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UmMahat Al-Moemenin
Die Mütter der Gläubigen
11. Maria Bint
Scham’un, die Ägypterin
Ich
suche Zuflucht bei Allah, dem Hörenden und Allwissenden vor dem gesteinigten
Satan. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
Alles Lob gebührt Allah, Ihn loben wir und bei Ihm suchen wir Beistand. Ihn
bitten wir um Verzeihung und zu Ihm kehren wir reuig um. Bei Ihm nehmen wir
Zuflucht vor unserem eigenen Übel und vor dem Schlechten unserer Taten. Wen
Allah rechtleitet, für den gibt es keinen, der ihn fehlgehen lässt, und wen
Allah fehlgehen lässt, so gibt es für ihn keinen Rechtleitenden.
Einführung
Ich begrüße euch, und
freue mich darüber, mit euch in Kontakt durch die Webseite
www.amrkhaled.net zu sein. Heute zeigen wir euch eine Folge von der Serie
"Begegnungen mit den Lieben", in der wir über die Mütter der Gläubigen, bzw.
über die Frauen des Propheten (s),
sprechen. In der letzten Folge ging es um Umm Habiba (r), in der heutigen Folge
reden wir über Maria (r), die Ägypterin. Sie ist die vorletzte Frau des
Propheten (s), also die elfte, er hat sie nach Umm Habiba (r) geheiratet.
Wie schon gesagt, der
Prophet (s) hatte im siebten Hidschrajahr
vier Frauen geheiratet, diese Frauen sind Safia, Umm Habiba, Maimuna und Maria.
Zu dem Zeitpunkt war der Prophet (s) sechzig Jahre alt. Der Abstand zwischen
diesen Ehen war ein bis anderthalb Monate, und für jede dieser Ehen gab es
Gründe und Ziele.
Wer war Maria Bint
Scham’un (r)?
Herkunft
Sie hieß Maria Bint
Scham’un (r). Sie war die Tochter eines koptischen Vaters und einer römischen
Mutter. Sie lebte in Südägypten und arbeitete im Schloss vom Muqauqis, beim
Oberhaupt der Kopten, der zu jener Zeit der Herrscher von Ägypten war, und sie
war Christin.
Maria (r) hatte eine
Schwester, die Sirin hieß. Sie arbeitete mit ihr in dem Schloss. Sirin war eine
der Frauen, die einen hohen Rang im Schloss hatte. Dies sind alle Informationen,
die wir über ihre Jugend wissen.
Briefe an die
Könige
In diesem Jahr
schrieb der Prophet (s) an alle Könige der Welt, um sie zum Islam einzuladen,
was eine ehrenhafte Tat war. Denn zu diesem Zeitpunkt gehörte den Muslimen nur
die heutige kleine Stadt Medina, die damals nur ein kleines Dorf war. War das
also Wagnis oder Vertrauen? Allah, der Segensreiche
und Erhabene, sagte ihm, als er noch im Haus von Arqam Ibn Abu Al-Arqam
war, im kleinen Ort, in dem sich die Muslime trafen und sich vor den Anhängern
des Stammes Quraisch versteckten – in der Sure "Die Propheten": [Und Wir
entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten.] (21:107)
Ein Muslim gibt nicht
auf, und muss stets das Vertrauen haben, dass Allah (t) den Islam stärken wird,
auch wenn alles um uns noch dunkel erscheint, und alle Zeichen darauf hindeuten,
dass es keinen Sinn habe.
Der Prophet (s) war
zu jenem Zeitpunkt sechzig Jahre alt, drei Jahre bis zu seinem Tode. Nur Medina
gehörte den Muslimen, aber dennoch schrieb er an die Könige der Welt.
Seine Briefe
enthielten folgenden Text:
·
Von Muhammad, dem Gesandten Allahs,
Diener Allahs und sein Gesandter, an Heraklius, den Großen der Römer. Nimm den
Islam an, so erlangst du Frieden!
-
Von Muhammad, Diener Allahs
und sein Gesandter, an Muqauqis, Herrscher Ägyptens. Nimm den Islam an, so
erlangst du Frieden!
-
Von Muhammad, Allahs
Gesandtem, an Chosroes, Herrscher Persiens. Nimm den Islam an, so erlangst
du Frieden!
Das war ein großer
Stolz, und das Gefühl für die Größe unseres Glaubens, und keine Angeberei oder
Hochmut, Gott bewahre. Es war das Vertrauen in Gottes Sieg, die Ehre des Islam,
das Weiterleiten des Islam und das Gefühl der Verantwortung für die Welt.
