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UmMahat Al-Moemenin
Die
Mütter der Gläubigen
9. Safia Bint Hujai Ibn Achtab
Ich suche Zuflucht bei Allah, dem
Hörenden und Allwissenden vor dem verfluchten
Satan. Im Namen Allahs, des
Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allah, Ihn loben wir und bei
Ihm suchen wir Beistand. Ihn bitten wir um Verzeihung und zu Ihm kehren wir
reuig um. Bei Ihm nehmen wir Zuflucht vor unserem eigenen Übel und vor dem
Schlechten unserer Taten. Wen Allah rechtleitet, für den gibt es keinen, der ihn
fehlgehen lässt, und wen Allah fehlgehen lässt, so gibt es für ihn keinen, der
ihn rechtleitet.
Einführung
Ich
begrüße euch in unserer heutigen Folge der Serie "Begegnungen mit den Lieben".
Wir nähern uns dem Ende dieses Programms. Und so Gott will, werden wir ein neues
Programm anfangen, das uns neue Energie geben wird, und ich hoffe, dass Gott uns
dabei helfen wird. Möge Er uns und euch die Türen öffnen.
Da
wir nun bald am Ende unseres Programms ankommen, und nach unseren Geschichten
über die Lieben, und wie der Name auch schon sagt, die "Begegnungen mit den
Lieben", fühlt ihr mittlerweile die Liebe? Spürt ihr schon die Sehnsucht, sie im
Paradies zu treffen? Ist es bei euch mittlerweile auch so weit, dass ihr sie
seht, hört und sie um euch spürt? Lebt ihr schon mit ihnen mit? Werden wir uns
wohl bei unserem Tode an diese Worte von Bilal erinnern, die uns ja auch zu dem
Namen unseres Programms geleitet haben: „Was für eine Freude, morgen werde ich
die Lieben begegnen, Muhammad und seine Gefährten.“ Werden wir diese Worte auch
sagen, wenn wir sterben: „Morgen werden wir unsere Lieben begegnen, den
Gesandten Gottes, unsere Mütter und all die anderen.“
So
viele Folgen sind schon vorbei, auch die Folgen über die Ehefrauen des
Propheten. Wir halten uns vor Augen, dass wir vorhaben, sie auswendig zu lernen
und sie zu lieben. Erinnert ihr euch auch an die Regel, die wir am Anfang der
Folgen von den Ehefrauen des Propheten aufgestellt haben? Wie es der Koranvers
sagt: [Der Prophet steht den Gläubigen näher als sie sich selber, und seine
Frauen sind ihre Mütter...] (33:6)
Wir
lesen diesen Vers sehr oft im Koran, aber eines unserer Ziele ist es, diesen
Vers zu spüren, sodass wir am Tag der Auferstehung, wenn wir Allah, den
Erhabenen, treffen, Ihm sagen können: „Wir haben diesen Vers gespürt, und wir
fühlen dass Dschuwaireya, Umm Salama, A’ischa und Chadidscha unsere Mütter sind,
und ich bringe ihnen die gleichen Gefühle der Liebe und der Zärtlichkeit
entgegen.“ Ich werde ihnen am Tag der Auferstehung sagen: „Wie geht es dir
Mutter, ich habe dich vermisst, Mutter.“
Unsere Mütter
Heute werden wir mit den Ehefrauen des Propheten weitermachen. Wir haben schon
die Geschichten von acht der zwölf Ehefrauen erzählt. Es bleiben uns nur noch
vier Ehefrauen, die wir in den nächsten Folgen beenden werden. Und somit haben
wir dann von allen Ehefrauen erzählt.
Möchte einer von euch uns die Namen der Ehefrauen sagen, in der Reihenfolge
ihrer Heirat? Und wie jedes Mal ist es ein Wettbewerb, wo wir sagen, den
Gewinner erwarten hundert Dollar, und am Ende geben wir nichts, also?
Eine
der Anwesenden sagte:
-
Chadidscha Bint
Chuwailid,
-
Sauda Bint Zam'a,
-
A’ischa Bint Abu
Bakr,
-
Hafsa Bint U’mar
Ibn Al-Chattab,
-
Zainab Bint
Chuzaima,
-
Umm Salama (Hind
Bint Abu Umaima),
-
Zainab Bint
Dschahsch,
-
Dschuwaireya Bint
Al-Harith,
-
Safia Bint Hujai
Ibn Achtab,
-
Umm Habiba (Ramla
Bint Abu Sufian),
-
Maria Bint
Scham'un (die Ägypterin),
-
Maimuna Bint
Al-Harith.
