Gesundheit - Teil 2



SUNNAA’ AL-HAYAT

Lebensgestalter

Gesundheit - Teil 2

Ich begrüße euch! Wir machen weiter mit den Lebensgestaltern. Wir haben bis jetzt vier grundlegende Bereiche erläutert. Wir haben über Arbeitslosigkeit, Landwirtschaft, die Industrie und ein wenig über die Gesundheit gesprochen. Und wir haben für jeden dieser Bereiche ein Projekt gestartet. Ich will nicht damit sagen, dass dies das einzige Projekt für den jeweiligen Bereich ist. Wir gehen Schritt für Schritt vor, weil wir über eine Nation sprechen, die seit 200 Jahren unter Rückständigkeit leidet, und das Wort "leidet" ist noch viel zu wenig. Deswegen haben wir bei jedem der Bereiche ein Projekt vorgeschlagen, ein Projekt für Jungen, Mädchen, Männer und Frauen, damit auch alle daran arbeiten können. Die Projekte, die wir für die verschiedenen Bereiche vorgeschlagen haben, sind wie folgt:

 

  1. Arbeitslosigkeit kleine Projekte
  2. Industrie die Achtung der handwerklichen Berufe.
  3. Landwirtschaft die Bepflanzung der Dächer.
  4. Gesundheit die gesundheitlichen Aufklärungsgruppen.

Das sind die vier Bereiche und ihre Projekte. Das ist es, was wir bisher gemacht haben, und lasst mich euch sagen, die Leute werden, so Gott will, die früheren Projekte nicht vergessen. Sie werden die Projekte nicht vergessen, weil die Lebensgestalter mithelfen, und weil wir unsere Rolle beim Verbreiten der Information ernst nehmen.

Ich möchte euch fragen, wisst ihr, was wir in den 11 Bereichen alles machen werden? Wir arbeiten daran, ein Schiff zu bauen, aber was bedeutet das? Ich frage euch etwas Anderes: Bauen die Lebensgestalter ein Schiff oder stellen sie irgendwelche Produkte her wie zum Beispiel Bleistifte? Ihr werdet sagen, was ist der Zusammenhang zwischen den beiden? Ich werde es euch erklären. Was macht die Person, die beim Herstellen von Bleistiften arbeitet? Diese Person sagt: Ich werde dieses Jahr 100.000 Stifte herstellen! Wenn er aber am Ende des Jahres 50.000 Stifte hergestellt hat, also 50%, oder auch 60.000 Stifte geschafft hat, dann ist das sehr gut. Aber die Person, die ein Schiff baut, und am Ende des Jahres kein einziges Stück Holz verwendet hat und auch keine Nägel geschlagen hat, ist diese dann erfolgreich oder ein Versager?

Es ist das gleiche wie mit Noahs Arche. Könnt ihr euch noch daran erinnern? Wir haben darüber im Ramadan gesprochen. Erinnert euch auch an Noahs Arche, die ihn vor der Flut gerettet hat! Das Schiff, was wir bauen wollen, ist das Schiff, das uns retten vor der Flut der Rückständigkeit soll. Die Rückständigkeit, die schon seit 200 Jahren besteht. Diese Flut wird kommen, und wer diese Flut nicht kommen sieht und meint, dass er und seine Kinder in seinem Haus sicher sind, der wird genau wie Noahs Sohn sein: [Er sagte: Ich will mich sogleich auf einen Berg begeben, der mich vor dem Wasser retten wird. Er sagte: Es gibt heute keinen Retter vor Allahs Befehl ...] (11:43). Die Flut wird kommen, und sie wird alles mit sich nehmen. Du merkst nicht, dass im Bau dieses Schiffes dein einziger Ausweg ist.

Erinnert euch, was wir im Ramadan über Noahs Arche gesagt haben! Wir sagten: Leute, fangt an zu bauen, einige sollen Bäume pflanzen, andere sollen das Holz zusammenbauen. Das ist die Idee, die wir euch überbringen wollen: Wir wollen ein sehr großes Schiff bauen und der lange Weg soll euch dabei nicht abschrecken, und wer sich nicht in einem unserer jetzigen Projekte findet, der wird in den kommenden Projekten etwas finden, was ihm passt. Die kommenden Folgen sind sehr wichtig.

