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Fünfte Folge: Allahs Name "Ar-Razzak", der Versorger
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Übersetzung der Zusammenfassung der neuen Vortragsreihe von Amr Khaled:

"In Deinem Namen leben wir"

 

Fünfte Folge: Allahs Name "Ar-Razzak", der Versorger

 

 Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten und seinen Gefährten Heil.

 

 Friede sei mit euch!

 

Unsere heutige Folge handelt von Allahs Namen Ar-Razzak, Der Versorger. Das Ziel dieser Folge ist, dass du ein starkes Vertrauen in Gott setzt. Dass du erkennst, dass dein Unterhalt und deine Versorgung vom Versorger kommt. Wir wollen uns deshalb auf zwei Sachen einigen: Erstens wollen wir nie wieder Geld aus Sündhaftem erwerben und zweitens wollen wir uns nie wieder vor jemandem erniedrigen, weil wir wissen dass der Versorger und versorgt.

 

Wir werden im Laufe dieser Folge die folgenden Aspekte behandeln:

 

·  Die Bedeutung des Namens Ar-Razzak, der Versorger

·  Der Versorger im Koran

·  Der Versorger im Leben

·  Ist die Versorgung nur materiell?

·  Was will der Versorger von uns?

 

Die Bedeutung des Namens:

Der Versorger ist derjenige, der die Versorgung und den Unterhalt geschaffen und eingeteilt hat und er hat auch die Verantwortung übernommen, jedem seinen Anteil zu geben. Jeder bekommt seinen für ihn bestimmten Anteil, egal ob er gottesfürchtig ist oder in Sünde lebt. Und nicht nur die Menschen, sondern jedes Lebewesen auf dieser Welt. Allah (t)[1] sagt [Und es gibt kein Geschöpf, das auf der Erde kriecht, dessen Versorgung nicht Allah obläge. Und Er kennt seinen Aufenthaltsort und seine Heimstatt. All das ist in einem deutlichen Buch.] (11:6). Und Allah (t) sagt auch [Und (denket daran) als Abraham sprach: «Mein Herr, mache dies zu einer Stadt des Friedens und versorge mit Früchten die unter ihren Bewohnern, die an Allah und den Jüngsten Tag glauben», da sprach Er: «Und auch dem, der nicht glaubt, will Ich einstweilen Wohltaten erweisen; dann will Ich ihn in die Pein des Feuers treiben, und das ist eine üble Bestimmung.»] (2:126), woraus hervorgeht, dass Allah alle Menschen versorgt, auch die die nicht glauben.

 

Die heutige Folge ist wichtig, weil heute viele Menschen in unserem Lande von Sündhaftem leben und weil wieder andere davon leben, sich vor anderen Menschen zu erniedrigen, um von ihnen versorgt zu werden. Und diesen allen sage ich, betrachtet den Namen

 

der Versorger im Koran:

Allah sagt: "Sprich: ""Leugnet ihr Den wirklich, Der die Erde in zwei Tagen schuf? Und dichtet ihr Ihm Nebenbuhler an?"" Er allein ist der Herr der Welten. "Und Er gründete in ihr feste Berge, die sie überragen, und segnete sie und ordnete auf ihr ihre Nahrung in richtigem Verhältnis in vier Tagen - gleichmäßig für die Suchenden. "Dann wandte Er Sich zum Himmel, welcher noch Nebel war, und sprach zu ihm und zu der Erde: ""Kommt ihr beide, willig oder widerwillig."" Sie sprachen: ""Wir kommen willig."" (41:9-11)

 

Wir erkennen hier, dass Allah die Versorgung auf der Erde eingeteilt und geordnet hat. Er hat z.B. bestimmt wieviel Wasser und Pflanzen die Erde braucht. Dieser Vers ist ein Beweis, der den Gläubigen Vertrauen und Sicherheit für ihre Versorgung geben sollte

Zur Bestätigung dessen sagt Allah (t) weiter: [Allah ist es, Der euch erschaffen hat, und dann hat Er euch versorgt; dann wird Er euch sterben lassen, und dann wird Er euch wieder lebendig machen. Ist etwa unter euren Göttern einer, der davon etwas vollbringen könnte? Gepriesen sei Er und Hoch Erhaben über das, was sie anbeten!.] (30:40). In diesem Vers heißt es „hat versorgt“, das heißt Gott hat die Vergangenheitsform benutzt, um anzudeuten, dass die Versorgung schon vorherbestimmt und festgelegt ist.

