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UmMahat Al-Moemenin
Die Mütter der Gläubigen
2. Sauda Bint Zam'a
Im Namen Allahs, des
Allerbarmers, des Barmherzigen. Lob sei Allah. Allah segne und schenke dem
Propheten Heil.
Heute sprechen wir
über Sauda Bint Zam'a (r).
Bevor wir damit
beginnen, möchte ich folgendes betonen: Wenn wir über die gnadenvollen Gefährten
reden, ist unser Hauptziel, sie noch mehr zu lieben und sie als Vorbild für all
unsere Taten zu nehmen. So würden wir ihnen, wenn wir ihnen - so Gott will – im
Himmel begegnen, sagen, wie sehr wir sie lieben und dass wir ihren Lebenslauf
gelernt haben, damit sie zu unseren Vorbildern werden.
Daher spreche ich
jetzt jeden jungen Mann und jede junge Frau an, die noch kein Vorbild haben: Wer
kann ein besseres Vorbild sein als die Gefährten und die Mütter der Gläubigen?
Eine Regel, die
unsere Herzen und Gedanken beim Erzählen über unsere Mütter, die Mütter der
Gläubigen, nicht vergessen dürfen, möchte ich ebenfalls ansprechen, bevor wir
anfangen. Allah, der Erhabene, sagt:
[Der Prophet steht den Gläubigen
näher als sie sich selber, und seine Frauen sind ihre Mütter...]
(33:6). Die vom Koran vorbestimmte Regel ist deutlich: [...und seine Frauen
sind ihre Mütter...]. Sie sind also unsere Mütter.
Wir zeigen euch kurz
die Namen unserer Mütter in der Reihenfolge ihrer Ehe mit dem Propheten (s):
·
Chadidscha Bint Chuwailid (r)
·
Sauda Bint Zam’a (r)
·
A’ischa Bint Abu Bakr (r)
·
Hafsa Bint U’mar Ibn Al-Chattab (r)
·
Zainab Bint Chuzaima (r): Sie lebte 3 bis 8 Monate mit dem
Propheten (s) zusammen und ist dann gestorben. Damit hat sie am kürzesten mit
ihm zusammengelebt.
·
Umm Salama (Hind Bint Abu Umaima) (r)
·
Zainab Bint Dschahsch (r)
·
Dschuairia Bint Al-Harith (r)
·
Safia Bint Hujai Ibn Al-Achtab (r) (die Tochter eines jüdischen
Stammesführers)
·
Umm Habiba (r) (Ramla Bint Abu Sufian)
·
Maria Bint Scham’un, die Ägypterin (r)
·
Maimuna Bint Al-Harith (r)
Während des Lebens
des Propheten (s) sind nur zwei seiner Frauen gestorben: Chadidscha (r) und
Zainab Bint Chuzaima (r). Alle Frauen kamen von der arabischen Halbinsel außer
Maria (r). Sie kam aus Ägypten.
Die Zeit von
Chadidscha (r) bis Sauda (r)
Bei unserer Erzählung
von der Geschichte Saudas (r) müssen wir dort beginnen, wo die Geschichte von
Chadidscha (r) endet. Dabei müssen wir die hohe Stellung von Chadidscha (r) beim
Propheten (s) berücksichtigen. Chadidscha (r) hatte dem Propheten (s) drei
Knaben geboren: Al-Qasim, der älteste, Al-Taher und A’bdullah. Außerdem gebar
sie ihm vier Mädchen in folgender Reihenfolge: Zainab, Ruqayya, Umm Kulthum und
Fatima. Die drei Jungen starben noch zu Lebzeiten ihrer Mutter.
Das ist jetzt eine
passende Gelegenheit, diese Geschichte jeder Mutter zu widmen, deren Sohn oder
Tochter gestorben ist. Denn auch unserer Mutter Chadidscha (r) sind drei Söhne
gestorben. Sie war geduldig, deshalb wurde ihr verkündet, dass sie ins Paradies
geführt werde. Vielleicht zeigt dies Gottes Weisheit, dass unsere Mutter, deren
Sohn gestorben ist, zu unserem Vorbild wird.
Chadidscha (r) starb
und hinterließ ihre vier Töchter: Zainab war verheiratet mit Abu Al-A’as Ibn
Al-Rabi’, Ruqayya war verheiratet mit dem ehrenvollen U’thman Ibn A’ffan, Allahs
Wohlgefallen auf ihnen. Sie waren nach Habascha
ausgewandert und noch nicht zurückgekommen. D.h. nach dem Tod von Chadidscha (r)
blieben nur Fatima und Umm Kulthum in ihrem Haus zurück. Erwähnenswert ist, dass
Ruqayya und Umm Kulthum vorher mit den Söhnen von Abu Lahab verheiratet waren,
bis im Islam verboten wurde, dass eine Muslimin einen Nicht-Muslim heiratet.
