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"Ein Aufruf zum
friedlichen Miteinander"
Folge 1
Im Namen Allahs, des
Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne
und schenke dem Propheten und seinen Gefährten Heil.
Friede sei mit euch!
Willkommen zu unserer
neuen Sendung: "Ein Aufruf zum friedlichen Miteinander"
Wenn wir uns in der
Welt umschauen, werden wir viele Probleme entdecken. Probleme zwischen
verschiedenen Staaten sowie Probleme zwischen uns Muslimen. Diese große Zahl an
Problemen hat uns heute hierher zusammengeführt, um zur Koexistenz, zum
friedlichen Miteinander zu rufen.
Zum Beispiel werden
im Irak Tausende ermordet und ich spreche nicht nur über die Besatzungsmächte,
sondern über den Streit zwischen den Muslimen dort. Das gleiche passiert in
Palästina. Ich weiß, dass da eventuell externe Mächte mitwirken, aber wenn wir
lernen würden miteinander in Frieden zu leben, würde keiner in der Lage sein uns
so zu beeinflussen. Selbst im Libanon, der für seine Liebe zwischen den
verschiedenen Konfessionen bekannt war und die unter anderem ein Grund für sein
Wohlergehen war, ist es mit dem Frieden vorbei. Auch hier streiten die
verschiedenen Konfessionen miteinander. In Darfur (im Sudan) dachte ich immer,
dass all die Morde zwischen Muslimen und Nichtmuslimen wären. Ich musste
erschrocken feststellen, dass es sich nur um Muslime handelt und der Streit nur
zwischen Muslimen stattfindet. Ich stellte fest, dass wir fast überall in der
arabischen Welt ein großes Problem haben einander zuzustimmen. Ihr mögt jetzt
vielleicht denken, es handelt sich bei diesen Folgen um ein politisches
Programm, aber das ist nicht der Fall.
Schaut auf unsere
Häuser! Viele Eltern und Kinder leben zwar unter einem Dach, aber wie in
verschiedenen Welten. Die Scheidungen nehmen drastisch zu. Schaut auf unsere
Jugendlichen! Nur wenige finden jemanden, mit dem sie richtig sprechen können.
Als Folge davon haben sich einige von der Gesellschaft isoliert: Einige haben
sich den Drogen zugewandt. Andere neigen zum Extrimismus, zur Kriminalität und
zur Verdorbenheit.
An unseren Schulen
und Universitäten ist der Dialog zwischen Lehrern und Schülern noch zu
verbessern. Unsere Gerichte sind voll von Fällen, die wegen Kleinigkeiten
entstanden sind. Einfache Missverständnisse und Konflikte werden vor Gericht
ausgetragen. Einige unter uns scheuen sich nicht, selbst in den Moscheen zu
streiten. Das Konzept des Zusammenlebens wird weder an unseren Schulen noch an
unseren Universitäten unterrichtet. Es gibt kaum Kurse über
Kommunikationsfähigkeiten und ich habe noch keine Freitagspredigt gehört, die
dieses Thema behandelt. Ich habe auch von keiner Gute Nacht Geschichte, oder
einem Brettspiel gehört, die die Idee der Koexistenz als Grundlage haben.
Das Konzept der
Zusammenarbeit (Teamwork) fehlt zum größten Teil in unserer Industrie, unseren
Fabriken, unseren Universitäten und selbst in der wissenschaftlichen Forschung.
In Europa schließen sich viele Fabriken zusammen, um Stärke zu gewinnen, während
viele Unternehmen bei uns in immer kleinere Teile zerfallen. Und wenn man nach
dem Grund fragt, so heißt es oft: „Was uns betrifft, so können wir nicht
miteinander arbeiten!“.
In Europa und Amerika
haben sich einige Muslime von der Gesellschaft isoliert - nach dem Motto:
„Integration? Nein, danke!“ Es ist unsere Aufgabe, ihnen einen Weg zu zeigen,
damit sie sich in den westlichen Gesellschaften integrieren können, ohne sich zu
assimilieren oder ihre eigene Identität zu verlieren.