Wir
werden sie jetzt alle gemeinsam auf dem Bildschirm sehen. Und noch einmal, das
Ziel ist es, dass ihr eure Mütter auswendig lernt. Ist es nicht eigenartig, wenn
du eine von ihnen am Tag der Auferstehung fragen wirst: „Wer bist du? Ich kenne
dich nicht.“ Denn es kann nicht sein, dass du über jenen Fußballspieler Bescheid
weißt, wer er ist, und wie viel man für ihn bezahlt, oder jene Sängerin, was sie
so alles verdient, aber du kennst deine Mutter nicht. Du behauptest, das ist
Allgemeinwissen und du bist schlecht darin. Nein, das ist kein Allgemeinwissen,
das ist deine Mutter, die du im Paradies treffen wirst, und das solltest du
wissen, denn alles Andere wirst du dann vergessen.
Die Juden von Medina
Heute fangen wir an mit Safia Bint Hujai Ibn Achtab. Ihr Vater ist das Oberhaupt
der Juden der Bani Al-Nadir. In Medina gab es drei große Stämme der Juden: Die
Bani Qainuqa'a, die Bani Al-Nadir, und die Bani Quraiza. Der Prophet (s)
hat Medina von allen drei Stämmen befreit. Zwar hatte er anfangs mit ihnen eine
Vereinbarung, weil er wollte, dass Frieden in Medina herrscht. Aber weil sie den
Propheten (s) betrogen haben, hatte er sie bekämpft.
Die Juden der Bani Qainuqa'a:
Der
erste Stamm der Juden, den der Prophet (s) aus Medina vertrieben hat, waren die
Bani Qainuqa'a, und dies nach einem bestimmten Ereignis.
Es
gab eine muslimische kopftuchtragende Frau, die im Markt Waren gekauft und
verkauft hat, sie saß dort in islamischer Kleidung und führte Geschäfte mit
einem jüdischen Händler. Zu der Zeit haben die Juden den Goldmarkt beherrscht,
und der Islam hat den Umgang mit den Juden ganz einfach gestaltet: kaufen,
verkaufen und in Frieden leben. Doch dieser jüdische Händler hatte nichts Gutes
im Schilde. Er, knotete das Ende ihres Kleides mit ihrem Kopftuch zusammen,
sodass sie sich beim Aufstehen entblößte. Er tat dies, damit alle im Markt sie
auslachen würden. Sie stand auf, und wie von dem Juden geplant, wurde sie
entblößt. Daraufhin tötete einer der Muslime im Markt den Juden, und als Antwort
haben die Juden den Muslim getötet. Dann umzingelte der Prophet (s) die Juden
der Bani Qainuqa'a und vertrieb sie aus Medina, weil man eine Muslimin entblößt
hatte.
Die Juden der Bani Al-Nadir
Das
Oberhaupt der Juden der Bani Al-Nadir war Hujai Ibn Achtab; dieser hasste den
Propheten (s) sehr. Er hatte auch Pläne geschmiedet, um den Propheten (s)
umzubringen. Als der Prophet (s) den Stamm einmal besuchen wollte, hatte man
vor, ihn umzubringen, indem die Anhänger des Stammes einen großen Stein vom Dach
eines Hauses auf ihn fallen ließen. Es war aber Gottes Wille, dass ihm nichts
passiert war, denn Gabriel ist zum Propheten (s) gegangen und teilte ihm mit:
„Geh zurück nach Medina, Gesandter Allahs.“ Und so kehrte der Prophet (s) zu
Medina zurück.
Hujai Ibn Achtab
Hujai Ibn Achtab war derjenige, der sich diese Falle ausgedacht hatte. Und somit
hat der Prophet (s) auch die Juden der Bani Al-Nadir aus Medina vertrieben. Der
erste, der hinaus musste, war Hujai Ibn Achtab, der Vater unserer Mutter. Dieser
ist nach Chaibar geflohen, das aber später von den Muslimen übernommen wurde.