Nach der Offenbarung wollte Abu Lahab den Propheten (s) überlisten, indem er
seinen Söhnen befahl, die Ehe mit den Töchtern des Propheten (s) zu scheiden.
Danach heiratete Ruqayya den ehrenwerten U’thman Ibn A’ffan (r), während Umm
Kulthum im Haus ihres Vaters unverheiratet zurückblieb. Stellt euch vor, dass
Chadidscha (r) das alles erlebt hat: den Tod ihrer Söhne, die Scheidung ihrer
Töchter und die Auswanderung ihrer anderen Tochter. Welch eine großartige Frau
sie war, Allahs Wohlgefallen auf ihr.
Lasst uns versuchen,
uns das Haus des Propheten (s) in dieser Phase vorzustellen.
Fatima wurde ein oder
zwei Jahre nach der Berufung des Propheten (s) geboren, Chadidscha (r) dagegen
starb im 10. Jahr nach der ersten Offenbarung. Der Prophet (s) war zu dieser
Zeit 50 Jahre alt, während Fatima acht oder neun Jahre alt war (das Jahr ihrer
Geburt ist nicht genau bekannt). Der Prophet (s) war mit seiner Berufung und dem
Kampf gegen die Feinde des Islam beschäftigt. Wer konnte nun für das Haus
sorgen?
Frauen spielen
eine wichtige Rolle im Leben des Propheten (s)
Bevor wir mit der Ehe
vom Propheten (s) und Sauda (r), die in das Leben des Propheten (s) eintrat,
fortsetzen, erklären wir die Rolle der Frauen im Leben des Propheten (s) und wie
Frauen im Islam geehrt werden. Die Wahrheit oder das Problem ist, dass die Frau
getäuscht wird, indem man ihr sagt, dass der Islam sie nicht respektiert und
dass er sie von der Gesellschaft separiert. Aus einer etwas ehrlicheren und
objektiveren Perspektive finden wir aber heraus, dass Frauen im Leben des
Propheten (s) und auch zu Beginn des Islam eine außergewöhnlich einflussreiche
Rolle spielten. Folgende Beispiele unterstützen dies:
Was beweist die
Stellung der Frau im Islam besser als unser Wissen, dass es eine Frau war, die
sich als erste nach dem Propheten (s) vor Gott niederwarf, die als erste nach
dem Propheten (s) Gott diente, ihr Geld als erste für Gott spendete und der auch
als erste verkündet wurde, dass sie ins Paradies geführt werde, und dies bevor
man die anderen 10 Männer
mit dem Paradies verhieß. Stellt euch vor, dass all dieser Segen einer einzigen
Frau galt, und zwar unserer Mutter Chadidscha, Allahs Wohlgefallen auf ihr.
Der Prophet (s) ging
nie zu einem Kriegszug, ohne Frauen mitzunehmen. Die erste Märtyrerin war eine
Frau, Somaya Umm A’mmar. Auch war der erste Märtyrer in Europa die Frau Umm
Haram Bint Melhan, und ihr Grabmal liegt immer noch in Zypern. Auf diesem
Grabmal steht: „Das Grab der rechtschaffenen Frau“.
Überdies ließ der
Prophet (s) in all seinen Plänen den Frauen ebenso eine Rolle zukommen wie den
Männern. In seinem Plan für den Feldzug "Uhud" war vorgesehen, dass niemand die
Stadt verlassen soll, damit die Männer die Gegner in den Gassen und die Frauen
sie von den Dächern bekämpfen. Hier hätte die Frau also eine grundlegende
Bedeutung gehabt, wenn der Plan nicht von den Muslimen missachtet worden wäre,
denn sie zogen stattdessen den Feinden entgegen.
Bedeutend war auch,
dass die Mutter der Gläubigen Umm Salma (r) dem Propheten (s) die richtige
Lösung empfahl, als die Muslime es abgelehnt hatten, nach der Schlichtung von
Hudaibiya ihr Opfertier zu schlachten und sich nach der Wallfahrt zu rasieren.
Umm Salama (r) riet dem Propheten (s), selbst mit diesen Vorgängen zu beginnen,
und so machten die Muslime es ihm nach.
