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UmMahat Al-Moemenin
Die Mütter der Gläubigen
3. A’ischa Bint Abu Bakr (r)
Die Biografie von A’ischa (r)
A’ischa (r) war die dritte Ehefrau des Propheten (s)
und seine Lieblingsfrau zugleich. Sie war die Einzige seiner Ehefrauen, die
nicht verheiratet war, als der Prophet sie zur Frau nahm. Sie war die Tochter
von Abu Bakr El-Seddik, der Lieblingsgefährte des Gesandten Allahs (s). Die
Mutter von A’ischa (r) hieß Umm Rumman. Sie nahm den Islam an und
wanderte mit dem Propheten (s) nach Medina aus und starb. Muhammad (s)
verrichtete das Totengebet für sie und begrub sie mit eigenen Händen. Er betete
zu Allah (t)
und sagte: „O Allah, Du weißt, was Umm Rumman Deiner Religion und Deines
Gesandten Willen tat und erlitt!“ Der Bruder von A’ischa hieß A’bdel Rahman Ibn
Abu Bakr, der später zum Islam konvertierte. Die Stiefgeschwister von A’ischa
waren Asmaa und A’bdullah.
Die meiste Überlieferung der Hadithe
stammte von A’ischa. Allah (t) erklärte sie für schuldlos nach dem Lügenskandal.
Sie war einer der gebildesten Frauen, die sich in der Lyrik, Epik und
Koraninterpretation und -wissenschaften auskannte. A’ischa wurde im 5. Jahr nach
der Offenbarung des Koran geboren. Sie verlobte sich mit dem Propheten (s) im
Alter von sieben Jahren und war im Alter von neun Jahren mit ihm verheiratet.
Der Prophet (s) starb, als sie im Alter von 18 Jahren war. A’ischa starb am 17.
Ramadan im Jahre 57 nach Islamischer Zeitrechnung (Hidschra) im Alter von 66
Jahren.
Die Ehe mit dem Propheten (s)
Nach dem Tod von Chadidscha (r) ging Chaula Bint Hakem zum
Propheten (s) und sagte: „Möchtest du dich nicht verehelichen, o Gesandter
Allahs?“ Da weinte der Prophet (s) und sagte: „Soll ich etwa nach Chadidscha
eine andere Frau heiraten?“
Sie antwortete: „Ja, oh, Gesandter Allahs. Wer sorgt denn für das
Haus und für die Kinder?“ Der Prophet (s) erwiderte: „Also, wen?“ „Entweder
ehemals verheiratet, oder noch nicht verheiratet, wie du willst“ antwortete sie.
Er sagte: „Wer ist die, die ehemals verheiratet war?“ „Sauda Bint Zama“
antwortete sie. Sauda (r) war die Frau, die Muhammad (s) vor A’ischa (r)
heiratete. Dann fragte er: „Und wer ist die, die noch nicht verheiratet ist?“
„Die Tochter des dir liebsten Menschen; A’ischa Bint Abu Bakr El-Seddik“ sagte
sie. Er sagte: „Gehe zu ihren Eltern und sag ihnen Bescheid über mein Werben um
A’ischa!“ Chaula ging daraufhin in das Haus von Abu Bakr. Sie sagte zu Umm
Rumman: „Oh Umm Rumman, sei erfreut über die beste Nachricht in deinem Leben!“
Sie fragte: „Und welche?“. Chaula antwortete: „Der Gesandte Allahs schickt mich,
um A’ischa für ihn zu werben:“ Umm Rumman sprach: „Warte noch, bis Abu Bakr
Bescheid weiß! Wir müssen ihm erst die Nachricht mitteilen“. Als Abu Bakr
heimkehrte und sie ihm diese Nachricht mitteilten, bat er sie um Geduld und
sagte: „Ich kann dir keine Antwort erteilen; Mus’ab Ibn Udai hat nämlich für
seinen Sohn um A’ischa geworben.“
Abu Bakr ging dann zu Mus’ab Ibn Udai. Als er das Haus betrat,
überraschte ihn die Frau von Mus’ab mit den Worten: „O, Abu Bakr, willst du,
dass unser Sohn deine Tochter heiratet, damit du ihn von seinem Glauben
abbringst und stattdessen in deinen Glauben hineinbringst? Bei Gott lassen wir
euch nicht unseren Sohn!“
Abu Bakr blickte dann zum Mann und fragte: „Das war die Meinung
deiner Frau, was sagst du dazu?“ „Ich sage, was sie gesagt hat“ erwiderte er. So
erklärte er die Zurücknahme seines Werbens um A’ischa (r) für seinen Sohn. Als
Abu Bakr nach Hause zurückkehrte, sprach er zu Chaula und sagte: „Gehe nun zum
Gesandten Allahs und sage ihm, dass er gerne zu uns kommen kann, damit er um die
Hand von A’ischa anhält.“ Somit verlobte er sich mit A’ischa, als sie noch
sieben Jahre alt war.
