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DER WILLE
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Der Charakter

SUNNAA’ AL-HAYAT

Lebensgestalter

 

DER WILLE

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten, Allah segne und schenke dem Propheten (s[1]) und seinen Gefährten Heil.

Vorwort

Willkommen in der zweiten Sendung der zweiten Staffel von „Sunna' Al-Hayat“[2].

Nachdem wir, Allah sei Lob, die erste Staffel beendet haben und ein Fest organisiert haben, haben wir kürzlich die erste Sendung gestartet, die die Einleitung für den Aufschwungsprozess ist.

Wie wir erwähnt haben, ist das Ausmaß der Taten, die wir vollführen sollen, sehr groß. Weil wir unsere Fesseln in der ersten Staffel gelöst haben, haben wir eineinhalb Millionen Kleidersäcke gesammelt, die auch verteilt wurden. Wir haben das Projekt vom „Beschützer der Zukunft“ gebildet. Tausende Jugendliche haben sich verantwortungsvoll mit uns daran beteiligt. Es waren alles schöne Dinge und innerhalb kürzester Zeit haben wir Fesseln gelöst, welche uns Jahrzehnte oder Jahrhunderte gebunden haben und wir haben festgestellt, dass Erfolg realisierbar sein kann.

„Der Beginn eines landesweiten Aufschwungs“

 Der zweite Teil ist sehr wichtig und hat einen großen und bedeutenden Titel, "Der Beginn eines landesweiten Aufschwungs" und das ist ernst gemeint.

 Die Ergebnisse der ersten Staffel, die in sehr kurzer Zeit vollbracht wurden, sind ein guter Beweis für uns, dass wir erfolgreich sein können.

 Wir wollen den Wechsel von folgenden Aspekten schaffen:

Ø       von Demütigung zur Ehre

Ø       von Depression zum Aufschwung der Wirtschaft

Ø       von Arbeitslosigkeit zur Produktivität

Ø       vom Verlust der Identität zur kulturellen Eigenart

 Auch wollen wir stolz auf unsere produktiven Tätigkeiten und das Praktizieren unseres Glaubens sein.

 Wir wollen einen Wandel im Bildungsbereich, in Universitäten und Hochschulen sowie in wohltätigen Stiftungen, in sozialen Institutionen und in der Übersetzungsbranche herbeiführen. Auch in der Kultur wollen wir einen Wechsel von kultureller Nachahmung auf freie Kultur erzielen und wollen von niedrigem auf hohes Kulturniveau wechseln können.

 Unter dem Begriff "Aufschwung" ist ein sehr großes und sehr bedeutendes Wort zu verstehen, demnach ist „Sunna' Al-Hayat" keine theoretische Abhandlung von mir, sondern Worte, die man sehr wohl in die Tat umsetzen kann, und ihr habt vorhin gesehen, wie es in der ersten Staffel aus verschiedenen Projekten bestand.

 Deswegen ist diese Folge und die vorherige ein großer Schub, um vieles in der zweiten Staffel zu schaffen.

 Ich habe es mit einem Flugzeug verglichen, welches beim Start eine enorme Energie braucht und dessen Antriebe mit höchster Kraft arbeiten. Während des Abflugs und beim Rollen auf der Startbahn arbeiten die Antriebe mit höchster Geschwindigkeit und verbrauchen sehr viel Treibstoff. Das Flugzeug beschleunigt stark, alle Passagiere sind angeschnallt und gespannt und der Pilot und sein Kopilot müssen die Hände am Steuerknüppel haben, um die Maschine zum Abheben zu bringen.

 Dies ist der zweite Teil und das wird von euch verlangt. Wir müssen die Regeln in die Tat umsetzen, und Allah sei Lob, dass der Anfang dieser Staffel mit dem Anfang der Ferien und dem Urlaub zusammenfällt, so ergibt sich die Frage: Was werdet ihr Jugendliche diesen Sommer machen? Wir verlangen eine ungeheure Leistung von euch, denn das ist hier der Abflug, so soll jeder von euch sich auf das höchste anstrengen, denn der Aufschwung tritt erst ein, wenn es auf diese Weise anfängt. Die jungen Männer und Frauen, die an der Sammlung der eineinhalb Millionen Säcke beteiligt waren, die Männer und Frauen, die an der Kampagne gegen das Rauchen und die Drogen mitgewirkt haben, und die Jugendlichen, die für den Schutz der Zukunft dazu beigetragen haben, wenn alle nicht im Stande sind, mit uns zu arbeiten, so ist es nutzlos. Wir lehnen ab, auf dem Boden zu bleiben, wir wollen uns bewegen und fortfahren. Diese Folge betrachten wir als Phase, in der wir die Motoren in Arbeit umsetzen, denn die nächste Phase "Beginn der Bewegung zum Aufschwung" könnte vier Monate in Anspruch nehmen und benötigt Leute mit sehr hoher Wachsamkeit. Deshalb müssen wir mit dem Thema dieser Folge, dem “Willen“, anfangen.