Aufgrund von Umm
Hanii hat der Prophet (s) eine politische Entscheidung geändert, als sie bei der
Eroberung Mekkas zwei der größten Feinde des Islam in Schutz nahm. Der Prophet
(s) sagte daraufhin zu ihr: „Wir nehmen diejenigen in
Schutz, die du in Schutz genommen hast, Umm Hanii.“
Es gibt weitere
zahlreiche Beispiele. Können wir uns nun die Rolle der Frau im Islam vorstellen?
Ich spreche jede Frau an, die hier mit uns ist: Hast du jetzt deine Stellung und
deinen Wert im Islam erkannt? Alles, was der Frau über den Islam gesagt wird,
ist ein Trugbild. Wie oft begrub der Prophet (s) eine Frau? Wie traurig war er,
wenn eine arme Frau begraben wurde, ohne dass er davon wusste und ohne dass er
für sie beten konnte, weil man ihn müde gefunden hatte? Siehst du, wie geehrt du
bist? Der Islam hat dich von Anfang an geehrt!
Er schwieg, und
ich sagte zu ihm: „Wer aber bleibt im Haus und bei den Kindern, Gesandter
Gottes?“
Gehen wir zurück zum
Haus des Propheten (s). Dort befanden sich nur noch Umm Kulthum (r) und Fatima
(r). Wer würde diese Situation verändern? Wir haben angefangen, von der Frau zu
erzählen, die zum Propheten (s) kam. Wer war diese Frau? Es war Chaula Bint
Hakim, die Frau von U’thman Ibn Maz’un, einem Gefährten, der im Islam großartige
Taten vollbracht hat. Chaula kam also zum Propheten (s) und fand ihn sehr
traurig auf, denn er trauerte um Chadidscha, Allahs Wohlgefallen auf ihr. Da
fragte Chaula ihn: „Gesandter Gottes, willst du nicht heiraten?“ Chaula
berichtete, dass er sehr lange schwieg, bis sie seine Tränen sah. Er antwortete:
„Gibt es nach Chadidscha noch eine?“
Bevor wir
weitermachen, verharren wir kurz bei diesem letzten Satz. Erkennt ihr die Treue
und Liebe? Können wir uns eine schönere Liebesgeschichte vorstellen? In unserer
jetzigen Zeit vermissen wir diese Art von Liebe. Nachdem nun 1400 Jahre
vergangen sind, ist es kaum mehr möglich, bei uns zu Hause diese Art von Liebe
zu finden. Wir schauen uns romantische Filme an, aber uns ist es nicht ganz
möglich, diese Liebe zu Hause zu erleben.
Nun zurück zu unserer
Geschichte: Nachdem der Prophet (s) ihr geantwortet hatte, meinte Chaula: „Hätte
ich ihn nur nicht angesprochen.“ Sie hatte bemerkt, dass sie ihn wieder an
seinen Schmerz erinnert hatte. Dann sagte Chaula zum Propheten (s): „Wer kümmert
sich um das Haus und die Kinder, Gesandter Gottes?“ Da antwortete der Prophet
(s): „Wer?“ Gemeint war die Frage, wer für diese Aufgabe geeignet wäre.
Chaula sagte: „Wenn du möchtest, dann wäre da eine Jungfrau oder aber eine Frau,
die schon einmal verheiratet war.“ Er fragte sie: „Welche Jungfrau und welche
andere Frau?“ Chaula antwortete: „Die Jungfrau ist A’ischa, die Tochter
eines deiner liebsten Gefährten, und die andere Frau ist Sauda Bint Zuma’a Ibn
Qais. Ihr Mann Al-Sukran Ibn A’mr ist gestorben, und sie hat niemanden mehr.“ Da
sagte der Prophet (s): „Fang mir Sauda an. Geh zu ihrer
Familie und sprich mit ihnen. Nenne meinen Namen und sage, dass ich um ihre Hand
anhalten möchte.“
Herkunft
Sauda Bint Zuma’a Ibn
Qais (r) und der Prophet (s) hatten den gleichen Urgroßvater der siebtletzten
Generation. Auch sie kam aus Mekka vom Stamm Quraisch. Ihr Vater war kein
Muslim, und lebte sehr lange.
Sauda (r) war eine
der ersten, die zum Islam übergetreten war. Viele denken, dass die ersten
Muslime Männer waren, aber die ersten Muslime waren ganze Familien. Dies ist
auch ein guter Aspekt, an dem man – im Gegensatz zu heute - den Zusammenhalt der
Familien in jener Blütezeit erkennen kann. Damals ist der Mann zum Islam
übergetreten, und seine Frau hat es ihm gleich getan. Dies geschah auch
andersherum: erst die Frau und dann der Mann. Deswegen müssen wir bei unserer
Partnerwahl aufpassen. Lieber Bruder, suche dir eine Frau aus, die dir helfen
kann, Gott zu folgen, und von der du Kinder bekommst, die gottesfürchtig werden.