A’ischa war für ihr Alter körperlich reif, aufgrund dass die
Frauen in warmen Ländern frühzeitig körperlich wuchsen. Die jungen Frauen wurden
damals im jungen Alter verheiratet. Das lässt sich dadurch beweisen, dass Mus’ab
Ibn Udai A’ischa für seinen Sohn vor dem Propheten (s) umworben hatte. A’ischa
war nicht die einzige, die jung verheiratet war. Hafsa Bint U’mar wurde im Alter
von 12 Jahren verheiratet. Auch die Tochter von Hujai Ibn El-Achtab, jüdischer
Abstammung, wurde im Alter von 11 Jahren verheiratet.
A’ischa (r) war auch nicht die einzige, die einen Mann von großem
Altersunterschied heiratete. A’bdel Muttaleb, der Großvater des Propheten (s),
heiratete Hala, die Cousine von Chadidscha (r), obwohl es einen großen
Altersunterschied zwischen den beiden gab.
Ein englischer Orientalist sagte einmal: „A’ischa wurde trotz
ihres jungen Alters körperlich reif, was die arabischen Frauen natürlich
veranlagte, und was oft dazu führte, dass sie erst ab dem zwanzigsten Lebensjahr
begannen, älter zu werden. Einige Geschichtsschreiber befassten sich lange mit
der Ehe von Muhammad (s) und A’ischa (r). Sie betrachteten diese Ehe unter einem
bestimmten Gesichtspunkt und konnten nicht glauben, dass diese Art von Ehe eine
asiatische Gewohnheit war bzw. ist. Sie übersahen, dass diese Gewohnheit bis
heute noch in Osteuropa vorhanden ist. In Spanien und in Portugal war früher
diese Gewohnheit üblich. Bis heute wird sie in den fernen gebirgigen Orten in
den USA nicht als ungewöhnlich betrachtet.“
Der Sinn der Ehe des Propheten (s) mit der jungen A’ischa (r) war
es, die Muslime über das persönliche Leben des Propheten (s) zu belehren, da er
für die Muslime ein Vorbild darstellt. Seine Ehe mit den jungen Frauen diente
dazu, sie mit ihren verschiedenen persönlichen und religiösen Fragen zu
belehren, z.B.: Welches Gebet man während der Nacht der Bestimmung (Qadr Nacht)
sprechen sollte. Der Prophet (s) antwortete: „O Allah, Du liebst Vergebung, so
vergib mir!“. Er lehrte z.B. seinen Frauen, wie die muslimischen Frauen sich von
der Menstruation rituell reinigen können. A’ischa (r) erzählte auch davon, wie
sich der Prophet (s) mit ihr verhielt während der Menstruationsdauer, damit die
Muslime ihn in all ihren Gelegenheiten zum Vorbild nehmen.
A’ischa (r)
spielte auch eine große Rolle beim Schützen der Überlieferungen vom Propheten
(s), da sie 47 Jahre nach dem Tode des Propheten lebte. So überbrachte sie den
Muslimen alle Überlieferungen des Propheten (s), die sie während ihrer Ehe mit
dem Propheten (s) von ihm gehört hatte. Sie hatte keine Kinder, damit sie sich
dem Schützen der Überlieferungen widmete. Die Hauptsache war, dass die Ehe des
Propheten (s) mit A’ischa (r) um Allahs Willen war. Der Prophet (s) sagte zu
A’ischa (r) nach der Eheschließung: „Weißt du A’ischa, ich habe dich dreimal vor
unserer Eheschließung im Traum gesehen. Der Engel Dschebril kam zu mir im Traum
und gab mir ein Stück Seide. Als ich das Stück ausbreitete, fand ich dein Bild
und der Engel sagte: „Das ist deine Frau im Diesseits und im Jenseits.“
Der Prophet (s) heiratete A’ischa (r) nach der Schlacht von Badr
im Schawwal im zweiten Jahr nach der Auswanderung (Hidschra). A’ischa war stolz
darauf, denn es war ein gesegneter Monat bei den Arabern. Sie sagte: „Der
Gesandte (s) hielt um meine Hand in Schawwal und heiratete mich dort. Vor meiner
Heirat mit dem Propheten (s) war ich dünn und meine Mutter sorgte dafür, dass
ich viel aß. Am Tag der Heirat saßen meine Freundinnen und ich auf Schaukeln. Da
rief mich meine Mutter zu ihr her. Ich rannte so schnell zu ihr, dass die Luft
mir beinahe ausgeblieben war. Sie führte mich an der Hand und wir gingen in ein
Haus von den Häusern der Al-Ansar,
wo uns Frauen empfingen. Sie schmückten mich und kämmten mein Haar. Dann kam der
Prophet (s). Während ich im Haus war, wurde eine Mahlzeit aufgestellt. Der
Prophet (s) servierte die Milch und das Essen und bot es den kleinen Mädchen an,
jedoch waren sie zu schüchtern und sagten: „Wir wollen nichts.“ Der Prophet (s)
sagte zu ihnen: „Verbindet keinen Hunger mit Lügen.“ Daraufhin nahmen sie das
Essen vom Propheten (s) an. Nach der Mahlzeit blieb niemand mehr im Haus außer
dem Propheten (s), A’ischa (r) und Asmaa Bint Seid. Der Prophet (s) saß neben
A’ischa (r) und reichte ihr ein Becher Milch. A’ischa (r) war verlegen und
bewegte schweigend den Kopf auf die Seite. Asmaa sagte zu ihr: „Nimm vom
Propheten (s)!“ Daraufhin nahm A’ischa (r) die Milch und trank etwas davon.