Hujai Ibn Achtab war auch derjenige, der die ganzen arabischen Stämme im Feldzug
von Al-Ahzab zusammenbrachte, um den Propheten (s) zu umzingeln. Er war
derjenige, der diesen Feldzug anfing. Bedenkt die Energie, die jemand aufwendet,
um die ganzen Stämme der arabischen Halbinsel zu sammeln. Wieso nur dieser
Groll? Und wieso haben die Juden das alles mit dem Propheten (s) gemacht? Der
Ort Chaibar war der Grund dafür, dass man gegen den Propheten (s) gehetzt hat.
Safia (r)
Ihr Vater war Hujai Ibn Achtab, der Oberhaupt der
Juden in Medina, der später der Oberhaupt der Juden in Chaibar wurde. Ihr Onkel
war Rabbiner. Er kannte sich gut in der Thora aus. Deswegen wusste er, wie der
letzte Prophet aussehen sollte. Das war Safias Haus, in dem sie aufgewachsen
wurde.
Als sie ein Kind war, liebte sie ihr Vater sehr. Er
verwöhnte sie sehr, pflegte sie und sorgte für ihre Erziehung. Das tat nicht nur
ihr Vater, sondern auch ihr Onkel, obwohl beide viele andere Kinder hatten. Vor
allem kümmerten sie sich um Safia (r). Wisst ihr warum? Sie wussten durch die
Thora, dass Safia (r) den Eigenschaften der Ehefrau des letzten Propheten (s)
entspreche. Sie glaubten, dass sie die Ehefrau des kommenden Propheten werde.
Allah, der Erhabene, erklärte den Juden in der
Thora alle Eigenschaften des kommenden Propheten bis ins kleinste Detail, nur
nicht eine Eigenschaft: Dass er Araber ist und nicht von den Söhnen Israels
stammt.
Die Juden machten in Medina bekannt, es sei an der
Zeit gewesen, dass der letzte Prophet (s) kommen würde. Sie waren sicher, dass
er aus ihrer Mitte kommen würde, weil alle vorigen Propheten von den Söhnen
Israels kamen. Sie machten in Medina bekannt, dass er bald kommen würde. Sie
prahlten, dass sie zusammen mit ihm die Araber besiegen würden. Aber wie gesagt,
wussten sie nicht, dass er aus den Arabern stammt.
Deswegen kümmerten sie sich sehr um Safia (r) und
waren stolz auf sie. Alle Anzeichen wiesen darauf hin, dass sie die Ehefrau des
Propheten wird: die Gestalt, der Vater, der Onkel, die Zeit und auch die Stadt,
Medina. Sie glaubten aber, der Prophet würde von ihnen stammen.
Die Aufnahme des Propheten (s) bei den Juden
Als der Prophet (s) von den Arabern kam,
verleugneten sie ihn und lehnten ihn heftig ab, obwohl sie sich über sein
Prophetentum sicher waren.
Bei der Auswanderung des Propheten
(s) von Mekka nach Medina, gingen die Ansar
und alle Leute, um ihn willkommen zu heißen, außer zwei Personen: der Vater und
der Onkel von Safia (r) väterlicherseits, die die Eigenschaften des letzten
Propheten erkannten. Sie gingen dorthin, um festzustellen, ob er wirklich der
Prophet war oder ob er es nur behauptete.
Es geschah folgendes: Hujai Ibn Achtab traf den
Propheten (s) und fragte: „Wo ist dein Vater?“ Der Prophet antwortete:
„Gestorben ist er.“ Hujai erkannte die erste Eigenschaft und fragte ihn nach
seinem Großvater. Der Prophet (s) antwortete, dass er auch gestorben war. Das
war die zweite Eigenschaft. Hujai fragte ihn dann: „Wer hat dich denn erzogen?“
Er antwortete: „Mein Onkel.“ - „Was hast du gearbeitet, als du Kind warst?“ -
„Ich war Hirt.“ - „Dann zeig mir deinen Rücken!“ Er wollte das Siegel des
Prophetentums sehen. Er fand das richtige Siegel, das Moses, Jesus, Noah und
alle Propheten ebenfalls besessen hatten. Dieses Siegel war ein schwarzer
hervortretender Hautteil am Körper, gleich am ersten Rückenwirbel, aus dem drei
Haare emporwuchsen. So präzise war die Thora bei der Beschreibung des letzten
Propheten. Hujai wusste, dass Muhammad (s) wirklich der Prophet war.