 Beispiele für den Willen

 Wir brauchen einen außergewöhnlichen Willen, wie ihn der Prophet Muhammad (s) hatte. Er tat sein Bestes, um sein Ziel trotz aller Hindernisse zu erreichen. So soll er unser Vorbild sein. Im Alter von fünfzig Jahren wendete sich die Welt gegen ihn, nach dem Tod von Abu Talib[3] und Chadidscha[4] (Allahs Wohlgefallen auf ihr)[5]. Die Nichtmuslime haben sich auf ihn gestürzt, haben versucht, ihn zu töten, und das Unheil hat ihn verfolgt. Niemand konvertierte mehr zum Islam und so ging der Prophet Muhammad (s) zu Fuß von Mekka nach At-Taif, einer Stadt, die 100 km entfernt ist. Wieso machte er das? Weil für ihn die Mission sehr kostbar und der Weg weder lang noch mühsam war, denn die Mission hatte für ihn noch eine bedeutendere Rolle gespielt. Er kam in der Stadt At-Taif an und wurde sehr schlecht empfangen. In solch einem Fall verliert man sicher den Willen. Da sagte ihm jemand: „Auch wenn ich dich am Umhang der Ka’ba festhalten sehe und du dabei schwörst, dass du ein Gesandter Gottes bist, glaube ich es dir nicht.“ Ein anderer sagte: „Hat Allah nicht jemand besseres als dich gefunden?“ Ein dritter sagte: „Entweder bist du tatsächlich ein Prophet, so wärst du viel zu erhaben, um dich anzusprechen, oder du bist ein Lügner, so würdest du es nicht verdienen, angesprochen zu werden.“

Stell dir vor, wie sein Wille nach all diesem Gerede beeinträchtigt worden ist. Allahs Gesandter (s) sagte ihnen: „Wenn ihr mich nicht beschützen wollt, dann erzählt den Anhängern des Stammes Quraisch aber nicht, dass ich euch um eure Unterstützung und Hilfe gegen sie gebeten habe.“ Da antworteten sie: „Bei Allah werden wir es doch machen.“ Er erwiderte: „Wenn ihr es ablehnt, mich in Frieden zu lassen, dann lasst mich zurückkehren.“ Auch dies lehnten sie ab und warfen mit Steinen nach ihm. Sie bewarfen den Geliebten, Allahs Gesandten (s), und er ertrug das alles, um die Menschen über den Islam aufzuklären und gleichzeitig einen Aufschwung zu erzielen, von dem wir heute reden. Was wir wollen, ist solch einen Willen.

 Zaid Ibn Haritha[6] begleitete den Propheten (s) und versuchte immer wieder, ihn vor den Steinen zu schützen, dabei verletzte er sich und blutete am Kopf. Der Prophet (s) fing an zu laufen und verletzte sich an den Füßen und blutete stark, da fand er Zuflucht in einem kleinen Garten. Das erste, was er tat, noch bevor er seine Wunden zu heilen versuchte, war, seine Hände in den Himmel zu strecken (das zeigt seinen äußersten Willen seine Mission weiter zu verfolgen) und zu beten:

 „Oh Allah, ich beklage mich bei Dir über meine Schwäche, meine Ratlosigkeit und die Verachtung der Leute mir gegenüber. Du bist der Herr aller Geschöpfe und Herr der Schwächsten, wem überlässt Du mich? Einem Fremden, der mich angreift? Oder einem Feind, dem Du mein Schicksal in die Hände drückst?"

 Und dann erstarkte sein Wille wieder, und er sagte:

 "Wenn Du nicht wütend auf mich bist, dann mache ich mir keine Sorgen."

 Das ist jener Wille, worüber ich heute reden möchte.

 Dann kam der Engel der Berge zum Propheten (s) und sagte ihm: „Wenn du willst, so erdrücke ich sie zwischen den zwei Bergen.“

Er antwortete: „Nein… Vielleicht entstehen aus ihnen welche, die Allah anbeten werden.

