten: „Wir haben noch nie so eine Anbetung wie bei Asmaa
gesehen.“ Ihr Ehemann Az-Zubair Bin
Al-'Auam
erzählte über sie folgende Geschichte: „Eines Tages bin ich nach Hause gekommen
und habe Asmaa beim Beten gesehen und habe gehört, wie sie folgenden Vers aus
dem Quran rezitierte: „[“doch Allah ist uns Gnädig gewesen und hat uns
vor der Pein des sengenden Windes bewahrt.“] (52:27)
und [“Wir pflegten vormals zu Ihm zu beten. Er ist der Gütige, der
Barmherzige.““] (52:28)“.
Er fügte noch hinzu: „Sie wusste nicht, dass ich nach Hause kam. Ich hörte sie
weinen, während sie diese Koranverse wiederholte. Anschließend ging ich zum
Markt, um meine Einkäufe zu erledigen. Dann kehrte ich wieder nach Hause zurück
und hörte sie folgenden Vers sagen: „[“Wir pflegten vormals zu Ihm zu
beten. Er ist der Gütige, der Barmherzige.“] (52:28).“
Ich wunderte mich, dass sie den gleichen Vers bei meiner Ankunft zu Hause wieder
wiederholt hatte. Dann bin ich wieder hinausgegangen, um andere Sachen zu
erledigen und bin wieder zurückgekommen. Ich hörte sie wieder diesen gleichen
Vers aufsagen: [“Wir pflegten vormals zu Ihm zu beten. Er ist der
Gütige, der Barmherzige.“] (52:28).
Ich schämte mich vor mir selbst.“
Ihre
Almosenabgaben
Habt
ihr die zahlreichen Aspekte gehört, die Asmaa schaffte? Wir sahen, wie sie im
siebenten Monat schwanger, dem Propheten (s) beistand und die Überlieferungen
vom Propheten (s) erzählte, und wie sie bei der Anbetung gegenüber Allah wirkte.
Ich werde euch die vierte Eigenschaft von ihr zeigen. Sie war sehr freigiebig.
Es wurde sogar gesagt, dass die freigiebigsten Frauen, die die Geschichte je
gekannt hatte, die beiden Geschwister A’ischa (r) und Asmaa (r) waren. Aber sie
waren in ihre Freigiebigkeit unterschiedlich. Die Ausgaben von A’ischa (r)
unterschied sich von den Ausgaben von Asmaa (r). A’ischa (r) hatte jede
Geldmünze gespart und gesammelt bis es eine große Summe wurde und sie damit
Almosen gab. Asmaa (r) jedoch ließ zu Hause nichts stehen, außer dem Abendessen.
Der Rest wurde für Allahs Willen ausgegeben.“
Die Hilfe zu ihrem
Ehemann
Trotz dieser vielen
erstaunlichen Eigenschaften über Asmaa, war sie nicht nachlässig in ihrem Haus.
Zubair, Asmaas Ehemann, hatte ein Ross. Asmaa (r) wusch und fütterte es. Sie
knetete den Teig und trug dann die Dattelkerne zu Zubairs Land, um ihm dort zu
helfen.
Der schwierige
Ausgleich
Wir können daraus
erzielen, dass sie eine erstklassige Hausfrau war. So frage ich euch Brüder, wie
hat sie es geschafft das alles unter einen Hut zu bringen? Und das bringt mich
dazu noch einmal die Frauen zu fragen. Ist es so, dass wenn eine Frau
erfolgreich in der Gesellschaft ist, sie dann in ihrem Haus und in der Erziehung
ihrer Kinder scheitert? Eine Frau sagte einmal: „Ich erziehe meine Kinder, aber
ich kann nicht arbeiten.“ Eine andere Frau arbeitet, lässt aber ihre Kinder im
Stich, weil sie keine Zeit für sie hat. Wie hat es Asmaa geschafft das alles zu
vereinigen? Können unsere Frauen das auch schaffen und Erfolg haben in diesem
Ausgleich? Und wieso wird immer gesagt, dass die Frau es nicht schafft, in zwei
Sachen gleichzeitig Erfolg zu haben?
Ich frage die Frauen,
wie schafft es eine Frau zwischen zwei Sachen in ihrem Leben zu koordinieren?
Oder kann die Frau nur in einer Sache in ihrem Leben Erfolg haben?