Die Brautgabe von A’ischa (r) betrug 500 Dirham. Dies war sehr
wenig, denn der Prophet (s) sagte: „Die gesegneteste Frau verlangt am
wenigsten Brautgabe.“ Das Haus von A’ischa (r) war sehr einfach
ausgestattet. In dem Haus war ein Kissen, eine Matratze, ein Wasserkrug aus Ton
und ein kleiner Teppich.
Al-Hassan sagte: „Wenn ich die Häuser des Propheten besuchte,
konnte ich die Decke mit der Hand erreichen.“
Sa’id Ibn Al-Musayyab sagte: „Ich wünschte ihr hättet die Häuser
des Propheten gesehen, dann würdet ihr mit der Ausstattung eurer Häuser nicht
übertreiben. Ihr hättet gelernt wie der Gesandte (s) mit dem Wenigsten vom Leben
zufrieden war, obwohl er vom Leben alles hätte nehmen können.“
Die Liebe des Gesandten (s) zu A’ischa (r)
Masruq Ibn Masruq, ein Nachfolger der Gefährten, sagte,
wenn er von A’ischa (r) erzählte, dann sagte er: „Die Geliebte des Geliebten
Allahs erzählte mir: „....
Anas Ibn Malek sagte: „Die erste Liebe im Islam war die Liebe des
Gesandten Allahs zu A’ischa.“ Aber Anas Ibn Malek kannte die Liebe des Gesandten
Allahs zu Chadidscha nicht, denn er war in Medina geboren.
Einmal hörte A’mmar Ibn Yasser wie jemand schlecht über A’ischa
(r) sprach. Er schimpfte mit dem Mann und sagte: „Sei still! Wie kannst du so
über die Geliebte des Gesandten Allahs (s) sprechen!“
A’mr Ibn Ala’s kam vom Krieg “That Assalasel“ als Sieger zurück.
Der Prophet (s) empfing ihn sehr herzlich. A’mr Ibn Ala’s glaubte der Liebling
des Propheten (s) zu sein und fragte ihn (s): „Wen liebst Du am meisten?“ Der
Prophet (s) antwortete: „A’ischa.“
Einmal wollte A’ischa (r) den Propheten nach seiner Liebe zu ihr
fragen. Sie fragte: „Wie ist deine Liebe zu mir? Der Prophet (s) antwortete:
„Wie der Knoten in einem Seil. Seitdem fragte A’ischa (r) den Propheten (s) von
Zeit zu Zeit: „Wie geht es dem Knoten? Jedes Mal antwortete er, dass er (s) noch
im selben Zustand wäre.