 Ich möchte von euch, dass ihr einen 42-km-Marathon geht, als Beweis dafür, dass ihr weiterhin mitmachen wollt und zum Aufstieg in das Flugzeug einsteigen werdet. Wir wollen uns diese Woche dieser Aufgabe widmen, es reicht aus, wenn wir jeden Tag eine Stunde = 6 km x 7 Tage = 42 km fleißig gehen. Der Prophet (s), marschierte eine viel längere Strecke bis nach At-Taif .

 Wir wollen einen Willen wie der Prophet (s), dann kannst du dir sagen: „Ich habe dem Propheten (s) nachgeeifert und mein Ziel ist es, dass der Wille in mir gedeiht. Den ganzen Weg denke ich an mein Ziel und wie ich mich an dem Aufschwung der Muslime beteiligen werde. Das ist das eigentliche Ziel des Marathons ... gehen und denken.

 Wir wollen einen Willen wie den Willen von Umar Ibn Al-Chatab [7] (möge ihm Allah Sein Wohlgefallen erweisen). Er hatte neun Messerstiche erlitten. Wenn man ihm Milch zum trinken gab, strömte sie aus seinen Wunden heraus. Trotzdem hob er den Kopf Minuten vor seinem Tod und fragte: „Haben die Menschen gebetet?“ Dann sagte er: „Wer bezeugt vor Gott am Jüngsten Tag, dass ich meine Verpflichtung den Muslimen gegenüber eingehalten habe?“ Ibn A’bbas[8] kam zu ihm und sagte: „Ich bezeuge es dir Amir al-Muminin.“ Omar ergriff ihn und fragte: „Schwörst du das?“ Ibn A’bbas erwiderte: „Ich schwöre, dass ich das bezeugen werde.“ Dann sagte U’mar: „Jetzt kann U’mar in Frieden ruhen.“

 Wisst ihr, ihr Lebensgestalter, wem wir ähneln? Den Bergsteigern. Ihre Trainer sagen: Der Bergsteiger greift den Felsen mit seiner Hand, aber er darf nicht dorthin schauen, wo seine Hand liegt, sonst stürzt er ab. Er muss das Ziel im Auge behalten: die Stelle, die er mit der zweiten Hand greifen will. Seine Hand wird sich dann von alleine auf den nächsten Felsen bewegen, weil sich sein Auge zuvor die Stelle gemerkt hat. Das Motto des Bergsteigens ist: "Schau nicht nach unten oder du stürzt ab." Und ich sage euch, fokussiert nicht auf die heutige Lage der Muslime, denn dann werdet ihr deprimiert sein. Einer der großen Bergsteiger stürzte trotz seiner Erfahrung ab, weil er nach unten schaute. Vergiss die schmerzliche Gegenwart und konzentriere deine Augen auf den Aufschwung.

 Das Rezept des Willens

 Der Wille ist etwas kleines in dir, und du kannst ihn wachsen lassen und du wirst dich in einen anderen Menschen verwandeln, einen mit einer übernatürlichen Energie.

 Die Kampftruppen der Muslime waren schon immer viel weniger als die des Feindes in Zahl und Ausrüstung.

 Alle Menschen haben dieselbe Energie, nur ist der Unterschied, wer sie entladen kann, so dass sie bis in das tiefste Innere eindringt, die Augen aufleuchten lässt und die Seele stärkt.

 Man scheut keine Arbeit. Nächte und Tage sind eins.

 Und das ist eines der Wunder, die Allah der menschlichen Seele geschenkt hat: [Wenn Ich ihn geformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe...]  (15:29)

 Gibt es etwas, was du tun kannst, damit sich der Wille in dir entfaltet?

 Ja, und das ist das Rezept, das ich euch mitteilen möchte.

Der Prophet (s) hat es befolgt und auch seine Gefährten.

Es ist von Staaten und Menschen eingesetzt worden, die später erfolgreich und produktiv waren.

 Das Rezept lautet: Du musst ein Ziel setzen und die Fähigkeit haben, dir die Einzelheiten des Zieles vorzustellen, wonach dann der Wille entsteht .

Du lebst die Einzelheiten des Zieles und malst dir die Details aus.

 Wenn ich Erziehungs- und Wissenschaftsminister werde, werde ich für das Bildungssystem das und das machen, und wenn ich der Chef jener Firma werde, werde ich das und das machen, und wenn ich jene Meisterschaft gewinne, werde ich vor Allah dankend knien und werde ein Vorbild für die Gläubigen sein.

 Der Traum dringt in deine Vorstellung ein und so kommt der Wille nach außen.

