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12. Maimuna Bint Al-Harith
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UmMahat Al-Moemenin

Die Mütter der Gläubigen

 

 

12. Maimuna Bint Al-Harith (r)

 

Ich suche Zuflucht bei Allah, dem Hörenden und Allwissenden, vor dem gesteinigten Satan. Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten (s)[1] Heil. Alles Lob gebührt Allah. Ihn loben wir, und bei Ihm suchen wir Beistand. Ihn bitten wir um Verzeihung, und zu Ihm kehren wir reuig um. Bei Ihm nehmen wir Zuflucht vor unserem eigenen Übel und vor dem Schlechten unserer Taten. Wen Allah rechtleitet, für den gibt es keinen, der ihn fehlgehen lässt, und wen Allah fehlgehen lässt, so gibt es für ihn keinen Rechtleitenden.

 

 

Einleitung

 

Ihr seid willkommen. Ich freue mich sehr über unseren fortgesetzten Kontakt über das Internet, wobei ich ein echtes Gefühl der Freundschaft empfinde. Möge Allah es von mir und von euch akzeptierten.

 

Heute sprechen wir über eine unserer Mütter. Sie war die letzte Ehefrau des Propheten (s). Der Prophet (s) heiratete sie zum Ende des siebten Jahres nach der Hidschra. Er (s) starb dann im zehnten Jahr nach der Hidschra. Das bedeutet, dass sie mit dem Propheten (s) nur zwei Jahre verbrachte, und danach starb er (s). Sie war Maimuna Bint Al-Harith.

 

Wer war Maimuna Bint Al-Harith?

 

Maimuna Bint Al-Harith war ein Mädchen von sechs Schwestern. Alle hatten bekannte Namen und führten besondere Ehen. Ihre Familie war von Glauben und Frömmigkeit erfüllt.

Ihre Mutter war Hind Bint U'f. Man sagt: Keine Frau hatte so viel Ehre wie sie bewiesen. Sie gebar sechs Töchter aus verschiedenen Ehen. Alle Töchter hatten sehr besondere Ehen. Ich kann ihre Ehen mit diesen Worten nicht genug beschreiben.

 

Stolz auf die Geburt eines Mädchens

 

 

Hier gibt es eine schöne Bemerkung für diejenigen, die sagen, dass es besser sei, Jungen zu bekommen als Mädchen. Dieses falsche Konzept existiert leider zwischen uns. Viele glauben, dass es islamisch besser sei, Jungen zu bekommen. Im Gegenteil, wir sehen, dass die Mutter wegen der besonderen Ehen ihrer Töchter beneidet wurde.

 

Dieser Stolz, wenn man ein Mädchen bekommt, ist nicht unbegründet, denn der Prophet (s) sagte in einem Hadith[2]: „Wer drei Mädchen hat, die er gut erzieht, ausbildet und barmherzig behandelt, wird von ihnen zum Paradies geführt.“ Ein Mann fragte: „Und Allahs Propheten, wenn sie nur zwei sind?“ Der Prophet (s) antwortete: „Auch wenn sie nur zwei wären.“ Der Überlieferer dieses Hadith sagte dazu: „Bei Allah, hätten wir auch nach demjenigen gefragt, der nur ein Mädchen hat. Da hätte der Prophet (s) geantwortet: „Auch wenn es nur eins wäre.“ Wir schämten uns aber, danach zu fragen.“

 

Sechs oder sieben Jahre vorher hatte man die Mädchen, über die der Prophet (s) gesprochen hat, lebendig begraben. Jetzt aber freuten sich die Gefährten des Propheten (s) über die Mädchen. Sie wünschten sich sogar, Mädchen zu bekommen, damit sie sie zum Paradies führen. 

Ich hoffe, dass die Frauen jetzt den Propheten (s) sehr lieben, besonders in diesen Tagen, wenn sein Geburtstag ist, weil er die Frauen wirklich geehrt hat. Denn ohne ihn und seine lehrhafte Methode würdest du heute nicht so ehrenvoll sein. Es könnte sein, dass du bis zu diesem Tag lebendig begraben worden wärest.