Eine der Anwesenden
antwortete: „Gott sei Dank, ich war ein sehr verwöhntes Mädchen, alles was ich
wollte habe ich auch bekommen, dazu kam, das ich sehr an meiner Mutter hing. Als
ich in meinem zweiten Studienjahr war, ist sie plötzlich verstorben, so habe ich
die Verantwortung für meinen Vater übernommen, das Kochen natürlich mit
eingeschlossen, und obwohl meine Fakultät sehr weit war, und ich im ersten und
im zweiten Jahr die Note “Befriedigend“ bekam, habe ich im dritten und vierten
Jahr ein „Sehr gut“ bekommen. Ich bin stolz darauf, denn zu Lebzeiten meiner
Mutter, habe ich immer nur ein “ Befriedigend“ bekommen, und ich wusste nicht
einmal, wie man eine Tasse Tee macht, aber nachdem meine Mutter gestorben ist,
habe ich mich zu einem starken Menschen verändert. Ich bin mittlerweile sehr
erfolgreich in meiner Gesellschaft geworden, sowohl in meinem Studium, als auch
in meiner jetzigen Arbeit, denn ich habe Gott sei Dank mein Studium mit einem
“Sehr gut“ abgeschlossen.
Bruder Amr sagte,
dass sehr viele Mädchen nichts Wichtigeres im Kopf haben, als vor dem Spiegel zu
stehen und sich hübsch zu machen. Sie suchen nicht nach einem Erfolg in ihrem
Leben. Deswegen sitzen sie im Haus ihrer Eltern für zehn Jahre und an dem Tag an
dem sie heiratet, weiß sie nicht einmal wie sie ihren Mann bekochen soll.
Die Ursache liegt
bei der Freizeit
Der Erfolg von Asmaa
(r) in den vielen Bereichen ihres Lebens, fasziniert die Mädchen die uns jetzt
zusehen. Wieso bist du nicht auch so erfolgreich in mehreren Bereichen? Wieso
lernst du nicht mit dem Computer umzugehen oder eine andere Sprache? Oder lerne
das Autofahren? Das alles ist keine Schande und es ist auch nicht gegen den
Islam. Ich habe Angst, dass die Mädchen zu viel Freizeit haben, um andere
wichtige Dinge zu vernachlässigen. Wir alle hören von der Geschichte der Frau
des A’ziz, also die Geschichte von Josef. Habt ihr die vielen Sünden gesehen,
die diese Frau begangen hatte, angefangen mit “Komm zu mir“, bis zum
verschließen der Tür, und allem anderen. Wisst ihr wieso sie das alles gemacht
hatte? Weil sie nicht beschäftigt war. Das Schlimmste für eine Frau ist, wenn
sie nichts zu tun hat. Wir wollen, dass ihr beschäftigt werdet!
Wir haben gesehen,
was “Das Nichtstun“ der Frau des A’ziz gebracht hat, wie es in der Sure von
Josef erzählt wird:[Und einige Frauen in der Stadt sagten: ""Die Frau des
Al-'Aziz verlangt von ihrem Burschen die Hingabe gegen seinen Willen; sie ist
ganz verliebt in ihn...“] (12:30), denn sie haben zu viel Freizeit, und als
sie von ihrer Tücke gehört hatte, lud sie die Frauen ein, und bereitete ihnen
einen bequemen Sitzplatz vor. Ist das nicht alles ein Beweis für ihre freie
Zeit? Und dann im nächsten Vers: [.....und gab einer jeden von ihnen ein
Messer.....] (12:31), denn das hat sie alles geplant, [.... und sagte
(zu Yusuf): "Komm heraus zu ihnen.....] (12:31), [.....Als sie ihn
sahen, bestaunten sie ihn....] (12:31)
Das Mädchen, das
zuhause sitzt und nichts zu tun hat, der sag ich: „Es ist besser, dass du einen
Teil des Korans auswendig lernst, und die Geschichte des Propheten (s) lernst.
Lerne auch eine andere Sprache. Beschäftige dich auch mit dem Computer und
Internet, damit du auch einen virtuellen Verstand hast, denn das ist besser als
einfach nichts zu tun. Ohne eine Arbeit und ohne einen Wert im Leben, beginnt
der Teufel dich zu den Sünden und den Missetaten zu verführen.
Ich frage immer noch
die anwesenden Damen, ob sie irgendein Kommentar über die Geschichte von Asmaa
geben wollen?