Viele Menschen haben kein Ziel oder haben Angst zu träumen, um nicht in der Illusion zu leben. Und tatsächlich unterscheiden sich Zielvorstellungen von der Illusion dadurch, dass sie in Taten umgesetzt werden können.

 Der Anfang des Willens ist ein Traum, der deine Gedanken ergreift, z. B. sagt ein Fußballteam: „Wir wollen die Meisterschaft gewinnen.“ Es entstehen dann übernatürliche Kräfte.

 Was hat der Prophet (s) seinen Gefährten eingeschärft, so dass sie all die Errungenschaften erreichen konnten? Die Fähigkeit, sich das Paradies vorzustellen.

 Das Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen Wahrheit und Vorstellung, wenn du es von einer Idee überzeugen kannst, dann ist sie die Wahrheit.

 Der Prophet (s) rief A’bdullah Ibn Oneis[9] zu sich und bat ihn um etwas ganz Schweres, Abdullah ging sehr lange Strecken und kam schließlich zurück. Der Prophet (s) fragte ihn: „Was hast du gemacht?“ Er erwiderte: „Ich habe es erledigt Gesandter Allahs.“ Woraufhin der Prophet (s) sagte: „Warte auf mich A’bdullah, ich möchte dich dafür belohnen.“ Der Prophet (s) ging in sein Haus und kam mit einem Stock in der Hand zurück und sagte: „A’bdullah, nimm den.“ A’bdullah fragte: “Was ist das, Gesandter Allahs?“ und der Prophet (s) antwortete: „A’bdullah, nimm ihn und gib ihn mir am Jüngsten Tag zurück, du kommst damit ins Paradies.“ A’bdullah erzählt: „Ich habe den Stock vom Propheten (s) genommen, ich habe ihn Tag und Nacht nicht aus der Hand gelassen und ich habe gebeten, dass er mit mir begraben wird, damit ich den Propheten (s) am Jüngsten Tag mit dem Stock treffe.“

 Der Prophet (s) begegnete Haritha an einem Morgen und fragte ihn: „Wie geht es dir an diesem Morgen?“ Haritha antwortete: „Ich bin wahrhaftig gläubig aufgestanden, Gesandter Allahs.“

 Schau dir den schönen Anfang an und schau dich selbst an, wie du aufstehst, bekümmert und gelangweilt.

 Der Prophet (s) fragte ihn: „Für alles gibt es einen Beweis und was ist der Beweis deines Glaubens?“ Er sagte: „Ich bin aufgestanden, als würde ich den Thron Gottes erblicken und als würde ich die Bewohner des Paradieses sehen, während sie sich im Paradies erfreuen, und als würde ich die Bewohner der Hölle zu Gesicht bekommen, wie sie im Feuer um Hilfe schreien. Das lässt mich von diesem Leben absehen, ich bleibe die Nacht wach und durste am Tag.“

 Damit ist das Beten in der Nacht und das Fasten während des Tages gemeint ... und so entsteht der Wille.

 Ein anderes Beispiel ist auch Salamah Ibn al-Akwa’[10], der große Läufer im Islam, er besaß kein Pferd. Er saß beim Propheten (s) während dieser gerade mit seinen Gefährten einen Plan gegen den Feind besprach, als sie einen Spion bemerkten. Der Prophet (s) sagte: „Wer mir diesen Mann bringt, dessen ist das Paradies.

 Und sobald das Paradies erwähnt wird, wächst der Wille. Drei Männer standen auf: Der erste hatte ein Kamel und ist darauf geritten, der zweite hatte einen Esel und Salamah hatte nichts, aber er dachte sich: „Es ist doch das Paradies.“ Die drei sind hinter dem Mann her geeilt. Salamah erzählte: „Ich bin gelaufen und habe den Mann mit dem Kamel überholt und bin weiter gelaufen und habe den Mann mit dem Esel überholt, dann haben meine Kräfte nachgelassen und ich bin beinahe hingefallen, aber ich habe mir gedacht: Es ist doch das Paradies. Also bin ich gelaufen und gelaufen, aber der Mann auf dem Pferd war aus meiner Sichtweite verschwunden. Trotzdem dachte ich mir: Es ist doch das Paradies. Also bin ich gelaufen und gelaufen, der Mann auf dem Pferd war stehen geblieben um sich zu erholen, und so habe ich ihn einholen können. Ich habe ihn gefasst und gesagt: Komm mit mir, du bist mein Paradies.“

 Das ist die Bedeutung und gerade das will ich von euch: einen besonderen Willen. Stell dir deinen Traum vor, nachdem er verwirklicht ist, und füge das Bild des Paradieses dazu. Was willst du in der Zukunft sein? Besitzer der größten internationalen Firma eines bestimmten Produkts? Du wirst mit internationalen Firmen konkurrieren und darauf stolz sein. Das wird etwas Gutes für mein Land und für die Menschheit bringen. Mein Produkt wird im Osten und im Westen bekannt sein und Tausende von Jugendlichen werden bei mir arbeiten.