 

Die gläubigen Schwestern

 

Eine der Töchter war Maimuna Bint Al-Harith, die Frau des Propheten (s). Damals starb seine Frau Zainab Bint Chusaima. Der Prophet (s) heiratete ihre Schwester Maimuna Bint Al-Harith. Zu den Töchtern gehörte auch Salma, die Frau vom ehrenhaften Hamza Ibn A'bd Al-Muttalib, und sie starb in seinem Leben. Asmaa Bint U'mais war auch mit dem ehrenhaften Hamza Ibn A'bd Al-Muttalib verheiratet. Als er starb, heiratete sie den ehrenhaften Abu Bakr As-Siddiq. Als dieser starb, heiratete sie den ehrenhaften A'li Ibn Abi Talib. Lubaba Al-Kubra war die Frau von Al-A'bbas, dem Onkel des Propheten (s). In den Überlieferungen ist sie mit dem Namen Umm Al-Fadl bekannt. Sie war die Mutter von Chalid Ibn Al-Walid und war mit Al-Walid Ibn Al-Murira verheiratet.

 

Maimuna Bint Al-Harith Al-Hilaleya war die Frau des Propheten (s) und die Tante vom ehrenhaften Chalid Ibn Al-Walid. Ihre Schwager waren Abu Bakr As-Siddiq, A'li Ibn Abi-Talib und der ehrenhafte Hamza, der Märtyrer.

 

Maimunas Wohnort

 

Wie hatte sie den Propheten (s) geheiratet? Und warum so spät? Als ihr Mann in Mekka starb, konnte sie nicht nach Medina auswandern, da sie zu den schwachen hilflosen Frauen gehörte. Die Quraisch zwangen sie, in Mekka zu bleiben. Damals war sie unter der Obhut von Al-A'bbas, dem Mann ihrer Schwester. Ihre Schwester, die Frau von Al-A'bbas, war auch für sie verantwortlich. A'bbas zog später nach Medina. Maimuna (r) zählte zu den schwachen und hilflosen Frauen, über die der Koran berichtet. Deshalb blieb sie in Mekka bis zum siebten Jahr nach der Hidschra.

 

Umstände der Heirat

 

Im siebten Jahr nach der Hidschra heiratete der Prophet (s) vier seiner Frauen. Damals war er 61 Jahre alt, damit niemand glaubt, dass er aus privatem Genuss geheiratet hätte. In diesem Jahr nahm er an vier Kriegen teil. Er heiratete diese Frauen aus bestimmten Gründen.

Die vier Frauen waren in Reihenfolge Safia (r), Umm Habiba (r), Maria (r), die Ägypterin und Maimuna (r).

 

Im sechsten Jahr nach der Hidschra wurde das Versöhnungsabkommen von Al-Hudaibiya geschlossen. Gemäß diesem Abkommen sollte der Prophet (s) sich in diesen Jahr nach Medina zurückziehen, ohne die  kleine Wallfahrt[3] vollendet zu haben und erst im nächsten Jahr wiederkommen, um diese Wallfahrt zu wiederholen. Der Prophet (s) kehrte nach Medina zurück.

 

Im siebten Jahr kam der Prophet (s) begleitet von 1.400 Gefährten zurück, um die kleine Wallfahrt zu unternehmen. Die Quraisch fürchteten, dass der Prophet (s) und die Gefährten mit ihrem besonderen Aussehen, ihrer Einheit, Stärke und ihrem starken Willen die Jugend der Quraisch stark beeindrucken würden. Deshalb schickten sie alle Einwohner für drei Tage aus Mekka heraus.

 

Sie wurden zu den Bergen geschickt, um diese Zeit dort zu verbringen. Da man aber die Kaaba von den Bergen aus deutlich sehen kann, fürchteten sich die Quraisch, dass ihre Jugend von den Bergen besser sehen könnte und noch mehr beeindruckt würde. Daher setzten sie Gerüchte in Umlauf, dass die Muslime eine schlimme Krankheit hätten und deshalb sehr schwach seien. Sie machten dasselbe, was manche heute mit den frommen religiösen Leuten machen.