Die Muslime in Medina wussten über die Liebe des Propheten (s) zu
A’ischa (r) bescheid. Sie machten ihm (s) Geschenke, immer wenn er bei A’ischa
(r) war. Die anderen Frauen des Propheten (s) wurden darauf neidisch. Sie gingen
zu Umm Salamah und baten sie mit dem Propheten (s) darüber zu reden. Umm Salamah
ging zu dem Propheten (s) und sagte: „Deine Frauen wollen, dass du den Menschen
sagst, sie sollen die Geschenke auf die Tage verteilen und nicht auf jenen Tag,
an dem du bei A’ischa bist, beschränken. Der Prophet (s) sagte: „O Umm Salamah,
Allah warf ihre Liebe in mein Herz und ich habe bei keiner von euch eine
Offenbarung bekommen außer bei A’ischa. Das Haus von A’ischa wurde der Ort der
Offenbarung genannt.“
Umm Salamah kehrte zu den Frauen zurück und erzählte ihnen, was
der Gesandte Allahs (s) ihr sagte. Die Frauen gingen dann zu Fatima, der Tochter
des Propheten (s), damit sie mit ihm darüber reden konnte. Fatima ging zu ihm
und der Prophet (s) antwortete ihr: „Meine Tochter, liebst du mich? Fatima
sagte: „Ja das tue ich.“ Er fragte sie: „Liebst du diejenigen, die ich liebe?“
Sie sagte: „Ja.“ Er sagte: Dann liebe A’ischa.“
Fatima kehrte zu den Frauen zurück und sagte zu ihnen: „Ich
schwöre bei Allah ich rede nie wieder mit ihm über A’ischa.“ Fatima behielt ihre
Liebe zu A’ischa bei. Sie teilte A’ischa (r) als Einzige mit, was der Prophet
(s) ihr bevor er starb erzählt hatte, dass er in der Nacht sterben sollte und
Fatima ihm als Erste von seiner Familie folgen würde.
Wie der Prophet (s) A’ischa (r) behandelte
Zum Festtag wollte A’ischa eine Gruppe von spielenden Äthiopern
in der Moschee zuschauen. Sie legte ihr Kinn auf die Schulter des Propheten (s),
um sie zu beobachten, wie sie spielten. Der Prophet (s) fragte sie immer wieder,
ob sie genug hatte und sie verneinte dies. A’ischa (r) erzählte nachher: „Ich
schwöre bei Allah es war mir fad, aber ich wollte wissen, wie sehr der Prophet
(s) mich liebte. Erst als ich sagte, dass es mir genug war, ließ er das Spiel
beenden.“
Der Prophet (s) ging mit A’ischa (r) jede Woche spazieren.
Einmal sagte der Prophet (s) zu ihr: „Lauf mit mir um die Wette.“ A’ischa (r)
erzählte, wie sie ihn besiegt hatte. In der Woche darauf gab sie dem Propheten
(s) Fleisch zum essen, dann forderte er sie zu einem Wettlauf auf und er siegte.
Der Prophet (s) rief seine Frau mit den Namen “A’isch“.
Einmal während sie ihre Periode hatte, erzählte A’ischa (r), dass
sie Wasser aus einem Krug trank. Der Prophet (s) nahm den Krug und suchte die
Stelle wo ihre Lippen den Krug berührten und trank von der selben Stelle.
Die Zeiten als A’ischa (r)
wütend war
Eines Tages bereitete Hafsa Essen aus Fleisch und Brot in einem
großen Behälter aus Ton vor. Der Prophet (s) freute sich über das Essen und lud
seine Gefährten zum Essen ein. A’ischa (r) wurde neidisch auf Hafsa. Sie schlug
den Behälter mit ihrem Fuß. Der Behälter brach und das Essen fiel heraus. Der
Prophet (s) kniete nieder und sammelte das Essen in den Behälter und sagte:
„Eure Mutter wurde neidisch.“ Er ging dann zu A’ischa (r) und sagte zu ihr:
„A’ischa du hast Hafsas Behälter zerschlagen. Bring ihr einen Neuen. Daraufhin
sagte A’ischa (r): „Bitte für mich um Vergebung Gesandter Allahs.“
Einmal hatte der Prophet (s) eine Auseinandersetzung mit A’ischa
(r). Er fragte sie: „Wer soll zwischen uns richten? Abu U’beidah Ibn
Al-Dscharrah?“ Sie antwortete: „Nein, Abu U’beidah ist ein gutherziger Mann.“ Er
fragte weiter: „Abu Bakr Assiddiq?“ Sie war mit diesem Vorschlag einverstanden.
