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Folge 13: Der Name Allahs "Al-Hamid" (Der Gelobte, der Gepriesene)
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Übersetzung der Zusammenfassung der neuen Vortragsreihe von Amr Khaled:

"In Deinem Namen leben wir"

Folge 13: Der Name Allahs "Al-Hamid" (Der Gelobte, der Gepriesene)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten und seinen Gefährten Heil.

Friede sei mit euch!

Um den größten Nutzen aus der heutigen Folge zu ziehen, möchte ich euch zu Anfang bitten, Papier und Stift vorzubereiten.

 

In der heutigen Folge werden wir den Namen Allahs "Al-Hamid" behandeln.

 

Die Bedeutung von "Al-Hamid":

Das Nomen "Al-Hamid" ist abgeleitet vom Verb "hamada", sprich "preisen", das Gegenteil ist "tadeln". Das Vollkommene wird gepriesen und das Mangelhafte getadelt. Lobenswert für seine Vollkommenheit, für seine Taten, für seine Gebote und Verbote ist nur Allah (t)[1].

 

Der Unterschied zwischen "preisen" und "danken":

Danken ist geringer als preisen. Du dankst den Menschen, aber gepriesen wird nur Allah (t). Preisen ist auch allgemeiner. Allah (t) wird wegen Seines Selbst gepriesen, während Danken nur eine Reaktion auf eine bestimmte Aktion ist.

 

Wir sollten Allah aus ganzem Herzen preisen und nicht nur mit Worten. Nehmt euch ein Beispiel daran, wie der Prophet (s)[2] Allah gepriesen hat:   

„Allah, Dir gilt die Lobpreisung, Du bist der König der Himmel und der Erde und was dazwischen ist, Gepriesen seist Du. Du bist das Licht der Himmel und der Erde und was dazwischen ist, das Lob gilt Dir. Du bist der Ewige der Himmel und der Erde und was dazwischen ist, das Lob gilt Dir. Du bist die Wahrheit und Deine Verheißung ist wahr. Deine Begegnung ist wahr und der Himmel ist wahr und die Hölle ist wahr und die Propheten sind wahr und Muhammad (s) ist wahr.“

„O Allah alle Lobpreisung gebührt Dir, für den Segen des Islams, für den Segen des Korans, für den Segen der Familie und der Kinder.“

„O Allah, wir loben Dich entsprechend der Würde Deines majestätischen Antlitzes.“

 

Wenn wir uns die Gebete des Propheten (s) vergegenwärtigen, wird uns bewusst, dass wir Allah (t) die ganze Zeit preisen müssten, für alles, was Er uns gibt, für jede Bewegung, die wir machen können und für jeden Augenblick. [Was ihr Gutes habt - es ist von Allah. Wenn euch jedoch ein Schaden trifft, dann fleht ihr Ihn um Hilfe an.] (16:53)[3]

 

Nun nimm den Stift und versuch die Gaben und Wohltaten aufzuzählen, die Allah (t) dir geschenkt hat. Kannst du nur eine Gabe von Allah (t) mit all ihren Auswirkungen auf dein Leben aufzählen? Nein, das kann keiner: [Und wenn ihr Allahs Wohltaten aufzählen wolltet, würdet ihr sie nicht restlos erfassen können. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.] (16:18)

 

Schreib zuerst oben in der Mitte Allahs Namen: "Al-Hamid" und denke an den Koranvers [Was ihr Gutes habt - es ist von Allah. Wenn euch jedoch ein Schaden trifft, dann fleht ihr Ihn um Hilfe an.] (16:53).

 

Fangen wir nun mit dem Aufzählen an. Ich werde dir etwas helfen:

Deine Kleidung: Aus Wolle, Baumwolle, oder Leder. Die Rohstoffe dafür stammen von Allah (t). Er gab sie dir, damit du dich kleiden und deine Scham bedecken kannst. Deine Möbel, dein Haus mit seinen Wänden, so luxuriös alles ist, es stammt ursprünglich aus der Natur, die Allah (t) für uns geschaffen hat. Aber auch dein Essen und Trinken stammt von Allah (t): [So soll der Mensch doch seine Nahrung betrachten. Siehe, Wir gossen das Wasser in Fülle aus. Alsdann spalteten Wir die Erde in wunderbarer Weise und ließen Korn in ihr wachsen und Reben und Gezweig und Ölbäume und Palmen und dicht bepflanzte Gartengehege] (80:24-30).

 

Und wie ist es mit dem Wasser? Es ist eine der größten Gaben Allahs (t). Es wird eine Geschichte über einen Mann erzählt, der sich in der Wüste verlaufen hatte. Er war sehr durstig und sah etwas Glänzendes in der Ferne. Er stürzte sich darauf in der Vorstellung, dass es Wasser war. Verbittert schrie er auf, als er entdeckte, dass es kein Wasser war, sondern Gold. Seht ihr, Gold ist nichts wert, wenn es an Wasser fehlt.

