Der Charakter
SUNNAA’ AL-HAYAT
Lebensgestalter
Die Landwirtschaft
Lob
sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten und
seinen Gefährten Heil.
Willkommen zu einer neuen Folge der Lebensgestalter.
Wisst ihr, was wir bei den Lebensgestaltern machen? Zum einen sprechen wir über
die Industrie, zum anderen über handwerkliche Tätigkeiten. Wir setzen aber nicht
nur diese Ideen zusammen, verglichen mit dem Puzzle, das wir zusammensetzen, bis
das Bild vollständig wird. Wir nennen diese Zusammenfügung vielmehr das „Bild
des Aufschwungs“.
Zuerst fangen wir mit der Industrie an, dann fällt uns auf, dass wir die
handwerklichen Tätigkeiten hinzufügen müssten. Und dann noch die Landwirtschaft.
Wir behandeln keine zusammenhangslosen Themen. Jedes Mal sprechen wir über ein
neues Thema, dieses das vorherige ergänzt.
Sie sagen: „Worüber spricht er eigentlich? Das bringt uns durcheinander!“ Ich
spreche über 11 Bereiche. All diese 11 Bereiche gehören zum Aufschwung. Wir
zeichnen ein Bild: Wie wollen wir unsere Länder nach 20 Jahren haben? Das Bild
begann, als wir von euch verlangten, uns eure Träume zu schicken und eure Stimme
abzugeben. Ich wollte wissen, wie ihr euch eure Länder in einigen Jahren
vorstellt. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass die Träume wahr werden.
Ich fragte mich stets, ob sich die Leute tatsächlich für ihre Träume
interessierten? Doch wenn ich eine Million Gedanken und eine Million Vorschläge
bekomme, bedeutet das, dass sich die Leute danach sehnen und Interesse hätten.
Ich möchte hier noch etwas Anderes erreichen. Ich gebe den Jugendlichen eine
Aufgabe, die sie am Jüngsten Tag vor Allah zeigen müssen. Ich versuche ihnen
diese Verantwortung spüren zu lassen. Wisst ihr Jugendlichen, was ich mache? Ich
trage eine Fahne. Ich zeige euch den Weg. Ich erkläre diesen Weg und verbinde
ihn mit unserer Religion. Wie in den letzten Folgen mit der „Handwerklichen
Tätigkeit“ und den „Kleinen Projekten“. Wir brauchen das für unsere Länder,
unsere Religion und unsere Nation. Tragt ihr Verantwortung?
Heute werde ich euch eine neue Verantwortung übertragen. Ich weiß, dass wir viel
Verantwortung auf unseren Schultern tragen. Deshalb werden wir nach der heutigen
Sendung eine Frist festlegen, damit die Leute das, was wir gesagt haben,
durchführen können. Ich mache hier nicht nur Folgen oder ein Fernsehprogramm,
sondern ein Projekt für unsere Nation.
Heute sprechen wir über die Landwirtschaft. Die Landwirtschaft ist ein großes
Thema, deshalb benötigt sie auch einige Folgen. Heute ist nur der Anfang. Das
Thema hat viele Puzzlestücke, die wir zusammensetzen müssen, damit wir das Bild
der Landwirtschaft erkennen können. Ich beginne heute mit zwei Informationen.
Wie lauten nun diese zwei? Die erste ist: Die Faktura der Nahrungsmittel der
arabischen Welt. Wie viel bezahlen wir für die importierten Produkte im Bereich
der Landwirtschaft, wie Weizen, Zucker und Speiseöl? Jene drei Nahrungsmittel,
die wir am meisten importieren. Und das sind die drei Hauptbestandteile von
anderen Nahrungsmitteln. Der Preis für unsere Nahrungsmittel in der arabischen
Welt ist sehr hoch und wir alle bezahlen ihn. Wie hoch sind wohl die Kosten? Im
Jahr 1993 gab es dazu einen Bericht. Versuche, dir das vorzustellen! Wie viel
war es? 1993 waren es 23 Milliarden Dollar. Wie viel waren es 2003? Was wurde
aus den 32 Milliarden? 28, 27, 26? Nein, 2003 waren es 37 Milliarden Dollar.
Stell dir diese Steigerung vor!
Da gibt es noch die zweite Information. Was mache ich hier eigentlich? Ich zeige
euch Jugendlichen und Frauen die Wahrheit. Die zweite Feststellung, die auch
ganz klar der Wahrheit entspricht, lautet: Wie groß ist die Fläche der
arabischen Welt im Vergleich zur Fläche der ganzen Welt? Wie groß ist die
landwirtschaftliche Fläche der Erde? Die Fläche der arabischen Welt beträgt 10%
der ganzen Welt. Sie beträgt 1402 Millionen Hektar. 10% ist zu wenig. Die Fläche
unserer Erde ist nicht groß. Passt auf! Das meiste ist Wüste, unfruchtbare Erde.
Wir besitzen nur 10%, so wenig, und der größte Teil dieser 10% sind auch noch
unfruchtbar. Wie ist der Anteil der fruchtbaren Erde im Vergleich zur Fläche der
arabischen Welt? Die fruchtbare Erde macht nur 14% der Fläche der arabischen
Welt aus.
Dein Glauben ist schwach. Du bist nicht gläubig? Wo ist dein Vertrauen in Gott?
Wo ist deine Liebe zu Ihm? Mit diesen Sendungen möchte ich nicht, ein schlechtes
Bild hervorrufen, ich möchte nur, dass wir die Wahrheit der Tatsachen sehen. Wir
werden dieses Problem verändern, weil wir Hoffnung auf Allah haben und weil wir
uns auf den richtigen Weg bewegen möchten. Ich stelle euch eine Frage: Nimmt die
Fläche der Erde zu oder nimmt sie ab? Ich antworte nicht darauf. Ich meine nach
20 Jahren, wie sehen dann die Fakten aus? Die Experten sagen: Wenn der Anteil
fruchtbarer Erde abnimmt und die Wüsten sich weiter verbreiten, wird der Anteil
der fruchtbaren Erde von 27% auf 7% sinken. Wie hoch wird dann der Preis der
Nahrung, die wir aus dem Ausland importieren werden?