Der Prophet (s) holte Abu Bakr und sagte zu A’ischa (r): „Sprich.“ Sie sagte:
„Erzähl du aber nur die Wahrheit.“ Abu Bakr wurde wütend und sagte zu ihr:
„Tochter von Umm Rumman! Sagt er denn etwas außer der Wahrheit? Er wollte sie
schlagen. A’ischa (r) versteckte sich hinter dem Propheten (s). Der Prophet (s)
rückte vor Abu Bakr und sagte zu ihm: „O Abu Bakr, wir haben dich nicht deswegen
geholt.“ Abu Bakr ging fort. Der Prophet (s) sagte zu A’ischa (r): „Hast du
gesehen, wie ich euch auseinander hielt?“ Daraufhin lachte A’ischa (r) . Abu
Bakr hörte ihr lachen und kehrte zurück. Er sagte: „Lasst mich an euer Friede
teilnehmen, wie ihr mich an eueren Krieg teilnehmen ließet.“
Der Prophet
(s) sagte einmal zu A’ischa (r): „Ich weiß, wann du mit mir zufrieden bist und
wann du auf mich nicht zufrieden bist. Er sagte: „Wenn du mit mir zufrieden
bist, dann schwörst du und sagst “Bei Muhammads Gott“ und wenn du nicht
zufrieden mit mir bist, dann schwört du bei Abrahams Gott. Sie sagte: „Das
stimmt Gesandter Allahs, das mache ich so, aber ich wende mich nur von deinem
Namen ab.“
Die Liebesbeziehung zwischen dem
Propheten (s) und A'ischa
(r)
Als der Prophet (s) mit seiner Frau A'ischa
(r)
zu
Bett ging, bat er sie, ihm eine Stunde zu geben, um das freiwillige Nachtgebet
(Qiam Al-Lajl) zu vollziehen. Sie sagte: „In deiner Nähe zu sein, ist mir am
liebsten, aber ich bevorzuge das, was dir am liebsten ist.“ Er (s) stand
daraufhin auf und betete während seine Frau A'ischa
(r)
zwischen ihm und der Gebetsrichtunglag,
sodass ihre Füβe
in Richtung der Gebetsrichtung lagen. Bei der Niederwerfung machte er ihr ein
Zeichen, damit sie ihre Füsse zu sich zieht. Wenn er (s) mit der Niederwerfung
fertig wurde, streckte sie wieder ihre Füsse aus.
-
A'ischa
(r)
sagte: „Der Prophet (s) und ich vollzogen gemeinsam in einem
Becken gemeinsam die Ganzwaschung.
-
Der Prophet (s) verbrachte lange Nächte mit A’ischa
(r),
um zu hören, was sie zu erzählen hatte. In einer ihrer sehr langen
Erzählungen erzählte sie dem Propheten (s), die Geschichte von elf Frauen
und er hörte zu. Sie erzählte die Geschichten der ersten 10 Frauen. Als sie
die Geschichte der elften Frau erzählte, sagte sie: „Die elfte Frau hieβ
Umm Zar'. Ihr Mann Abu Zar' hatte sie sehr geliebt, aber
nach einer Zeit änderte sich ihre Beziehung und er verließ sie.“ A'ischa
(r)
war sehr traurig und berührt als sie diese Geschichte erzählte. Der Prophet
(s) merkte, wie sie von dieser Geschichte berührt war und sagte ihr: „Ich
war zu dir wie Abu Zar' zu Umm Zar', ich aber werde dich niemals verlassen.“
-
Über die Lebensweise des Propheten (s) erzählte A'ischa
(r),
dass der Prophet (s) ein hartes Leben führte. Sie sagte: ,,Der Halbmond
konnte dreimal vorbeigehen, ohne dass im Haus des Propheten ein Herd
angezündet wurde.“ (= drei Monate lang wurde im Haus nicht gekocht). U'rwa
Ibn Az-Zubair fragte: „Und wie habt ihr gelebt.“ Sie antwortete: „Unsere
Haupternährungsmittel waren Datteln (arab.: Tamr) und Wasser. Der Prophet
(s) hatte einige Nachbarn von den Ansar. Sie schickten manchmal dem
Propheten (s) Milch. Als die finanzielle Lage der islamischen Gesellschaft
besser wurde und es mehr Geld gab, baten die Frauen des Propheten ihn darum,
ihnen mehr Geld zu geben, um das Leben etwas bequemer zu gestalten. Ihre
Wünsche belästigte den Propheten (s) so sehr, dass er sich von allen seinen
Frauen zurückzog, bis der folgende Koranvers, der sie vor die Wahl stellte,
offenbart wurde:
["O Prophet! Sprich zu deinen Frauen: ""Wenn ihr das Leben in
dieser Welt und seinen Schmuck begehrt, so kommt, ich will euch eine Gabe
reichen und euch dann auf schöne Art entlassen.
Doch wenn ihr Allah und Seinen Gesandten und die Wohnstatt des Jenseits
begehrt, dann wahrlich, hat Allah für die unter euch, die Gutes tun, einen
herrlichen Lohn bereitet.""]
(33:28-29)
Als dieser Vers offenbart wurde, ging der Prophet (s) zu seinen
Frauen und ließ sie wählen. Er fing mit A'ischa
(r)
an und sagte ihr: „O A'ischa, es gibt eine Sache, die ich dir vorlegen möchte.