 

Auch die Fähigkeit unseres Körpers unnötiges Wasser in Form von Schweiß oder Urin auszuscheiden ist eine Gnade Allahs, für die wir Ihn immer preisen müssen. Einmal bat Harun ar-Rashid seinen Ratgeber Ibn as-Sammak um Rat: Der fragte ihn: Was gäbest du für ein Glas Wasser, wenn du unbedingt Wasser brauchst? Er antwortete: Die Hälfte meines Königreichs. Darauf fragte ihn Ibn as-Sammak weiter: Und was gäbest du, um dieses Wasser loszuwerden, sollte es aus deinem Körper nicht mehr herauskommen? Ar-Rashid sagte: Die Hälfte meines Königreichs. Der weise Mann sagte dann: Siehst du, wie wenig dein Königreich wert ist? Es ist so viel Wert wie ein Schluck Wasser. [Habt ihr das Wasser betrachtet, das ihr trinkt? Seid ihr es, die es aus den Wolken nieder senden, oder sind Wir es, die es nieder senden? Wollten Wir, könnten Wir es bittersalzig machen. Warum also dankt ihr (Mir) nicht?] (56:68-70)

 

Eine weitere Wohltat Allahs ist der Schutz: Wir sind im ständigen Schutz durch Allah (t): [Es gibt Begleiter für ihn, vor ihm und hinter ihm, die ihn im Auftrag Allahs behüten…] (13:10)

 

Schaue nun auf dich selbst, auf deinen Körper, schreibe alle Gaben Allahs (t) auf und preise Ihn. Du kannst sehen, während andere blind sind. Du kannst sprechen, während andere stumm sind. Du kannst hören, während andere taub sind. Du bewegst dich, während andere gelähmt sind. Stell dir vor, Allah (t) hätte uns unsere Körperteile nicht gegeben und wir müssten sie kaufen. Wie viel würdest du für ein Auge oder eine Niere bezahlen? Was würdest du tun, wenn du deinem Neugeborenen Augen kaufen müsstest und nicht genug Geld hättest? Nur ein Auge kaufen und vielleicht nur ein Ohr, statt zwei? Preise Allah für diese Gaben: [Haben Wir ihm nicht zwei Augen gemacht / und eine Zunge und zwei Lippen? / Und ihm haben Wir die beiden Wege gezeigt.] (90:8-10). Und wie ist es mit der Atmung, deine Lunge? Wie wäre es, wenn es deine Aufgabe wäre die Lunge zu bewegen, damit sie atmet. Du würdest den ganzen Tag nichts anderes tun können. Merkst du jetzt, was für eine große Gabe Allahs es ist, dass sie von selbst funktioniert, genauso wie alle deine anderen Organe?!

 

Hast du alles aufgeschrieben? Hast du auch deine Seele, Ramadan, das Paradies, und den Islam, die größte Gabe, schon aufgezählt?

 

Gepriesen sei Allah (t), der in seinem Buch sagt: [Alles Lob gebührt Allah, Der zu Seinem Diener das Buch herab sandte und nichts Krummes darein legte.] (18:1) und [Alles Lob gebührt Allah, dem Schöpfer der Himmel und der Erde, Der die Engel, mit je zwei, drei und vier Flügeln, zu Boten gemacht hat. Er fügt der Schöpfung hinzu, was Ihm gefällt; Allah hat wahrlich Macht über alle Dinge.] (35:1)

 

In einem heiligen Hadith heißt es:

"O, ihr Diener, ihr seid, alle nackt, außer denjenigen, die Ich bekleide. Bittet ihr Mich um Kleidung, so bekleide Ich euch. O, ihr Diener, ihr seid alle hungrig, außer denjenigen, die Ich ernähre. Bittet Mich um Nahrung, so ernähre Ich euch. O, ihr Diener, ihr seid alle auf dem Irrweg, außer denjenigen, denen Ich den rechten Weg zeige. Bittet Mich um die Rechtleitung, dann führe Ich euch auf den richtigen Weg. O, ihr Diener, tagsüber und nachts sündigt ihr und Ich verzeihe euch alle Sünden. Bittet Mich um Vergebung und Ich verzeihe euch."

 

Ist es dir peinlich einem Menschen zu danken, weil er dir ein Geschenk gegeben hat, oder weil er dir einen Gefallen getan hat? Sicher nicht und das ist nicht falsch, denn wer den Menschen nicht dankt, der dankt auch Allah (t) nicht. Aber warum schämst du dich dann Allah zu danken und zu preisen, wo er doch viel mehr für dich getan hat und dir viel mehr geschenkt hat, als jeder Mensch?! Schämst du dich nicht, dass das ganze Universum Allah (t) preist, sogar der Sand und alle anderen Geschöpfe, aber du nicht? [Die sieben Himmel und die Erde und alle darin lobpreisen Ihn; und es gibt nichts, was Seine Herrlichkeit nicht preist; ihr aber versteht deren Lobpreisung nicht. Wahrlich, Er ist Nachsichtig, Allverzeihend.] (17: 44)

 

Der Prophet (s) sagt: „Ihr Menschen, liebt Allah (t) vom ganzen Herzen, liebt Allah (t) für das, womit Er euch segnet.“ Hat dieser Ausspruch des Propheten s dein Herz ergriffen?