Was ist unser Traum? Wir möchten das Bild des Aufschwungs zeichnen. Was sehen
wir auf diesem Bild? Wir sehen 197 Millionen Hektar, auf denen ohne Ausnahme
angebaut wird. Wir denken auch an die unfruchtbare Erde und wie sie zu
fruchtbarer Erde umgewandelt werden kann. Was ist also der Traum? Der Traum wäre
der Sudan. Der Sudan würde der ganzen arabischen Welt Nahrung liefern, auch die
Libysche Wüste, die sich westlich des Nils erstreckt und zwei Drittel der Fläche
Ägyptens einnimmt, auf Ölfelder liegt und wegen der Minen nicht bebaubar ist.
Was ist der Traum? Der Traum betrifft vieles in der arabischen Welt. Aber den
großen Traum können wir jetzt mit den Lebensgestaltern nicht verwirklichen. Das
ist die Aufgabe der Regierungen. Die Regierungen brauchen die Unterstützung der
Völker und unsere Hilfe. Ich kann hier nicht euch oder den Zuschauern
versprechen, dass wir die Erde vom Sudan bebauen werden. Ich kann das nicht
sagen, obwohl die Jugendlichen mir diesen Traum geschrieben haben. Ich weiß,
dass dieser Traum der erste ist. Was ist die Lösung? Mit der Lösung beginnen
wir, ich und du. Die Lösung beginnt bei dir, deiner Mutter, deiner Großmutter,
bei mir, meinem Kind, meinem Vater, ….
Also, was machen wir? Wir machen etwas, das die Idee vom Anbau in uns festigt.
Was möchte ich eigentlich machen? Ich will ein Projekt starten. Ich spreche
heute nicht über alle Landwirtschaftsaktionen, vielleicht in der kommenden
Serie, oder auch dann nicht. Ich möchte ein Projekt starten, das in der
Landwirtschaft den ersten Schritt erzielt. Was bedeutet das? Wir entwickeln bei
den Menschen den Gedanken, dass unsere Nahrung schätzenswert ist und unser
großer Traum der Anbau auf unserer Erde ist. Ich fange damit an. Wenn ich
anfange, beginnen die anderen Völker und die anderen in unserer Nation. Dann
bemerkt die Regierung, dass das Volk sich für die Frage der Landwirtschaft
interessiert. Ich suche nach etwas Kleinem. Wenn wir das schaffen, verwirklicht
sich auch der große Traum. Das kann nicht passieren, bevor wir selbst beginnen.
Wir müssen beweisen, dass es uns mit dem Anbauprojekt ernst ist. Wir haben vor
dem Beginn der dritten Stufe gesagt, dass alles, was wir bei den
Lebensgestaltern gemacht haben, ein Beweis für unsere Ernsthaftigkeit ist. Gehen
wir weiter oder nicht? Diese Sendung ist der Beweis, ob wir die Frage der
Landwirtschaft ernst nehmen.
Habt ihr Jugendlichen keine großen Träume? Haben nicht etwa 70.000 Jugendliche
an mich geschrieben? All die erhaltenen Briefe sind eine Verantwortung. Ich sage
euch, es ist ein Versprechen vor Allah, wenn ihr mir eure Träume schickt. Ihr
schreibt über den Anbau vom Sudan, über die Libysche Wüste in Ägypten und die
Minen. Bevor wir diese zwei Themen behandeln, sollten wir zuerst unseren Ernst
beweisen. Meine Damen und Herren, Mütter und Väter, das Projekt heute ist eine
Verantwortung auf Ihren Schultern.
Ich sehe die Zukunft der arabischen Welt. Wie sieht sie aus? Wenn diese Idee
Erfolg hat, werden sich vieles in der Landwirtschaft verändern.
Entschuldigt die lange Einführung. Ich möchte nun direkt über das Projekt
sprechen. Es ist ein Projekt, an dem wir alle teilnehmen können, die ganze
arabische Welt: Algerien, Tunesien, Ägypten, Libyen, Jemen und die Golfstaaten.
Es ist ein Projekt, das für alle Menschen günstig ist: für die Großeltern, die
Frauen, die Jugendlichen, die Studenten an der Uni und die Kinder in der
Grundschule. Diese Kinder schreiben an mich per Email über www.amrkhaled.net und
fragen mich: „Warum sprecht ihr nicht über uns? Gehören wir nicht zu euch?“ Ich
habe mich sehr darüber gefreut, denn diese Kinder werden später noch leben und
das essen, was wir anbauen werden, nicht nur das, was wir in der Erde pflanzen,
sondern auch das bei den Lebensgestaltern. Deshalb ist dieses Projekt für alle
Menschen günstig. Was ist denn das für ein Projekt? Das ist etwas Neues: Der
Anbau ohne Lehmboden. Unsere Erde besteht aus Wüste. Wir haben 197 Millionen
Hektar, die wir bepflanzen wollen. Lasst uns zuerst das probieren! Lasst uns die
Erde ohne Lehmboden bepflanzen.
Das
Projekt
Haltet euch bereit, denn es handelt sich hier um eine neue Idee, nämlich den
Anbau ohne Erde. Besteht unser Land denn nicht aus 197.000.000 Hektar Wüste,
die wir bebauen wollen? Also lasst uns zunächst damit anfangen, ohne Erde
anzubauen. Damit meine ich das Bepflanzen von Hausdächern, Gebäuden, Schulen und
Balkons.