Eine der Anwesenden
Damen sagte: „Friede sei über euch. Ich möchte etwas über den Erfolg im
beruflichen Leben sagen. Der Erfolg muss zuhause und in der Arbeit sein. Ich
führe das dahin zurück, was wir in unserer Rolle nicht genau kennen, denn die
Frauen sind entweder unabhängig und erfolgreich in ihrem Beruf und lassen das
Haus hinter sich, oder sie sitzen zuhause und denken, dass sie so das Richtige
tun. Ich finde, dass die Rolle jeder Frau ist, ein besseres Bild vom Islam und
den Frauen zu zeigen. Die Frau sollte ein Vorbild sein und sollte versuchen, in
allen Bereichen Erfolg zu haben und in jedem Platz, an dem sie ist, einen Wert
zu geben.
Amr Khaled
antwortete: Lasst uns weiter machen mit der Geschichte von Asmaa (r) und ihren
fünfundsiebzig Lebensjahren, in denen sie in sehr vielen Bereichen Erfolg hatte.
Wir finden ja eigentlich viele Frauen, die nicht zwischen zwei Sachen
gleichzeitig koordinieren können, oder nicht einmal im Stande sind irgendetwas
zu tun.
Asmaa (r) hat auch
ein paar Aussagen des Propheten (s) weiter erzählt. Und sie war auch sehr
großzügig. Ihr werdet sie die ganze Nacht mit nur einem Vers beten sehen. Sie
war es auch, die den Propheten (s) beistand. Sie wurde “die mit den zwei
Gürteln“ genannt, als sie den Propheten (s) verteidigte. Sie hatte auch in ihrem
Haus geknetet, das Pferd ihres Mannes gepflegt und die Dattelkerne zu seinem
Land getragen. Sie ist einfach eine komplette Frau, erfolgreich in allen
Bereichen, und das ist es, was uns der Islam auch lehrt.
Die Gefährten haben
sich auch nicht geschämt ihre Sprüche weiter zu erzählen, denn sie wussten, dass
Asmaa (r) eine Frau mit einem großen Wert in der Gesellschaft war.
Kommentare der
Anwesenden
Einer der Anwesenden
fragte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Weshalb ist der
Prophet (s) nicht Asmaas Mann geworden, obwohl sie älter war als A’ischa?
Amr Khaled antwortete: „Es gibt eine Information,
womit ich dir antworten kann. Der Prophet (s) sagte in einer seiner
Überlieferungen, erzählt vom Buchari: „Gabriel kam zu
mir und in seiner Hand war eine grüne Frucht in der das Bild von A’ischa war und
er sagte mir, dass das meine Frau sein wird.“ Das bedeutet, dass die
Heirat des Propheten (s) mit A’ischa ein Befehl von Allah war. Die andere Sache
ist, dass Asmaa (r) zum Zeitpunkt mit Zubair Ibn Al-A’uam entweder verlobt oder
schon verheiratet war, also war das auch schon kein Thema.“
Einer der Anwesenden
sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Der Muslim sollte
erfolgreich sein in seinem Leben aber gleichzeitig auch religiös sein. Ich gebe
hier meine Mutter als Beispiel. Sie ist eine gute Lehrerin und sie war auch in
ihrem Haus erfolgreich, denn auch mein Vater bestätigt das. Aus ihren Kindern
sind ein Ingenieur und eine Anwältin geworden. Sie hat uns, Gott sei Dank, das
Beten gelehrt, als wir noch klein waren. Sie ist auch jetzt noch in ihrem
beruflichen Leben und in ihrem Haus erfolgreich, da der Islam die Religion der
Arbeit und des Strebens um Bemühungen ist. Die Frau strengt sich in ihrem Haus
und außerhalb des Hauses an, und wenn der Mensch sich an seine Arbeit hält,
bedeutet das, dass er sich an seine Religion, den Islam, hält.