Und du, meine liebe Schwester, pass auf, dass du nicht jemanden heiratest, der
dich durch seine Sünden von Gott fern hält, nur weil er gut aussieht und Geld
hat. Denn das Resultat wäre, dass die Kinder weit von Gott entfernt aufwachsen,
und ihr müsst euch für sie am Tag der Auferstehung vor Allah verantworten. Dann
habt ihr aber nichts außer Reue. Wir suchen keine Perfektion, aber es muss bei
beiden Seiten der Wille da sein, gemeinsam den rechten Weg einzuschlagen, und
man muss sich auch darüber sicher sein. Nicht nur durch Worte, sondern es gibt
viele kleine Anzeichen: zum Beispiel sichergehen, dass der andere betet und sein
Geld auf islamische Weise verdient.
Sauda (r) lebte in
einem dieser Häuser, die zum Islam übergetreten waren. Sie war nämlich
verheiratet mit dem Prophetengefährten Al-Sukran Ibn A’mr. Er war einer der
Gefährten, die gleich am Anfang dem Propheten (s) zum Islam folgten, und war der
Cousin von Sauda (s). So kam es, dass Sauda (r) und ihr Mann zu den ersten
Muslimen gehörten, und sie blieben auch gottesfürchtig, als sie der
Unterdrückung ausgesetzt waren, die alle Muslime zu Beginn des Islam ertragen
mussten. Mit dem Beginn der Auswanderung zogen Sauda (r) und ihr Mann nach
Habascha.
Sie beabsichtigte
immer vor dem Propheten (s) zu gehen
Sauda (r) war schon
älter, als sie den Propheten (s) heiratete, etwa 70 oder 80 Jahre alt. Sie war
älter als Chadidscha (r) gewesen war, also auch viel älter als der Prophet (s).
Wenn wir die
Geschichtsbücher sehen, finden wir Beschreibungen zu Sauda (r), dass sie eine
beleibte Frau gewesen sei. Normalerweise benutzt man diesen Ausdruck bei
Männern, die groß, breit und schwer sind. Unsere Mutter (r) hatte einen
bestimmten Gang, bei dem der Prophet (s) immer lächeln musste, wenn er ihn sah.
Deswegen ging sie extra immer vor ihm, um ihm eine kleine Freude zu machen.
Allah hat unsere
Mutter Sauda (r) mit Humor und einer schönen Art zu reden beschenkt, sie war
aber keine Schönheit. Sauda (r) lebte sehr lang, sie lebte noch lange nach dem
Tod des Propheten (s) und starb in der Zeit von U’mar Ibn Al-Chattab (r).
Ehrlich gesagt hatte
unsere Mutter Sauda (r) kein besonderes großes religiöses Hintergrundwissen.
Viele Leute denken, dass alle Gefährten sehr religiös waren und den Koran
auswendig konnten. Das stimmt aber nicht, es gab auch manche, die nur über wenig
Wissen, aber über die Grundkenntnisse verfügten. Das spricht jedoch nicht
dagegen, dass sie für den Islam leben, und unsere Mutter Sauda (r) war eine von
ihnen.
Das Gerücht
Wie wir bereits
erzählt haben, war Sauda (r) mit ihrem Mann Al-Sukran Ibn A’mr nach Habascha
ausgewandert. Während ihres Aufenthaltes dort war ein Gerücht im Umlauf, dass
der Prophet (s) gesiegt habe und alle Bewohner von Mekka islamisch geworden
seien. Somit entschieden sich viele der Muslime in Habascha, wieder nach Mekka
zurückzukehren. Natürlich war das nur ein Gerücht, und die Situation in Mekka
war sehr schlecht. Denjenigen, die wieder zurückgingen, standen schwere Zeiten
bevor.
Sauda (r) und ihr
Mann waren unter den Rückkehrern. Während der Reise starb Al-Sukran jedoch, er
war schon ein älterer Mann gewesen. So musste Sauda (r) gleich zwei Prüfungen
auf einmal bewältigen: zum einen den Tod ihres Mannes, zum anderen, was die
Muslime in Mekka von den Nichtmuslimen erwartete. Jetzt wissen wir, wieso sie
der Prophet (s) geheiratet hat. Erkennt ihr seine Barmherzigkeit?