Wie
funktioniert das?
Mit der heutigen Aktion wird erklärt, wie das geht, deshalb haben wir uns heute
gesammelt. Nur etwas Geduld, und ich werde euch von den Zielen des Projekts und
seiner Bedeutung erzählen. Aber bevor ich dies tue, möchte ich zunächst darüber
berichten, was der Koran über den Ackerbau sagt. Schließlich beruht unsere
Kultur, wie jede Nation der Erde, die durch ihre eigene Kultur gekennzeichnet
ist, auf unserer Religion und unserem Glauben, was wiederum durch den Koran
bestimmt wird. Nun zeige ich euch, wie der Koran die Anbaumethodik erklärt und
großen Wert darauf legt.
Seht, wie es im folgenden Koranvers heißt:
[Das
Gleichnis derjenigen, die ihr Vermögen auf dem Weg Allahs ausgeben, ist wie das
Gleichnis eines Samenkorns, das sieben Ähren wachsen lässt, in jeder Ähre
hundert Körner. Und Allah vervielfacht es, wem Er will. Und Allah ist
Allumfassend, Allwissend.]
(2:261).
Seht ihr, womit Allah die Menschen, die ihr Vermögen auf dem Weg Allahs
ausgeben, vergleicht, und wie groß ihre Belohnung aussehen wird?
Seht auch, wie Allah den Glauben mit dem Universum verbindet:
[Habt
ihr betrachtet, was ihr aussät? Seid ihr es, die es wachsen lassen, oder lassen
Wir es wachsen?]
(56:63-64).
Seht, wie die Beziehung hergestellt wurde. Ein weiterer Vers, der Allahs Macht
über das Universum zeigt, lautet:
[Und ein
Zeichen ist ihnen die tote Erde. Wir beleben sie und bringen aus ihr Korn
hervor, von dem sie essen.]
(36:33).
Also, wer belebt die Pflanzen? Wer belebt die vielen Wüstenländer in den
arabischen Nationen? Seht, wie der Koran den Glauben mit der Landwirtschaft
verbindet!
Hört nun, was Allah im folgenden Vers sagt:
[Und Wir
haben auf ihr Gärten mit Dattelpalmen und Beeren angelegt, und Wir ließen
Quellen aus ihr entspringen, damit sie von ihren Früchten essen; und ihre Hände
schufen sie nicht. Wollen sie da nicht dankbar sein?]
(36:34-35).
Seht ihr, womit die Dankbarkeit gegenüber Allah verbunden ist? Mit dem Ackerbau!
Seht, wie wichtig das Bepflanzen ist!
Hört den nächsten Vers über den Ackerbau:
[So soll
der Mensch doch seine Nahrung betrachten. Siehe, Wir gossen das Wasser in Fülle
aus. Alsdann spalteten Wir die Erde in wunderbarer Weise und ließen Korn in ihr
wachsen und Reben und Gezweig und Ölbäume und Palmen und dicht bepflanzte
Gartengehege und Obst und Futtergas als Versorgung für euch und euer Vieh.]
(80:24-32).
Eine große Anzahl von Koranversen konzentriert sich auf dasselbe Thema, nämlich
den Zusammenhang zwischen Ackerbau und Glauben, dem Ackerbau und Allahs Macht
über das Universum, dem Ackerbau und Allahs Belohnung usw. Es gibt jedoch noch
einen anderen Aspekt, der von großer Bedeutung ist. Hört, was Allah, der
Erhabene, im folgenden Vers sagt:
[Hätten
aber die Bewohner (jener) Städte geglaubt und wären sie gottesfürchtig gewesen,
so hätten Wir ihnen ganz gewiss die Segnungen von Himmel und Erde eröffnet…]
(7:96).
Was
bedeutet das?
Das bedeutet, dass wenn ihr glaubt und gottesfürchtig seid, Allahs Segnungen auf
euch herabkommen werden. Es besteht also wiederum ein Zusammenhang zwischen dem
Glauben und der Landwirtschaft. Solange du gottesfürchtig bist, werden deine
Pflanzen wachsen, und wenn deine Gottesfurcht nachlässt, werden deine Pflanzen
sterben.
Alles, das wir bisher gesagt haben, bezieht sich auf Landwirtschaft und Nahrung.
Es gibt aber einen weiteren erstaunlichen Aspekt des Ackerbaus. Betrachtet den
folgenden Vers:
[Wer hat
denn Himmel und Erde geschaffen und euch vom Himmel Wasser herabkommen lassen?
Damit haben Wir herrliche Gärten wachsen lassen, deren Bäume ihr nicht wachsen
lassen könntet…]
(27:60).
Was? „herrliche Gärten“? Im Koran steht also, dass der Ackerbau nicht nur eine
wirtschaftliche Angelegenheit ist, damit wir was zum Essen und weniger Kosten
haben, sondern er trägt auch zur Verfeinerung unseres Sinnes für Schönheit und
zur Pflege unserer Empfindsamkeit und unseres Feingefühls bei, denn das ist
ziemlich wichtig bei der Gründung und Entwicklung jeder Zivilisation und Kultur.
Was das Schönheitsgefühl und die Empfindsamkeit in den arabischen Ländern
betrifft, könnt ihr das sowohl in den Satelliten- und Fernsehprogrammen und
Videoclips erkennen, aber auch in der Art und Weise, wie die Menschen sich
anziehen, sprechen, usw. Da bemerkt ihr, wie unser Feingefühl und Sinn für
Schönheit immer mehr sinkt.
Allah wollte uns also sagen, dass der Ackerbau nicht nur mit der Wirtschaft und
Nahrung zu tun hat, sondern auch mit der Erziehung unseres Feingefühls und dem
Sinn für Schönheit.