Gibt es einen Aufschwung ohne Gesundheit? Natürlich nicht.

Der erste Grund: die Gesundheit ist dein Fahrzeug auf dem Weg, die Erde zu verbessern, Allah anzubeten, dich zum Aufschwung und ins Paradies zu bringen. Also ganz einfach, wenn alle Komponenten des Aufschwungs bei einer Nation vorhanden sind (der Enthusiasmus der Jugend, die Treue, ein weiser Staat und starke Projekte), aber wenn es keine Gesundheit gibt, wie es in unseren Ländern der Fall ist, kann es dann einen Aufschwung geben? Das ist natürlich unmöglich, obwohl alle anderen Faktoren vorhanden sind. Der Körper, der physisch und seelisch gesund ist, ist der, der den Aufschwung machen kann. Es gibt auch einen anderen Grund, wieso es keinen Aufschwung ohne Gesundheit geben kann. Was ist die Art von Aufschwung, die wir wollen? Wir wollen hohe Gebäude, tolle Gärten und große Fabriken, all dies für den Menschen.

Der zweite Grund: das eigentliche Ziel des Aufschwungs ist es, den Menschen glücklich zu machen und seine Würde zu wahren, das ist auch die Grundlage der Schöpfung: [Wir haben doch wahrlich die Kinder Adams geehrt ... ] (17:70)

[Wahrlich, Wir haben den Menschen in bester Form  erschaffen.] (95:4)

Die kleinen Projekte, das Bepflanzen der Dächer und das Erlernen eines Handwerks ist eigentlich für den Menschen. Aber wie ist es, wenn der Mensch, für den das alles gemacht ist, krank ist, die Luft um ihn herum verschmutzt ist, er verseuchtes Wasser trinkt und verseuchte Luft einatmet? Und wenn er dann krank ist, dann wirft ihn das um. Also was ist das dann für ein Aufschwung?

Was ist das für ein Aufschwung, in dem der Mensch nicht gesund ist und wo der Mensch keine Würde hat? Es ist, als ob die Gesundheit der Maßstab für den Aufschwung ist. Willst du wissen, ob es einen Aufschwung gibt oder nicht, dann sieh dir mal den Wert des Menschen im Land an. Ihr werdet sagen, aber wie kann ich den Wert des Menschen erkennen? Wenn in der Gesellschaft einer krank geworden ist, wird die Art von Behandlung, die dieser Kranke bekommt, dir Aufschluss geben, ob das Land fortschrittlich ist oder nicht. Es ist ein internationaler Maßstab.

Was ist der Wert des Menschen in Amerika? Seht den Wert, wenn er oder sie krank werden, seht ihren Wert, wenn sie alt werden oder ins Krankenhaus kommen. Den Wert eines Menschen sieht man an seiner Gesundheit, und so weißt du, ob das Land fortschrittlich ist oder nicht. Ich gebe euch ein Beispiel: Vor zwei Wochen gab es in Al-Azhar[1] einen Anschlag. Jemand hat sich selbst in die Luft gesprengt in einer Touristen-Gegend, dabei sind unschuldige Menschen gestorben, Ausländer, die keine Schuld tragen, die einfach nur in unserem Land in Sicherheit Urlaub machen wollten. Es sind auch Einheimische gestorben. Keine Religion und auch kein Gesetz erlaubt es, dass so etwas geschieht. Es gab auch Verletzte auf beiden Seiten. Die  Sanitäter sind gekommen, und ihr könnt euch den Rest sicher vorstellen. Wer wurde als erster versorgt, und wo hat man ihn hingebracht? Die Ausländer wurden in ein Krankenhaus namens Dar Al-Fuad gebracht, eines der besten Krankenhäuser Ägyptens, während die Einheimischen in das Al-Hussein-Krankenhaus gebracht wurden, einem nicht so guten Krankenhaus. Passiert das, weil wir den Gast gut behandeln, oder weil der Wert des einen Menschen und der Wert des anderen unterschiedlich ist? Aber wer sagt so etwas, und wo ist die Würde unserer Landsleute? Hast du nun verstanden, was der Aufschwung mit der Gesundheit zu tun hat? Es ist die Würde des Menschen, es ist dein Wert. Deswegen ist die Gesundheit so wichtig. Habt ihr gemerkt, wie es jetzt ganz anders aussieht? Der Aufschwung wird nur geschafft, wenn es gesunde Menschen gibt, die es zum Aufschwung schaffen. Die Gesundheit ist der Maßstab, mit dem man messen kann, ob es einen Aufschwung gibt oder nicht. Also ist die Gesundheit der Anfangspunkt und der Endpunkt des Aufschwungs geworden.