So nimm dir Zeit und lass dich von deinen Eltern beraten. Er las dann den
Koranvers vor. A'ischa (r) sah ihn (s) an und sagte: „Sollte ich mich in dieser
Sache von meinen Eltern beraten lassen? O Allahs Prophet, ich wähle Allah,
seinen Gesandten und die Wohnstatt des Jenseits.“ Der Prophet (s) freute sich
sehr auf ihre Entscheidung.
A'ischa (r) und die letzten Minuten des Propheten (s)
Als das Leben des Propheten (s) sich dem Ende näherte, fragte er
seine Frauen, bei welcher seiner Frauen er sich heute aufhalten solle. Der
Aufenthalt sollte bei seiner Frau Maimuna (r) sein. Er sagte: „Ruft mir all
meine Frauen.” Als sie alle anwesend waren, sagte er: „Erlaubt ihr, dass ich bei
A'ischas Haus in meiner Krankheit betreut werde?“ Sie antworteten: „Ja wir
erlauben es.” A'li Ibn Abi Talib und Al-Fadl Ibn Al A'bbas trugen den Propheten
(s) zu A'ischas Haus, während er in Schweiβ
ausbrach. A'ischa (r) erzählte: „Der Prophet (s) sagte: ,,Es gibt keinen Gott auβer
Allah. Der Tod hat sehr schwere Pein." A'ischa
(r)
nahm die Hand des Propheten (s) und strich damit auf sein Gesicht
(s), da seine Hände besser und ehrwürdiger sind als ihre Hände. In den letzten
Minuten vor dem Tode des Propheten (s), kam A'bdel Rahman Ibn Abi Bakr, der
Bruder von A'ischa (r) herein. Er hielt ein Suak
(Hölzchen) in der Hand. Der Prophet (s) schaute den Suak an. A'ischa
(r)
verstand, dass der Prophet (s) seine
Zähne damit putzen möchte, um Gott mit reinem Mund zu treffen. Sie nahm den Suak
von ihrem Bruder und gab es dem Propheten. Jedoch war er (s) zu schwach ihn zu
benützen. So nahm A'ischa
(r) den Suak, kaute es weich
und gab es ihm (s) wieder. Der Prophet (s) rieb seine Zähne damit. A'ischa
(r)
sagte: „Eine von Allahs Gnaden, die Er mir gab war, dass das
letzte was der Prophet im Mund hatte, mein Speichel war.
Der Prophet (s) bat dann alle, die im Raum waren hinauszugehen,
auβer
A'ischa (r),
die bleiben durfte. Sie beschrieb die letzten Momente seines Todes
folgendermaßen: „Der Prophet (s) streckte seine Hände zum Himmel und sagte:
,,Nun auf zu dem höchsten Begleiter.“ A'ischa
(r)
wusste, dass ihm die Wahl gestellt
wurde, und dass der Todesengel anwesend ist. Dschibril kam herein und begrüβte
den Propheten (s). Der Prophet erwiderte seinen Gruß. Dschibril sagte: „Der
Todesengel bittet um Erlaubnis. Erlaubst du seinen Einlass? Er hat keinem
Menschen vorher um Erlaubnis gebeten und wird keinem nachher um Erlaubnis
bitten.“ Der Prophet (s) gewährte ihm den Eintritt. Der Todesengel trat herein
und begrüβte
den Propheten (s). Der Prophet (s) erwiderte ihm den Gruß. Da sagte der
Todesengel: ,,Allah hat mich geschickt, um dir die Wahl zu geben, ob du am Leben
bleiben möchtest oder Allah, den Überwältigenden und Hocherhobenen, treffen
möchtest?“ Der Prophet (s) antwortete: ,,Ich entscheide mich für den Höchsten
aller Höchsten." So stand der Todesengel auf dem Kopf des Propheten (s) und
sagte: „Du edelhafter Geist, den Geist Muhammads Ibn A'bdullah, komm heraus zum
Wohlgefallen und zur Zufriedenheit Allahs.“
A'ischa
(r)
sagte: „Die Hand des Propheten fiel hinunter und ich fühlte, dass sein Kopf
schwerer auf meiner Brust (Schoss) wurde.“
Von diesem Zeitpunkt an, wusste sie, dass er (s) gestorben ist.
Sie öffnete die Tür ihres Zimmers, lief zu den Leuten in der Moschee und rief:
„Allahs Gesandter ist gestorben! Allahs Gesandter ist gestorben!“
Daraufhin füllte sich die Moschee mit weinenden Menschen. Als der
Prophet (s) starb, war A'ischa
(r)
18 Jahre alt. Sie lebte dann 47 Jahre nach dem Tode des
Propheten, um ihr Wissen zu verbreiten.