Habt ihr denn nicht bemerkt, dass die meisten Weltkulturen in der Nähe von
Flüssen gebaut und auf den Ackerbau konzentriert waren? Denn die Landwirtschaft
spielt eine große Rolle bei der Förderung unseres Feingefühls und des
Kreativitätsvermögens. Wenn du Allahs Macht und Kreativität im Universum
betrachtest, erweitert dies dein Vorstellungs- und Kreativitätsvermögen. Deshalb
gibt es zahlreiche Koranverse, die sich mit der Landwirtschaft beschäftigen.
Wir widmen uns also der Landwirtschaft, denn sie hat nicht nur mit Essen und
Trinken zu tun, sondern genauso gut mit der Förderung von Feingefühl,
Schönheitssinn und Kreativitätsvermögen unserer Kinder.
Nun werde ich mit dem heutigen Projekt beginnen: Das Bepflanzen der Haus- und
Schuldächer. Ich werde euch die Projektziele erklären und euch sagen, warum wir
das machen. Wie das Projekt jedoch im Detail durchgeführt wird, werdet ihr von
Fachleuten erfahren, die euch gerne beraten, denn das ist nicht meine
eigentliche Aufgabe beim Projekt.
Was sind
die Ziele des Projekts?
Das Projekt hat zahlreiche Ziele. Wir wollen uns aber auf die Aufgabe einigen,
dass jeder in unseren arabischen Ländern ein Hektar Land in seinem Wohnviertel
bepflanzen soll.
Wenn jeder dies tut, wird unser großer Traum (der Anbau auf 197.000.000 Hektar
Wüste) wahr. Dafür muss jeder, der es sich leisten kann, damit beginnen, die
Dächer unserer Häuser und Schulen zu bepflanzen. Wir werden mit diesen kleinen
Flächen anfangen, und dann werden diese Flächen immer größer. Stellt euch vor,
was wir erreichen könnten, wenn die bepflanzten Flächen
sich so verbreiten, dass sie alle Straßen und Häuser umfassen, und dass alle
Menschen, Frauen, Männer und Jugendlichen, daran teilnehmen. Erst dann wird der
große Traum nicht mehr ein Traum, sondern Realität sein.
Zu den Früchten dieses Projekts gehört folgendes:
1. Die Wüsten werden wiederbelebt, und wir werden große Fortschritte in der
Landwirtschaft erzielen.
2. Die Förderung des Sinnes für Schönheit, Feingefühl und Kreativität bei
unseren Kindern und den nächsten Generationen, denn dies ist einer der
Hauptfaktoren des Erfolgs jeder Nation.
Der Prophet Dawud (a.s.[1])
hatte einen tiefen Sinn für Schönheit, und deswegen gründete er eine der größten
Kulturen der Menschheitsgeschichte. Alle Propheten berichteten, dass Gott Dawud
(a.s.) eine der wunderschönsten Stimmen schenkte. Wie konnten sie dies denn
wissen, ohne einen Sinn für Schönheit zu haben? Alle Kulturen, die eine große
Entwicklung erreichten, verfügten über einen Sinn für Schönheit und guten
Geschmack. Allein dieses Ziel ist das schönste an unserem Projekt. Wenn unsere
Kinder und Jugendlichen einmal gespürt haben, was wirklich schön ist, werden sie
zum Beispiel nicht mehr ein schlechtes Lied anhören können. Seht, wie die Jugend
nach einem Jahr ihren Kleidungsstil ändern wird. Das ist kein Witz, später
werdet ihr das sehen.
Wenn du immer im Auge behältst, dass deine Pflanzen nur durch aufrichtige
Gottesfurcht wachsen, wirst du Allahs Nähe andauernd spüren. Das dritte Ziel ist
also folgendes:
3. Allahs Nähe, und die Seines Propheten (s)[2]
spüren. Man wird immer daran denken: „O Allah, wie schön ist Deine Schöpfung!“
4. Du wirst dein eigenes Brot durch die Arbeit mit eigenen Händen verdienen.
Denn wie der Prophet Muhammad (s) sagte:
„Es gibt keinen besseren Lebensunterhalt für Adams Sohn (d.h. die Menschen), als
der, der mit der Arbeit der eigenen Hände verdient hat.“
Im Westen zum Beispiel, muss jedes Wohnviertel über einen Garten verfügen, um
die Menge der Abgase und Umweltverschmutzung geringer zu halten. Dies führte
dazu, dass sogar die Preise der Häuser in einem Wohnviertel ohne Garten stark
sinken, d.h. Häuser in Wohnvierteln mit Gärten verkaufen sich wesentlich besser
als die in Wohnvierteln ohne Gärten.
Manche werden wohl fragen: Und was soll das Bepflanzen der Dächer diesbezüglich
bringen? Jeder gepflanzter Kubikmeter reinigt ca. 100 Gramm Luft. Darüber hinaus
deckt jeder Kubikmeter Pflanzen den Bedarf der Menschen an Sauerstoff. Kannst du
dir die Auswirkung dieses Projekts nach einem Jahr vorstellen? Wie schön und
sauber werden unsere Straßen?
5. Ein weiterer Aspekt dieses Projekts hat mit der Gesundheit unserer Nation zu
tun.
Beklagen wir uns denn nicht ständig, dass wir und unsere Kinder Gemüse essen,
die voller Konservierungsmittel, Hormone und Insektizide sind? Seht ihr, wie
Krankheiten unter kleinen Kindern sich gerade deswegen immer mehr verbreiten?
Merkt ihr nicht, dass Krebs sich immer mehr ausbreitet und immer mehr Menschen
schon in ihren 30er oder 40er Jahren davon betroffen sind?