Lieber Zuschauer,
stell dir vor, dieser Kreis hier ist der Umfang meines Denkens und dieser da ist
der deines Denkens. Wenn wir voneinander entfernt bleiben, so werden sich beide
Kreise nie überschneiden. Wenn ich aber erfolgreich sein will, so muss ich daran
arbeiten, eine gemeinsame „Schnittfläche“ zu finden. Wir müssen auch daran
arbeiten, diese immer weiter zu vergrößern.
Was heißt
Koexistenz (friedliches Miteinander)?
Unser Programm hat
zwei Ziele: Das erste ist die Einführung der Idee der Koexistenz und das zweite
ist, euch mit den Fertigkeiten zu bereichern, um das Gelernte umzusetzen. Wenn
ich den Begriff „der Andere“ benutze, folgern einige Zuschauer, dass ich den
Westen meine. Nein!! Psychologen machen es uns klar, dass „der Andere“ ein
Begriff ist, der bereits in der frühen Kindheit benutzt wird, wenn man lernt mit
allen externen Faktoren seiner Umgebung zu existieren.
Das Erste, was Allah
die Menschheit gelehrt hat, war Koexistenz. Allah (t) sagt im Koran: [Und
verlies ihnen in Wahrheit die Geschichte von den zwei Söhnen Adams, als sie
beide ein Opfer darbrachten, und es von dem einen angenommen und von dem
Anderen nicht angenommen wurde. Da sagte dieser: "Wahrhaftig, ich schlage
dich tot." Jener (der Andere) erwiderte: "Allah nimmt nur von den
Gottesfürchtigen (Opfer) an. "]
(5:27). Der Begriff „der Andere“ wurde hier benutzt, obwohl wir über zwei
Brüder sprechen, aber jeder von ihnen hat seine eigene Denkweise.
Derjenige, der in der
Lage ist mit anderen zusammenzuleben, ist derjenige, der selbstsicher, stark,
aufgeschlossen und zivilisiert ist. Dies ist der Grund warum der Islam der
ganzen Welt offen gegenübersteht. Der Islam ist eine tiefsinnige Religion und
eine komplette Lebensweise. Er hat alle Faktoren, die dich befähigen ein guter
Muslim und gleichzeitig anderen gegenüber aufgeschlossen zu sein.
Koexistenz bedeutet
weder Assimilation noch Aufgabe der eigenen Identität, des eigenen Glaubens oder
des eigenen Charakters. Koexistenz setzt voraus, dass es zwei Partner gibt:
Beide sollen miteinander umgehen können.
Das heißt, wenn
jemand versucht, mir seine Kultur oder Denkweise aufzuzwingen, darf er nicht von
Koexistenz sprechen. Niemand darf von den Jugendlichen in den arabischen Ländern
erwarten, die Kopie einer anderen Kultur zu werden und behaupten, das sei
Koexistenz. Kein Staat darf Teile unserer Länder besetzen und dann von uns
verlangen zu koexistieren.
Wir reden von
einer Koexistenz zwischen Partnern, die einander respektieren.
In diesem Programm
werden wir viele Beispiele der Koexistenz aus unserer islamischen Geschichte
behandeln, weil ich wünsche, dass alle, vor allem die Jugendlichen, stolz auf
ihre Identität sind. Wir wollen aufgeschlossen sein, aber werden nie unsere
Wurzeln vergessen.
Lasst uns also
zusammenleben und stolz über unsere Religion sein. Wir haben hiermit eine
weltweite Aufgabe.
Der Prophet (s[i])
lehrt uns, dass ein Muslim, der mit anderen Menschen umgeht (co-existiert) und
in Geduld ihre ständigen Verletzungen erträgt, besser ist, als ein Muslim, der
keinen Kontakt zu anderen Menschen hat und dem somit kein Leid widerfährt.
Koexistenz ist, wenn
wir miteinander leben und uns gegenseitig so akzeptieren, wie wir sind.
Koexistenz ist, wenn wir miteinander argumentieren und uns gegenseitig
respektieren, selbst wenn wir verschiedener Meinung sind. Koexistenz ist, wenn
wir unsere gegenseitige Anwesenheit akzeptieren und Grundlagen setzen für den
Fall, dass wir uneinig sind.
Was
sagt der Islam über das friedliche Miteinander?