 

Stolz sein auf unsere Religion

 

Das ist ein wichtiger Punkt für die Jugendlichen. Erinnert ihr euch an die Zeiten, in denen die Nichtmuslime von den Muslimen und der islamischen Zivilisation tief beeindruckt waren? Betrachtet nun, wie sich die Rollen vertauscht haben, und wie die Muslime zurzeit von der westlichen Zivilisation beeindruckt sind. Das heißt, wenn wir uns an die Lehren und Prinzipien unserer Religion halten, werden wir in der Lage sein, etwas zu bewirken. Wenn wir jedoch die westliche Kultur blind nachahmen, wird niemand uns Beachtung schenken. Die aktuellen Umstände zeigen, dass der Prophet Muhammad (s) Recht hatte, als er sagte: „Ihr werdet die früheren Völker so haargenau nachahmen, dass, wenn sie sich in einem Loch verkriechen, ihr genau dasselbe tun werdet.“ Das heißt, ihr werdet die anderen Zoll für Zoll nachahmen, obwohl möglicherweise viel Gefahr für euch in dieser blinden Nachahmung steckt. Das liegt daran, dass ihr über geringes Vertrauen in euch selbst, in eure Kultur und eure Religion verfügt.

 

Es gibt zahlreiche Beispiele für diese blinde Nachahmung. Man sieht z. B. Jugendliche, die sich eine Fahne eines Landes um den Kopf binden. Wenn man sie dann fragt, warum sie dies tun, bekommt man als Antwort: „Ich habe andere gesehen, die genau dasselbe tun.“ Oder man findet Jugendliche, welche im Auto sehr laut englische Schlager spielen, und sich dabei sehr amüsieren. Wenn man sie aber fragt: „Könnt ihr Englisch?“, antworten sie mit „Nein!“, woraus man schließen kann, dass es sich lediglich um eine blinde Nachahmung handelt. Seht ihr denn den Unterschied zwischen solchen Beispielen und der Angst der Koreischiten davor, dass ihre Jugend die Gefährten der Muslime nachahmen würde.

 

Islam ist Anbetung und Stärke

 

Der Prophet (s) war zusammen mit Abu Bakr, Ali, Suhaib und weiteren 1400 Muslimen auf dem Weg zur Kaaba, um die Pilgerfahrt zu verrichten. Stellt euch vor, wie überwältigend dieser Anblick war! Währenddessen erfuhr der Prophet (s) von den Lügen, die die Führer der Koreischiten über die Muslime verbreiteten. Daraufhin befahl er den Muslimen, ihre Arme zu enthüllen, während sie die Kaaba umlaufen (was wir seitdem in den ersten 3 Umrundungen der Kaaba ebenfalls tun). Währenddessen beobachteten die Koreischiten die Muslime. Damit wollte der Prophet (s) den Jugendlichen der Koreischiten die Stärke der Muslime zeigen, um sie zu beeindrucken. War das Verhalten der Muslime in dieser Situation eine religiöse Handlung oder ein Ausdruck der Mannhaftigkeit? Eine Pilgerfahrt oder eine Einladung zum Islam? Ein Gebet oder eine Lebensweise? Es ist all das!

 

Wenn man über die Art und Weise, wie der Prophet (s) die Pilgerfahrt verrichtete, nachdenkt, findet man all diese Werte. Man findet Mannhaftigkeit zusammen mit Ernsthaftigkeit, Anbetung, Unterwürfigkeit Allah gegenüber, Disziplin und Anstand.

 

Der Prophet (s) befahl den Gefährten, die ersten 3 Umrundungen der Kaaba in schnellem Gang zu verrichten. Dieser Gang ist wie ein langsamer Lauf aber mit einem aktiven und regelmäßigen Rhythmus, wie etwa das Marschieren einer Armeetruppe.