 Du sollst in den Einzelheiten deines Traums leben und ihn färben, damit diese Vorstellung dich nach vorne bringt. Der Prophet (s) hat diese Methode benutzt.

 Am Tag von Badr[11] waren wir die Minderheit und die Nichtmuslime die Mehrheit. Wir waren schwach und sie kräftig. Die Waage war nicht gleich. Wie könnten wir die Mächte ausgleichen? Mit nichts außer dem Willen.

 Der Prophet (s) sagte: „Kommt zu einem Paradies, dessen Land weit ist wie der Himmel und die Erde.“ Und so bildete sich der Wille aus.

 U’meir Ibn Al-Hamam sagte: „Oh, Allahs Prophet, ein Paradies, dessen Land weit ist wie der Himmel und die Erde?“ Der Prophet (s) bejahte dies. Daraufhin sagte U’meir: „Oh, oh“[12] Der Prophet (s) fragte: „Warum sagst du „oh, oh“?“ U’meir antwortete: „Ich hoffe, ein Bewohner dessen zu sein.“ Woraufhin der Prophet (s) sagte: „Du bist einer von ihren Bewohnern.“ Die Muslime siegten an diesem Tag und U’meir Ibn Al-Hamam  wurde Märtyrer.

 Die Episode von heute:

 Sieh dir die Einzelheiten deines Traumes an und stell dir in deinem Geiste das Paradies vor, denn unser Ziel ist das Wohlgefallen Allahs.

 Wir sehnen uns keinen Aufschwung um des Aufschwungs willen herbei. Oder wegen deines Ehrgeizes willst du Besitzer einer internationalen Firma sein. Nein, wir möchten das Wohlgefallen Allahs und einen Aufschwung in den Ländern erzielen. In deinem Geiste wird es zwei Bilder geben, die den Willen entwickeln sollen.

 Hier ist ein anderes Beispiel: Zu einer bestimmten Zeit war es Amerikas Ziel, zum Mond zu fliegen. Natürlich wurde der erste, der dies vorhatte als wahnsinnig angesehen. Doch gaben sie sich mehr und mehr Mühe, um zum Mond zu fliegen und die Flagge ihres Landes auf ihm zu errichten. Bis sie endlich ihr Ziel erreicht haben.

 Um einen großen Willen zu bilden, muss man erst eine Vision des ganzen Projekts haben.

 Unser Prophet (s) war ein kluger Mann. Er hat die Idee des Paradieses nicht bei allen benutzt, sondern nur bei dem, der einen starken Glauben hatte. Als ein Mann namens Suraka kam, um den Propheten (s) zu ermorden, stellte er fest, er könne den Propheten (s) nicht töten. So sagte er dem Propheten (s): „Gib mir etwas.“ Der Prophet (s) versprach, ihm Chosroes[13] Armreifen zu geben.

Er fragte: „Welcher Chosroes? Der König von Persien?“ Wegen der Sicherheit, mit der der Prophet (s) sprach, glaubte ihm Suraka und sagte ihm: „Kannst du mir das schriftlich geben?“ Der Prophet (s) bat Abu Bakr[14] es ihm niederzuschreiben. Damals war Suraka noch kein Muslim.

 Die Zeit verging und der Prophet (s) starb. Zur Zeit des Kalifats von U’mar wurden Chosroes Schatzkammern geöffnet und seine Armreifen wurden gebracht. U’mar Ibn Al-Chattab fragte dann: „Wo ist Suraka? Komm her Suraka und trage Chosroes Armreifen.“ Alle in der Moschee weinten und sagten: „Wahrhaftig ist Muhammad (s), der Wahrheitsliebende, er hat sein Versprechen nach 20 Jahren gehalten.“

 Das Wort “Aufschwung“ haben wir nicht erfunden. Sondern Allah versprach den Muslimen im Koran: [Verheißen hat Allah denen von euch, die glauben und das Rechte tun, dass er sie zu Nachfolgern auf Erden einsetzen wird …] (24:55)

 Und die Episode von heute stellt einen Weg zur Willensbildung vor.