Ihr
werdet stolz sein, wenn ihr erfahrt was der Islam über Koexistenz sagt. Das
erste, was uns der Islam lehrt, ist, dass es keine Schande ist verschieden zu
sein. Es ist ein allgemeines Gesetz, da es in unserer Natur liegt verschieden zu
sein.
Eine
der größten Schöpfungen Allahs ist der menschliche Verstand. Es ist unmöglich,
dass alle Menschen den gleichen Verstand haben. Wie kommt es, dass wir die
Vielfältigkeit des Äußeren (Aussehen) akzeptieren, aber ablehnen, eine
unterschiedliche Denkweise zu haben? Selbst dein Sohn muss anders sein als
du, er kann keine Kopie von dir werden. Wenn du einen bestimmten Glauben hast,
oder einer bestimmten Denkrichtung angehörst, kannst du nicht erwarten, dass
alle anderen mit dir identisch sind. Wenn du dies akzeptierst, hast du schon den
halben Weg zur Koexistenz hinter dir.
Der Islam
betont auch, dass diese Unterschiede unser Leben bereichern. Allah (t[ii])
sagt: [...und
euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen möget. ...]
(49:13).
Dieser Satz „dass ihr einander erkennen möget“ hat eine
sehr ausgedehnte Bedeutung im Arabischen, die unter anderem beinhaltet:
gegenseitige Hilfe, sich gegenseitig verstehen, gegenseitige Ideen nutzen und
Austausch von wirtschaftlichen Interessen.
Allah (t) sagt auch:
[Und helft einander in Rechtschaffenheit und Frömmigkeit; …] (5:2) Dieser
Vers richtet sich nicht nur an die Muslime, sondern an die gesamte Menschheit.
Also lasst uns einander helfen, um zusammen zum Beispiel die Gefahren von Drogen
oder die Vogelepidemie zu bekämpfen. Die Fortsetzung des Verses lautet: […
doch helft einander nicht in Sünde und Übertretung] (5:2). Das bedeutet,
dass du nicht mein Land besetzen darfst und später von mir Koexistenz forderst.
Die islamische
Zivilisation hatte ihren Höhepunkt, als verschiedene Nationalitäten sich dem
Islam anschlossen. Hätte es nicht das Andalusien gegeben, welches unter den
Muslimen einen großen Aufschwung erlebt hatte, wäre Europa nie das geworden, was
es heute ist. Die Vereinigten Staaten dürfen so einen Fortschritt genießen, weil
sie eine Mischung verschiedener Nationen und Richtungen sind.
Ich fordere alle
Gesetzgeber in der Welt auf, mir nur einen einzigen Paragraph zu zeigen, in dem
die Bevölkerung zur Koexistenz und zum kennen lernen anderer Nationen gerufen
wird. Die einzige Rechtsprechung, die eine solche Aufforderung enthält, ist
der Koran. Andere Nationen dürfen also nicht herablassend auf uns blicken
und behaupten, dass sie den Begriff der Koexistenz eingeführt haben, weil das
einfach nicht stimmt.
Das friedliche
Miteinander ist eine der wichtigsten Grundlagen des Islam.
Betrachtet diesen
großartigen Vers: [Und
hätte dein Herr es gewollt, so hätte Er die Menschen alle zu einer einzigen
Gemeinde gemacht; doch sie wollen nicht davon ablassen, uneins zu sein.
Ausgenommen davon sind jene, derer dein Herr Sich erbarmt hat, und dazu hat Er
sie erschaffen. Und das Wort deines Herrn ist in Erfüllung gegangen. ...]
(11:118-119). Es gibt einen
weiteren Vers, der die gleiche Bedeutung hervorhebt: [Und
unter Seinen Zeichen sind die Schöpfung der Himmel und der Erde und die
Verschiedenheit eurer Sprachen und Farben. Hierin sind wahrlich Zeichen für die
Wissenden.]
(30:22).
Der Prophet (s)
erläutert dieses Konzept, indem er die Muslime in ihrer Barmherzigkeit und ihrem
Mitgefühl, wie einen einzigen Körper beschreibt. Wenn ein Organ dieses Körpers
Schmerzen hat, so fühlt der gesamte Körper diesen Schmerz. Der Prophet (s) gibt
dir ein Beispiel an deinem eigenen Körper. Der Körper besteht aus verschiedenen
Organen, die alle verschiedene Funktionen und Rollen haben. Wenn sie wie ein
Team zusammen arbeiten, dann bilden sie eine Einheit.