Der Traum
Hujai kehrte dann nach Hause zurück. Sein Bruder
wartete dort auf ihn. Safia (r) hörte auch zu. Jassir, der Bruder, fragte ihn:
„Ist er wirklich der Prophet?“ - „Ja.“, antwortete er, „Was hast du also vor?“ -
„Dann ist er mein Feind, solange ich lebe.“ Seht ihr, wie sehr er es leugnete,
obwohl ihm die Wirklichkeit klar war? Safia (r) aber hörte zu und wusste, dass
Muhammad (s) der Prophet war. Sie war damals im Alter von 11 Jahren.
Diese Nacht lang träumte sie von merkwürdigen
Sachen. Sie wurde vom Gespräch ihres Vaters über das Prophetentum Muhammads (s)
sehr beeindruckt: Sie träumte, dass der Mond vom Himmel in ihren Schoß
herabgestiegen wäre. Sie verstand diesen Traum nicht. Sie ging zu ihrem Vater
und Onkel, denn sie konnten die Träume gut interpretieren. Sie erzählte ihnen
auf unschuldige Weise ihren Traum. Da ohrfeigte sie ihr Vater so heftig, dass
ihr Ring auf die Erde fiel und ihre Lippe blutete und sagte: „Willst du, dass du
die Ehefrau des Propheten der Araber wirst?“
Er war sich über den Propheten (s) sicher, weil er
genügend Informationen aus der Thora über ihn hatte. Wisst ihr was er getan hat?
Er verheiratete sie sofort mit einem Juden namens Salam Ibn Maschkam, um eine
Ehe zwischen seiner Tochter und dem Propheten (s) zu verhindern. Seht ihr, wie
er alles Mögliche versuchte, um dem Willen Allahs im Wege zu stehen, um nicht
den Propheten heiraten zu können.
Die Heirat bei den Arabern
Als Entgegnung auf abfällige Aussagen über die
Heirat des Propheten (s) mit A’ischa (r), weil er sie im Alter von 9 Jahren
heiratete, müssen wir darauf hinweisen, dass die Juden ihre Töchter ebenfalls in
jungem Alter heiraten ließen. Das war eine Gewohnheit in dieser Zeit und keine
Ausnahme für den Propheten (s). Denn die Mädchen waren zu dieser Zeit und in
dieser Umgebung der Wüste in jungem Alter körperlich reif. Genauso, wie das
palästinensische Kind ohne Angst vor einem Panzerwagen steht, was wir – die
Erwachsenen – uns in einer Situation nie vorstellen können. Die Umgebung war die
Ursache zu solchem Handeln. Wegen der Umgebung war auch A’ischa (r) in diesem
Alter körperlich reif. Also, es war eine Gewohnheit in diesem Ort der Welt, die
Frauen mit jungem Alter zu heiraten, nicht nur bei den Arabern, sondern auch bei
den Juden und allen anderen.
Safia heiratete diesen jüdischen Mann und lebte mit
ihm bis zum Alter von 17 Jahren. Als die Juden vom Stamm Bani Al-Nadir aus
Medina vertrieben wurden, ging sie mit ihrem Mann und ihrem Vater nach Chaibar,
wo sie eine Weile blieben. Aber die Worte ihres Vaters über Muhammad (s) griffen
heftig an ihr Herz. Sie neigte irgendwie zum Islam.
Der Kampf mit den Juden
Der Prophet (s) rückte mit dem muslimischen Heer
von 1400 Mann nach Chaibar vor. Die Juden in Chaibar waren aber 10000 in etwa
sieben bewaffneten Befestigungen und waren mit Nahrung und Wasser für die
Zeitdauer von einem Jahr versorgt. Trotz der großen Anzahl der Juden, der
starken Ausrüstung und der Befestigung siegten die Muslime. Deswegen wird der
Feldzug Chaibar ab und zu erwähnt, weil er ein glorreicher Sieg war. Hujai Ibn
Achtab und Salam Ibn Maschkam, der Ehemann von Safia, wurden dabei getötet.
Safias (r) Zusammentreffen mit dem Propheten (s)
Safia (r) und ihre Schwester wurden gefangen
genommen. Sie wurden zum Propheten (s) gebracht. Er fragte, wer Safia (r) wohl
sei. Man sagte, sie sei die Tochter von Hujai Ibn Achtab, dem Oberhaupt des
Juden, der die Heerscharen gegen die Muslime aufgestachelt hatte. Er ließ sie zu
sich hineinkommen. Da grüßte Safia (r) ihn mit der Grußformel des Islam und
sagte: Friede sei mit dir, o Gesandter Allahs. Er fragte erstaunt: „Du weißt,
dass ich der Gesandte Allahs bin?“ - „Ja“ antwortete sie und erzählte ihm, was
sie von ihrem Vater und Onkel gehört hatte. Nur durch sie hat uns diese
Geschichte erreicht, weil der Vater und der Onkel nicht im Islam gestorben
waren.