Lasst mich euch etwas fragen, nachdem ich euch das alles gesagt habe. Ist unsere Realität, was die Gesundheit anbelangt, eigentlich hilfreich, um einen Aufschwung zu schaffen? Ich möchte eine Antwort haben. Also noch mal, ist die Realität in den arabischen Ländern, was die Gesundheit anbelangt, hilfreich, um den Aufschwung zu schaffen? Wir können "ja" sagen, aber wir können auch "nein" sagen. Das ist eigentlich keine wissenschaftliche Antwort. Aber lasst uns mit Punkt eins anfangen, wie ist es eigentlich mit unserer Realität? Bei uns ist die Realität leider sehr bitter, und die arabische Welt, und das sage ich sehr offen und klar, ist ein Heimatort für gefährliche Krankheiten, und ich gebe euch hierzu ein paar Beispiele:

Die Sterberate der Kinder:

In der arabischen Welt sterben jährlich 1,5 Millionen Kinder die jünger als 5 Jahre alt sind, weil es an der gesundheitlichen Betreuung fehlt. 14% der Kinder, die weltweit im Alter von unter 5 Jahren sterben, sind aus den arabischen Ländern.

Bluthochdruck:

Mehr als 25% der arabischen Bevölkerung leidet an Bluthochdruck.

Übergewicht:

Saudi-Arabien hat weltweit den höchsten Prozentsatz an Übergewicht und das dritte Land weltweit ist Kuwait.

Hepatitis:

Das Land mit der weltweit höchsten Rate ist Ägypten.

Diabetes:

17 Millionen Menschen sterben jährlich an Diabetes oder an Problemen mit den Blutgefäßen.

Das ist die Realität. Diese Zahlen kommen unter anderem von der Internationalen Gesundheitsorganisation (WHO). Könnt ihr euch noch an die letzte Folge erinnern, als wir über die gesundheitlichen Aufklärungsgruppen geredet haben? Einer der Gründe für diese Gruppen ist, dass wir die Leute aufklären. Wir möchten, dass die Jugendlichen rausgehen und die Menschen in der arabischen Welt aufklären. Wacht auf Leute! Wir haben große Probleme, das ist nur das erste, aber noch schlimmer ist das verseuchte Wasser.

Wisst ihr, was das heißt „Verseuchtes Wasser“? Das bedeutet Wasser vermischt mit Abwasser, kannst du dir das vorstellen? Kannst du dir die Krankheiten vorstellen, die daraus entstehen? Kannst du dir die Nierenkrankheiten und die Leberkrankheiten, die daraus entstehen können, vorstellen? Und die Bilharziose, die im Wasser ist. Ich wollte eigentlich vor dieser Folge die Namen von den Dörfern in den arabischen Ländern, wo das Wasser verseucht ist, auflisten. Ich sage euch, ihr guten Menschen, Muslime oder Christen, wir müssen uns alle bewegen und für sauberes Wasser sorgen, die einzelnen und die gemeinschaftlichen Anstrengungen können uns bei unserem Vorhaben helfen. Aber es gibt keine Statistiken, wieso gibt es keine Statistiken?

Erlaubt uns die Konjunktur unseres Gesundheitswesens einen Aufschwung? Stimmt die Anzahl der Krankenhäuser mit dem Bevölkerungszuwachs überein? Wir erleben eine unglaubliche Zunahme der Bevölkerung und es wäre eine Katastrophe, wenn es keine Bemühungen seitens der Regierung und des Volkes geben würde, um den Menschen die notwendigen Leistungen anzubieten. Ein chinesischer Philosoph wurde gefragt, wie er eine Milliarde Menschen ernähren wolle und er meinte: Wieso fragt ihr nicht, wie ich zwei Milliarden Hände nutzen werde?

