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13. Asmaa Bint Abi Bakr
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UmMahat Al-Moemenin

Die Mütter der Gläubigen

 

 

13. Asmaa Bint Abi Bakr (r)[1]

 

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen, Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Allah segne und schenke dem Propheten(s)[2] und seinen Gefährten Heil.

 

 

Einleitung

 

Willkommen in einer neuen Folge von unserer Serie “Begegnungen mit den Lieben" Die Folge von heute erzählt von einer besonderen Frau. In den letzen Folgen war die Rede meistens von Männern, den Gefährten[3] des Propheten (s). Wir haben weniger über die Rolle der Frauen gesprochen. Viele Geschwister haben mich auch über die Rolle der Gefährtinnen gefragt. Nahmen sie eine Rolle mit dem Propheten (s) ein?

 

Wenn ihr euch daran erinnern könnt, haben wir in einigen Folgen über Um U'mara (Verwandte von Bint Ka'b) gesprochen. Der Prophet (s) sagte zu ihr (s): „Du und deine Familie sind meine Begleiter im Paradies.“ Beim Feldzug von Uhud[4] verteidigte sie den Propheten (s) sehr stark. In einer anderen Folge haben wir über Sumaya gesprochen. Sie war die Erste, die für den Islam gestorben ist, die erste Märtyrerin im Islam. Damals sagten wir, dass es kein Zufall ist, dass der erste Märtyrer im Islam eine Frau sei. Auch ist es kein Zufall, dass der Erste, der das Glaubensbekenntnis[5] im Islam aussprach, eine Frau war. Die Wissenschaftler stimmten mit der Meinung überein, dass die erste Person nach dem Propheten (s), die sich für Allah niedergeworfen hat, Chadidscha (r) war.

 

Wir können damit sagen, dass die Frau eine groβe Rolle im Islam spielte, und dass sie immer eine besondere Stellung besaβ. Deshalb sollte man nicht manchen Aussagen glauben, dass die Frau im Islam wertlos sei und dass der Islam der Frau Unrecht getan hat. Heute erzählen wir von einer besonderen Frau in der islamischen Geschichte. Ich denke, dass keiner von den Gefährten und Gefährtinnen solch eine Stellung bei Gott einnahm. Allah (t) hat ihr eine groβe Ehre und eine besondere Stellung erwiesen. Es handelt sich um “Asmaa Bint Abi Bakr“.

 

Großartige Ehre

 

Was war denn die großartige Ehre von Asmaa Bint Abi Bakr? Was war an ihr so besonders? Ihre Familie bestand aus vier Generationen der Gefährten. Ihr Großvater, ihr Vater, ihr Sohn, ihr Mann, ihre Schwiegermutter und ihre Halbschwester gehörten zu den Gefährten des Prophetenen (s).

 

Ihr Groβvater war Abu-Quhafa, der Vater von Abu-Bakr. Ihr Vater war Abu-Bakr. Ihr Sohn hieß A’bdullah Ibn Az-Zubair. Er war das erste Kind, das in Medina geboren wurde. Ihr Mann hieß Az-Zubair Ibn Al-'Auam, einer der zehn Männer, den der Prophet (s) das Paradies ankündigte. Ihre Schwiegermutter hieß Safia Bint A’bdul-Muttalib, die Mutter von Az-Zubair Ibn Al-A'uam und die Tante vom Propheten (s) väterlicherseits. Ihre Halbschwester hieß A'ischa, die Frau des Propheten (s).

 

Wenn der Islam Männer vor Frauen bevorzugt hätte, hätte er diese Stellung einem Mann gegeben. Asmaa Bint Abu Bakr war zwar die Schwester von A'ischa, aber nicht von derselben Mutter. Ihre Mutter blieb Nichtmuslim, während A'ischas Mutter Muslimin war. Asmaa (r) war um 15 Jahre älter als A’ischa (r).

 

Asmaa (r) gehörte zu den ersten 18 Muslimen, die zum Islam konvertierten. Sie heiratete Az-Zubair Ibn Al-A’uam am Ende der Lebzeit des Propheten (s). Sie spielte eine besondere Rolle bei der Hidschra[6]  Wenn man ihre Geschichte von der Hidschra hört, fühlt man, dass sie eine ungewöhnliche Frau war. Damals war sie 25 Jahre alt.

 

Ihre Rolle bei der Hidschra

 

Die Auswanderung des Propheten (s) erstreckte sich von Mekka nach Medina. Medina liegt nördlich von Mekka. Der Prophet (s) hatte eine gute Route für die Auswanderung gelegt, denn wenn er den normalen nördlichen Weg nach Medina genommen hätte, hätten ihn mit großer Wahrscheinlichkeit die Quraisch gefolgt und leicht angegriffen. Deshalb ging der Prophet (s) in der entgegengesetzten Richtung und zwar nach Süden anstatt nach Norden. Es war ein raffinierter Plan. Er ging zu Thaur Höhle nach Medina und blieb dort drei Tage. In dieser Zeit suchten ihn die Quraisch in der Richtung von Medina.