Sie erzählte ihm auch von dem Traum. Der Prophet
(s) fragte sie: „Möchtest du, dass du einen Vorteil davon erhältst?“ Sie fragte:
„Und welchen Vorteil, o Gesandter Allahs?“ - „Dass ich dich heirate!“
Dass der Prophet (s) Safia (r) heiraten wollte,
versetzte die Muslime in großes Staunen. Der Prophet (s) hatte aber ein Ziel mit
dieser Heirat. Kann einer der Anwesenden dieses Ziel erraten?
Kommentare der Anwesenden
Eine
der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Der
Gesandte wollte den ersten Schritt machen, um die Sklaverei zu beenden. Damals
wurden auch die Frauen als Gefangene genommen, aber als der Gesandte die Tochter
des Stammoberhaupts heiratete, haben sich die Gefährten geschämt, die übrigen
Frauen als Gefangene zu nehmen.“
Amr
Khaled antwortete ihr: „Das ist nicht der eigentliche Grund aber Dankeschön.“
Einer der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des
Barmherzigen. Als die Muslime die Juden besiegt haben im Feldzug von Chaibar,
haben sie alle Juden als Gefangene genommen, und die Gefährten haben sehr hohes
Lösegeld verlangt, das Gleiche galt auch für Safia. Daher ist sie zum Propheten
gegangen, um mit ihm über das Lösegeld zu sprechen. Sie dachte sich, dass, wenn
der Prophet sie heiraten würde, alle Gefangenen seine Verwandten werden, und so
wird er kein Lösegeld von ihnen verlangen.“
Amr
Khaled antwortete ihm: „Möge Gott dich dafür mit Gutem belohnen. Das hat der
Prophet (s) mit Dschuwaireya Ibn Al-Harith gemacht, deren Geschichte wir bereits
erzählt haben. Aber dies ist auch nicht der Grund.“
Einer der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des
Barmherzigen. Im Koranvers heißt es: [Und Wir entsandten dich nur aus
Barmherzigkeit für alle Welten.] (21:107). Muhammad war nicht nur zu den
Arabern gesandt worden, sondern zu allen Nationen. Was Safia über die Zeichen
erzählte, von denen sie von ihrem Vater und ihrem Onkel gehört hatte, stand
schon Jahre davor in der Thora, und wurde nicht erst zu jener Zeit verkündet. Es
stand auch fest, dass die Muslime keine staatsfeindliche Gewalt ausüben, wie man
über uns zu erzählen vermag.“
Amr
Khaled antwortet darauf: „Von deinen Worten wiederhole ich einen kleinen Teil.
Diese Religion erweist Barmherzigkeit und Gnade für die ganze Welt, und der
Prophet erweist ebenso Barmherzigkeit und Gnade für die ganze Welt. Auf diesen
Worten möchte ich etwas Wichtiges aufbauen. Diese Heirat ist ein Beweis dafür,
dass unsere Religion eine Religion der Barmherzigkeit ist, wir sind nicht
gewaltwillig. Unsere Religion steht für Vergebung. Aber was ist der Zusammenhang
zwischen dieser Heirat und der Barmherzigkeit und der Vergebung, für die unsere
Religion steht?“
Eine
der Anwesenden antwortet: „Ich glaube, dass der Prophet (s) Safia heiratete,
weil er einen Traum hatte, in dem er gesehen hatte, dass Allah, der Gepriesene
und Erhabene, sie ihm auserwählt hatte. Denn alle Himmelsbücher sind von Ihm,
und das letzte dieser Bücher ist der Koran. In der Thora sind auch die
Eigenschaften des Gesandten beschrieben wie auch die von seiner Frau, die auch
Safia sein könnte. Es wird auch erwähnt, dass ein Muslim eine Jüdin oder
Christin heiraten kann, um sie zum Islam einzuladen. Der Islam steht für
Barmherzigkeit, und Allah, der Gepriesene und Erhabene, hat dieses Gesetz
erteilt, um die Erde zu bevölkern, und um seine Regeln zu befolgen, wobei der
Gesandte der letzte der Propheten ist.