Denkt über die folgenden Überlieferungen des Propheten Muhammad (s) nach:
„Der
starke Gläubige ist Allah lieber als der schwache Gläubige…“
und
„Wer auch immer von euch (morgens) seelisch und körperlich gesund aufwacht und
dessen Lebensunterhalt für diesen Tag gesichert ist, ist so, als wenn er im
Besitz der ganzen Welt wäre.“
Seht ihr, welch großen Wert Allahs Gesandter (s) auf die Gesundheit und ein
gesundes Leben legt?
Wie ich in der ersten Sendung gesagt habe: Dies ist ein Projekt zur Gestaltung
des Lebens, und wer daran teilnehmen will, der wird Allah und seinem Gesandten,
dem Gesandten des Lebens, darauf die Hand geben. Jeder Teilnehmer wird sich am
Aufschwung dieser Nation beteiligen. Wollen wir also diesen Bund mit Allah und
seinem Gesandten schließen und versuchen, einen Aufschwung zu erreichen?
Manche werden sagen: „Handwerkliche Tätigkeiten sind nicht mein Ding! Also weiß
ich nicht, wie ich dazu beitragen kann. Außerdem gibt es niemanden, der mir
dabei helfen könnte. Ich will aber helfen.“ Dem werde ich sagen: „Also gut, wenn
du nicht in der Lage bist, bei dem Projekt der kleinen Projekte zu helfen, wie
wäre es mit dem Pflanzen-Projekt? Warum hilfst du nicht beim Bepflanzen und dem
Anbau in unseren arabischen Ländern? Für dieses Projekt reicht es, wenn du
alleine arbeitest. Dieses Projekt ist für uns alle geeignet. Jeder kann etwas
dabei tun und dazu beitragen.“
Wollt ihr noch weitere Vorteile wissen? Dieses Projekt ist nicht ganz neu; es
wurde bereits in den Golfländern durchgeführt. Es ist unter der Betreuung des
ägyptischen Instituts für Landwirtschaftliche Forschung zustande gekommen.
Es mag sein, dass einige Umstände die Durchführung dieses Projektes verhindern
können. Der Hausbesitzer hat euch zum Beispiel keine Erlaubnis erteilt. In
solchen Fällen kannst du mit dem Bepflanzen deines Balkons anfangen. Die
Durchführung des Projekts selbst ist nicht das Problem, sondern die Regeln und
Gewohnheiten, die wir selbst gemacht haben. Diese Regeln sollten aber kein Grund
dafür sein, dass wir deswegen den Kopf hängen lassen und sagen: „Das ist
schwierig, das geht nicht.“ Doch, das geht, es geht!
Ich werde das Wort an den Fachberater Dr. Osama Al-Behairy, dem
wissenschaftlichen Mitarbeiter an der Fakultät für Landwirtschaft der
Ain–Shams-Universität, übergeben, damit er euch erklärt, wie das geht. Dr.
Behairy hat dieses Projekt vorbereitet, und heute ist er hergekommen, um das
Projekt vorzustellen.
Ich danke Ihnen, Dr. Osama, und bitte Sie um Ihr Wort.
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Ich möchte gerne damit
beginnen, mich bei den Lebensgestaltern dafür zu bedanken, dass sie dieses
Projekt übernommen haben. Dieses Projekt hat als Traum angefangen, ein Traum,
der die Persönlichkeit der Ägypter in den nächsten 10 Jahren verändern soll.
Das Projekt bedeutet nicht nur, irgendetwas anzupflanzen, was wir zum Essen
brauchen. Das Projekt hat zu 90% andere, unsichtbare Vorteile. Begonnen hat das
Projekt in Ägypten. Wir wünschen uns, dass es sich in den arabischen Ländern
verbreitet, besonders, weil es bei uns sehr viele Wüstengebiete und einen Mangel
an Wasser gibt, auch die Industrie nimmt sehr viel Raum ein.
Mit dem Projekt, die Dächer zu bebauen, kann man sehr viel Wasser sparen. Ein
Kilo Tomaten zum Beispiel, das auf dem Feld angebaut wird, braucht 300 Liter
Wasser. Wenn wir keine Erde benutzen, braucht man dafür nur 3 Liter Wasser.
Seht, wie viel man sparen kann! Es gibt Leute, die Angst haben, weil man viel
ausgeben muss, und die befürchten, dass sie zu einem Bauernhof gehen müssen und
verschiedene Geräte dafür benötigen würden. Aber es ist ganz einfach. Sogar ein
kleines Kind kann das machen, und was man dazu braucht, kann man im Supermarkt
kaufen. Wir werden einen Vortrag halten, um diese Idee den Leuten näher zu
bringen und es ihnen damit einfacher zu machen. Es ist eine einfache Technik,
die wenig Aufwand und wenig Zeit benötigt.
Was ist gemeint mit dem Bebauen der Dächer? Gemeint ist, dass man Teile des
Daches ausnutzen kann, um verschiedene Gemüsesorten anzubauen und damit die
Familie zu ernähren. Man kann aber auch Obst, Zierpflanzen, Heilpflanzen,
Duftpflanzen und Blumen pflanzen. Auf diese Weise kann man die Balkone und
Dächer nutzen, um etwas anzubauen. Das bedeutet, dass ich alle Arten von
Erntegut erhalte, die ich brauche. Ich kann all meine Bedürfnisse erfüllen. Ich
spare damit Geld und auch Energie, weil ich nicht in den Markt gehen muss. Ich
brauche kein Auto, um das Gemüse vom Bauernhof zum Markt oder vom Markt zum
Verkäufer zu bringen, das ganze Geld bleibt in meinem Geldbeutel.
Wieso
dann die Dächer bebauen?