 Ein junger Mann ging zum Propheten (s) und sagte: „Oh Prophet, erlaube, dass ich Unzucht begehe.“

 Sieh mal, wie der Prophet (s) geantwortet hat.

 Der Prophet (s) fragte: „Akzeptierst du das für deine Mutter?“ Er sagte: „Nein.“

Der Prophet (s) fragte: „Akzeptierst du das für deine Tante?“ Er sagte: „Nein.“

Der Prophet (s) fragte: „Akzeptierst du das für deine Schwester?“ Er sagte: „Nein.“

Der Prophet (s) sagte dann: „So auch die Leute, sie mögen das für ihre Töchter nicht, was auch du für deine Mutter und deine Schwester nicht möchtest.“

Der junge Mann sagte: „Bei Allah, ich werde es nie begehen.“

 Siehst du, wie der Prophet (s) die Meinung des jungen Mannes in nur einer halben Minute änderte? Was er nur gemacht hat war, dass er seinem Geiste aufeinander folgende Bilder aufzeigte, die der junge Mann ablehnte und dadurch änderte sich seine Ansicht. Du kannst dir auf diese Weise schlechte Bilder vorstellen, dann siehst du, wie du morgen zum Beispiel das Rauchen aufhörst.

 Beispiele aus unseren Reihen:

 Dass man sich einen Traum und dessen Einzelheiten vorstellt, ist keine theoretische Idee. Um die Sache zu beweisen, zeige ich euch Personen, die diese Idee verwirklicht haben und damit Erfolg hatten.

 1. Vor 3 Tagen habe ich in einem saudischen Magazin gelesen, das in Saudi-Arabien die Beste im Abitur sagte: „Ich habe die Folge "Setze dein Ziel im Leben" gehört und danach habe ich mich entschlossen, mein Ziel zu erreichen. Ich habe es mir vor Augen geführt." Sie ist jetzt hier bei uns: A’lia Roneim. A’lia, aus der El-Bayan-Schule in Jidah, deren Zensur 100% im Abitur war, sagte, ihre Mutter habe immer gesagt: „Es gibt keinen scheiternden Muslim. Der Muslim muss immer erfolgreich sein." A’lia sagt: „Ich habe dann daran gedacht, wie ich erfolgreich sein könnte. Ich habe einmal eine Frau getroffen, die nicht Muslim war. Sie sagte mir: "Ich habe niemals im Leben einen erfolgreichen Muslim getroffen." So habe ich mich gefragt: "Wie sagt sie solche Wörter über uns? Ich bin eine Muslimin und diese Wörter betreffen mich und sie sind unmöglich.“

A’lia erzählt weiter: „Während der Ausstrahlung der Folge “Setze dein Ziel im Leben“ im Programm "Lebensgestalter" habe ich das nähere Ziel für mich aufgeschrieben: es war, 100% im Abitur zu erlangen, das Wohlgefallen Allahs zu gewinnen und zu beweisen, dass ein Muslim erfolgreich sein kann. Ich habe mir die ganze Zeit mein Ziel vorgestellt. Ich sagte: ich muss mir Mühe geben und gut lernen und bei Allah Beistand suchen. Ich habe das Ziel aufgeschrieben und es mir vor Augen geführt. Die geforderten Schritte habe ich festgelegt und aufgeschrieben. Als ich die Nachricht meines Erfolges dann hörte, konnte ich nicht daran glauben. Es gab Momente, in denen ich mich sehr schwach fühlte, denn wie könnte ich dieses Ziel unter 17 Millionen im Königreich erreichen und diese Zensur erlangen? Wenn ich mich schwach fühlte, versuchte ich meinen Willen zu stärken indem ich das las, was ich vorher aufgeschrieben hatte. Denn wer ein bestimmtes Ziel im Kopf festlegt, kann es leicht erreichen.“

Da ist das Ziel, das A’lia geschrieben hat:

Die Ziele im Leben:

- Das erste Ziel: Die Beste im Abitur im Königreich durch Aufrichtigkeit und Suche des Beistands bei Allah zu sein.

- Das zweite Ziel: Den Krebs zu heilen.

 Und wenn Gott will, erreicht sie das zweite Ziel genau so wie sie das erste erreicht hat.

 2. Ein anderes Beispiel: Ein junger Mann träumt seit seiner Kindheit von einem Ziel und jetzt hat er es erreicht. Hier ist er, der ein wunderbares Beispiel für den Aufschwung – worüber wir sprechen- darstellt. Der Name dieses Bruders ist Ahmed Muharram. Er ist 31 Jahre alt.