 

Dadurch wollte der Prophet (s) zeigen, dass die Muslime voller Energie und Stärke sind. Als die 1400 Mann dem Befehl des Propheten (s) folgten, wurden die Jugendlichen der Koreischiten tief beeindruckt und sie fragten sich: „Sind das die Menschen, die die Führer der Koreischiten als schwach bezeichnen? Bei Gott, wir haben in keinem der arabischen Viertel Männer gesehen, die so kräftig und diszipliniert sind.“

 

Eine Weile nach dieser Begebenheit eroberten die Muslime Mekka, und viele Menschen traten zum Islam über. Als der Prophet (s), seine letzte Pilgerfahrt (auch die Abschiedspilgerfahrt genannt) verrichtete, betrug die Anzahl der Muslime 100.000. Während der Pilgerfahrt befahl der Prophet (s) seinen Gefährten noch einmal, ihre Arme zu enthüllen. Daraufhin fragte U’mar (der 2. Kalif): „Oh Gesandter Allahs, wir haben dies damals aus einem bestimmten Anlass getan. Warum sollen wir dies heute denn tun?“ Der Prophet (s) antwortete: „Oh U’mar, dies ist meine Sunna.“ Der Prophet (s) wollte damit den Muslimen etwas mitteilen, und zwar, dass die Muslime bis zum Jüngsten Tag so (d.h. stark, diszipliniert und vereint) bleiben sollen, und dass sie den Islam auf diese Art und Weise verstehen und seine Lehren entsprechend durchführen. Es gab also keinen direkten Anlass für den Befehl des Propheten (s), dennoch müssen sie verinnerlichen, dass der Islam nicht nur aus religiösen Handlungen besteht, sondern auch aus Stärke, Mannhaftigkeit und Optimismus. Die Pilgerfahrt beinhaltet all diese Bedeutungen. Wenn ihr also die Pilgerfahrt verrichtet, sollt ihr unbedingt an diese Bedeutungen denken und euch immer wieder daran erinnern, dass ihr somit der Sunna[4] des Propheten Muhammad (s) folgt und ihn nachahmt.

 

Die Gründe zur Heirat

 

Der Prophet (s) blieb 3 Tage in Mekka. Währenddessen erfuhr er, dass der Ehemann von Maimuna Bint Al-Harith (r) ums Leben gekommen war, und dass sie unterdrückt und nicht in der Lage war, nach Medina auszuwandern, und dass sie aus vornehmer Familie stammte. Die Gefährten pflegten, Maimuna (r) und ihre Schwester „die frommen Schwestern“ zu nennen. Seht ihr, wie schön diese Bezeichnung ist. Wir wünschen uns, dass unsere Familien und Häuser ebenso fromm werden. Ihr Jugendlichen, versucht euch darum zu bemühen, aber mit den vornehmsten, sanften und liebevollsten Mitteln!

 

Maimuna (r) war nicht hübsch und war 31 Jahre alt. Sie wurde in Mekka unterdrückt; ihr Mann war ums Leben gekommen; sie stammte aus sehr vornehmer Familie, und ihre Schwestern waren mit den vornehmsten Gefährten verheiratet. Unter diesen Umständen war es also schwierig, dass ein Mann um ihre Hand anhielt. Daher wollte der Prophet (s) sie heiraten, damit die hohe Stellung ihrer Familie bewahrt bleibt, und damit er für sie nach dem Tod ihres Mannes sorgt und ihr dabei hilft, der Unterdrückung in Mekka zu entfliehen.

 

Es wäre natürlich möglich gewesen, dass der Prophet (s) einem seiner Gefährten befohlen hätte, Maimuna (r) zu heiraten. Er wollte aber nicht seine Gefährten damit belasten, sondern dies selbst übernehmen. Wie ihr also seht, wurden fast alle Ehen des Propheten (s) aus Großmut geschlossen, und hatten in keiner Weise mit Begierde oder Egoismus zu tun. Es fällt einem Mann besonders schwer, eine Frau allein deswegen zu heiraten, um sie zu unterstützen und für sie zu sorgen, und nicht weil er sie liebt und begehrt. Nun seht, wie oft der Prophet (s) diesem Zustand ausgesetzt war.