Wir wissen, dass in den Städten und besonders in Großstädten alles nur noch aus
Beton und Zement besteht. Das war alles einmal fruchtbares Land, aber durch den
ganzen Zement ist es nicht mehr fruchtbar. Es gibt mehr Gebäude, und das Grün
wird weniger. Wir als Menschen brauchen Sauerstoff. Es kann sein, dass du manche
Leute beim Morgengebet siehst, sehr einfache und feine Leute. Diese Menschen
sind morgens freundlich und haben ein Lächeln im Gesicht. Aber am Vormittag
findest du die gleichen Leute streitend, obwohl sie eigentlich gute Menschen mit
einer guten Erziehung sind. Einer der Gründe dafür ist, dass am Morgen mehr
Sauerstoff in der Luft ist, und das führt dazu, dass man sich leicht und
zufrieden fühlt. Aber tagsüber gibt es einen Mangel an Sauerstoff, und das macht
die Leute nervös und unfähig, die Probleme des Alltags zu bewältigen. Das heißt,
wenn der Sauerstoff über das ganze Jahr vorhanden ist, werden die Menschen ihr
Verhalten ändern. Und das führt uns zu unserer Idee. Man hat herausgefunden,
dass das Bepflanzen von 1,5 Quadratmeter Fläche, die Menge an Sauerstoff ergibt,
die eine Person über das ganze Jahr braucht. Und wenn die Durchschnittsfläche
eines Hochhausdaches zwischen 200 und 300 Quadratmeter liegt und in diesem
Hochhaus zwischen 30 und 40 Personen leben, reicht es, wenn man diese Fläche
bepflanzt, um diese Personen mit Sauerstoff zu versorgen.
Zweitens, Pflanzen sind das einzige, oder anders gesagt die einzige Fabrik, die
Kohlendioxid durch Lichteinwirkung zu Sauerstoff umwandelt. Es ist auch der
einzige Weg, um die Luft zu reinigen und Sauerstoff herzustellen. Das heißt, es
verringert das Schlechte und vermehrt das Gute, und das ist natürlich eine Güte
unseres Herrn, die Er uns geschenkt hat.
Wir wissen alle, dass die Dächer, weil sie für andere unsichtbar sind, auch
meistens ein Platz für Abfälle sind, und das zieht Ungeziefer, Schlangen und
Mäuse an. Das bedeutet wiederum, dass wir Insektenvernichtungsmittel kaufen
müssen. Wenn wir diese Mittel einatmen, müssen wir uns behandeln lassen, weil
dieses Zeug giftig ist. Gleichzeitig heißt das alles, dass wir mehr Ausgaben
haben, um das Ungeziefer und die Nagetiere zu bekämpfen. Also ist es von
Vorteil, die Fläche des Daches auszunutzen.
Es ist sehr wichtig, für die Menschen, die in entfernten Gegenden leben, frische
Lebensmittel zu produzieren. Wir wissen, dass die Städte immer größer werden,
und es braucht manchmal 3-4 Tage, bis das Gemüse ankommt. Diese verlorene Zeit
senkt die Qualität und erhöht die Kosten, wie das Sprichwort sagt: „Von Hand zu
Hand erhöhen sich die Kosten.“ Natürlich erhöht jeder Händler den Preis, die
Qualität sinkt, und die Vitamine werden weniger. Dies führt dann zu einem großen
Problem. Zusätzlich gibt es in den entfernten Städten keine Kommunikation
zwischen den Bewohnern, weil sie neu zugezogen sind. Stell dir mal vor, dass wir
in einem Hochhaus wohnen, und die Verwaltung hat eine Versammlung angesetzt.
Jeder weiß natürlich, dass bei einer arrangierten Versammlung auch Geld
gesammelt wird. Deshalb kommt niemand. Wenn aber gesagt wird, dass bei der
Versammlung Geld verteilt wird, kommen natürlich alle.
Wir können sagen, dass wir unsere Probleme lösen können. Das Geld, das wir mit
unserem Projekt verdienen, können wir zur Renovierung des Hochhauses benutzen.
Wir passen auf unser Wohnhaus auf. Wir können auch die Probleme, die es in der
Straße gibt, lösen, zum Beispiel was die Parkplätze anbelangt. Das sind alles
Dinge, die gelöst werden können, wenn die Leute sich näher kommen. Das ist auch
eine Anweisung, die uns der Gesandte Allahs, Gebete und Frieden über ihn, mit
auf den Weg gegeben hat. Denn er hat uns angewiesen, uns um unsere Nachbarn zu
sorgen, und das bis zu unserem siebten Nachbarn.
Die dritte wichtige Sache ist, älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre
Freizeit zu nutzen und ihr Selbstwertgefühl wieder zu gewinnen. Das Bild, das
wir jetzt sehen, ist das eines 80jährigen, dessen Lebenstraum war, etwas
anzubauen. Aber weil er kein Land besitzt, war es für ihn unmöglich, diesen
Traum zu verwirklichen. Ich habe ihm dieses Projekt vorgeschlagen, und er hat
sich sehr dafür interessiert. Er hat seine Pflanzen sehr gerne. Im Winter hatte
er sogar Angst um seine Pflanzen, weil er dachte, es sei zu kalt für sie, so
dass er sie mit heißem Wasser gegossen hat. Es hat ihnen zwar geschadet, aber
das zeigt auch, wie wichtig die Pflanzen für ihn sind, denn er kümmert sich um
sie, als ob sie seine Kinder wären.