 

Dein Herz wird bestimmt weich, wenn du erfährst, dass die Lobpreisung Allahs (t) den Unterschied zwischen einem Gläubigen und einem Ungläubigen ausmacht. Der Ungläubige genießt nur die Gaben Allahs (t), aber der Gläubige wendet sich an Allah (t), von dem diese Gaben stammen und preist Ihn dafür.

 

Du kannst die große Bedeutung der Lobpreisung Allahs (t) auch in der Sure Al-Fatiha, die „Eröffnende“ feststellen, mit der der Koran beginnt: [Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten] (1:2)

 

Auch am Tag der Auferstehung beginnt die Fürsprache des Propheten (s) mit der Lobpreisung Allahs (t).

Die erste Frage, die Allah (t) an diesem Tag stellt ist: „Hab Ich dir nicht viele Gaben geschenkt und Dir meinen Segen gegeben?“ Allah (t) wird dich tadeln, dass du Ihm nicht gedankt und Ihn nicht gepriesen hast. Stell dir aber vor, wenn du Ihm sagen könntest: „O Allah, ich habe Dich gepriesen.“ Worauf Allah (t) antwortet: „Du sprichst die Wahrheit, mein Diener“.

 

Meine Brüder und Schwestern, die Lobpreisung kann euch vor vielen Qualen schützen. Allah gefällt Undankbarkeit und Unglauben an Seinen Dienern nicht. Er ist nicht auf sie angewiesen, sondern wir auf Ihn. Allah (t) sagt: [Wenn ihr undankbar seid, so ist Allah auf keinen von euch angewiesen. Und Er findet nicht Wohlgefallen am Unglauben Seiner Diener; doch wenn ihr aber dankbar seid, so gefällt Ihm das an euch. Und keine lasttragende (Seele) soll die Last einer anderen tragen. Danach werdet ihr zu eurem Herrn heimkehren; und Er wird euch verkünden, was ihr zu tun pflegtet. Wahrlich, Er weiß wohl, was in den Herzen ist.] (39:7)

 

 

Was gibt dir „der Gelobte“, wenn du Ihn oft lobpreist, sowohl in deinem Herzen, als auch mit deinen Worten?

 

In Sure Ibrahim sagt uns Allah (t): [Und als euer Herr ausrufen ließ: “Wenn ihr dankbar seid, füge Ich euch ganz bestimmt mehr hinzu, und wenn ihr den Glauben verweigert, -Meine Strafe ist ja bestimmt hart.“] (14:7)

 

Das bedeutet, wenn du jetzt, in diesem Moment sagst „Allah (t) ist der Gepriesene“, dann schickt Allah (t) dir sofort Seinen Segen. Beachte, dass Allah (t) deinen Dank nicht braucht Er fordert dich nur dazu auf, weil Er dich bereichern möchte. Im Koran heißt es: [Ich will keine Versorgung von ihnen, noch will Ich, dass sie Mir Speise geben] (51:57). Allah (t) lädt uns nur zur Strebsamkeit nach mehr Reichtum ein!

 

Noch einen wichtigen Vorteil von der Lobpreisung Allahs erfahren wir vom Propheten (s): „Die Aussage "Allah (t) ist der Gepriesene" erschwert die Waage am Tag der Auferstehung.“

 

Vergiss auch nicht im Ramadan, Allah (t) zu danken und Ihn zu lobpreisen. Lese den Koran und vollbringe viele gute Taten. Wenn du Allah (t) dankst und preist, dann wird Er dich mit Laylat Al-Qadr, der Nacht der Bestimmung, belohnen, von der es im Koran heißt: [Die Nacht von Al-Qadr ist besser als tausend Monate.] (97:3) und Er belohnt dich mit dem Schutz vor dem Höllenfeuer.

 

Was sind die Auswirkungen der Unterlassung der Lobpreisung?

 

1.       Wenig oder kein Segen und keine weiteren Gaben von Allah (t)

2.       Man findet keinen Gefallen mehr an den Gaben Allahs (t)

3.       Die Gaben und der Segen wandeln sich zum Grund für Trauer und Schmerz (so könnten z.B. dein Sohn oder dein Geld ein Grund für Schmerzen statt Freude sein!).

4.       Es passiert dir ein Unglück –Gott bewahre-, das durch seine Bitterkeit die Schönheit des Segens auslöscht.

 

Wie soll ich du den Gelobten preisen?

 

1.       Aus ganzem Herzen Allah (t) für Seinen Segen und Seine Gaben danken

2.       Allah (t) sowohl im Herzen als auch mit Worten in der Öffentlichkeit danken. (Das ist eine höhere Stufe der Lobpreisung).

3.       Danke Allah (t) für Seinen Segen, indem du mit Seinen Gaben dein Leben besser gestaltest und Rechtschaffenes tust. Das ist eine höhere Stufe des Dankes und diese gefällt Allah (t) am meisten.


 

[1] ta'ala: erhaben. Wird der Erwähnung Allahs beigefügt: Allah, der Erhabene.

[2] salla-l-lahu 'alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56) bei der Erwähnung des Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[3] http://quran.al-islam.com/Targama

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