Ein schönes
Verhalten, dass am selben Tag 14 Briefe an 14 Könige der Welt abgeschickt
wurden, in denen der Prophet (s) zum Islam einlädt.
Muqauqis, König
von Ägypten
Eines der Länder zu
denen der Prophet (s) ein Schreiben geschickt hatte, war Ägypten.
Dieses Land wird
später eine sehr große Rolle im Islam und bei den Muslimen spielen. Der Brief
war sehr wichtig. Hafiz Ibn Abu Balt’a, einer der Gefährten des Propheten (s),
der sich auch am Feldzug von Badr beteiligte, wurde beauftragt, diesen Brief zu
übergeben. Und so führte er den Auftrag auch aus. Er kam nach Ägypten und
übergab den Brief an Muqauqis, der ihn dann auch las. Da stand: Von Muhammad
Allahs Gesandter an Muqauqis, den Herrscher von Ägypten. Nimm den Islam an, so
erlangst du Frieden, sonst trägst du die Verantwortung für Sünden der Bauern,
der Ägypter und der Kopten. Im Koranvers heißt es: ["Sprich: ""O Volk der
Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns und euch, dass wir
nämlich Allah allein dienen und nichts neben Ihn stellen und dass nicht die
einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Allah."" Und wenn sie sich
abwenden, so sprecht: ""Bezeugt, dass wir (Ihm) ergeben sind.""] (3:64)
Muqauqis las den
Brief und merkte, dass dies nicht die Worte eines Menschen waren, da sah er zu
Hafiz Ibn Abu Balt’a und sagte zu ihm: „Ich habe gewusst, dass dies die Zeit des
letzten Propheten ist, aber ich dachte, dass er aus Großsyrien
kommt, denn alle Propheten vor ihm kamen von dort. Aber dass er von den Arabern
kommt, wusste ich nicht und dachte ich auch nicht. Ich weiß aber auch, dass es
wahr ist, und dass er die Wahrheit sagt, aber ich fürchte, dass die Kopten mir
nicht glauben werden und ihm nicht folgen werden.“
Muqauqis ist nicht
zum Islam übergetreten, er wollte seine Herrschaft bewahren, aber er hat einen
Brief an den Propheten (s) geschrieben, in dem er sagte: „Dein Bote hat mich
bereits erreicht, und ich habe dein Schreiben gelesen, und verstanden, was darin
steht. Ich dachte, dass der letzte Prophet aus Großsyrien kommt, aber da er
jetzt von den Arabern kommt, so glaube ich dir. Ich kann aber auch nicht mit dir
sein. Ich schicke dir ein Geschenk, es sind zwanzig Stück ägyptischer Stoffe,
Honig aus Banha
und zwei Sklavinnen, Maria und Sirin, von den Besten, die wir haben. Damit
wollte er ein gutes Verhältnis mit den Muslimen und dem Propheten (s) sichern.
Maria und Sirin
Hafiz nahm die
Geschenke an und kehrte mit Maria und Sirin zurück nach Medina. Sie waren
natürlich sehr traurig, weil sie ihr Land verließen. Hafiz fühlte, dass Muqauqis
sie dazu gezwungen hatte und sie das nicht wollten. Denn sie reisten zu einem
fremden Land, zu einer anderen Religion und das wollten sie nicht. Hafiz konnte
nichts für sie tun. Nur der Prophet (s) konnte entscheiden, ob sie zurückkehren
durften, wenn sie nicht wünschten zu bleiben.
Hafiz Ibn Abi Balt’a
ist ein Vorbild für jene, die zum Islam geschickt einladen. Er dachte, sie zum
Islam zu berufen. Er sah aber, wie ihre Herzen gebrochen waren, weil sie ihr
Land verlassen hatten, deshalb versuchte er sie zu beruhigen. An seiner Stelle,
was hättest du ihnen gesagt? Hättest du gesagt: „Ihr habt recht und ich nicht?“
Diese Weise ist sicherlich falsch. Du könntest sie damit sogar verlieren oder
noch trauriger machen. Hafiz aber machte etwas ganz Anderes. Er zeigte uns, wie
die Gefährten des Propheten (s) den Islam richtig und tief verstanden haben. Sie
waren Seelenärzte. Er beruhigte sie und löschte ihre Depression und Trauer.