Natürlich sind die Kinder ein Teil unseres Projekts, damit sie unseren Traum
verwirklichen. Wenn wir mit den hier anwesenden Personen sprechen, wurden diese
mit bestimmten Traditionen und Gebräuchen aufgezogen. Wenn diejenigen als Kind
von Anfang an mit der Liebe zur Natur erzogen wurden, konnte es zum Beispiel
sein, dass es schon in den Schulklassen verschiedene Pflanzen gab, und die
Schüler beobachteten, wie diese Pflanzen wuchsen. Und wenn einer Pflanze etwas
passierte, waren sie traurig. Heutzutage gibt es das nicht mehr. Wenn es heute
in der Schule Pflanzen gibt, kümmert sich das Kind nicht darum. Im Gegenteil, es
passiert eher, dass es einfach ein paar Zweige abreißt, weil das Kind nicht mit
der Liebe zur Natur aufgezogen wurde.
Wenn sich aber jemand schon einmal um Pflanzen gekümmert hat, dann kann es sein,
dass ein Großvater zum Beispiel einen Wettbewerb zwischen seinen Enkel
veranstaltet. Jeder seiner Enkel soll Erdbeeren pflanzen. Es gibt einen
Wettstreit zwischen ihnen, weil jeder möchte, dass er die größte Ernte hat. Und
wenn die Entezeit kommt, ist jedes der Kinder traurig, weil jeder das Gefühl
hat, dass die Arbeit, die es sich gemacht hat, verloren geht. Es hat um jede
einzelne Erdbeere Angst, obwohl es eigentlich das gleiche Kind ist, das auf den
Straßen die Blätter abreißt. Auf diese Weise ändert sich die Persönlichkeit des
Kindes. Dieses 10- oder 15jährige Kind wird diese Liebe zur Natur in sich
tragen, und die Einstellung von allen wird sich ändern, weil wir mit den Kindern
und den Jugendlichen angefangen haben.
Natürlich, wenn wir von den Kindern sprechen, werden wir auch in die Schulen
gehen, weil auch sie ein wichtiger Teil dieses Projektes sind. Denn wir können
die Schulen zu einer produktiven Einheit umwandeln, und es ist eine einzigartige
Einheit, weil es dort Schüler gibt, und es gibt auch eine Stunde namens
„Landwirtschaftliche Erziehung“. In den Schulen gibt es oft kein Land zum
bebauen, deswegen gibt es auch keine Unterrichtsstunde. Das heißt, dass die
Kinder nichts lernen, und es führt dazu, dass die Kinder nichts von der
Landwirtschaft verstehen. Wenn ich auf dem Dach der Schule eine Fläche
bereitstellen kann und darauf anbaue, habe ich zwei Sachen gleichzeitig gemacht:
Zum einen habe ich damit das Ausbildungswesen bereichert, und zum anderen haben
wir kostenlose Arbeitkräfte. So produziert die Schule etwas, und der Gewinn geht
an die Schule zurück, und er nützt auch dem Ausbildungswesen. Die Verbraucher
sind demnach die Schüler, Lehrer und Arbeiter in der Schule. Also ist es ein
geschlossener Kreis, angefangen mit der Produktion, zu den Arbeitskräften bis
zum Warenvertrieb. Es ist ein Projekt einer produktiven Einheit.
Es ist auch eine Chance für eine alleinstehende Mutter. Es gibt ihr eine
günstige Gelegenheit, weil es nicht viel Geld und auch nicht viel Land benötigt.
Damit kann sie den Lebensunterhalt für ihre Kinder verdienen.
Das vor uns ist eins dieser Dächer. Wir wünschen uns, dass alle Dächer so
aussehen werden. Das kann auch ein Garten sein, wo wir uns treffen, um unsere
Feste zu feiern, anstatt in die überfüllten Parks zu gehen, wo es auch viele
Probleme gibt wegen der großen Menschenmengen. Ich kann dann mit meinen Kindern
auf das Dach gehen und dort unsere Feste feiern.
Aber welche Art von Erntegut können wir auf diese Weise anbauen?
Was
können wir anbauen?
1.
Gemüse: Fruchtgemüse wie Gurken, Tomaten und Paprika, oder Blattgemüse wie Dill,
Petersilie und Radieschen
2.
Obstbäume: Wie auf dem Bild zu sehen ist, könnte in einem 60 Liter-Gefäß ein
Zitronenbaum angebaut werden, und auf ähnliche Weise ein Pfirsichbaum.
3.
Zierpflanzen und Blumen
4.
Zimmerpflanzen wie die lebenden Gardinen, die am Bildschirm zu sehen sind. So
eine Pflanze kostet für den Anbau 30 Ägyptische Piaster, und nach sechs Monaten
kann sie für 8 Ägyptische Pfund verkauft werden. Das ist ein großer Gewinn, und
verglichen mit der Erdpflanzung wird dafür nur die Hälfte der Zeit benötigt.
5.
Kräuter und Heilpflanzen: Pfefferminze und Thymian riechen frisch geerntet ganz
anders, denn ihr Gehalt an ätherischen Ölen nimmt innerhalb von Stunden nach der
Ernte ab. Aber wenn wir diese Pflanzen gleich verwenden, profitieren wir umso
mehr von ihrer Heilwirkung.
Was meint Ihr dazu, wenn wir Fische kultivieren würden? Wieso haben wir an
Fische gedacht? Wir können nur ein kleines Aquarium auf den Dachboden stellen,
und wir müssten das Wasser regelmäßig wechseln. Das Wasser enthält Abfälle wie
Ammonium und andere organische Salze. Ist das nicht Nahrung für die Pflanzen?
Das heißt, dass wir Pflanzen und Fische gleichzeitig kultivieren könnten. Mit
dem Wasser aus dem Aquarium können die Pflanzen bewässert werden, die die
Nährsalze verwerten und das Wasser wieder sauber an die Fische zurückgeben. Und
so müsste ich das Wasser im Aquarium nicht wechseln, und ich bekomme die
Pflanzen ohne Anwendung von künstlichen Düngemitteln oder
Schädlingsbekämpfungsmitteln, denn wenn ich diese verwenden würde, würden die
Fische sterben. Und gleichzeitig bekomme ich reinen und frischen Fisch.