Einer der jungen Männer sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des
Barmherzigen. Gepriesen sei Allah, dass der Islam das erlaubt, was vor ihm war.
Denn als Safia zum Islam übertrat, wollte der Prophet (s) der Welt zeigen, dass
auch ein Jude, der zum Islam übertritt, von da an einer aus der islamischen
Familie ist, und dass es keine Feindschaft mit Muslimen gibt.“
Der Kommentar von Amr Khaled
Ich
möchte auch auf verschiedene Punkte hinweisen, die ihr genannt habt:
1. Der Islam ist
die Religion der Toleranz und Barmherzigkeit, und dies obwohl Hujai Ibn Achtab
sehr viel gegen die Muslime, die Gefährten und den Propheten (s) getan hat, denn
er bekämpfte sie nicht nur, sondern hetzte er auch die ganze arabische Halbinsel
gegen sie auf. Und nun ist seine Tochter eine Gefangene der Muslime geworden.
Wie wurde sie wohl behandelt? Wäre es nicht möglich gewesen, schlecht mit ihr
umzugehen, weil ihr Vater sie bekämpft hatte, obwohl er die Wahrheit kannte?
Also wieso ließen sie Safia frei und ehrten sie noch durch die Heirat mit dem
Propheten? Ist das nicht die Art von Denken, die es auf Erden gibt? Aber nein,
unsere Religion ist anders, wir sind anders, und wir werden das Gegenteil
machen, und der Menschheit zeigen, dass unsere Religion uns Toleranz lehrt. Also
wurde sie freigelassen und sie heiratete den Herrn der Menschheit, nicht
irgendjemand. Also geben wir der Welt und der ganzen Nation ein Beispiel für die
Barmherzigkeit dieser Religion.
2. Der Prophet
(s) wollte uns beibringen, dass durch den Übertritt von Safia (r) zum Islam, sie
eine Schwester für uns wurde, und wehe euch, wenn ihr in euren Herzen Groll hegt
gegen jemanden, der einmal euer Feind war, dann aber Muslim wurde. Nein, ihr
müsst dann große Liebe für denjenigen empfinden. Auch die Gefährten des
Propheten (s) haben dies gelernt. Es gab einen Mann namens U’meir Ibn Wahab.
Dieser Mann war sehr unfreundlich zu den Muslimen. U’mar Ibn Al-Chattab sagte:
„Mir ist ein Schwein lieber als U’meir Ibn Wahab.“ Und als U’meir zum Islam
übergetreten ist, sagte U’mar: „Ich schwöre bei Gott, dass U’meir Ibn Wahab
meinem Herzen lieber ist als das Beste meiner Kinder.“ Was hat U’mars Meinung
geändert? Er hat vom Propheten (s) gelernt: Wer unserer Religion beitritt,
dessen Vergangenheit vergessen wir, und nicht nur das, wir lieben ihn auch.
Deswegen heiratete der Prophet (s) Safia (r). Merkt ihr das Ausmaß der Vergebung
hier?
3. Es gibt noch
eine andere Bedeutung für Vergebung. Denn die Familie von Safia war immer noch
jüdisch. Aber der Islam befahl ihr, in gutem Kontakt zu ihren Verwandten zu
bleiben, obwohl sie Juden waren, und obwohl sie den Propheten (s) bekämpft
hatten. Der Prophet (s) hat dies getan, um uns das Vergeben zu lehren, und dass
die Familienbände nie abgebrochen werden sollten. Heute finden wir leider
Männer, die ihren muslimischen Frauen verbieten, ihre Mutter und Tante zu
besuchen.
Safias (r) Angst um den Propheten (s)
Wegen all dieser Gründe hat der Prophet (s) Safia (r) geheiratet. Aber es
scheint so, dass manche Menschen noch etwas dagegen gehabt haben. Wir sind jetzt
im siebten Jahr nach der Hidschra,
Safia ist siebzehn Jahre alt, es ist gerade nach dem Feldzug von Chaibar. Der
Prophet (s) wollte sie heiraten, sie aber wollte nicht, da waren sie noch in
Chaibar. Danach wollte es der Prophet (s) noch mal, aber sie wollte wieder
nicht. Bis sie in der Nähe der Medina waren, da hat sie es erlaubt. Da fragte
sie der Prophet, wieso sie es verweigert hatte. Sie antwortete: „Ich hatte Angst
um dich wegen der Juden.“ Sie hatte Angst, dass die Juden ihn umbringen würden,
bis sie weit weg von Chaibar waren.