Die Persönlichkeit von A'ischa
(r)
Ihr Wissen
Man kann sagen, dass A'ischa
(r)
die gröβte
Anzahl von den Hadithen
überliefert hatte. An die 2250 Hadithe bekam sie direkt vom Propheten (s)
übermittelt. Wir sprechen also von einer direkten Überlieferung, wobei sie (r)
die einzige Überlieferin derer darstellt.
Zu ihrem Wissen gehörte auch, dass sie die erste Schule für das
Erlernen der Islamischen Rechtswissenschaften
und Hadithe eröffnete. Die Anzahl der Überlieferer, die nach ihr die Hadithe
weitergaben, betrugen 100 Personen, unter denen waren U'mar Ibn Al-Chattab,
A’bdullah Ibn U'mar, Abu Huraira, U'rwa Ibn Az-Zubair, Sa'id Ibn Al-Mussaiab und
die Mutter von Al-Hassan Al-Basry.
A’ischa (r) war auch Diejenige, die den Muslimen die praktische
Sunnah überliefert hatte. Sie übermittelte, wie der Prophet (s) die
Gebetswaschung (Wudu) vollzog. Ihr haben wir zu danken, dass der Tayammum
angewendet wurde. Als sie einmal mit dem Propheten (s) und seinen Gefährten auf
eine Wanderung waren, gab es nicht genügend Wasser für die Gebetswaschung.
A'ischa
(r)
fragte den Propheten (s), was sie machen sollte. In dieser Zeit
wurde der Koranvers vom Tayammum offenbart. Es wird gesagt, dass das Anwenden
des Tayammums eine der ersten Segnungen der Familie Abu Bakrs sei.
A'ischa
(r)
berichtete vieles den Gefährten des Propheten (s), sodass Abu Mussa Al Ascha'ry
sagte: ,,Wenn uns eine Sache im Islam schwer fiel, fanden wir immer die Lösung
bei A'ischa(r).
Sie wurde “A'ischa des Wissens“ genannt. U'rwa Ibn Az-Zubair sagte zu A´ischa:
„Liebe Mutter, bei Allah, ich wundere mich nicht über dein Wissen über die
Genealogie,
denn ich sage, dass du die Tochter von Abu-Bakr bist. Mich wundert auch nicht
dein Wissen über die Religionswissenschaft und Politik, denn der Prophet lehrte
dich über diese Sachen. Was mich aber wundert, ist dein Wissen im Bereich der
Medizin. Woher hast du Medizin gelernt liebe Mutter? A'ischa
(r)
antwortete: „In der Zeit vor dem Ableben des Propheten (s), war
er (s) meistens krank und viele arabische Ärzte besuchten uns und gaben uns
verschiedene Rezepte für den Propheten (s). Dadurch habe ich vieles über die
Medizin gelernt.“
Ihr meistes Wissen bezog sich auf das Erlaubte, das Verbotene,
die Pflichten und freiwilligen gottesdienstlichen Handlungen
im Islam.
Die Redegewandtheit von A'ischa (r)
Mua'weya Ibn Abi Sufyan behauptete, dass der Redebegabteste unter
den Arabern A'ischa
(r)
war. Abu Musa Al-Ascha’ry sagte: ,,Ich sah Abu Bakr, als er eine
Rede hielt und auch habe ich U'mar, Uthman, A'li und Mua'weya gesehen, als sie
Reden hielten. Aber bei Allah, keiner ist so redegewandt wie A'ischa."
Die gottesdienstlichen Handlungen von A’ischa (r)
A'ischa (r) fastete und betete viel. U'rwa Ibn Az-Zubair
erzählte, dass er eines Nachts seine Mutter A’ischa
(r)
besuchte. Als er hereinkam, war sie
in ihrem Gebet. Sie las folgenden Vers:
[doch Allah ist uns Gnädig gewesen
und hat uns vor der Pein des sengenden Windes bewahrt. Wir pflegten vormals zu
Ihm zu beten. Er ist der Gütige, der Barmherzige.]
(52:27,28)
Sie las diese Verse in ihrem Gebet weinend und sagte: ,,Oh Allah
sei bitte Gnädig zu mir und bewahre mich vor der Pein des sengenden Windes".
U'rwa sagte, dass er auch geweint habe, als er ihr Bittgebet hörte. Er ging
anschließend weg und kam nach einer Stunde wieder. Er sah, dass sie noch immer
betete und dasselbe Bittgebet vortrug.
Ihr Fasten:
Als sie 65 Jahre alt war, fastete sie den Tag von A'rafa.