Die Rückreise
Ich hoffe, dass die,
die zum Islam aufrufen, die Art von Hafiz Ibn Abi Balt’a lernen. Er dachte
daran, ihnen eine Geschichte zu erzählen, die sie beruhigen sollte. Denn das,
was ihnen passierte, ist tausende Jahre davor einer anderen Frau genauso
passiert gewesen. Den Weg, den sie gerade bestritten, war diese Frau auch
gegangen. Es handelte sich um Hadschar. Allah hat ihren Namen in der ganzen Welt
bekannt gemacht. Sie war auch Ägypterin und lebte im Schloss des Königs von
Ägypten. Als Abraham, Friede sei auf ihm, zum König kam, begegnete er anfangs
Abraham boshaft, dann aber änderte sich die Lage, und der König versuchte ihn
freundlich zu behandeln. Deshalb schenkte er ihm Hadschar. Sie ging mit ihm
denselben Weg und dieselbe Strecke. Vielleicht empfand sie auch dieselben
Gefühle, die die beiden Frauen gerade fühlten. Denn auch sie hatte auch ihr Land
verlassen. Vielleicht gingen sie sogar auf ihren Fußspuren. Diese Frau aber traf
einen Propheten: Abraham – Friede sei auf ihm. Abraham (a.s.)
heiratete dieses Mädchen, das ihm aus Ägypten geschenkt wurde. Sie gebar Allahs
Propheten Ismail (a.s.), der als Vater der Araber bekannt ist. Aus seiner
Nachkommenschaft wurde der "Prophet vom Ende der Zeiten", Muhammad (s), geboren.
Hadschar besaß somit eine besondere Stellung bei allen Arabern und Muslimen. Die
Muslime erinnern sich an sie, wenn sie die Zeremonien der kleinen oder der
großen Wallfahrt machen, wenn sie die Läufe zwischen Safa und Marwa vollbringen.
Der Name dieses Mädchens, die aus Oberägypten kam, wurde verewigt, Hadschar.
Die Geschichte
wiederholt sich
Kann das möglich
sein? Tausende Jahre später wiederholt sich die Geschichte. Hadschar war die
einzige Frau, die vor Sara ein Kind für Abraham (a.s.) gebar. Maria (r) war auch
die einzige seiner Frauen, die – nach Chadidscha (r) – dem Propheten (s) ein
Kind gebar.
Maria (r) kam aus
derselben Gegend wie Hadschar, Oberägypten. Sie arbeitete auch im Schloss des
Königs, heiratete einen Propheten, ging auf demselben Weg und reiste zum selben
Ort wie Hadschar. Der einzige Unterschied ist, dass sie nach Medina und nicht
nach Mekka reiste. Hadschar brachte einen Sohn zur Welt, aus dessen
Nachkommenschaft der Prophet (s) geboren wurde, der Maria heiratete. Warum kamen
beide Frauen aus Ägypten und warum gab es all diese Ähnlichkeiten in ihren
Geschichten trotz dieser Tausenden Jahren? Wer kontrolliert dieses Weltall? Wer
ist der König dieses Universums? Wer ließ diese Geschichte trotz dieser Jahre
mit allen Einzelheiten wiederholen? Preis sei Allah. Er sei gepriesen, wie er
dieses Weltall in dieser großartigen Weise führt.
Stellt euch Maria
(r) vor, als sie diese Geschichte hörte und stellt euch vor, wie Hafiz mit
seiner Klugheit und seiner Liebe zu seiner Religion ihre Trauer in Entspannung,
Interesse und Hoffnung verwandelte. Jetzt wünschte sie sich, den Propheten (s)
zu sehen und fragte sich, ob Hadschars Geschichte sich wiederholen könnte?
Die Lehre zur
Einladung zum Islam
Auf dem Weg nach
Medina begannen sich die Gefühle von Frau Maria (r) zu ändern. An der Stelle der
Depression trat jetzt Hoffnung auf. Manchmal können wir mit wenigen Worten die
Gefühle von Menschen ändern. An dieser Stelle will ich diejenigen ansprechen,
die zum Islam einladen: Wo ist euer Lächeln? Wo sind eure feinen Wörter? Wo sind
die schönen Ideen, die mich direkt zum Herzen führen? Wie kann ich meine Rede
attraktiver gestalten und die Herzen ansprechen, so dass ich die Leute zur Liebe
Allahs führe? Was wäre das beste Wort, das ich sagen könnte, damit die Gefühle
einer Person, die weit von der Religion ist, zur Liebe zu Allah wechseln?
Das ist eine wichtige
Lehre, die uns Hafiz Ibn Abi Balt’a in diesem Bereich gibt, damit wir ihm dabei
folgen. Wie verwandelte sich Maria (r) von einer Frau, die sich traurig und
fremd fühlte, zu einer Frau, die Muslimin werden wollte? Den ganzen Weg dachte
sie an Hadschar und fragte sich, ob sie an ihrer Stelle sein könnte. Jetzt
hoffte sie, schnell Medina zu erreichen und den Propheten (s) zu treffen.