 

Zeichen des Prophetentums

 

Wisst ihr, dass gerade die Ehen des Propheten Muhammads (s) ein Beweis für sein Prophetentum sind. Denn wäre er kein Prophet gewesen, hätte er diese Situation (d.h. das Heiraten mit Frauen, allein um für sie zu sorgen und sie zu beschützen) nicht ertragen und darüber hinaus seine Pflichten gegenüber seiner Gattinnen voll und ganz erfüllen und sie gleich gerecht und liebevoll behandeln können, obwohl sein Herz nur A’ischa gehörte. Nur ein Prophet ist imstande, mit so einer Situation umzugehen, denn auch wenn ein Mann dies einmal tun kann, kann er dies bestimmt nicht 10 Mal tun. Allah (t) sagt über den Propheten Muhammad (s) im Koran: [Und Wir entsandten dich nur aus Barmherzigkeit für alle Welten.] (21:107) Deshalb sind wir stolz auf unseren Propheten (s), obwohl die Menschen im Westen uns vorwerfen, dass die Ehen des Propheten aus Begierde geschlossen wurden.

 

Der Prophet (s) schickte also seinen Onkel A’bbas zu Umm Al-Fadl, Maimunas Schwester, um um Maimunas Hand anzuhalten, woraufhin der Prophet (s) seine Ehe mit Maimuna (r) bekannt gab.

 

Interesse des Propheten (s) an der Rechtleitung der Menschen

 

Ein weiterer Grund für die Heirat des Propheten (s) mit Maimuna (r) war, den Koreischiten zu zeigen, dass er eine ihrer vornehmen Frauen heiratete. Darüber hinaus verschob er seine Ausreise von Mekka für einen halben Tag, um ein Festessen für die Hochzeit vorbereiten und die Koreischiten dazu einladen zu können. Damit wollte der Prophet (s) ein Beispiel für den Umgang mit den Menschen, insbesondere den Nichtmuslimen, geben, obwohl die Koreischiten ihn zehn Jahre lang unterdrückt, ungerecht behandelt und seine Gefährten und Onkel getötet hatten. Wahrlich, er ist eine Gnade für die ganze Welt.

 

Folgt meine Brüder dem Beispiel des Propheten (s), denn der Islam ist eine Botschaft zur Rechtleitung der Menschen und nicht zur Rache oder zu beweisen, dass die anderen falsch liegen, und daher zur Hölle gehen sollen. Als Muslime soll unsere Aufgabe darin bestehen, dass wir allen Menschen das Paradies wünschen, auch denjenigen, die uns Schaden zugefügt haben. Der Prophet (s) wurde unterdrückt und aus seiner Heimat vertrieben, obwohl er den Menschen nur den Weg ins Paradies zeigen wollte. Sogar nach den Schaden und Leiden, die der Prophet (s) erlitt, hörte er nicht auf, immer das Gute für die Menschen zu wünschen und für sie zu beten, was ziemlich schwierig war. Es ist ziemlich schwierig, Leute, die dir Schaden zugefügt und dich aus deinem Haus vertrieben haben, zu lieben und zu helfen. Dennoch müssen wir ein Beispiel an unseren Propheten (s) nehmen und versuchen, ihn nachzuahmen.

 

Wir müssen darüber nachdenken, wie die Nichtmuslime zum Islam übergetreten sind? Bestimmt gab es Muslime, die sie mit Liebe und Barmherzigkeit zum Islam einluden. Jedoch meine ich damit nicht, dass wir keinen Unterschied zwischen Muslimen und Nichtmuslimen machen sollen. Wir müssen die Gläubigen sehr lieben, aber auf der anderen Seite, müssen wir den Nichtmuslimen mit Toleranz, Güte und Warmherzigkeit begegnen, damit wir ihnen helfen können. Es gibt sogar einige von uns, die sich über ihre muslimischen Eltern aufgrund einiger Fehler aufregen. Diese folgen jedoch damit nicht dem Propheten (s) und entfernen sich von seinem Weg.