Die Angst der Gefährten um den Propheten (s)
In
der Nacht, die der Prophet (s) mit Safia (r) verbrachte, die Hochzeitsnacht,
waren sie in seinem Zelt. Draußen wartete ein Mann, er schlief nicht und stand
da mit seinem Schwert. Es war Abu Ajub Al-Ansari. Er war draußen trotz Kälte und
Erschöpfung, denn die Gefährten kamen müde zurück von dem Feldzug. Als dann der
Prophet (s) aus dem Zelt kam vor dem Morgengebet, fand er Abu Ajub stehend. Da
fragte er Abu Ajub: „Was ist mit dir los Abu Ajub?“ Abu Ajub antwortete ihm:
„Ich hatte Angst um dich Gesandter Gottes wegen dieser jüdischen Frau, deren
Vater, Onkel und Mann getötet wurden.“ Da schaute der Prophet (s) zu Abu Ajub
und sagte zu ihm: „Gott beschütze dich wie du mich beschützen wolltest.“ Abu
Ajub kämpfte auf seinem Pferd noch bis er neunzig Jahre alt wurde, sicherlich
weil der Prophet (s) für ihn gebetet hatte. Er starb kurz vor der Öffnung von
Konstantinopel, und er sagte zu den Muslimen sie sollten seinen Sarg so weit
tragen bis zu dem letzten Ort, wo sie glauben würden, das sie ihn dort beisetzen
könnten. Und so wurde er in der Nähe der Mauer von Konstantinopel begraben.
Schöne Situationen mit den Ehefrauen des Propheten
(s)
Safia (r) lebte mit dem Propheten (s), und es gibt witzige Situationen mit den
Ehefrauen des Propheten (s), weil diese noch nicht die Heirat des Propheten (s)
mit einer Jüdin verdaut hatten.
Einmal saß der Prophet (s) bei A’ischa (r), und als die Sprache auf Safia (r)
kam, hat A’ischa (r) eine Handbewegung gemacht, mit der sie meinte, dass Safia
(r) klein war, da schaute der Prophet (s) sie an, und sie sagte: „Sie ist
klein.“ Da hat der Prophet (s) zu ihr gesagt: „Du hast jetzt ein Wort gesagt,
dass wenn man es mit dem Meerwasser vermischen würde, das ganze Wasser
verschmutzt wäre.“ Das war seine Reaktion auf das Lästern, denn wie er erklärt
hat, kann ein Wort das Meerwasser verseuchen. Wenn wir das vergleichen mit dem,
was wir machen? Wie viele Worte sagen wir denn? Hast du dich schon einmal über
eine andere Frau lustig gemacht? Ich höre eine, die sagt, dass sie das schon oft
gemacht hat. Und hast du schon mal deinen Dozenten an der Uni vorbeilaufen sehen
und mit deinem Kommilitonen über ihn gelästert? Ich sehe, dass die Jugendlichen
lachen. Wehe euch, wenn ihr das schon mal gemacht habt, denkt ihr, dass das euer
Können beweist? Nein, das macht Allah sehr böse. Mach dich also nie über deinen
Dozenten lustig oder über deine Lehrerin. Leider muss ich auch sagen, dass es
manche gibt, die sich über ihre Väter und Mütter lustig machen und mit ihren
Freunden über sie lachen.
Die
Worte des Propheten (s) an A’ischa (r) erinnern uns an den Hadith
des Propheten (s): „Wenn der Diener Gottes ein Wort sagt, von dem er nicht
weiß, wie böse dieses Wort Allah macht, sinkt er tief in das Höllenfeuer bis zu
siebzig Herbste.“ Also passt auf meine Brüder und Schwestern, es sind die
kleinen Sachen, die mittlerweile verbreitet sind, die Witze in den Schulen und
an den Unis, das Lustigmachen über die Eltern und Lehrer. Die Frauen, die sich
übereinander lustig machen. Das Lästern in den Telefongesprächen, die
Schwiegermutter, die sich über ihre Schwiegertochter lustig macht und die
Schwiegertochter, die sich über ihre Schwiegermutter lustig macht. Passt auf
meine Brüder, denn das sind Worte, die euch in die Hölle führen, und die Allah
(t) sehr zürnen, ohne dass wir es merken.