Allah (t), Lenker des
Weltalls
Bei Al-Muqauqis war
Maria eine Sklavin. Jetzt aber ist sie bei uns eine Herrin. Wir freuen uns, wenn
wir ihren Namen nennen, denn sie ist eine unserer Mütter. Hier können wir etwas
Schönes erkennen: Als sie ihr Land verließ, war sie sehr traurig und
niedergedrückt. In dieser Zeit hatte Allah (t) für sie vorherbestimmt, dass sie
eine unserer Mütter sein würde.
Meine Lieben,
manchmal fragen wir uns, warum uns bestimmte Sachen passieren, die wir für
schlecht halten, obwohl dahinter das Gute steckt. In der folgenden Sure steht:
[…Es kann sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist…]
(2:216). Du und ich, wir erleben vieles, wie z.B.: dass Allah uns etwas nicht
gibt, das wir uns sehr wünschen, man fragt sich dann, warum das so ist, warum
bekomme ich das nicht, ich wollte doch etwas Gutes damit machen? Was wir aber
nicht wissen ist, dass wir das, was für uns am Besten ist, bekommen haben,
deshalb sollen wir auf Gott vertrauen.
Das Wichtigste ist,
dass wir dabei bleiben, Allah (t) zu gehorchen, und danach macht Allah (t) was
Er will, denn die Erde gehört Ihm, die Geschöpfe sind Seine Sklaven und das
ganze Weltall gehört Ihm. Er ist der Allwissende und wir wissen nichts. Also
vertrauen wir auf Allah (t) und akzeptieren, was Er uns vorschreibt und was Er
macht.
Begegnung mit dem
Propheten (s)
Als Maria (r) Medina
erreichte, ging sie mit Hafiz, um den Propheten (s) zu treffen. Er zeigte ihm
die Geschenke, die ihm geschickt wurden, sowie Maria und Sirin. Der Prophet (s)
erfuhr, was Hafiz getan hat, deshalb lud er sie zum Islam ein. Beide
akzeptierten sofort, Muslime zu werden. Das geschah, weil Hafiz Ibn Abi Balt’a
seine Arbeit sehr gut gemacht hatte.
Stellt euch vor, wenn
Hafiz den ganzen Weg ihnen die Unterschiede zwischen beiden Religionen erklärt
hätte, wäre es unmöglich gewesen, dieses Ergebnis zu bekommen. Wenn man die Wege
zum Herzen erkennt und dem Herzen nahe steht und es berührt, ist das hundertmal
besser, als wenn wir den Verstand anderer inständig mit Informationen, die sie
nicht bereit wären zu hören, ansprechen.
Die Geschichte der
Heirat
In diesem Treffen
wurden Maria und Sirin Musliminnen. Der Prophet (s) heiratete Maria (r). Ziel
dieser Ehe war eine Verschwägerung mit den Ägyptern. In derselben Zeit sollte
der Prophet (s) eine Frau heiraten, die Christin war. Damit wollte er uns
lehren, dass wenn sich jemand zum Islam bekennt, er unser Bruder ist. Man darf
ihn nicht wegen seiner Vergangenheit verachten oder beseitigen. Man soll über
seinen Ursprung nicht nachdenken. Als ob der Prophet (s) uns sagt, sie wurde
jetzt eure Schwester im Islam, und wenn ich sie heirate, wird sie eure Mutter.
Das ist ein praktischer Beweis der Gleichheit im Islam. Dasselbe hat er mit
Safia (r), die Jüdin war, vorher getan.