 

Der Prophet (s) ging zu den Herren der Koreischiten und sagte zu ihnen: „Ich habe heute eine Dame aus eurem Stamm geheiratet. Würdet ihr mir erlauben, für eine Weile hier zu bleiben, damit ich ein Festessen vorbereiten und euch dazu einladen kann?“ Seht ihr die Höflichkeit und vornehmen Manieren des Propheten (s) und die liebevolle Formulierung seiner Einladung? Jedoch antworteten die Herren der Koreischiten auf üble Art und Weise, indem sie sagten: „Geh weg. Wir sind an deinem Festessen nicht interessiert.“ Da konnte Sa’d Ibn Mu’az sich nicht abhalten, ihnen zu sagen: „Bei Gott, das Land gehört einzig und allein Allah. Dieses Land ist unseres und wir werden hierher zurückkommen.“, woraufhin der Prophet (s) sagte: „O Sa’d, sei still! Sie haben uns 3 Tage Zeit gegeben, und diese 3 Tage sind schon vorbei. Wer also an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt, soll vor dem Sonnenuntergang außerhalb von Mekka sein.“

 

Daraus können wir lernen, wie man mit den Nichtmuslimen umgehen und Geduld, Sanftmut und Toleranz ihnen gegenüber zeigen sollte. Dies bedeutet aber nicht, dass man immer so sein soll, denn es werden Situationen kommen, die Entschlossenheit erfordern. In solchen Fällen soll man sein Verhalten gut überlegen und wissen, wann man sanftmütig und wann entschlossen sein soll.

 

Ort der Eheschließung

Die Prophetengefährten kamen aus Mekka. Der Prophet (s) fand es ungehörig, wenn er Maimuna (r) nicht heiratet, bevor sie Medina erreichen. In einem Ort namens „Serf“, außerhalb von Mekka, der ca. 15-20 km von Jeddah entfernt ist, verbrachten der Prophet (s) und Maimuna (r) die Hochzeitsnacht, was auf Arabisch wörtlich „Bauen“ heißt. Das Wort „Bauen“ ist besonders passend, da sie eine Familie gründen, wobei der erste Ziegel im Bau der Familie diese Nacht ist.

Ihr Vorzug beim Kochen

Maimuna (r) lebte nur zwei Jahre mit dem Propheten (s). Obwohl sie nicht so hübsch war, wurde sie durch anderen Vorzug ausgezeichnet. Gepriesen sei Allah[5], jede der Ehefrauen des Propheten (s) wurde durch besonderen Vorzug ausgezeichnet. Maimuna (r) war eine geschickte Köchin und war eine außergewöhnliche Hausfrau. Die Frauen, die gerne kochen, sollten von nun an Maimuna (r) als Vorbild nehmen. Der Prophet (s) aß gern ihre Speisen. Sie kochte immer auf schöpferische Weise. Eine schöne Situation war es, als sie eines Tages eine Echse kochte. Der Prophet (s) und Chalid Ibn Al-Walid, ihr Neffe, kamen ins Haus herein. Der Prophet (s) fragte: „Was haben wir heute zum Essen?“ Sie antwortete: „Echse.“ Die Echse als Speise war für ihn ungewöhnlich. Deswegen stellte er den Teller zur Seite. Er pflegte, wenn er eine Speise nicht mag, sie nicht zu bemängeln, da sie auf jeden Fall eine Gabe Allahs ist. Chalid Ibn Al-Walid betrachtete ihn und fragte: „Ist es verboten, Echsen zu essen, o Gesandter Allahs?“ Der Prophet (s) erwiderte: „Nein, aber das ist bei meinen Leuten nicht üblich.“ Chalid erzählt, dass er dann die ganze Echse aß. Er war Soldat, eine Echse zu essen war für ihn üblich und sehr angenehm.