Amr Khaled sagte:
„Gott möge dich belohnen. Das ist ein Beispiel für Mütter, die es wirklich
geschafft haben in mehreren Bereichen Erfolg zu haben, denn wir haben Angst
davor, dass die Frauen zuviel Freizeit haben, oder dass sie keinen besonderen
Stellenwert besitzen. Entweder du arbeitest hart für deine Religion oder du
arbeitest hart in deiner Welt, aber achte darauf deine Religion nicht zu
verlieren.“
Eine der Anwesenden
berichtete: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Immer wenn wir
über die Frauen sprechen, reden wir über jene Bereiche, die sie nicht
vollbringen. Wir sagen, dass sie sehr emotional sind, und dass sie schnell
vergessen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Allah ihnen Fähigkeiten und
Eigenschaften gegeben hat, die ihr dabei helfen, die Last zu tragen, und dass
sie in zwei verschiedenen Bereichen kämpfen müssen, nämlich innerhalb und
außerhalb des Hauses. Die Geduld der Frau ist manchmal größer als die von
mehreren Männern. Außerdem hat sie eine Widerstandsfähigkeit, die sie erträgt,
nämlich Schmerzen, die manche Männer nicht ertragen können. Sehr viele Frauen
können sich auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren, während der Mann es
bevorzugt, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Und ich wünsche von jeder
Frau in sich zu horchen und diese Fähigkeiten aus sich heraus zu holen, um diese
Balance zu schaffen.“
Amr Khaled sprach:
„Gott möge dich belohnen. Ich möchte über zwei Punkte reden, über die noch
niemand geredet hat und die sehr schön sind. Das Erste ist die Großzügigkeit von
Asmaa (r). Sie hatte nie etwas für den nächsten Tag gelassen, also wieso geben
wir nicht unser Geld für Allah aus? Wir lassen das, was uns für den Abend satt
macht und den Rest geben wir aus. Ich weiß, dass wir es auf diese Weise nicht
machen können. Aber liebt eigentlich jemand die freiwillige Spende? Jeden Tag
gehst du mit 3 oder 5 Dinar in deiner Tasche hinaus. Das ist das Geld für die
Spende, und diese Dinars werden in die Tasche jener gesteckt, die kein Geld
haben, und das Beste ist, wenn es Kleingeld ist, da kannst du während deines
ganzen Weges das Geld hergeben.“
Der Wert der Spende
Wenn ihr, meine
lieben Geschwister, den Wert der Spende wüsstet, würdet ihr Asmaa (r) nachahmen.
Der Prophet (s) sagte: „Hütet euch vor dem Feuer, und sei es mit einer halben
Dattel.“ Das bedeutet, dass du eine Dattel halbierst. Die eine Hälfte isst
du, weil du Hunger hast und essen willst. Die andere Hälfte spendest du. Und
dies rettet dich vor dem Höllenfeuer. Was hält uns davon ab zu spenden und
auszugeben, solange wir Geld haben? Dieser Gedanke ist sehr wichtig, das ist
nämlich die Spende um Allahs Willen. Der Prophet (s) sagte: „In der Tat
spendet ein Mann einen Dirham um Allahs Willen. Darauf lässt Allah, der
Segensreiche und Erhabene, seine Spende wachsen, so dass er Allah am Tag der
Auferstehung trifft und seinen Dirham so groß vorfindet wie den Berg Uhud.“
Seht ihr den Berg Uhud, wie groß und hoch dieser Berg ist? Und das bei einem
einzigen Dirham. Wenn ein Mann oder eine Frau heute einen Euro spendet, trifft
er oder sie Allah am Tag der Auferstehung und findet seinen oder ihren Euro so
groß vor wie den Berg Uhud, denn Allah hat ihn für dich wachsen lassen. Warum
spenden wir also nicht, meine lieben Geschwister?
Der Prophet (s)
sagte: „Sieben (Arten von Menschen) wird Allah am Tage (der Auferstehung)
beschirmen, an dem kein anderer Schatten außer Seinem Schatten sein wird. (Diese
sind): (...) und ein Mensch, der im Geheimen so spendete, dass seine linke Hand
nicht erfuhr, was seine rechte Hand gegeben hatte...“. Und das, weil er oder
sie die Spende verheimlichen wollte. Wir müssen es uns deutlich vorstellen, dass
heute unter den Zuschauern welche sind, die, so Gott will, am Tage der
Auferstehung einen Platz im Schatten des Throns Allahs bekommen können. Auch du,
indem du nach der Sendung herausgehst, nach einem Armen suchst, ihm eine Spende
in die Hand drückst und wegeilst, bevor jemand dich sieht. Dann sagst du: „Alles
Lob gebührt Allah. Wenn Gott will, ist mir ein Platz im Schatten des Throns
Allahs am Tage der Auferstehung sicher.“ Das Handeln von Asmaa (r) bezüglich der
Spende ist es wert, darüber nachzudenken.