Die Empfehlung des
Propheten (s), die Ägypter gut zu behandeln
Der Prophet (s)
wollte sich mit den Ägyptern verschwägern, weil Ägypten ein Land sei, das viel
Gutes für den Islam und die Muslime berge. Diese Worte sage ich nicht aus einem
Gefühl der Voreingenommenheit, weil ich Ägypter bin, oder wegen eines
Nationalgefühls. Der Prophet (s) sagte darüber: „Lasst es (er meint das
Stammeszusammengehörigkeitsgefühl), denn es (ist stinkend) verursacht Fäulnis!“
Ich will nur die Wahrheit der Sache erläutern. Das Land Ägypten, sein Volk,
seine geographische Lage und die Zahl der Bevölkerung, das alles ist sehr
wichtig für die Zukunft des Islam. Der Prophet (s) wollte eine starke Beziehung
zwischen ihm und dem Volk dieses Landes aufbauen. Wenn einer heute eine
bestimmte Familie liebt und ihr nahe stehen will, heiratet er eine aus dieser
Familie. Somit wird er als Mitglied dieser Familie gezählt. Der Prophet (s)
wollte, dass die Ägypter den Islam bis zum Jüngsten Tag lieben. Er (s) sagte: „Wenn
ihr Ägypten erobert habt, so nehmt viele Soldaten aus diesem Land, denn sie sind
die besten Soldaten der Erde. Bis zum Jüngsten Tag sind sie in voller
Bereitschaft für den Krieg.“ In einem anderen Hadith sagte der Prophet (s)
vor seinem Tod: „Wenn ihr Ägypten erobert, empfehle ich euch, ihr Volk gut zu
behandeln, denn sie sind mit mir verschwägert und verwandt.“ Die
Verwandtschaft ist die von Hadschar und die Verschwägerung ist von der Seite
Marias. Der Prophet (s) teilte mit, dass er mit dem Volk Ägyptens auf diese zwei
Arten stark verbunden sei. Ich sage dir diese Worte nicht, damit du hochmütig
wirst und dich stolz fühlst, sondern damit du die Verantwortung in diesen Worten
trägst. Wir sind die besten Soldaten der Erde. Bis zum Jüngsten Tag sind wir
immer bereit, zu kämpfen und den Islam zu verteidigen.
Die Truppen von
Saladin
und Qutuz
setzten sich von Ägypten aus in Bewegung, obwohl sie nicht selbst Ägypter waren.
Als sie den Tataren und den Kreuzheeren begegneten, gingen sie nach Ägypten und
kämpften mit Unterstützung einer ägyptischen Armee.
Allah, Der
Segenreiche und Erhabene wollte, dass der Prophet (s) eine Frau aus Ägypten
heiratet, damit unsere Beziehung mit dem Propheten (s) immer sehr eng bleibt.
Somit sind die Ägypter die Onkel des Propheten (s) von der Seite Ismails, Friede
sei auf ihm, geworden und auch die Onkel seines Sohnes Ibrahims. Und das ist
eine sehr große Ehre für uns.
Die Worte des
Propheten (s) über die Völker
Der Prophet (s) hat
mit jedem Land etwas getan, damit er den Menschen dort näher kommt, und damit
sie seine Liebe zu ihnen spüren. So sagte er über die Anhänger des Stammes
Quraisch und die Bewohner von Mekka: „Die Nachfolgerschaft befindet sich in
Quraisch bis zum Tage der Auferstehung.“ Er sagte auch über die Bewohner von
Großsyrien: „Es wird einige von meiner Nation geben, die bei der Wahrheit
bleiben, und keiner der sie hängen lässt, kann ihnen Schaden zufügen, und das
wird so bleiben bis die Stunde schlägt.“ So fragten sie: „Wo werden wir sie
finden Gesandter Gottes?“ Er antwortete ihnen: „In Jerusalem und dessen
Umgebung.“ Und in einem anderen Hadith sagte er: „In Großsyrien.“ Damit wird das
Gebiet von Syrien, Libanon, Jordanien und Palästina gemeint.
Hiermit bezweckt der
Gesandte (s) die ganze Nation zu vereinen, als ob er sie in seine Arme nehmen
würde. Allah sagt auch im folgenden Koranvers: [Wahrlich, ein Gesandter aus
eurer Mitte ist zu euch gekommen; es schmerzt ihn sehr, wenn ihr unter etwas
leidet; er setzt sich eifrig für euer Wohl ein; gegen die Gläubigen ist er
mitleidig und barmherzig.] (9:128)
In der
Lebensgeschichte
des Gesandten (s) steht, dass jeder seiner Gefährten sagte: „Ich dachte, dass
ich derjenige wäre, den der Prophet (s) am meisten geliebt hätte.“ Die Art, wie
er sie begrüßte, gab ihnen dieses Gefühl. Und so pflegte es der Prophet (s) auch
mit den Ländern, und nicht nur zu seinen Lebzeiten, sondern bis zum Tage der
Auferstehung.
Die Nachricht der
Heirat
Die Nachricht, dass
Muhammad (s) geheiratet hat, hat einen Aufruhr erzeugt zwischen den Ehefrauen
des Propheten (s), weil sie eifersüchtig waren. A’ischa (r) sagte: „Ich war nie
so eifersüchtig, wie ich über Maria war, der Gesandte (s) liebte sie, weil sie
schön reden konnte.“ Sie sagte: „Sie hatte sehr schön geredet, so wie es die
Ägypter zu tun pflegten.“ Und es scheint so, dass die Ägypter schön reden
konnten, schon zu Zeiten von Maria (r). Deswegen hat der Prophet (s) gern mit
ihr gesessen und geredet.