Die Lösung, was die Anzahl der Krankenhäuser angeht, ist, dass wir mehr Krankenhäuser bauen, dazu brauchen wir die Hilfe von Wohltätern. Alle Muftis in der arabischen Welt sind sich einig, dass dies eine Verwendungsmöglichkeit für die Almosen[2] sei. Bewegt Euch! Wir dürfen nicht dauernd auf die Regierung warten, denn wer animiert die Regierung zu solchen Leistungen? Sind das nicht wir? Wir sind diejenigen, die das tun müssen, und wenn wir sehen, dass die Regierung nichts macht, wieso handelst du dann nicht? Was wäre, wenn jeder von uns einen Teil übernehmen würde und wir fragen die anderen, ob sie mitarbeiten wollen. Wir dürfen nicht nur zuschauen. Wo bleiben die Männer und Frauen und die älteren Menschen? Wer hilft uns bei der Aufklärung?

Die Qualität der Arbeit in unseren Krankenhäusern: Ist sie gut oder schlecht?

Ich erzähle euch eine Geschichte. In einem der Krankenhäuser in der arabischen Welt wurden in der gynäkologischen Abteilung zwei Frauen aufgenommen: eine ältere und eine jüngere Frau, die erst seit zwei Jahren verheiratet war. Bei der älteren Frau sollte die Gebärmutter entfernt werden und bei der jüngeren sollte sie nur gereinigt werden. Was geschah, war genau das Gegenteil. Wo bleibt die gute qualitative Arbeit in unseren Krankenhäusern? Natürlich ist nicht alles schlecht. Wir haben spezialisierte und ehrenwerte Ärzte, aber wir dürfen uns nicht ständig nur Komplimente machen.

Wie waren die Krankenhäuser in der alten islamischen Zeit? Was ich euch jetzt erzählen werde, ist nicht aus einem Religionsbuch und nicht aus einem islamischen Buch, sondern aus einem deutschen Buch, das ins Arabische übersetzt wurde[3]. Das Buch berichtet über die Krankenhäuser im Islam. Es enthält einen Brief, den ein gefangener Kreuzritter aus Frankreich an seinen Vater schrieb, nachdem er aufgrund einer Verletzung ins Krankenhaus eingeliefert worden war: „Lieber Vater, du fragst mich, ob ich von dir Geld brauche? Ich erzähle dir folgendes, wenn ich aus dem Krankenhaus entlassen werde, bekomme ich neue Kleider und fünf Goldstücke, damit ich nicht gleich nach meiner Entlassung arbeiten muss, denn sie verbieten jedem, der entlassen wird, die Arbeit in der Erholungsphase und sie geben uns Geld, das wir während dieser Zeit ausgeben können. Also musst du dein Vieh nicht verkaufen, aber du musst schnell hierher kommen, um mich an diesem schönen Ort zu sehen, ich bin im Operationssaal. Ich wurde nach meiner Verletzung hierher transportiert und dem Oberarzt vorgestellt, dann bekam ich ein warmes Bad und es wurden mir neue Kleider angezogen, die ich mitnehmen darf, wenn ich entlassen werde. Hier wirst du auch eine riesige Bibliothek finden und einen Lesesaal und viele schöne und saubere Sachen. Die Betten so weich und weiß wie Seide. Lieber Vater, ich habe einen Nachbarn, der letzte Woche eine schwere Krankheit vortäuschte, damit er für einige Tage die leckeren Fleischschnitten bekommt, aber die Ärzte schöpften Verdacht und schickten ihn zurück nach Hause, nachdem ihnen klar wurde, dass er gesund war." So waren die Krankenhäuser in der alten islamischen Zeit.