Sie wundern sich,
aber wir nicht
Als der Stamm der
Quraisch von der Heirat zwischen Sauda (r) und dem Propheten (s) hörte,
wunderten sich alle. Muhammad (s), der mit der schönen und großartigen
Chadidscha (r) verheiratet gewesen war, heiratete nun Sauda Bint Zuma’a (r).
Wieso hat er das gemacht? Die Nichtmuslime wundern sich darüber. Wir Muslime
jedoch wundern uns nicht darüber, denn wer seine Religion richtig versteht, die
Religion liebt und an sie glaubt, der versteht alles, was der Prophet (s) tat.
Wir sagen nicht, dass
es eine Aufopferung war, aber es war Barmherzigkeit und Trost, den er (s) Sauda
(r) schenken wollte.
Andere fragen sich:
Wieso heiratete der Prophet (s) sie selbst und verheiratete sie nicht mit einem
seiner Gefährten? Ich sage es noch einmal: Es war Trost und Barmherzigkeit, und
wer kann das besser als der Prophet (s) selbst? Ich schwöre bei Gott, er war
größer als die Feinde des Islam. Wer zweifelt an der Großartigkeit unseres
Propheten (s)? Es ist uns eine Ehre, dass der Prophet (s) der erste war, der der
älteren, nicht so hübschen Frau, beistand.
Erst sag meinem
Vater Bescheid!
Zurück zur
Heiratsgeschichte von Sauda (r). Wir wissen, dass Chaula den Propheten (s) vor
die Wahl der Heirat mit einer Nichtverheirateten, nämlich A’ischa (r), oder mit
einer ehemals Verheirateten, nämlich Sauda (r), stellte. Der Prophet (s)
entschied sich erst für Sauda (r), obwohl er wusste, dass sie verwitwet war, und
nicht für die junge A’ischa (r). Chaula ging dann zu Sauda (r) und sagte: „Sei
erfreut über die beste Nachricht deines Lebens!“ Sauda (r) erwiderte: „Welche?“
Chaula antwortete: „Der Gesandte Allahs schickt mich, um für ihn um dich zu
werben.“ Sauda (r) fragte: „Mich will der Gesandte Allahs heiraten?!“ Chaula
antwortete: „Ja, er forderte mich auf, zu dir zu kommen und für ihn um dich zu
werben.“ - „Dann sag erst meinem Vater Bescheid“, war ihre Antwort.
Über diese Antwort
müssen wir gründlich nachdenken. Wenn Sauda (r) ein hohes Alter erreicht hatte,
dann musste ihr Vater hochbejahrt gewesen sein. Damals war er auch noch nicht
Muslim. Das war auch nicht das erste Mal, dass sie heiraten wollte, sie war
schon einmal mit einem Mann verheiratet gewesen. Nun war sie zudem eine alte
Frau. Trotzdem beharrte sie darauf, dass ihr Vater seine Erlaubnis erteilte.
Meine Schwestern, all
jene, die hinter dem Rücken der Eltern heiraten wollen, die einen Freund oder
einen Kollegen aus der Uni in Anwesenheit zweier Freunde heiraten wollen, ohne
der Familie Bescheid zu sagen! Ihr tut damit etwas Verbotenes! Wisst ihr, wie
das Ende dieser Tat aussieht? Meistens führt das zu etwas Tragischem, weil der
Freund seine heimlich mit ihm verheiratete Freundin später verlässt. Dann belügt
sie alle und lebt in ewigem Elend, es sei denn, sie vergilt es durch Allah, den
Verzeihenden, den Allerbarmer. Seht ihr, wie diese alte Frau reagierte, als sie
um die Heirat gebeten wurde? Ihre Antwort ist doch lehrreich. Wissen wir nicht,
dass die Mütter der Gläubigen, die Frauen des Propheten (s), Vorbilder für jede
Frau sind?
Dann ging Chaula zum
Vater von Sauda und sagte: „Muhammad Ibn A’bdallah schickt mich, um für ihn um
deine Tochter zu werben.“ Er erwiderte: „Was für ein Mann! Ihn lehnt niemand
ab.“ So heiratete der Prophet (s) Sauda (r), und sie blieben zwei Jahre lang
zusammen, ohne dass der Prophet (s) andere Frauen neben ihr heiratete.