Der Unterschied zwischen der Sunna[6] und Gewohnheit

In dieser Situation gibt es eine sehr wichtige Lehre, und zwar welche Handlungen zur Sunna gehören und welche nicht. Wenn der Prophet (s) etwas nicht tat, bedeutet das nicht immer, dass wir diese Sache auch nie tun sollten. Der Prophet (s) mochte z.B. Zucchini essen. Wenn du die Zucchini nicht magst, heißt es, dass du von der Sunna abweichst? Natürlich nein. Der Prophet (s) trug den Scheitel in der Mitte. Heißt das, dass wir alle den Scheitel in der Mitte ziehen müssen? Wir müssen zwischen zwei Teilen der Handlungen des Propheten (s) unterscheiden. Ein Teil seiner Handlungen ist empfehlenswert. Ein anderer Teil gehört aber zur Gewohnheit. Er war ein Mensch und daher hatte er auch bestimmte Gewohnheiten, wie Kamele zu benutzen oder eine Speise zu bevorzugen oder nicht. Er trug z.B. einen Dschilbab. Das bedeutet nicht, dass wir auch ihn tragen müssen. Der Dschilbab war ein typisches Gewand in diesem Ort der Welt und zu dieser Zeit. Der Prophet (s) selbst trug Gewänder anderer Völker. Das bedeutet, dass es kein festes islamisches Gewand für Männer gibt. Das Gewand soll nur nicht zu eng oder durchsichtig sein. Man soll das traditionelle Gewand tragen, sei es ein Hemd, eine Hose, einen Anzug, eine Krawatte oder einen Dschilbab. Der Prophet (s) sah einen Mann im Priestergewand. Er fragte ihn: „Bist du Priester?“ Er antwortete: „Nein!“ Der Prophet (s) sagte: „Also, warum trägst du das? Trage, was deine Leute tragen!“

Wie können wir aber zwischen beiden Teilen unterscheiden? Wenn der Prophet (s) etwas empfiehlt oder von etwas abrät, dann ist diese Handlung durchzuführen oder zu unterlassen.

Die Sunna des Propheten (s)

Maimuna (r) war uns sehr behilflich beim Übermitteln der Sunna des Propheten (s). Sie erzählte vieles von dem, was im Haus des Propheten (s) geschah. Deswegen heiratete der Prophet (s) mehr als eine Frau, damit die Islamische Gemeinschaft (Umma) alles bis zum kleinsten Detail im Leben des Propheten (s) kennenlernt und ihn nachahmt.

Korrektur der falschen Auffassungen

Damals war es üblich bei den Prophetengefährten, während der Menstruationsdauer die Frauen nicht zu berühren, außer wenn sie die Gebetswaschung verrichtet, oder sich neben sie ins Bett zu legen. Maimuna (r) kam dann und sagte: „Wer hat euch das gesagt? Bei Gott, der Prophet (s) legte sich neben mich ins Bett während der Menstruationsdauer. Wir haben uns gegenseitig Sachen gereicht. Seid ihr besser als der Prophet (s)?“ Die Leute haben diese Gewohnheit dann aufgegeben. Die Leute begriffen die richtige Sunna des Propheten (s) dank Maimuna (r).

Die kleinsten Details im Leben des Propheten (s)

Maimuna (r) erzählte die Details ihres Verhältnisses mit dem Propheten (s). Sie sagte: „Ich und der Prophet (s) stritten uns um ein Gefäß, in dem wir uns wuschen. Ich wollte das Gefäß und er wollte es ebenfalls.“ So einfach war der Prophet (s). Sie war darauf bedacht, dass sie uns die Einzelheiten vom Leben des Propheten (s) übermittelt. Man kann meinen, dass es in einer Familie bestimmte Dinge gibt, die nicht zu erzählen sind. Wir müssen aber bedenken, dass uns das Leben des Propheten (s) klar sein muss, damit die Islamische Gemeinschaft ihn als Vorbild nimmt und von seinem Leben lernt.