 

Aus den Hadithen ist bekannt, dass kein Mensch seinen letzten Atemzug tut, ohne seinen gesamten Anteil an Versorgung bekommen zu haben. Wenn du daran glaubst, dass du keinen Atemzug früher sterben wirst als Gott es vorgesehen hat, so solltest du immer nur rechtmäßige Versorgung akzeptieren. Schließe dich nicht den vielen anderen an, die von Sündhaftem leben. Und merke Allah wird immer für deine Versorgung da sein, weil Er sich dazu verpflichtet hat. Wofür ich hier und heute in dieser Folge plädiere, ist, dass man sich nicht erniedrigen soll und dass man nicht von Sündhaftem leben soll. Und das finden wir schon in dem Bittgebet des Propheten (s)[2] wenn er sagt: „Oh Allah schütze mich mit dem Reinen vor dem Sündhaftem und schütze mich mit Deiner Güte vor der Erniedrigung vor Anderen außer Dir.“ Die Versorgung kommt mit Sicherheit immer. Es ist nur eine Frage, ob du ungeduldig bist und dir diese mit in Sünde erwirbst und somit in die Hölle kommst, oder ob du geduldig bist und dir Mühe gibst sie ehrlich zu erwerben und als Preis dafür das Paradies gewinnst.

 

Der Versorger im Leben:

 

Wir wollen jetzt sehen, wie wir diese Eigenschaft Gottes aus dem Weltsystem erkennen können. Unser Ziel dabei ist, dass sich niemand erniedrigt um seine Versorgung zu erhalten.

Ich werde mit einem einfachen Beispiel beginnen, dass wir alle aus der Schule kennen, worüber wir aber nie auf diese Weise nachgedacht haben und das wir nie in Verbindung mit Gott als der Versorger gesehen haben. Wenn wir diese Eigenschaft, diesen Namen Allahs (t) richtig verstehen, so wäre es uns unmöglich von Sündhaftem zu leben. Unser Beispiel ist der Wasserkreislauf: Wir werden jetzt diesen Wasserkreislauf im Zusammenhang mit Gottes Namen der Versorger sehen. Das Wasser ist der Ursprung allen Lebens. Allah (t) sagt:

[Haben die Glaubensverweigerer nicht gesehen, daß die Himmel und die Erde eine Einheit waren, die Wir dann zerteilten? Und Wir machten aus dem Wasser alles Lebendige. Wollen sie denn nicht glauben?] (21:30) Als erstes können wir feststellen, dass das Wasser dank des Versorgers 71% der Erdoberfläche ausmacht, weil es ein wichtiger Bestandteil für das Leben ist. Dann veranlasst der Versorger, dass die Meere salzig sind, damit das Wasser nicht verdirbt. Dann befiehlt der Versorger weiter, dass die Sonne die Meere erwärmt. Die Sonne erwärmt 16 Millionen Tonnen in der Sekunde und 505 Trillionen Tonnen werden im Jahr erwärmt und verdampfen um den Durst der Lebewesen zu löschen. Gott, der Versorger schafft eine Beziehung zwischen der Sonne, die das Wasser erwärmt und dem Regen. Allah (t) sagt:

[und Wir haben eine hellbrennende Leuchte gemacht , und Wir senden aus den Regenwolken Wasser in Strömen hernieder], (78:13-14). Im Anschluss daran folgt die Rolle der Winde, deren Aufgabe es ist das verdampfte Wasser in die Höhe zu bringen um es wieder abzukühlen und die trockene Luft geht nach unten anstelle der verdampften. Allah (t) sagt:

[Allah ist es, Der die Winde entsendet, so daß sie Wolken zusammentreiben. Dann breitet Er sie am Himmel aus, wie Er will, und häuft sie Schicht auf Schicht auf; und du siehst den Regen aus ihrer Mitte hervorbrechen. Und wenn Er ihn auf die von Seinen Dienern, die Er will, fallen läßt, siehe, dann ahnen sie Gutes], (30:48). Wer macht dies alles außer der Versorger? Als nächstes befiehlt der Versorger den Wolken sich einander zu nähern, um große Wolken zu bilden.

[Hast du nicht gesehen, daß Allah die Wolken einhertreibt, sie dann zusammenfügt, sie dann aufeinander schichtet, so daß du Regen aus ihrer Mitte hervorströmen siehst? Und Er sendet vom Himmel Berge (von Wolken) nieder, in denen Hagel ist, und Er trifft damit, wen Er will, und wendet ihn ab, von wem Er will. Der Glanz Seines Blitzes nimmt fast das Augenlicht.] (24:43). Daraufhin folgt die Rolle der Schwerkraft, die das Wasser nach unten zieht und dann regnet es dort, wo Gott es befohlen hat.

[Er ist es, Der in Seiner Barmherzigkeit die Winde als frohe Botschaft schickt, bis daß Wir sie, wenn sie eine schwere Wolke tragen, zu einem toten Ort treiben; dann lassen Wir Wasser aus ihr herab, mit dem Wir Früchte von jeglicher Art hervorbringen. So bringen Wir auch die Toten hervor, auf daß ihr dessen eingedenk sein möget.] (7:57) Dies ist das Wunder des Versorgers im Niederschlag von Regen. Allah (t) sagt: [Seid ihr es, die es aus den Wolken niedersenden, oder sind Wir es, die es niedersenden?] (56:69).

Der Prophet (s) sagte immer wenn er trank „Gott sei Dank, dass Er dass Wasser in seiner Güte süß gemacht hat und nicht salzig durch unsere Sünden. Jeder einzelne Tropfen Trinkwasser ist ein Beweis für die Eigenschaft des Versorgers. Das Wunder setzt sich fort, wenn wir erfahren, dass die Menge Wasser die jährlich verdampft, genau der Menge entspricht, die als Regen wieder auf die Erde kommt.

 

Alle Lebewesen haben in Allah den Bescherenden erkannt. Vögel wie Fische nur du nicht du Mensch, du Muslim, du Gläubiger. Was wirst du Ihm sagen am Tag der Auferstehung, wenn Er dich fragt, warum du von Sündhaftem gelebt hast und warum du dich vor anderen als Ihm erniedrigt hast? Was wirst du Ihm antworten?

 

Ist die Versorgung nur materiell?

Die Versorgung muss nicht immer Geld sein. Auch die wärmenden Sonnenstrahlen, der gute Nachbar, deine eigene Seele, die gute Ehefrau, das Bittgebet und ein Gebet in der Nacht gehören zur Versorgung. Was ist dir lieber, die materielle oder die seelische Versorgung?

Es wird erzählt, dass ein Mann eine Sünde begangen hatte und er dachte Gott hätte ihn nicht bestraft. Da bekam er eine Eingebung von Gott, dass er dadurch bestraft worden sei, dass er keine Gebete mehr an Ihn richtet. So ist die seelische Bescherung um vieles schöner als die körperliche.

 

Was will der Versorger von uns?