Da das Wetter sehr heiβ
war, wurde sie ohnmächtig. U'rwa Ibn Az-Zubair ging zu ihr und sagte: ,,Liebe
Mutter, nimm es nicht so schwer. Du hast viele gute Taten in deinem Leben getan,
bitte brich dein Fasten." Als A'ischa
(r)
diese Worte hörte, war sie wieder auf den Beinen und sagte: ,,Wie
soll ich mein Fasten an dem Tag brechen, in dem Allah die Missetaten des vorigen
und kommenden Jahr vergibt? Bei Allah das mache ich nie".
Ihre Freigebigkeit
Wenn wir über ihre Freigebigkeit sprechen, staunen wir über
jemanden, der fastet und kein Essen für sein Fastenbrechen (Iftar) behält. Eines
Tages gab A'ischa
(r)
alles, was sie im Haus hatte, aus,
sodass ihre Dienerin sagte: „Du hast nichts für dein Iftar gelassen.“ A'ischa(r)
antwortete: ,,Hättest du mich
nur daran erinnert." A'ischa
(r)
legte immer das Geld, das sie den Armen geben wollte, in einem
parfümierten Topf. Denn Allah (t) wird das Geld erst in die Hand bekommen, bevor
es die Armen erreicht.
A'ischa
(r)
und die Bemühungen um den Islam (Dschihad)
A'ischa
(r)
nahm an vielen Kämpfen teil,wie z.B. in Badr,
Uhud
und El-Chandaq.
Bei der Schlacht von Uhud versorgte sie die Verletzten mit Wasser und bei der
von Al Chandaq fand sie U'mar Ibn Al-Chattab mitten im Schlachtfeld. Er sagte
ihr: ,,Wie mutig (kühn) du bist." Sie schämte sich seiner Worte. Sa'ad Ibn Mua'z
sagte zu ihm: ,,Lass sie in Ruhe U'mar.“
A'ischas (r) Wunsch
A'ischa
(r)
bevorzugte am meisten U'mar Ibn
Al-Chattab und ließ ihn neben dem Propheten (s) begraben. Kurz vor U'mars Tod
wurde jemand zu A’ischa
(r) geschickt und bat sie um
Erlaubnis, U’mar neben dem Propheten (s) zu begraben, da U’mar dies wünschte.
Sie antwortete: „Bei Allah ich wollte in diesem Platz begraben werden, aber
heute bevorzuge ich U'mar vor mir. Nach der Begrabung von U'mar gab es noch
einen Platz für A'ischa
(r),
um neben dem Propheten begraben zu werden. Sie lehnte jedoch ab und sagte:
,,Begrabt mich neben meinen Gefährtinnen, die Frauen des Propheten(s), damit ich
nicht als besonders erscheine. Und damit die Leute mich nicht in einer hohen
Stellung setzen, die ich vielleicht nicht verdiene.
Ihre Scham
Nachdem U'mar neben den Propheten (s) in A'ischas Zimmer begraben
wurde, bedeckte A'ischa (r) immer ihren Körper sorgfältig, wenn sie ihr Zimmer
betrat, weil sie sich vor U'mar schämte.
Die letzten Momente ihres Lebens
Vor ihrem Tod wurde sie von Ibn Al-A'bbas besucht. Er sagte:
„Freue dich liebe Mutter.“ Sie fragte ihn: „Worüber Ibn Al-A'bbas?“ Er
antwortete: „Es fehlt nur, dass deine Seele hinaus kommt, damit du deinen
geliebten Muhammad (s) triffst. Bei Allah, denn du warst die Geliebte unseres
Propheten (s). Du bist Diejenige, die vom Himmel in Hadith Al-Ifk (Lügenskandal)
für schuldlos erklärt wurde. Bei Allah, unter den Frauen des Propheten (s) bist
du die Liebste für ihn gewesen. Du hast die Wissenschaft gelehrt.” A'ischa
(r)
antwortete: „O Ibn A'bbas, lass mich in Ruhe. Wäre es doch so,
dass ich völlig in Vergessenheit geraten sei. Wenn ich auf etwas stolz sein
dürfte, dann ist es, dass der Prophet (s) in meinem Schoss (in meinen Armen)
gestorben ist.“
In der Nacht an einem Dienstag, der 17. Ramadan im Jahre 57 nach
der Hidschra starb A’ischa
(r)
im Alter von 66 Jahren. Sie wurde neben den Frauen des Propheten
(s) begraben. Über sie betete Abu Huraira. A'bdulaah Ibn Az-Zubair stieg in
ihrem Grab hinunter. Vorne in ihrem Trauerzug gingen die Frauen des Propheten
(s) und sagten: „Die Geliebte des Propheten ist gestorben.“
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