Noch viel interessanter ist, wie die Lage eines Krankenhauses gewählt wurde. Als Ar-Rasi[4] danach gefragt wurde, wo das Krankenhaus in Bagdad gebaut werden sollte, schlug er vor, an verschiedenen Orten in der Stadt ein Stück Fleisch aufzuhängen. Wo die Verwesung am spätesten auftritt, dort wäre es am gesündesten und dort soll das Krankenhaus gebaut werden. Es ist das Al-Nasiri-Krankenhaus, heute eines der besten Krankenhäuser. Ein anderes Beispiel ist das Al-Demerdasch-Krankenhaus in Ägypten. Es war vorher ein Palast, der einer Frau namens Kut Al-Kulub Al-Demerdaschia[5] gehörte. Sie hat den Palast gespendet, um ihn in ein Krankenhaus umzuwandeln.

Wir haben zwei Probleme bei den Krankenhäusern: Die Quantität und die Qualität. Das Quantitätsproblem kann man lösen, indem mehr Krankenhäuser gebaut werden. Aber was ist mit der Qualität? Wir ersuchen unsere Regierungen, die Gesundheitsministerien in unseren Ländern und die Besitzer von Privatkrankenhäusern, ein System zur Überwachung der Qualität einzuführen. Wir brauchen ein System, das streng kontrolliert wird.

Lasst uns weiter über die Realität unserer Gesundheit reden:

Wir importieren für vier Milliarden Dollar Medikamente in die arabische Welt. Nach den Angaben der WHO waren es im Jahr 1996 noch 2,5 Milliarden. Das beruht darauf, dass wir keine Medikamente selber erfinden. Die internationalen Pharmakonzerne sind die Hersteller, wir dagegen verbrauchen nur. Vor 20 Jahren war die Zahl der Pharmafirmen 7000, heute beträgt sie nur noch 1000. Kennst du den Grund? Die Firmen schließen sich zusammen, um bessere Forschung zu machen. Bei uns mehren sich die Firmen, um mehr Geld zu verdienen, aber sie führen die Medikamente nur ein. Somit nehmen die Firmen im Westen an Stärke zu und bei uns werden sie immer schwächer. Wer überwacht die stetige Zunahme der Zahl der Pharmafirmen in unseren Ländern?

Wenn wir uns die Pharmaziestudenten anschauen: Sind die Pharmazieabsolventen Entdecker von Medikamenten? Was lernen sie? Die Absolventen sind eines von dreien:

Entweder sie absolvieren das Studium, um nachher Verkäufer in einer Apotheke zu werden. Aber wir fragen uns: Wurde er geschult? Ein junger Pharmazeut erzählte mir: Ein Patient mit Durchfall kam zu mir und ich las statt „Nimarol“ „Normalin“. Das erste wirkt gegen den Durchfall, während das andere ihn fördert.

Oder sie arbeiten als Pharmareferenten für eine internationale Firma: Sie werben für Medikamente, wobei ein Teil ihrer Arbeit darin besteht, umstrittene Methoden zu finden, um die Ärzte mit Geschenken und Reisen zu bestechen, damit sie das Medikament der Firma verschreiben.

Oder sie arbeiten in einer Pharmafirma, aber die Wirksubstanz kommt aus dem Ausland: sie bereiten das Rezept zu, mischen die Wirksubstanz mit den Zusatzstoffen und füllen sie ein, aber die Wirksubstanz wird nur selten in der arabischen Welt hergestellt. Das macht der Westen. Heute macht das auch noch ein anderes Land, das wir früher immer unterschätzten. Es wurde zu einem der großen Hersteller von Wirksubstanzen: Indien.

Stellt euch vor, wie unsere Situation aussieht. Gibt es keinen arabischen Pharmazeuten, der ein Medikament entdecken kann? Wo bleiben die Pharmazieprofessoren? Sie sollten die Studenten fördern! Reiche Unternehmer könnten Auslandsstipendien finanzieren. Ich kenne einen arabischen Pharmazeuten aus dem Irak. Er arbeitet für eine große Pharmafirma in England und entwickelt neue Medikamente. Er bedauerte, dass sein Land nicht von seinem Wissen profitierte und  war entschlossen, zurückzukehren, um seinem Land zu dienen. Als er zurückkehrte fand er keine Arbeit, weil in der arabischen Welt keine Arbeitsstelle für seine Tätigkeit existiert. Wie lange werden nur die anderen von unseren Fähigkeiten profitieren?