Da wir gerade über
die Worte der Ägypter reden, so sagte der Imam Schafi’i: „Wer keine Ägypterin
geheiratet hat, der ist als Junggeselle gestorben.“ Dies ist die Meinung vom
Imam Schafi’i und nicht meine eigene.
Marias (r) Haus
Alle Ehefrauen
Muhammads (s) lebten neben der medinensischen Moschee, aber der Prophet (s)
wollte, dass Maria (r) woanders lebte, in einem Ort genannt Al-Al-A’wali. Ein
Ort außerhalb von Medina, den es bis heute noch gibt. Das Haus von Maria (r)
hieß „Maschrabia Um Ibrahim“. Und wenn es uns gegönnt ist, zusammen dorthin zu
gehen, so werde ich euch diesen Ort zeigen. Ich werde euch den Platz zeigen, an
dem Ibrahim, der Sohn des Propheten (s), geboren wurde. Die Säule, an der sie
sich während der Geburt festhielt, existierte noch bis vor einigen Jahren in
Medina.
Al-Al-A’wali ist die Umgebung um Medina, keine Wüste, sondern eine Grünfläche,
voller Pflanzen, Palmen, Datteln und Wasserquellen. Maria (r) war die einzige
Frau, die nicht von der Arabischen Halbinsel stammte. Der Gesandte (s), in
seiner Barmherzigkeit und seinem Feingefühl, achtete er sehr darauf, obwohl er
mit vielen Dingen sehr beschäftigt war, wie den Bemühungen um den Islam, dem
Unterrichten vom Koran und das Kümmern um die anderen Völker, dass seine neue
Frau aus Ägypten das Wüstenklima nicht vertragen würde. Aus diesem Grund brachte
er sie an einen Ort, dessen Umgebung ähnlich war, wie diese aus ihrer Heimat, in
der sie bis zu diesem Zeitpunkt lebte. Folglich befand sich ihre Unterkunft in
Al-Al-A’wali.
Eine Lehre für die
Heiratswilligen
Daraus lernen wir,
dass wenn jemand um die Hand einer unserer Töchter anhält, man einen wichtigen
Punkt beachten sollte, und zwar ob er religiös ist oder nicht. Aber das soll
nicht heißen, dass sie unter ihrem Stand heiraten sollte. Denn das ist ein
wichtiger sozialer Punkt. Der Prophet (s) achtete darauf, dass seine Frau in
einer sozialen Schicht weiterlebt, in der sie schon vor ihrer Heirat gelebt
hatte.
Das soll aber auch
nicht bedeuten, dass jede die heiratet, verlangen muss, dass sie in dem gleichen
sozialen Stand wie ihre Eltern heiratet, dass ist falsch. Was ich damit meine
ist, dass es keinen großen Unterschied geben sollte zwischen den Lebensumständen
der Eheleute. Aber sie wird womöglich zu Beginn nicht die gleiche Schicht wie
ihre Eltern erreichen können, weil sie in ihrem neuen Eheleben von vorne
beginnen wird.
Haben deine Eltern
auch so angefangen? Sicher und vielleicht mit viel weniger, deswegen ist es
wichtig ausgewogen zu sein.
So kommt es manchmal
vor, dass ein junger Mann sich in ein Mädchen verliebt, obwohl es einen großen
Unterschied zwischen ihren Welten gibt. Das Mädchen, überwältigt von ihren
Gefühlen, übt bei ihren Eltern Druck aus. Es ist immer gut ein wenig
nachzudenken und ein Gleichgewicht zu finden, ich glaube, ihr verstehet was ich
meine.
Ein freudiges
Ereignis
Der Gesandte (s) hat
Maria (r) oft besucht. Manchmal ist er tagsüber bei ihr vorbei gegangen, um mit
ihr zu reden und um sich zu vergewissern, dass es ihr gut ginge.
Das achte Jahr nach
der Hidschra rückte näher und etwas Großartiges ereignete sich, sie wurde
schwanger. Aber sie hat es die ersten drei Monate für sich behalten, weil sie es
nicht glaubte. So wiederholte sich die Geschichte von Hadschar. Gepriesen sei
Allah.[Das ist Allahs Huld; Er gewährt sie, wem Er will;…] (62:4) Entschuldigt
mich, wenn ich über Ägypten übertreibe, aber das rührt mich deswegen, weil ich
mich danach sehne, und deswegen nutze ich jede Chance aus darüber zu reden.