Geschichten und
Verdienste von Sauda (r)
„..so dass ich
fürchtete, dass das Blut aus meiner Nase fließt…“
Ich habe euch
erzählt, dass Sauda (r) einen ausgelassenen Charakter hatte und gern mit dem
Propheten (s) spaßte. Wir wissen, wenn der Prophet (s) als Vorbeter zusammen mit
anderen eines der fünf obligatorischen Gebete verrichtete, dauerte das Gebet
nicht lange. Beim nächtlichen Gebet[5]
aber dauerte es an. Dieses Gebet ist freiwillig, wer also mit dem Propheten (s)
beten wollte, der sollte das Gebet durchhalten.
Einmal betete Sauda
(r) mit dem Propheten (s) in der Nacht. Danach stellte sie dem Propheten (s)
eine Frage, in der sie auf lustige Weise auf die lange Dauer des Gebetes
hinwies: „O Gesandter Allahs, im Gebet haben wir so lange in der Verbeugung
innegehalten, dass ich fürchtete, dass das Blut aus meiner Nase fließen könnte.
Ich habe dann die Hand vor meine Nase gehalten. Ist mein Gebet noch gültig?“ Der
Prophet (s) verstand diesen Scherz und lachte. Da sagte sie: „O Gesandter
Allahs, wenn ich mit dir das nächtliche Gebet verrichte, dann verkürze doch die
Verbeugungs- und Niederwerfungszeit, damit ich nicht an die Nase fassen muss!“
Die Pilger sind
ihr Dank schuldig
Erwähnenswert ist
auch, dass die Pilger Sauda (r) großen Dank schuldig sind. Wisst ihr, warum?
Das wissen nicht
viele. Sauda (r) war übergewichtig und konnte sich daher nicht so anstrengen.
Bei der letzten Pilgerfahrt des Propheten (s) begleitete ihn Sauda (r). Wir
wissen, dass die Pilger und Pilgerinnen am 9. Tag vom islamischen Monat
Dhul-Hidscha, nachdem sie von Arafat aufbrechen und sich nach Musdalifa begeben,
freiwillig bis zur Morgendämmerung in Musdalifa bleiben können. Da Sauda (r)
eine betagte, übergewichtige Frau war, konnte sie das Gedränge in Musdalifa
nicht ertragen. Sie sagte zum Propheten (s): „O Gesandter Allahs, ich kann nicht
bis zur Morgendämmerung bleiben.“ Der Prophet (s) erlaubte ihr dann, dass sie
sich vor der Morgendämmerung nach Mina begibt und dort das Ritual des
Steinewerfens durchführt. So war sie der Anlass zu dieser Alternative für die
Schwächeren. Das Verweilen bis zur Morgendämmerung ist aber besser für
diejenigen, die dazu in der Lage sind.
Es muss noch eine
andere Geschichte über Sauda (r) erwähnt werden:
Ich schenke meinen
Tag A'ischa (r)…
Sauda (r) ging eines
Tages, im fünften Jahr nach der Hidschra, zum Propheten (s). Sie war inzwischen
alt geworden. Sie sagte zu ihm: „Oh Allahs Gesandter, lass dich nicht von mir
scheiden, denn ich wünsche mir, am Jüngsten Tag deine Frau zu sein. Ich schenke
meinen Tag A'ischa.“
Die Orientalisten
interpretieren dieses Ereignis falsch und behaupten, dass der Prophet (s) sich
von ihr scheiden lassen wollte, weil sie alt geworden war. Dieses Argument ist
unlogisch, denn sie war von Anfang an schon sehr alt, als der Prophet (s) sie
heiratete. Gott behüte! Der Prophet (s) hätte sich in solcher Weise niemals
verhalten können. Wie kann man nur auf dieser Weise darüber nachdenken?
Warum sagte sie ihm
aber „Bitte lass dich nicht von mir scheiden?“ Die Koranverse, die dem Propheten
(s) offenbart wurden, stellten die Frauen des Propheten (s) vor die Wahl,
entweder mit ihm weiterzuleben oder sich von ihm scheiden zu lassen. Warum
wurden diese Verse offenbart?
Die Frauen des
Propheten (s), die mit ihm lebten, mussten das harte Leben des Propheten (s)
ertragen. Beim Feldzug von Chaibar und den islamischen Eroberungen wurde viel
erbeutet, wovon der Prophet (s) ein Fünftel bekam. Daher begannen die Frauen des
Propheten (s), mehr von ihm zu fordern. Sie wollten, dass er (s) ihnen mehr Geld
für ihre Ausgaben gibt. Der Prophet (s) aber wollte der Gemeinschaft den
richtigen Umgang mit Geld lehren, denn er ist für uns alle das beste Vorbild,
nach dem man streben kann. Er konnte nicht mehr ausgeben, deshalb geriet er in
einen Konflikt. In dieser Zeit wurden die folgenden Verse der Sure Al-Ahzab
offenbart, die die Frauen des Propheten (s) vor die Wahl stellte:
[O Prophet! Sprich
zu deinen Frauen: „Wenn ihr das Leben in dieser Welt und seinen Schmuck begehrt,
so kommt, ich will euch eine Gabe reichen und euch dann auf schöne Art
entlassen. Doch wenn ihr Allah und Seinen Gesandten und die Wohnstatt des
Jenseits begehrt, dann wahrlich, hat Allah für die unter euch, die Gutes tun,
einen herrlichen Lohn bereitet.“]
(33:28-29).