Eine
ähnliche Situation war ein paar Tage vor dem Tod des Propheten (s). Der Prophet
(s) saß mit seinen Ehefrauen und seine Krankheit machte ihm zu schaffen, da
sagte Safia (r): „Ich würde für dich mein Leben opfern, Gesandter Gottes. Ich
wünschte mir, ich könnte dir deine Krankheit abnehmen und sie selber haben.“ Da
haben die Ehefrauen des Propheten (s) untereinander gezwinkert, sie meinten
damit, wer hat ihr erlaubt zu reden. Da schaute der Prophet (s) zu seinen
Ehefrauen und sagte zu ihnen: „Wascht euren Mund aus!“ (Er meinte, weil sie
etwas gegessen haben.) Da fragten sie ihn: „Weswegen waschen, Gesandter Allahs,
wir haben nichts gegessen?“ Da antwortete er: „Weil ihr euch über sie
zugezwinkert habt.“
Wenn
du über jemanden lästerst, so bereite etwas vor, um deine Zähne zu putzen, weil
es dann Fleisch gibt zwischen deinen Zähnen, das bin nicht ich, der das sagt,
sondern der Prophet (s) hat dies gesagt. Als er zwei aufgefunden hat, die über
einen Dritten gelästert haben, sagte er zu ihnen: „Reinigt eure Zähne!“ Sie
antworteten ihm: „Wir haben kein Fleisch gegessen, Gesandter Gottes.“ Da sagte
er: „Doch das habt ihr.“ Sie sagten: „Wir haben kein Fleisch gegessen.“ Da sagte
er: „Ihr habt das Fleisch eures Bruders gegessen.“
Denn
im Koranvers heißt es: [ …Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines
toten Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen.…](49:12).
Diese Folge handelt auch über üble Nachrede und Klatsch. Habt ihr schon jemanden
gesehen, dessen Bruder gestorben ist, dass es sein Fleisch herausgenommen und
davon gegessen hat? Das ist, was der Vers sagt und das ist etwas sehr Schlimmes.
In
der letzten Situation waren die Ehefrauen des Propheten (s) grob zu Safia (r),
weil sie eine Jüdin war. Sie weinte deswegen und ging zum Propheten (s). Er sah
sie weinen und sagte: „Wenn sie das noch einmal zu dir sagen, dann sag: „Wer von
euch ist besser als ich, mein Ehemann ist Muhammad, mein Vater Harun, und mein
Onkel ist Moses.““ Und so sagte sie es danach zu ihnen. Seht ihr, wie der
Prophet (s) gehandelt hat, er hat ihr beigebracht, wie sie ihnen antworten soll.
Nach dem Tod des Propheten (s)
Bis
zu seinem Tod war der Prophet (s) mit Safia zufrieden, Allahs Wohlgefallen auf
ihr, sie lebte danach noch bis zur Zeit von U’thman Ibn A’ffan. In der Zeit von
U’mar Ibn Al-Chattab hatte sie eine Sklavin, die zu U’mar gegangen ist und zu
ihm sagte: „Mein Herr, Safia liebt den Samstag und hat Kontakt zu den Juden.“ Da
rief U’mar sie zu sich und fragte sie: „Tust du das?“ Sie sagte: „Oberherr der
Gläubigen, ich schwöre bei Gott, dass seitdem Allah mir den Samstag durch den
Freitag ersetzt hat, ich den Samstag nicht mehr mag. Was die Juden anbelangt, so
sind sie meine Verwandten, und meine Religion und mein Islam verlangen von mir,
dass ich mit ihnen in Kontakt bleibe. Und deswegen mache ich es.“ So sagte U’mar
zu ihr: „Mach so weiter Mutter!“
Ihr Tod
Safia (r) war eine von denjenigen, die U’thman verteidigt hat. Sie hat darauf
bestanden, ihm Wasser und Essen zu bringen, als er umzingelt war, Allahs
Wohlgefallen auf ihr. Und so starb sie und wurde in Al-Baqi` beigesetzt.
Das
war unsere Mutter Safia (r), fühlt ihr die Liebe zu Safia Bint Hujai Ibn Achtab?
Unsere Mutter lieben wir sie oder nicht? Der Prophet (s) hat uns wahrhaftig das
Verzeihen beigebracht.
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