Ibrahim
Der Prophet (s) hat
sich sehr gefreut als er die Nachricht von Marias Schwangerschaft erfahren
hatte. Denn er war ein sehr sensibler Mann. Also glaubt nicht, dass ein Muslim,
ein Mann mit kalten, abweisenden und gefühllosen Gefühlen ist. In einem Hadith
steht: „Der Muslim ist einfach, weich und simple.“
So
kam Ibrahim zur Welt. Der Prophet (s) nannte ihn in Erinnerung an Abraham (a.s.)
ebenso, und so wiederholte sich die Geschichte. Der Gesandte (s) spürte die
Parallele zwischen den beiden Geschichten. Ibrahim wurde in Al-A’wali geboren,
im Ort Maschrabia Um Ibrahim.
Muhammad (s) war
voller Freude, denn es war sein erster Sohn nach den Dreien, die Chadidscha (r)
zur Welt brachte, welche jedoch als Kleinkinder starben. Der Prophet (s) war zu
dem Zeitpunkt schon 61 und es war wahrscheinlich die letzte Gelegenheit noch ein
Kind zu bekommen. So lief der Gesandte (s) mit dem Neugeborenen in den Armen
haltend zu den Häusern seiner Gefährten und klopfte an ihre Türen. Als sie
öffneten, sagte er zu ihnen: „Sieh Dir meinen Sohn Ibrahim an!“ Die Gefährten
haben sich sehr für ihn gefreut.
Ibrahim blieb bei
Maria (r) und ihrer Schwester Sirin. Sirin war mit Hassan Ibn Thabet
verheiratet, dem Dichter des Gesandten (s), sie haben A’bd Al-Rahman bekommen,
und auch sie lebte mit ihm als gläubige Muslimin.
Es ist das zehnte
Jahr nach der Hidschra und Ibrahim ist jetzt schon fast zwei Jahre alt und
beinahe entwöhnt. Es ist aber auch das Jahr indem Muhammad (s) verstarb. Jedoch
vor seinem eigenen Ableben wurde sein Sohn krank. Als dieser im Sterben lag,
schickte Maria (r) nach dem Propheten (s), und er machte sich schnell auf den
Weg nach Al-A’wali, wo er Ibrahim im Schoß seiner Mutter auffand.
Ibrahims Tod
Ich widme jeder Mutter diese Geschichte, deren Kind in jüngerem
Alter gestorben ist. Im Diesseits gibt es eben vieles Anstrengendes. Es ist
Stätte der Heimsuchung. Ihr sollt nicht glauben, dass das Diesseits eine
Heimstatt ist. Allah (t) will euch im Diesseits nur auf die Probe stellen, ob
ihr duldet und standhaft seid oder heult. Für die, die ihr Kind verloren hat:
Seid standhaft und nehmt den Propheten (s) als Vorbild. Er verlor seinen Sohn,
als er noch 2 Jahre alt war, also im schönsten Alter, in dem die Eltern in
großer Liebe mit den Kindern verbunden sind. Der Prophet (s) nahm Ibrahim von
seiner Mutter. Da begann er zu röcheln und sagte: „O Ibrahim, ich kann leider
nichts gegen den Willen Allahs unternehmen, ich besitze nichts von dem, was
Allah besitzt!“ Seht ihr, wie der Prophet (s) standhaft war?
Für jede Mutter, die ihr Kind verloren hat
Ibrahim starb im Schoß des Propheten (s). Hier soll jede Mutter
eines verstorbenen Säuglings den Propheten (s) als Vorbild nehmen. Hier ist
etwas Beruhigendes für sie: Allah,
der Segensreiche und
Erhabene, ruft am Jüngsten Tag die Kinder, die vor dem Pubertätsalter starben,
und sagt: „Geht und tretet ins Paradies ein!“ Die Kinder antworten darauf:
„Nicht ohne unsere Väter und Mütter!“ Allah, der Segensreiche und Erhabene
erwidert dann: „Tretet ins Paradies Hand in Hand mit euren Vätern und Müttern
hinein!“ Seht ihr, wie großzügig Allah (t) ist? Seid standhaft, meine
Schwestern, die ihr eure Kinder verloren habt, und lernt von eurem Propheten
(s)!
Ibrahim starb, der Prophet (s) vergoss Tränen. U’mar fragte:
„Weinst du, o Gesandter Allahs (s)?“ Der Prophet (s) antwortete: „Ja, U’mar, ja.