Unsere Mutter Maimuna (r) erzählte uns die kleinsten Details vom Leben des Propheten (s), damit die Männer sich mit ihren Frauen auf solche Weise verhalten, dass unser eheliches Leben voll Freude und Liebe wird. Obwohl der Prophet (s) sich mit den Angelegenheiten der Muslime und der Religion sehr beschäftigte, hinderte das ihn nicht, sich so sanft seinen Ehefrauen gegenüber zu benehmen. Würden nur die Männer die Güte gegenüber den Frauen von ihrem Propheten (s) lernen!

In einem Hadith heißt es: „Der Beste bei euch ist der, der seiner Familie gegenüber gütig ist, und ich bin unter euch der Beste darin, meiner Familie gegenüber gütig zu sein.“ Du hast die Wahrheit gesprochen, o Gesandter Allahs, und diese Aussage verwirklicht.

Maimunas Leidenschaft zum Almosenentrichten

Maimuna (r) war berühmt durch ihre große Leidenschaft, Almosen zu geben, so dass sie Geld ausborgte, um Almosen zu entrichten und später gab sie das Geld zurück. Gibt es jemanden unter uns, der gern Almosen gibt wie sie? Almosen zu geben ist ein herrliches Gefühl. Ich empfehle dir, freiwillige Almosen zu entrichten, wenn du in einer schwierigen Situation bist oder ein Problem hast. Du wirst dann bemerken, dass alle Probleme gelöst werden. Der Prophet (s) sagte: „Almosen löschen Gottes Wut aus, genauso wie Wasser das Feuer löscht.“ Wenn du eine Sünde begehst, dann gib Almosen, damit sie sie auslöscht und du Allahs Gefallen gewinnst! Man soll nicht Geld ausleihen, um Almosen zu entrichten. Man soll wenigstens die Absicht haben. Maimuna (r) erlernte Spinnerei, damit sie Geld bekommt und Almosen gibt. Ein Schüler soll auch ein Teil von seinem Taschengeld sparen, um Almosen zu geben. Frauen sollen ein Teil vom Essen sparen. Manchmal brauchen wir einige Geschenke nicht, dann können wir sie als Almosen geben.

Maimunas (r) Tod

Was sehr merkwürdig ist, dass Maimuna (r) an demselben Ort gestorben war, wo sie den Propheten (s) heiratete, als sie die Pilgerfahrt nach Mekka im Jahr 61 nach der Hedschra im Alter von 85 Jahren verrichtete. Als ob sie sich nach dem Tag ihrer Heirat mit dem Propheten (s) sehnte. Das war der beste Tag ihres Lebens. Allah, der Erhabene, wollte, dass sie an demselben Ort stirbt, wo der Prophet (s) sie als Frau nahm. Das bedeutet sehr viel. Das war kein reiner Zufall. Das war Gottes Wille. A’bdullah Ibn A’bbas, der Sohn ihrer Schwester Umm Al-Fadl, verrichtete das Totengebet für sie.

Das war die Geschichte von Maimuna Bint Al-Harith, der letzten Ehefrau des Propheten (s). Ich bete zu Allah darum, dass Er uns mit allen Ehefrauen des Propheten (s) im Paradies zusammenbringt, mit uns zufrieden wird und unsere Sünden vergibt.

Nun machen wir Schluss. Ich bitte Allah um seine Vergebung für uns. Friede sei mit euch.


 

[1] Salla-llahu 'alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil. Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56) für den Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäßig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[2] Überlieferung

[3]  U’mra

[4] Die Lebensweise und Überlieferungen des Propheten Muhammad (s).

[5] Subhana Allah: Gepriesen sei Allah (Ausruf der Bewunderung)

[6] Die Prophetentradition, die auf seinen Aussprüchen, Handlungen und seiner schweigenden Billigung beruht.

 

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