Sauda (r) war die
einzige, die zum Propheten (s) ging, als sie den Vers hörte, und ihm diese Worte
sagte. Was die Übergabe ihres Tages an A'ischa (r) betrifft, sollten wir
erwähnen, dass der Prophet (s) die Wochentage zwischen seine Frauen aufgeteilt
hatte, weil er sehr gerecht war. Er verbrachte bei jeder Frau einen Tag. Wenn
eine Frau an der Reihe war, ging der Prophet (s) morgens zu ihr und verrichtete
dort seinen Mittagsschlaf. Er aß mit ihr das Mittag- und Abendessen,
übernachtete bei ihr und betete dort das nächtliche Gebet. Nach dem Morgengebet
kehrte er zu ihr zurück und wechselte dann morgens zu der nächsten Frau usw.
Daran erkennen wir, wie gerecht der Prophet (s) seine Frauen behandelt hat. Wenn
ein Mann jetzt sagt, dass die Mehrehe im Islam erlaubt sei, vergisst er oft zu
erwähnen, dass es eine sehr große Sünde ist, wenn er die Ehefrauen nicht gleich
und gerecht behandelt. Außerdem wird er am Jüngsten Tag sehr streng über diese
Gerechtigkeit befragt.
Als Sauda (r) die
Koranverse hörte, hatte sie Angst, dass sie damit gemeint sei. Sie dachte, dass
die anderen Frauen jünger und schöner wären als sie. Deshalb entschloss sie sich
dazu, dem Propheten (s) etwas zu schenken. Sie schenkte ihren Tag der liebsten
Frau des Propheten (s): A'ischa (r). Sie sagte zu ihm: „Oh Allahs Gesandter,
lass dich nicht von mir scheiden, denn ich wünsche mir, am Jüngsten Tag deine
Frau zu sein. Ich schenke meinen Tag A'ischa.“ Die Behauptungen und Märchen der
Orientalisten über dieses Thema sind damit aufgeklärt. Der Anlass ihrer
Ansichten waren die Koranverse der Sure Al-Ahzab.
Der Prophet (s)
fragte Sauda daraufhin: „Warum willst du das machen?“ Seht, was passiert
ist. Der Prophet (s) hatte Mitleid mit ihr. Aber die Situation war sehr
schwierig. Jeder andere Mann anstelle des Propheten (s) hätte sich über ihr
Angebot gefreut.
Sauda (r) sagte: „Oh
Allahs Prophet, ich will meine Nacht A'ischa schenken.“ Der Prophet (s) fragte
sie: „Möchtest du das wirklich?“ Sie antwortete: „Ja, Allahs Prophet, ich
will das tun, und ich bin damit zufrieden.“ Der Prophet (s) erwiderte daraufhin:
„Wie du willst.“
Wir sollten an dieser
Stelle über Gerechtigkeit sprechen, die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
gegenüber den Frauen. Es gibt im Koran eine Sure mit dem Namen “An-Nisa“ (die
Frauen). Hier möchte ich eine kleine Bemerkung anfügen: Die Namen jeder Sure des
Korans haben einen deutlichen Bezug zu der allgemeinen Atmosphäre der gesamten
Sure. So bekommt man das Gefühl, dass jede Sure aus einer Einheit besteht und
ein Hauptthema behandelt. Es gibt nämlich auch andere Inhalte in den Suren, aber
das Hauptthema der Sure kann man leicht herausfinden. Warum trägt die Sure
“An-Nisa“ diesen Titel?