Wie wir auf dem Foto sehen, statten wir das Aquarium mit einem kleinen Motor
aus, um die Luft mit Sauerstoff anzureichern. Das Wasser läuft über die Pflanzen
auf dem Tisch und fließt zurück in das Aquarium. So bekomme ich ein gutes
Nebenprodukt.
Das hier ist ein kleines System, das ich auf den Balkon stellen kann, um Fische
und Pflanzen gleichzeitig zu kultivieren.
Dieses Foto zeigt ein berühmtes Hotel. Die Idee hat den Besitzern gefallen, und
sie haben begonnen, das im großen Rahmen durchzuführen. Die Touristen kommen, um
sich den Fisch auszusuchen, und gleichzeitig werden im Hotel Auberginen
produziert.
Das ist ein Aquarium oder ein unbenutztes Schwimmbad mit einer Fläche von 10x4
Metern. Wir haben es mit Wasser aufgefüllt und ca. 7.000 Fische hinein gegeben,
ungefähr 150 bis 200 Fische pro Kubikmeter, während normalerweise nur 5 bis 7
Fische auf einen Kubikmeter kultiviert werden. Schau, wie wir die Menge
vervielfacht haben!
Das Schwimmbad haben wir dann mit einem Heizungssystem ausgestattet, damit die
Fische es im Winter warm haben, denn sonst würden sie in der Kälte keine Nahrung
zu sich nehmen, und wir wollen die Produktion im Winter fortsetzen. Das Wasser
aus dem Aquarium wird an die Pflanzen herangeführt, dadurch wird es gereinigt
und fließt zurück ins Aquarium.
Was ist aber mit dem Satellitenfernsehen? Das ist ein Problem, das die Dachböden
in der ganzen arabischen Welt betrifft. Was tun wir? Installieren wir eine
Satellitenschüssel oder pflanzen wir etwas an? Meistens wird natürlich die
Satellitenschüssel bevorzugt. Aber tatsächlich hat unsere Erfahrung gezeigt,
dass der Satellit ein Freund der Pflanzen ist. Er funktioniert als Windschutz,
er wirkt dem Wind entgegen, damit die Pflanzen nicht zerrissen werden. Er
verringert auch das Verdunsten des Wassers, und so wird Wasser gespart.
Der
wirtschaftliche Nutzen
Bei Erdbeeren im Winter und Tomaten im Sommer erreichen wir zum Beispiel einen
Gewinn von 31%. Bei Blattgemüse wie Spinat und Petersilie erreichen wir einen
Gewinn von 68%, wenn wir einen Meter alle zwei Wochen neu bepflanzen. Das
Bepflanzen von den Dachböden der Schulen ist sehr wichtig. Jede Schule hat 300
bis 400 Schüler, und von denen erfahren die Eltern von der Idee.
Das Projekt ist nicht schwierig zu verwirklichen. Die Frage ist, ob wir den
Willen besitzen zu sagen: „Ich werde es versuchen.“
Wie
werden wir euch helfen?
Du findest bei uns einen ganzen Film darüber, wie du den Tisch herstellst und
über die Samenarten, die du pflanzen kannst. Und du wirst einen Kurs finden, wie
du das anstellst. Fünf Mitarbeiter von Dr. Osama werden nächste Woche ihre Zeit
für Fragen zur Verfügung stellen. Solltest du kein Internet haben, kannst du
nach den Kursen fragen, die von Dr. Osama organisiert werden. Das Projekt
benötigt einen Teilnehmer, der ernsthaft daran interessiert ist und nicht nur
des Geldes wegen arbeitet, sondern wegen der großen Vorteile. Es ist ein
Schritt, damit du lernst, wie wir unser Essen produzieren können, und eine
Einleitung, wie wir unsere Länder bepflanzen. Das wird ein großer Erfolg für die
arabische und muslimische Jugend.
Wir hätten auch gleich die Mitarbeiter in den Organisationen der Lebensgestalter
in allen arabischen Ländern für diesen Zweck trainieren können, aber das will
ich nicht. Ich möchte, dass ihr selbständig und hartnäckig daran arbeitet, zu
sagen „Ich werde ins Internet gehen und den Kurs mitmachen“, und wir treffen uns
dann in einem Monat. Was wir mit dem Lebensgestalterprogramm machen, wurde noch
nie gemacht. Das ist kein Selbstlob. Allah hat es so für uns gewollt. Wir müssen
uns gegenseitig helfen, damit wir erfolgreich sind. Die Hoffnung liegt bei euch
Jugendlichen, es ist euer Projekt. Ich weiß nicht, ob wir Erfolg haben werden
oder nicht. Ich warte auf euer Feedback und wünsche mir, dass wir bepflanzte
Dachböden sehen, auch mit einfachen Mitteln. Stellt euch vor, Algerien ist grün,
Libanon ist grün. Ich bete zu Gott, dass wir das alles schaffen. Aber die
Landwirtschaft beinhaltet viele andere Aspekte.
Haben wir nicht gesagt, dass das Wasser eine sehr wichtige Angelegenheit ist und
dass der arabische Bürger unter dem Wassermangel leiden muss? Deshalb wird das
nächste Projekt ein Wettbewerb sein, organisiert vom Unternehmen „King
Abdul-Aziz“. Gesucht wird eine Idee zur Verringerung des Wasserverbrauchs in der
arabischen Welt. Das Projekt leitet ein Geschäftsmann aus dem Faqih-Zentrum für
Forschung. Der Preis beträgt 1,5 Mio. Rial.
Der Weg ist schwierig, und wir brauchen viel Hoffnung.
Ich erwarte euch bei der nächsten Sendung. Friede sei mit euch und Allahs Gnade
und Segen.
As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh
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