Wir wollen in 5 Jahren hundert junge Wissenschaftler, die Medikamente entdecken können, haben. Sie müssen einen starken Willen haben und sich im Ausland weiterbilden. Der Prophet (s)[6] pflegte zu sagen: „Oh Allah, behüte mich vor der Unfähigkeit und der Faulheit.“ Wir sind unfähig unsere Medikamente selbst herzustellen.

Als sich die Chinesen mit dem international hart umkämpften Pharmamarkt konfrontiert sahen, suchten sie nach Alternativen und mit chinesischen Kräutern hatten sie Erfolg. Wir haben auch eine Alternative: Die Medizin des Propheten (s)! Ibn Al-Qajim[7] verfasste das Buch „Sad Al-Ma’ad“, in dem er vom Propheten überlieferte Heilmittel beschrieb. Wer macht eine Doktorarbeit über diese Themen?

Ich zeige euch eine Tabelle mit einer Zusammenfassung der Lösungen unserer Probleme:

 

Regie­rung

Privat

Unter­nehmer

Lebens­gestal­ter

Pharma­zie-Pro­fessoren und Stu­den­ten

Wohltä­tig­kei­ten

Int. Or­ga­ni­sa­tio­nen

Aufbau von 50 Kranken­häusern

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*

 

Erstellen ei­nes Systems zur Qua­li­täts­kon­trol­le

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Herstellen ei­nes Viertels un­­se­­rer Medi­ka­mente

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*

 

 

*

 

 

Gesundheits­auf­klärung

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*

 

Wie können wir sicherstellen, dass unser Ziel erreicht wird?

1.Die Regierung ist keine Institution, die den Menschen übergeordnet ist, damit sie tut und lässt, was sie will. Die Regierung ist im Grunde für die Menschen da. Sie regiert die Angelegenheiten der Menschen auf Grund einer Bevollmächtigung von den Menschen selbst. Sowohl die Menschen als auch die Regierung sollen sich darüber im Klaren sein. Es muss klar sein, wer bei wem angestellt ist bzw. wer für wen arbeitet. Die erste Garantie dafür ist also, dass die Regierung die Menschen bzw. die Betroffenen über den tatsächlichen Stand der Dinge aufklärt und sie mit einbezieht. Sie soll z. B. bekannt geben, welche Krankenhäuser aufgebaut werden. Mit anderen Worten soll die Regierung die volle Wahrheit bekannt geben und am Ende des Jahres Bericht darüber erstatten, wie viel davon sie geschafft hat. Das funktioniert in der ganzen Welt so, warum tun wir es nicht ebenfalls in der Art und Weise?! Alles hat sich geändert und wir müssen uns ebenfalls ändern bzw. unsere Lage verbessern.

2.Den Menschen, sowohl den Männern als auch den Frauen, und besonders den Lebensgestaltern sind zwei wichtige Rollen zugeteilt: Zum einen die Ausführung des Lebensgestalterprogramms in den gesundheitlichen Aufklärungsgruppen, zum anderen dürfen keine Mängel oder Unzulänglichkeiten in der Ausführung unserer Ziele auftreten, ohne dass wir sie verfolgen und beseitigen. Das könnte zum Beispiel erfolgen durch das Senden von Beschwerden an die zuständigen Behörden, die Aufforderung der Regierung, dass sie die vereinbarten Ziele und Pläne ausführt, und die Beobachtung der Ausführung bzw. des Fortschritts in der Ausführung der Ziele.

Nun kommen wir zu der Idee der gesundheitlichen Aufklärungsgruppen. Wie diese Idee realisiert wird, erfahrt ihr von einem jungen Spezialisten, der als Arzt in England tätig ist, Dr. Tamer Scherbini, der auch Mitglied des englisch-amerikanischen Chirurgenkollegiums ist. Er wird euch die Idee der gesundheitlichen Aufklärungsgruppen erklären.