Diese Sure behandelt
zahlreiche Themen von verschiedenen hilflosen Menschen auf der Welt. Sie spricht
über die Waisen und die Schwachen, über die Erbschaft und wie man das Vermögen
einer Person nach deren Tod verteilen soll, um die Rechte der Nachkommen und der
Hilflosen zu bewahren. Sie handelt von den Unterdrückten und den islamischen
Minderheiten. Die Sure trägt den Titel “An-Nisa“, weil die Frauen das passende
Symbol für die Unterdrückten sind. Die Sure unterstreicht die Bedeutung der
Gerechtigkeit gegenüber den Frauen. Denn wer gegenüber seiner Frau zu Hause
gerecht ist, wird auch bei der Verteilung der Erbschaft gerecht sein. Wer seine
Frau bei einem Streit gut behandelt, kann die Angestellten, die bei ihm
arbeiten, auch gut behandeln. Daran erkennen wir, was Allah uns lehren will: Wer
mit Frauen gerecht sein kann, kann mit allen hilflosen Menschen gerecht sein.
Der Prophet (s) war ein Symbol für diese Gerechtigkeit gegenüber Sauda (r).
So schenkte Sauda (r)
A'ischa (r) ihre Nacht. Damit wurde A'ischa (r) die einzige Frau des Propheten
(s), die zwei Nächte hatte.
A'ischa (r) hatte
einmal gesagt: „Keine Frau ist mir lieber als Sauda.“ Für diese Zuneigung gibt
es zwei Gründe: zum einen, dass Sauda (r) ihr ihre Nacht geschenkt hatte, zum
anderen, dass A’ischa (r) sehr jung war, als sie den Propheten (s) geheiratet
hatte. Sauda (r) unterrichtete sie und half ihr wie eine Mutter. Deshalb liebte
A’ischa (r) sie sehr. Wir sollten aber nicht vergessen, dass Sauda (r) ihre
Nacht A'ischa (r) in erster Linie schenkte, um dem Propheten (s) ein Geschenk zu
machen und weil ihre Liebe zu ihm so groß war.
Zu guter Letzt
Zum Abschluss unseres
Gespräches über unsere Mutter Sauda (r), möchten wir sagen, dass sie nach dem
Propheten (s) noch lange Zeit lebte. Sie überlieferte nur fünf Aussprüche des
Propheten (s) und starb in der Regierungszeit von U'mar Ibn Al-Chattab (r). Sie
wurde in Al-Baqi’[6]
begraben
Wir geben hier noch
einen schnellen Überblick über die Grabstätten der Mütter der Gläubigen (r).
Alle Mütter der Gläubigen auβer Chadidscha (r) und Maimuna (r) wurden in
Al-Baqi' begraben. Chadidscha (r) wurde in Al-Mahla, einem Friedhof in Mekka,
beerdigt. Der Prophet (s) besuchte ihr Grab, als er Mekka eroberte. Maimuna Bint
Al-Harith (r) wurde auf dem Weg von Mekka nach Medina, nahe Mekka, begraben. Die
übrigen Frauen und die vier Töchter des Propheten (s) wurden in Al-Baqi'
beigesetzt. Die genauen Plätze ihrer Gräber in Al-Baqi' ist uns nicht bekannt.
Wir haben aber eine ungefähre Vorstellung, wo sie bestattet sein könnten.
Noch etwas Wichtiges
soll hier erwähnt werden: Von allen Propheten (as[7])
und ihren Gefährten gibt es nur drei Grabplätze, deren genauen Ort wir kennen:
die Gräber des Propheten Muhammad (s) und seiner beiden Gefährten Abu Bakr (r)
und U'mar Ibn Al-Chattab (r). Wir wissen genau, wo diese begraben sind. Es ist
Allahs (t)
Wille, diese Besonderheit Seinem Propheten (s) und dessen beiden Gefährten (r)
zuteil werden zu lassen.
Auch Sauda (r) wurde
also in Al-Baqi' Ar-Rarqad beigesetzt. Abu Hureira trug ihre Totenbahre und
betete für sie.
Zu guter Letzt kehren
wir zum Anfangspunkt zurück. Sauda (r) ist unsere Mutter, erinnert ihr euch?
Wenn wir von Chadidscha (r) sprechen, denken wir an unsere Mutter, die vieles
mit dem Propheten (s) zusammen ertragen musste. Sie war geduldig und großzügig.
Sauda (r) ist unsere nette, barmherzige Mutter, die den Propheten (s) geliebt
hatte und ihre Nacht A'ischa schenkte, um den Propheten (s) zu erfreuen und ihm
damit ein Geschenk zu machen.
Abu
Bakr El-Seddik, U'mar Ibn Al-Chattab, U'thman Ibn A'ffan, A'li Ibn Abi
Taleb, Talha Ibn U’baid Allah, Sa’d Ibn Abi Waqqas, Al-Zubair Ibn
Al-A’uam, Sa’id Ibn Zaid, Abu U’baida Ibn Al-Dscharah, Abd Al-Rahman Ibn
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