Eine Zuschauerin
bemerkte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Ich möchte einen
Kommentar über die Rolle der Frau in der Gesellschaft abgeben. Meiner Meinung
nach muss die Frau ein Ziel haben. Das zweite ist, dass der Gesandte Allahs (s)
sagte: „Allah liebt es, dass jeder, der etwas erledigt, dies auch in bester
Qualität macht.“ Wenn ich also ein Ziel habe und dieses Ziel mit meinem
Bestmöglichen verfolge, dann werde ich garantiert sehr weit kommen und ein
Gleichgewicht erreichen, das wir jetzt vermissen. Das Wichtigste ist also die
Aufrichtigkeit und Perfektion, zusätzlich zur Spende: [Allah wird den Zins
dahinschwinden lassen und die Mildtätigkeit vermehren...] (2:276) Dies
sollten wir zu einem Prinzip unseres täglichen Handelns machen.“
Eine anwesende
Zuschauerin im Studio machte folgende Bemerkung: „Im Namen Allahs, des
Allerbarmers, des Barmherzigen. Ich möchte vor allem zum Thema Spende eine
Bemerkung machen und allen hier anwesenden Schwestern sagen, und das auch aus
persönlicher Erfahrung, dass Allah, der Segensreiche und Erhabene, in folgendem
Vers sagt: [Wer ist es, der Allah ein gutes Darlehen gibt, damit Er es ihm um
ein Vielfaches verdoppele?...] (2:245) Und ich persönlich, immer wenn es bei
mir mit dem Geld eng wird und mir klar wird, dass das Geld nicht mehr bis zum
Ende des Monats reicht, spende ich davon. Und schon schickt Allah es mir zurück,
indem mein Arbeitgeber mir das Gehalt für einen Monat oder einen halben
überweist, so dass ich mehr als die Spende wiederbekomme.
Amr Khaled erwidert:
„Möge Allah dich belohnen. In der Tat erinnerst du mich an Abu Ad-Dahdah. Diesem
Gefährten des Propheten (s) gehörte das schönste Feld Medinas mit 600
Dattelpalmen. Als er hörte, dass dem Propheten (s) folgender Vers offenbart
wurde:
[Wer ist es, der Allah ein gutes
Darlehen gibt, damit Er es ihm um ein Vielfaches verdoppele?...]
(2:245) sagte
er: „O Gesandter Allahs, verlangt unser Herr von uns ein Darlehen? Der Prophet
(s) sagte: „Ja.“ Er fragte: „Und er verdoppelt es uns um ein Vielfaches?“
Der Prophet (s) antwortete: „Ja.“ Er sagte: „Dann strecke deine Hand aus,
o Gesandter Allahs.“ Der Prophet (s) streckte seine Hand aus. Abu Ad-Dahdah
sagte: „O Gesandter Allahs, das Feld, welches mir gehört, gebe ich Allah als
Darlehen.“ Darauf sagte ihm der Prophet (s): „Das ist ein gewinnbringendes
Geschäft, Abu Ad-Dahdah.“ Danach ging Abu Ad-Dahdah nach Hause. Er rief:
„Umm Dahdah (seine Frau), Umm Dahdah! Das Feld habe ich Allah als Darlehen
gegeben. Nimm das Kind und lass uns das Feld verlassen.“ Das Kind aß gerade eine
Dattel aus dem Feld. Umm Dahdah steckte ihre Finger in den Mund des Kindes,
holte die Dattel heraus und sagte: „Pfui, pfui, das Feld gehört Allah, das Feld
gehört Allah!“ Habt ihr bemerkt, wie sie gehandelt hat? Sie hat nicht gewartet,
bis er es ihr erklärt hat. Sie hat ihm auch nicht seinen Tag mit Meckern
verdorben oder ihn ermahnt, dass er so etwas nicht wieder machen darf!
Ein Zuschauer macht
folgende Bemerkung: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Es ist
sehr wichtig zu spenden. Wir wissen aber nicht, ob der Bettler auf der Straße
die Spende verdient.“
Amr Khaled antwortet:
„Wir meinen auch nicht, dass du deine Spende unbedingt den Bettlern geben musst.