Dr. Tamer Scherbini:

Das Ziel des Projekts ist ganz einfach der Schutz und die Bewahrung der Gesundheit der Menschen, die das Kapital unserer Nation sind. Wie Herr Amr Khaled sagte, wollen wir eine gesundheitliche Aufklärungsaktion starten. Bisher war immer das Problem, dass die Ärzte und die Spezialisten im Allgemeinen viele Fachbegriffe verwenden und sich auf komplizierte Art und Weise ausdrücken. Als Folge dessen fällt es den einfachen Menschen schwer, das Gemeinte zu verstehen. Deshalb werde ich im Folgenden versuchen, das Ganze etwas vereinfacht zu erklären.

Zunächst will ich die Bedeutung der gesundheitlichen Aufklärung definieren. Gesundheitliche Aufklärung bedeutet die Änderung falscher Gewohnheiten, Denkweisen und Praktiken, damit man seinen Körper vor bestimmten Erkrankungen schützt. Der Fachbegriff für diesen Sachverhalt heißt „die vorbeugende Medizin“. Wir wollen hier einen kleinen Schritt machen, der den Anfang für viele weitere Schritte darstellen wird, und der dazu beiträgt, dass du deine Gesundheit schützt sowie die der anderen, indem du die anderen über die vorbeugende Medizin aufklärst. Dieser Schritt wird also auf Dauer eine tiefe Wirkung haben. Bei dieser Aufklärung werden wir Video-Aufnahmen, CDs sowie neue Methoden wie etwa Theatervorführungen, Poster, Schilder, Kassetten u.a. einsetzen. Diese Werkzeuge sollen helfen, wenn gerade keine Ärzte für die Beratung und Aufklärung zur Verfügung stehen.

Wie fangen wir an? Jeder, der über Willenskraft verfügt, kann anfangen, indem er versucht, Gruppen aus seinen Verwandten, Nachbarn, Freunden und Kollegen zu bilden. Die Gruppenmitglieder sollen sich auf der Webseite www.amrkhaled.net  registrieren, damit sie sich mit anderen Mitgliedern zusammenschließen und Ideen austauschen können. Darüber hinaus sollen die Mitglieder Partnerschaften mit anderen Ärzten oder den zuständigen Institutionen wie etwa dem Roten Halbmond und Universitäten aufsuchen und mit ihnen zusammenarbeiten. Die Schulen können eine sehr wichtige und große Rolle bei der Verbreitung der gesundheitlichen Aufklärung spielen. Dies gilt ebenfalls für die Bibliotheken. Welche Rolle sollen die Gruppen denn spielen? Zunächst werden wir sie schulen und ausbilden. Hierfür werden wir mit großen und internationalen Institutionen zusammenarbeiten wie der Internationalen Gesundheitsorganisation, dem Gesundheitsministerium von Katar, sowie mit Spezialisten aus Großbritannien, Kuwait, Bahrain, Palästina und Saudi-Arabien.

Im Grunde seid ihr also diejenigen, die die Aufklärungsaktion durchführen werdet. Wir werden euch übers Internet mit Materialien, Mitteln, Werkzeugen, Formularen, Broschüren und Büchern ausstatten, außerdem werden wir euch moderne Methoden wie Videos, CDs, Internet usw. zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden wir den Gruppen die Möglichkeit anbieten, ihre Ideen wie etwa die Erstellung von Diskussionsforen, Vorführungen, Präsentationen u.a. zu realisieren. Dies bietet der Jugend die Möglichkeit an, kreativ zu denken. Wichtig ist vor allem, uns darauf zu einigen, dass wir die Entwicklung und den aktuellen Ablauf unseres Arbeitsprogramms per Internet regelmäßig verfolgen, damit wir unsere Arbeitsschritte abstimmen können. Unser Arbeitsprogramm deckt verschiedene Themen ab, die von den nicht ansteckenden Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck und Diabetes) bis zum Thema Wasserreinigung reichen. Am Ende jedes Themas werden wir einen Projektplan ausarbeiten und besprechen, wie dies ausgeführt werden kann.