Darüber hinaus
übermittelt der Koran die verschiedenen Dialoge zwischen den Propheten und ihrem
Gefolge. Der Koran enthält sogar die Aussagen derjenigen, die den Islam
ablehnten. Schlag den Koran bitte auf, wie oft findest du „sie sagten, ...“?
Betrachten wir Sure
al-Baqara (Sure 2): Nachdem die gesamte Methodik des Islam (arab. Manhadsch)
dargestellt wird, rezitieren wir den mächtigsten Vers des Koran, den Thronvers:
[Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden.
Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was
auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit
Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber
begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht
Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie
(beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene.] (2:255).
Unmittelbar darauf folgt: [Kein
Zwang in der Religion, ...] (2:256).
Also nachdem das gesamte Konzept dargestellt wird, kommt dieser Vers, um klar zu
stellen, dass niemand gezwungen wird diese Methodik, diesen Glauben anzunehmen.
In einem anderen Vers heißt es entsprechend dieser Methodik: [Und sag: Die
Wahrheit ist von eurem Herr, also wer will, so soll er glauben, und wer will, so
soll er den Glauben verweigern...]
(18:29).
Jedem ist es
überlassen zu glauben, oder nicht zu glauben und wir werden alle vor Allah
Rechenschaft ablegen.
Schau wie der Koran
über die gemeinsamen Grundlagen spricht: [Sprich: O Volk der Schrift, kommt
herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir nämlich Allah
allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die einen von uns die
anderen zu Herren nehmen außer Allah.] (3:64). Schau wie behutsam der
folgende Vers die Nichtmuslime anspricht: [Entweder wir sind oder ihr seid
auf dem rechten Weg oder in offenkundigem Irrtum.] (34:24). Wie ist es nun
mit dem Dialog zwischen uns Muslimen?
Beachte auch den
folgenden großartigen Vers: [O
ihr Menschen, fürchtet euren Herrn,
Der euch erschaffen hat aus einem einzigen Wesen; und aus ihm erschuf Er seine
Gattin, und aus den beiden ließ Er viele Männer und Frauen entstehen.]
(4:1). Wir
alle haben den gleichen Ursprung: Adam und Eva.
Die gesamte
Menschheit ist laut islamischer Überzeugung eine große Familie.
Wisst ihr was der
Prophet (s) gemacht hat, als er Madina erreichte? Er forderte die Verbreitung
vom Friedensgruß, die Speisung der Hungrigen, und die Achtung und Pflege von
Verwandtschaften. Zu dieser Zeit gab es in Madina viele verfeindete Stämme wie
zum Beispiel die „Aws“ und „Chazradsch“. Er verbrüderte zwischen diesen Stämmen.
Als nächstes baute er die Moschee, in der sich die neue Gesellschaft sammeln
wird. Außerdem benannte er die Stadt von Yathrib in al-Madina um. Er verhinderte
damit die Zugehörigkeit der Stadt zu einem bestimmten Stamm. Sie hieß jetzt
einfach „al-Madina“ (die Stadt). Dann erstellte er eine „Verfassung“, welche
sich an die Juden, die Nichtmuslime, die Muslime und alle Bewohner der Stadt
richtete. Er forderte sie alle auf gemeinsam in Frieden zu leben.
Ich kenne keine
Verfassung, die so sehr nach Koexistenz verlangt, wie die des Propheten (s) in
Madina.
An alle diejenigen,
die Angst vor dem Islam haben und die sich weigern Religion im Unterrichtsplan
aufzunehmen, weil sie Angst vor Extremismus haben: ich möchte genau das
Gegenteil vorschlagen. Ich möchte, dass ihr den wahren Islam lehrt, damit unsere
Kinder lernen miteinander zu leben.
Wenn wir den
Extremismus besiegen wollen, dann sollen wir unsere Kinder den wahren Islam
lehren.
Was ist nun meine
Absicht bei dieser Sendung?