Aber wem gibst du deine Spende? Sicherlich wirst du jemanden finden, der diese
Spende verdient und nötig hat. Du musst dich nur anstrengen, deine Spende für
den besten Zweck zu geben.“
Asmaas Mutter
Wir kehren zurück zu
Asmaa (r), der Tochter von Abu Bakr. Eines Tages befand sie sich in einer
sonderbaren Situation. Als sie in Medina war, kam ihre Mutter, die noch
Nichtmuslimin war, zu ihr zu Besuch. Sie hatten sich seit Asmaas Auswanderung
nicht mehr gesehen. Nach Jahren empfing Asmaa (r) ihre Mutter, ließ sie
eintreten und bat sie, auf sie zu warten, ohne sie richtig zu begrüßen oder zu
umarmen. Sie ging hinaus und eilte zum Propheten (s). Sie sagte: „O Gesandter
Allahs, meine Mutter ist zu mir zu Besuch gekommen, und dabei ist sie dem Islam
abgeneigt. Soll ich ihr entgegenkommen, um die Verwandtschaftsbindung (zwischen
uns) zu pflegen?“ Der Prophet (s) sagte: „Ja! Pflege die
Verwandtschaftsbindung zu deiner Mutter!“ Daraufhin ging Asmaa (r) zu ihrer
Mutter zurück und umarmte sie. Was haltet ihr nun von Jungen und Mädchen, die
ihre gläubigen Eltern schlecht behandeln?
Der Prophet (s)
befahl Asmaa (r), ihre Mutter gut zu behandeln, auch wenn sie Nichtmuslimin war.
Wie ist es dann mit Müttern und Vätern, die Tage und Nächte lang wegen des
schlechten Benehmens ihrer Kinder weinen? Ich sage es euch. Ihr hört es. Es wird
aufgeschrieben, und am Tag der Auferstehung werden wir danach gefragt. Eine
Träne, die eine Mutter aus Frust vergießt, weil ihre Tochter sie schlecht
behandelt, kann sehr wahrscheinlich schlimmer für Allah (t) sein, als die Sünden
von drei Jahren zusammen. Die Errötung des Gesichtes eines Vaters aus Zorn, weil
der Sohn durchgefallen ist oder weil er trinkt, gleicht bei Allah (t) den Sünden
von drei Jahren. Seid gewarnt, meine Geschwister, denn das schlechte Behandeln
der Eltern ist sehr gefährlich!
Ich schicke durch
diese Sendung eine Botschaft an jeden, der mich hört. Wenn es unter euch
jemanden gibt, dessen Eltern auf ihn zornig sind: Wehe, du stirbst in dieser
Lage. Und wehe, deine Eltern sterben, wenn sie auf dich zornig sind. Du darfst
sie nicht einschlafen lassen, bevor du dich mit ihnen versöhnt hast. Denn bei
Allah, solltest du oder sollten sie sterben, dann hat dich die Plage des
Diesseits und des Jenseits getroffen. Ersuche noch heute das Wohlgefallen deiner
Eltern. Du darfst sie nicht zornig auf dich einschlafen lassen. Denn dies gehört
zu den Dingen, die Allah, den Segensreichen und Erhabenen, am meisten zornig
machen.
Der Märtyrertod
von Asmaas Sohn
Asmaa (r) wurde 100
Jahre alt. Ihr Sohn A’bdullah Ibn Az-Zubair war das erstgeborene Kind nach der
Auswanderung nach Medina. Er wollte während der Herrschaft der Familie Marwans
Kalif werden. A’bdulmalik Ibn Marwan schickte von Syrien aus eine Armee unter
der Führung von Al-Hadschadsch Ibn Yusuf Ath-Thaqafi, um A’bdullah Ibn Az-Zubair
zu töten. Al-Hadschadsch belagerte Mekka und schoss auf die Kaaba mit dem
Katapult. A’bdullah befand sich in einer sehr schwierigen Lage. Es war sehr
wahrscheinlich, dass er besiegt wird.
A’bdullah ging zu
Asmaa (r), der Tochter von Abu Bakr, und sagte zu ihr: „Meine Mutter, ich
befürchte, dass sie meine Leiche verstümmeln, nachdem sie mich töten.“ Asmaa
(r)- mit ihren 100 Jahren - antwortete ihm mit der Charakterstärke von 100
Männern, so wie sie immer war: „Mein Sohn, gehe hinaus für die Sache Allahs.