Einige werden sich fragen, wozu das Ganze? Denn, wie Amr Khaled sagte, die Bemühungen der Regierungen allein reichen nicht aus, um unsere Ziele zu erreichen.  Deshalb brauchen wir diese Arbeitsgruppen, besonders da es nicht nur darum geht, welche Dienste die Regierungen uns zur Verfügung stellen, sondern vielmehr um einen Mentalitätswechsel und demzufolge um eine Änderung der Verhaltensweise der Individuen. Dies kann nur geschehen, wenn jede Person zunächst an sich selbst arbeitet und dann versucht zur Aufklärung anderer Menschen beizutragen. Erst dann können die Regierungsdienste sinnvoll eingesetzt und positive Wirkung erzielt werden. Daher brauchen wir 50 Arbeitsgruppen in den nächsten 2 Wochen. Also registriert euch und bildet die Gruppen, und wir werden, so Gott will, auf eure Anfragen, Anregungen und Ideen eingehen. Möge Allah uns Erfolg gewähren. Allahs Friede sei mit Euch!

Herr Amr Khaled setzt seine Rede fort:

So, um zusammenzufassen: Wir wollen innerhalb der nächsten 2 Wochen 50 Arbeitsgruppen für das Gesundheitsprojekt bilden. Die Internationale Gesundheitsorganisation wird die Ausbildung der Gruppen betreuen.

Alle 2 bis 4 Wochen werden wir uns auf die Bekämpfung bestimmter Erkrankungen einigen. Außerdem werden wir alle 6 Monate die besten Gruppen auswählen, um mit ihnen zu besprechen, wie der Arbeitsplan und dessen Ausführung optimiert werden könnte.

Denkt ihr, dass dies nicht machbar ist? Was haltet ihr denn davon, dass dieser Plan schon einmal realisiert wurde und sich als großer Erfolg erwiesen hat? Heute haben wir hier 2 Personen, Ahmed und Du’aa, die die erste Arbeitsgruppe in Al-Mansura (Ägypten) gebildet haben. Ahmeds und Du’aas Gruppe besteht aus 40 Personen, und die Anzahl der Menschen, die mit ihnen zusammengearbeitet haben, beträgt etwa 900. Außerdem luden gestern die Dekane der arabischen Medizinfakultäten diese Gruppe ein, damit sie ihre Ideen und Anforderungen darstellen können. Laßt uns hören, wie Ahmed und Du’aa angefangen haben:

Ahmed und Du’aa berichten:

Wir sind eine Gruppe Jugendlicher an der Al-Mansura-Universität. Wir wollen zur Entwicklung unserer Länder beitragen. So hat Allah uns zu diesem Gesundheitsprojekt geleitet. Da es um eine Entwicklung geht, benötigten wir Partnerschaften und Betreuer. Also haben wir angefangen, unsere Ideen und Ziele festzulegen, wobei wir versucht haben, kreativ zu denken. Der Schwerpunkt unseres Projekts liegt darin, dass wir gesundheitliche Aufklärungsveranstaltungen starten wollen. Die Idee ist wie ein Baum. Wir sollen in unserer arabischen Welt einen Baum pflanzen, der mit wichtigen und einfachen Informationen zu wachsen beginnt. Dieser Baum wird weiter wachsen und alle arabischen Länder werden davon profitieren. Wir haben einige Informationen vom Gesundheitsministerium bekommen, sie auf ein Poster gedruckt und 6000 Kopien davon verteilt, wobei uns, Gott sei Dank, 900 Menschen geholfen haben.

Amr Khaled:

In diesen Jugendlichen steckt so viel Güte, deshalb wird diese Nation nie sterben, solange diese Menschen da sind. Alles, was unsere Nation benötigt, ist jemand, der ihr den Weg zeigt, damit sie ihre verborgene Güte zeigen und sinnvoll einsetzen kann.

Noch eine weitere gute Nachricht ist, dass der Dekan der Fakultät für Ingenieurwissenschaften das Projekt der Bepflanzung der Dächer genehmigt hat, und es wird dort ausgeführt.

Wir werden mit Gottes Hilfe für unsere Länder und Nation leben. In der nächsten Folge werden wir uns, so Gott will, mit den Ärzten treffen.

Allahs Friede und Segen sei mit euch.

As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh.

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