Ahmed Muharram berichtete: „Ich habe immer die klassische Frage gehört „Was willst du einmal werden?“ Ich habe gerne über Computer gelesen. Das wurde in den Achtziger Jahren als Luxus betrachtet. Niemand hat mich unterstützt, etwas über Computer zu lernen. Dann studierte ich an der Wirtschaftsuniversität, El-Mansura-Universität (Ägypten), die sich gegenüber der Technischen Universität befand. Somit habe ich neben meinem Wirtschaftsstudium - aus reinem Interesse - auch Vorlesungen an der Technischen Universität besucht und konnte gleichzeitig auch den TU-Studenten bei ihren Projekten zur Programmierung von PCs helfen. Dann wurde ich gebeten, einige Änderungen an den Computerprogrammen einer Textilfabrik, die aus dem Ausland importiert wurden, vorzunehmen. Ich habe dann daran gedacht, bessere Programme zu entwickeln. Meine Idee wurde aber abgelehnt und verspottet, da diese Programme erstens gut finanziert werden müssen und zweitens eine große Anzahl von Mitarbeitern benötigen. Dennoch blieb ich 6 Monate lang in meinem Zimmer und gab mir viel Mühe, um eigene Programme zu produzieren, die an Stelle des importierten Produkts funktionieren können. Ich hatte dabei Erfolg. Der Besitzer einer Firma bat mich, mein Programm in seiner Fabrik auszuprobieren. Nach einigen Versuchen funktionierte das Programm. Es war viel besser als das importierte. Das bezeugen sogar die Firmen, die dieses Programm im Ausland produzieren. Wir gewannen den ersten Preis im Bereich Textil der arabischen Organisation für Industrie, obwohl es eine große Anzahl von Bewerbern gab - unter ihnen Professoren der Universität. Wir gewannen auch einen Preis im Bereich der "Informationstechnologie im Versicherungswesen". Unsere Seite im Internet gewann den dritten Preis für "Die Regelung von industriellen Maschinen". Mein gegenwärtiges Ziel ist: meinen Magister in demselben Bereich zu beenden. Ein anderes Ziel ist: eine Gruppe von Forschern zu sammeln, die vorgenannte Ziele haben, z.B.: ein Programm zur Reinigung des Wassers in der arabischen Welt in 10 Jahren zu entwickeln.“

 3. Ein anderes Beispiel dafür, dass der Willen von der Vorstellung der Einzelheiten des Ziels abhängt, ist ein Clip von einem Film, den wir jetzt zusammen sehen werden. Er zeigt einen Mann, dessen Ziel seit der Kindheit war, eine Zitadelle zu bauen, die wie ein großes Schloss aussehen soll und viele Antiquitäten enthält, die die Leute anziehen.

 Im Kunstunterricht hatte er immer eine Zitadelle gezeichnet. Sein Lehrer schlug ihm einmal vor, er solle im Rahmen seiner Möglichkeiten träumen. So schwor er, eine Zitadelle zu bauen. Sein Traum hat sich tatsächlich verwirklicht.

Jetzt sehen wir den Film von Musas Zitadelle, die eine der schönsten Sehenswürdigkeiten im Libanon ist.

 Der Mann hatte Erfolg, obwohl er sehr arm war. Er war davon überzeugt, dass ihn nichts abhalten kann, wenn er an eine bestimmte Idee glaubt.

 So erhalten wir 3 Hauptideen, die wir im Kopf festhalten sollen: 

  1. Traum

  2. Aufschwung

  3. Paradies

 Der Prophet (s) lehrte uns ein Bittgebet, das wir morgens und abends dreimal wiederholen sollen: „Oh Allah, ich suche Zuflucht bei Dir vor Sorgen und Traurigkeit, vor Unfähigkeit und Faulheit, vor Feigheit und Geiz, vor Überschuldung und jeglicher Gewalt durch die Menschen.“

 Projekt der Woche

 Unser Projekt ist dasselbe wie das zuvor. Während des Projekts sollst du über deinen Traum nachdenken. Das Projekt ist Marathongehen, eine Strecke von 42 km. Letzte Woche war eine Übung. Diese Woche aber, wenn du einen festen Willen erstrebst, versuche die Strecke auf einmal zu schaffen. Ich habe es mehrmals geschafft, circa 5 Mal. 3 Mal davon waren während der großen Pilgerfahrt (Hadsch): von Mekka nach Mina und von Mina nach A’rafa und von A’rafa nach Muzdalifa und von Muzdalifa nach Mina, dann nach Mekka. All diese Strecken waren zusammen circa 42km. Warum schaffst du das nicht? Asmaa schaffte sie sogar während ihrer Schwangerschaft.