Weinen ist eben Barmherzigkeit, die Allah (t) in die Herzen Seiner gläubigen
Diener einwirft.“ Ja, Weinen ist Barmherzigkeit, das von Allah (t) kommt. Es ist
weder verboten noch ist es eine Schande. Der Prophet (s) hatte kein hartes,
kaltes Herz. Er betrachtete Ibrahim und sagte: „Die Augen tränen, das Herz
trauert, aber man sagt nur, was bei Allah (t) Gefallen findet. Wahrlich ist man
sehr traurig über dich, Ibrahim. Wenn wir nicht wüssten, dass du im Paradies
bist, wäre man noch trauriger über dich gewesen.“
Das Diesseits ist Stätte der Heimsuchung
Der Prophet (s) wendete sich dann der heftig weinenden Maria (r)
zu und sagte tröstend: „Er ist mein Sohn. Er ist zwischen meiner Brust und
meinem Schoß gestorben. Er wird jetzt im Paradies gestillt.“ (berichtete
Muslim)
Der Prophet (s) war nicht in der Lage, an Ibrahim die
Ganzwaschung des Toten zu verrichten. Al-Fadl Ibn Al-A’bbas (r) übernahm die
Ganzwaschung und begrub ihn in Al-Baqi`.
Der Ort seines Grabes ist bis heute höchstwahrscheinlich bekannt, nach der
Meinung meister Gelehrten. Man kann wohl meinen: „Warum sollte all dies dem
Propheten (s), Allahs (t) Lieblings, geschehen sein?“ Die Antwort ist: Allah (t)
will uns damit sagen, dass „das Diesseits nur Stätte der Heimsuchung ist. Wenn
Meinem Liebling Muhammad (s) all dies geschehen ist, warum beklagt ihr euch denn
darüber, dass euch ein Unglück trifft?“
Meine Geschwister, das Diesseits ist keine dauerhafte Heimstatt.
Die dauernde Heimstatt ist nur das Paradies bei Allah (t), wo Ibrahim nun ist.
Ich hoffe, dass euch dies klar ist.
Begegnung mit den Lieben
Ibrahim starb. Drei Monate später starb der Prophet (s), und nach
sechs Monaten auch Maria (r). Das ist eine Gnade von Allah,
dem
Segenreichen und
Erhabenen.
Denn der Tod bedeutet manchmal die Begegnung der Lieben, und zwar das
Zusammentreffen Allahs (t) mit Seinen Lieben, die Er auf die Probe gestellt
hatte, und die sich als standhaft und stark erwiesen haben.
Sich dem Willen Allahs (t) unterordnen
Der Prophet (s) ordnete sich trotz seiner großen Liebe zu Ibrahim
dem Willen Allahs (t) unter und blieb standhaft. Könnt ihr euch das vorstellen?
Er weinte zwar, erklärte jedoch seinen Gehorsam gegenüber seinem göttlichen
Vorgesetzten. Wer kann solche Pein ertragen? Welche edlen Gefühle besitzt man,
wenn man sich trotz seiner Schmerzen dem Willen Gottes ergibt, auch wenn dies
noch so schwer fällt! Die Kraft dazu kommt nur dann von Allah (t). Der Prophet
(s) bringt uns die Ergebenheit bei und sagt: „Wer
spricht: Ich nehme Allah (t) als meinen Gott, den Islam als meine Religion und
Muhammad (s) als meinen Propheten an, bei Tag und Nacht, obliegt es Allah, ihn
in diesem Tag zu befriedigen.“
Meine Geschwister, sprecht es immer: Wir nehmen Allah (t) als
unseren Gott, den Islam als unsere Religion und Muhammad (s) als unseren
Propheten an. Wir nehmen, o Allah (t), alles auf uns, was uns im Diesseits
geschieht, wenn auch die Trauer uns erfüllt und die Augen Tränen vergießen, und
wir sagen kein einziges Wort, das Dich ärgert, sondern nur Worte der Ergebenheit
in Deinen Willen.
Schlusswort:
Das war die Geschichte von Maria Bint Schamu’un (r), der
ägyptischen Ehefrau des Propheten (s). Allahs (t) Wohlgefallen sei auf ihr. Das
war unsere Mutter Maria (r), vermisst ihr sie nun? Sie ist nicht nur Mutter der
ägyptischen Muslime, sondern Mutter aller Muslime auf der ganzen Welt.
Geschwister, sie ist unsere Mutter und ihre Liebe soll uns erfüllen. Möge Allah
(t) uns mit ihr und mit Ibrahim im Paradies zusammenbringen. Dann sprechen wir
uns bei ihnen und bei dem Propheten (s) über unsere große Liebe zu ihnen aus.
Friede sei mit euch.
Saladin:
Al-Malik An-Nasir Salah Ad-Din Yusuf Ibn Ayyub gründete die
kurdisch-stämmige Dynastie der Ayyubiden von Ägypten und Syrien.
Arab. Bedeutung:
"Rechtschaffenheit des Glaubens".
Qutuz: Saif Ad-Din Qutuz war ein türkischstämmiger Sultan der Mamluken
in Ägypten.
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