1- Lebe nicht von Sündhaftem, damit die Hoffnung in unseren Herzen bleibt. Die Sünde behindert die Annahme unserer Gebete. Der Prophet (s) sagte: „Ein Mann auf einer langen Reise sagte: „O Allah, o Allah, aber sein Essen ist von Sünde, sein Trinken ist von Sünde, wird sein Gebet erhört??“

Und hier noch eine kurze Geschichte von einem Mann dem eine Bestechung ageboten wurde um eine Falschaussage zu machen. Der Mann weigerte sich und so gingen sie zu seiner Frau, damit diese ihn beeinflusst. Diese antwortete aber: „Ich kenne meinen Mann als Empfänger, nicht aber als Versorger.“

Und noch eine weitere bekannte Geschichte zwischen dem Herrscher und einem Gelehrten. Der Herrscher wollte den Gelehrten für sich gewinnen, so suchte er ihn und fand ihn in einer Moschee. Er fragte ihn „brauchst du etwas?“ und der Gelehrteantwortete: „Ich schäme mich in seinem Haus zu sein und von jemandem anderen etwas zu verlangen.“ So wartete der Herrscher vor der Moschee, bis der Gelehrte herauskam und wiederholte seine Frage. „Brauchst du etwas?“ Der Gelehrte erwiderte: „Etwas Irdisches oder etwas im Jenseits?“ Der Herrscher antwortete: „Über das Jenseits herrsche ich nicht, aber etwas Irdisches kann ich dir erfüllen.“ Da antwortete der Gelehrte: „Ich habe den, der es besitzt nicht gebeten, so werde ich den, der es nicht besitzt erst recht nicht fragen.“

Und zu guter Letzt: Ali Ibn Abi Talib (r) sagte: „Bei Gott, es ist mir lieber, einen Brunnen mit zwei Nadeln zu graben, oder die arabische Halbinsel mit zwei Federn auszufegen, als mich vor einem anderen Menschen zu erniedrigen, während es doch den Versorger gibt.“

2. Mühe und Anstrengung:

Um deine dir zugeschriebene Versorgung zu bekommen musst du dir Mühe geben, den Gott mag die Faulenzer nicht.

3. Erniedrige dich nie.

 

Und ein letztes Wort an die Reichen:

Euer Geld das ihr besitzt, gehört euch nicht allein. Ihr seid nur Beauftragte dafür und die Armen haben einen Anteil daran. [Glaubet an Allah und Seinen Gesandten und spendet von dem, wovon Er euch zu Erben gemacht hat. Und jenen unter euch, die glauben und spenden, wird großer Lohn] (56:7)

Als Gott den Unterhalt einteilte, gab Er euch etwas mehr, damit ihr es als zakat und als Spenden an die Armen weitergebt.

[Und die, in deren Reichtum ein bestimmter Anteil ist Für den Bittenden sowohl wie für den, der es nicht kann.](70:24-25).

 

Wenn ihr alle die Zakat verteilen würdet, gäbe es nicht so viele arme Menschen. Gott hat euch diesen Bonus gegeben, damit ihr gute Taten leisten könnt, wenn ihr es an die Armen spendet.

Schließlich: Es gibt Tote unter der Erde und Tote auf der Erde. Die Toten auf der Erde sind diejenigen, die in unmenschlichen und unwürdigen Zuständen leben. Und ihr Reichen seid für diese Zustände verantwortlich und auch dafür, dass die Armen ihr Vertrauen in Ar-Razzak, in den Versorger, verloren haben. Ich fordere euch auf mit einer neuen Absicht zu spenden, und zwar mit der Absicht das Vertrauen der Armen in Ar-Razzak wiederzuerwecken. Dann könnt ihr den Tag des jüngsten Gerichts mit ruhigem Gewissen erwarten.

 

 

Die praktischen Aufgaben:

-                      Armen Leuten zu Essen geben, mit der Absicht den Namen Ar-Razzak wieder unter den Armen zu beleben und Ihn ihnen näher zu bringen.

-                      Die Menschen mit diesem Namen Allahs bekannt machen, in dem diese Folge weiterversendet wird, oder ihr Inhalt weiter erzählt wird.


 

[1] ta'ala: erhaben. Wird der Erwähnung Allahs beigefügt: Allah, der Erhabene.

 

[2] salla-l-lahu 'alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56) bei der Erwähnung des Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

 

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