Geh diese Strecke mit der Absicht, deinen Willen zu bilden und sprich: „Allah sei mein Zeuge, dass ich an Sunna’ Al-Hayat und dem Aufschwung teilnehme.“ Schick uns dann eine E-Mail, was du geschafft hast, oder ruf beim Programm an, um es uns mitzuteilen. Egal, ob du die Strecke auf einmal erledigt hast oder auch in 6 oder 7 Tagen. Wichtig ist, dass du es uns schickst, so dass wir uns über die Zahl der Leute freuen können, die bei unserem Projekt mitmachen. Geh alleine oder mit deinen Freunden. Geh tagsüber oder in der Nacht. Wichtig ist, dass du gehst, und dass du dir während des Gehens einen Plan machst für Allahs Erinnerung und Allahs Bittgebet. Dein Geist wird dann mit deiner Idee und deinem Traum erfüllt.

Was noch? Du wirst geändert sein.

Es ist aber sehr schwer für ältere Leute, Frauen und Kinder 42 km auf einmal zu gehen. Eine Stunde jeden Tag macht 6 km X 7 Tage = 42 km. Geht mit euren Familien oder mit euren Freunden.

 Sportärzte haben herausgefunden, dass der beste Sport für die Entwicklung des Willens das Gehen von langen Strecken ist. Darum wollen wir, dass Tausende gehen und uns davon berichten.

 Hier haben wir eine Person, die ich, sowie auch die Ägypter und die arabische Welt, hochschätzen: der ehemalige ägyptische Fußballspieler A’bd El-A’ziz A’bd El-Schafi. Er ist heute da, weil er etwas wichtiges über den Willen sagen will.

A’bd El-A’ziz A’bd El-Schafi erklärt: „Es gibt bestimmte Faktoren für Erfolg bei jeder Arbeit. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Sport sind die physikalischen, technischen und Bildungsaspekte. Dazu zählen wir die individuelle Geschicklichkeit, die beim Fehlen des starken Willens wertlos ist. Der starke Wille gibt die Fähigkeit zum Ertragen und zur Geduld. Er hilft auch dabei, dass man das Lampenfieber und die harte Konkurrenz, die physikalische und psychische Kraft erfordert, ertragen kann. Die Geduld begleitet immer den Gewinn. Ich denke, der Glaubensaspekt ist sehr wichtig für den Sieg.“

Somit kommen wir zum Ende dieser Episode. Ich hoffe dass das Projekt verwirklicht wird, denn wir brauchen außergewöhnliche Teilnehmer und einen besonderen Willen in diesem Aufschwungsprozess, den wir zusammen beginnen werden.

 Vielen Dank,

 As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh


[1] Salla-llahu alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56) bei der Erwähnung  für des den Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[2] "Lebensgestalter"

[3] Der Onkel des Propheten Muhammad (s)

[4] Eine Ehefrau des Propheten Muhammad (s)

[5] radhi Allahu a’nhum / a’nhu / a’nha ("Allahs Wohlgefallen auf ihnen / ihm / ihr"): traditionelle Formel, die Moslems nach Nennung der Gefährten des Propheten (s) sprechen; einige auch nach Nennung der Imame der Rechtsschulen oder der bekanntesten Hadith-Überlieferer.

[6] Zaid Ibn Haritha: Sklave im Hause des Propheten (s), nach seiner Freilassung dessen Adoptivsohn; starb 630 bei der Schlacht von Mutah.

[7] Umar Ibn Alchatab: Schwiegervater des Propheten (s) und der zweite Kalif (634-644)

[8] A’bdullah Ibn A’bbas: Cousin und Schwiegerneffe des Propheten (s); gilt als Begründer der Koranauslegung

[9] A’bdullah Ibn Oneis: tötete im Auftrag des Propheten (s) Abu Sufian, den Anführer des Stammes Quraisch

[10] Salamah Ibn Al-Akwa’: Bogenschütze und Speerwerfer in der islamischen Armee; besiegte durch eine Art Guerillataktik oft überlegene Kräfte

[11] Schlacht von Badr (624): erster Sieg der Muslime über die Anhänger des Stammes Quraisch

[12] ein Ausruf des Erstaunens (arab. "Bach, Bach")

[13] Chosroes II. (auch Chosrau): Großkönig von Persien 590-628

[14] Abu Bakr: Schwiegervater des Propheten (s) und der erste Kalif (632-634)

 

 

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