Ich möchte Allahs
Aufforderung in folgendem Vers erfüllen: [...,
also fürchtet Allah und bringt das zwischen euch in Ordnung, ...]
(8:1).
Der Prophet (s) sagte
uns, dass die Beseitigung unserer Differenzen und die Übereinstimmung in der
Gesellschaft besser sind, als fasten, das Nachtgebet verrichten und Almlosen
spenden. Bei Allah, die Absicht hinter diesem Programm ist, auf Allahs Gebot zu
hören: [Die Gläubigen sind ja Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren
Brüdern und fürchtet Allah, auf dass euch Barmherzigkeit erwiesen werde]
(49:10).
Der Prophet (s) sagte
uns auch, dass Dinge, die Streit zwischen uns entfachen, unsere Religion
„wegrasieren“ würden wie ein Rasiermesser die Haare.
Allah (t) sagt:
[Ihr seid die beste Gemeinschaft, für die Menschen hervorgebracht, ihr tragt das
Rechte auf und ihr untersagt das Verwerfliche, und ihr glaubt an Allah, ...]
(3:110). Ich bin stolz darauf, Muslim zu sein und gleichzeitig bin ich in der
Lage mit anderen zusammenzuleben.
Die Beziehung
zwischen Koexistenz und Entwicklung:
Ich möchte euch was
fragen: Wie können wir beabsichtigen uns zu entwickeln, wenn viele unter uns
noch nicht in der Lage sind friedlich miteinander zu leben? Es würde eine
Katastrophe geben.
Meine weitere Frage
lautet: Wenn ich mich entwickeln möchte, warum baue ich dann nicht auf dem auf,
was ich bereits habe?
Ich möchte euch eine
kurze Geschichte erzählen. Ein Fischerboot war auf See. Es erreichte eine
Stelle, wo ein Fluss ins Meer mündete. Die Fischerleute brauchten dringend etwas
Trinkwasser. Sie signalisierten einem großen, edlen Schiff in der Ferne, dass
sie Wasser benötigten. Der Kapitän des Schiffes wunderte sich: „Ihr fragt uns
nach frischem Wasser, wo es doch direkt unter euch ist!!“
Und ich sage euch das
Gleiche: Wir haben das frische Wasser direkt hier bei uns; wir haben nämlich
unsere Geschichte.
Wir alle wissen, dass
manche emsig versuchen, die Menschheit wieder in Kriege und Kämpfe zu führen; in
die Zeit der Kreuzzüge zurück, damit sie ihre Waffen verkaufen. In dieser
Sendung beabsichtigen wir den Standpunkt des Islam zu verdeutlichen. Der Koran
spricht jeden an. Der erste Vers im Koran lautet: [Alles
Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten,]
(1:2) und der letzte: [Sprich:
"Ich nehme meine Zuflucht beim Herrn der Menschen“] (114:1).
Demzufolge ist der Koran ein Buch für
die gesamte Menschheit.
Lasst uns also
aufgeschlossen sein, um miteinander zu leben, ohne uns zu assimilieren oder
unseren Glauben zu verlieren.
Überblick über die
nächsten Folgen:
In der nächsten Folge
werde ich beginnen euch die Lebensgeschichten der vier Imame (islamische
Gelehrte) zu erzählen: Abu-Hanifa, Malik, Ash-Shafiiy, und Ibn Hannbal. Es wird
nicht darum gehen, ihre Lehren aus der Sicht der islamischen Rechtswissenschaft
zu diskutieren und zu analysieren. Wir werden uns viel mehr auf den Aspekt der
Koexistenz im Leben der vier Imame konzentrieren.
Zum Schluss eine
Bitte: Wenn ihr mit uns kommunizieren wollt, dann besucht unsere Internetseite
www.amrkhaled.net nach jeder Folge. Schreibt uns eure Kommentare, eure
Kritik und eure objektive Meinung.
Allahs
Friede sei mit euch.
[i]
salla-l-lahu 'alaihi wa sallam:
Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer
Aufforderung (vgl. 33:56) bei der Erwähnung des Propheten Muhammad
gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem
regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.
[ii]
ta'ala:
erhaben. Wird der Erwähnung Allahs beigefügt: Allah, der Erhabene
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