Schadet es denn dem Schaf nach dem Schlachten, sein Fell abzuziehen?“ Habt ihr
je eine Mutter gesehen, die fähig war, solche Worte zu sprechen? Und mit dieser
Stärke? Nachdem ihm seine Mutter gestärkt hatte, ging A’bdullah hinaus. Er wurde
ermordet, als seine Mutter noch lebte. Er erfuhr einen schrecklichen Tod.
Al-Hadschadsch Ibn Yusuf Ath-Thaqafi ließ seine Leiche sieben Tage lang
aufhängen. Er ging dann von Schadensfreude erfüllt zu Asmaa (r). Er sagte zu
ihr: „Hast du gesehen, was ich mit deinem Sohn gemacht habe?“ Ich kann es nicht
nachvollziehen, wie er so etwas Asmaa (r), der Tochter von Abu Bakr antun
konnte. Diese starke Frau erwiderte: „Ich sehe nur, dass du ihm sein Diesseits
verdorben hast. Er hat dir aber dafür dein Jenseits verdorben.“ Kannst du dir
vorstellen, solche Worte zu sprechen, wenn dein Sohn vor dir ermordet und
aufgehängt werden würde? Al-Hadschadsch konnte nicht anders als sie erschrocken
zu verlassen.
Asmaas Tod (r)
Am Ende ihres Lebens
verlor Asmaa (r) ihr Augenlicht. Sie überlebte ihren Sohn A’bdullah, der sieben
Tage lang aufgehängt wurde. Am achten Tag wurde er heruntergelassen. Und genau
an diesem Tag starb sie. Sie wurde in Medina beerdigt, und ihr Grab existiert
bis heute im Al-Baqi`.
Die Lehre dieser
Geschichte
Dies ist die
Geschichte eines hundertjährigen Kämpfens und Gebens für Allah, den
Segensreichen und Erhabenen. Und du? Wie viele Jahre deines Lebens bist du
bereit, für Allah, den Segensreichen und Erhabenen, zu geben? Ihr Sohn starb vor
ihren Augen. Seine Leiche wurde nach seinem Tod verstümmelt. Sie verlor ihr
Augenlicht. Sie war geduldig mit ihrer Mutter, die Nichtmuslimin war. Sie
pflegte ihren Mann Az-Zubair Ibn Al-A’uam. Sie überlieferte viele Hadithe
des Propheten. Sie hat sich für die Sache Allahs angestrengt und hat den
Beinamen „Asmaa der beiden Gürtel“ bekommen und vieles mehr. Wo sind nun unsere
Frauen? Ist es möglich, dass unter uns Frauen hinausgehen, die Asmaa Bint Abi
Bakr (r) als Vorbild nehmen und gewillt sind, in allen Bereichen des Lebens
erfolgreich zu sein? Die keine Versagerinnen sein wollen und sich vornehmen,
ihre Kinder erfolgreich zu erziehen, sodass sie Männer wie A’bdullah Ibn
Az-Zubair hervorbringen? So würden sie ihre Aufgabe im Leben erfüllen und
zufrieden mit sich selbst auf Allah treffen. Wärst du aber so standhaft wie
Asmaa Bint Abi Bakr (r), als sie zu ihrem Sohn in dieser schwierigen Situation
sprach? Gibt es unter uns Frauen, die ihre Söhne zu richtigen Männern erziehen?
Viele Frauen heutzutage bringen ihren Söhnen bei, wie sie Mädchen anmachen. Sie
ermutigen sie sogar dazu. Andere Frauen verziehen ihre Kinder. Aber, dass sie
ähnlich wie Asmaa (r) handeln? Ich wünschte, sie würden es tun.
Ich hoffe, dass
einige Frauen unter uns solche Männer wie A’bdullah Ibn Az-Zubair auf die Welt
bringen und sie zur Anstrengung für die Sache Allahs ermutigen. Ich widme diese
Geschichte unseren Müttern in Palästina, die ihre Jugend und ihre Kinder für die
Sache Allahs opfern. Ich sage ihnen: Kümmert euch nicht um eure verstorbenen
Kinder, denn sie sind Märtyrer. Und schadet es dem Schaf, dass sein Fell nach
dem Schlachten abgezogen wird?
Das war die
Geschichte von Asmaa (r). Ich hoffe, dass sie euch gefallen hat und dass sie
nützlich für euch sein wird. Ich sage das und bitte Allah für mich und für euch
um Vergebung. Allahs Friede, Erbarmen und Segen auf euch.