 

Der Prophet (s) verließ Mekka und ging zu Abu Bakr (r). Er ergriff außergewöhnliche Vorsichtsmaßnahmen. Er verhüllte sein Gesicht, damit niemand ihn auf dem Weg erkannte und brach in der Mittagszeit auf, aufgrund dessen, dass die Quraisch, das Haus des Propheten die Nacht davor umringten. In dieser Nacht sagte er zu A'li: „Schlaf in meinem Bett.“ Er ging dann vor den Männern vorbei, ohne dass sie ihn sahen. Am nächsten Tag zu Mittag ging er zu Abu Bakr, niemand wusste, wo sich der Prophet (s) von abends bis mittags nächsten Tages befand. Niemand kann darauf eine Antwort geben, weder die Gefährten noch die Bücher über die Lebensweise des Propheten (s). Der Prophet (s) behielt diese Geheimnis für sich, deswegen wusste niemand, wohin er gegangen war.

 

Ich möchte, dass ihr daran Anteil nehmt, wie sehr der Prophet (s) an dieser Auswanderung litt, aufgrund der gefährlichen und mühsamen Lage. Eine andere Sache war die Planung des Propheten (s). Manche Leute behaupten, dass weil sie Gläubige seien, Allah sie ohnehin beschützen würde. Manche verlassen sich einfach nur auf Allah, ohne sich Mühe bei einer Sache zu geben, zum Beispiel wird jemand gefragt, ob er für eine Prüfung gelernt habe, so verneint der andere die Frage und gibt als Antwort: „Ich verlasse mich auf Allah, Er wird mich mit Seiner Großzügigkeit unterstützen. Ich werde viele Gebete in der Moschee verrichten und somit werde ich mit großer Sicherheit die Prüfung schaffen!“ Gewiss werden solche Personen bei den Prüfungen durchfallen.

 

Der Prophet (s) ging am nächsten Tag zu Abu-Bakr. Asmaa (r) berichtete: „Der Prophet (s) kam in einer Zeit, in der er normalerweise nicht kommt. Er im Gesicht verhüllt.“ Er befahl Abu Bakr, alle die im Haus waren, hinauszuschaffen, um ihm etwas mitzuteilen. Abu Bakr sagte: „Es sind nur A’ischa und Asmaa anwesend, sonst niemand." Der Prophet (s) sagte: ,,Allah hat mir bereits befohlen auszuwandern.“ Abu Bakr (r) sprach: „O Allahs Gesandter, ich will dein Begleiter sein.“ Der Prophet (s) sagte: „Ja Abu-Bakr, du wirst mein Begleiter sein." A'ischa erzählte: ,,Abu Bakr weinte sehr stark vor Freude. Ich habe niemals jemanden gesehen, der vor Freude so weinte, wie Abu-Bakr."

 

Abu Bakr (r) und der Prophet (s) waren auf dem Weg zur Höhle Thaur. Doch wie konnten sie an Proviant gelangen während sie dort 3 Tage verbrachten? Auch brauchten sie mehr als nur Essen: Erstens mussten sie über die Ereignisse von Mekka Bescheid wissen, um zu wissen, wann sie die Stadt verlassen könnten. Zweitens brauchten sie Essen und drittens brauchten sie jemanden, der ihnen mitteilt, was genau abläuft und wer auf dem Weg zu ihnen war.  Seht ihr, wie die Denkweise war? Der Sohn von Abu Bakr machte den ganzen Tag den Anschein eines Spaziergängers in Mekka, um die Nachrichten von Quraisch zu sammeln und sie dem Propheten (s) abends zu überbringen. Er erzählte dem Propheten (s), was sie sagten und was sie hegten zu tun. Doch wer überbrachte das Essen? Es war Asmaa (r), die das Essen überbrachte. Vertrat tatsächlich der Prophet (s) die Meinung, dass Asmaa (r) für diese Aufgabe geeignet war, und dies im Alter von nur 25 Jahren? Ja, Asmaa (r) war wirklich geeignet dafür,  die zehn Männer in ihrem starken Willen glich. Hatte niemand in Quraisch an ihr Zweifel haben können?  Sie dachten, dass jene Person, die dem Propheten (s) und Abu Bakr (r) das Essen überbringen würde, selbst vom Haus Abu Bakrs kommen würde, deswegen haben sie das Haus überwacht. Deswegen hat sie niemand verdächtigen können. Wieso?

Da die Strecke von Mekka zur Höhle Thaur im Süden an die 3 Meilen entfernt war. Also könnte eine Frau all diese lange Strecke zurücklegen? Auch wenn sie daran gezweifelt hätten, gab es noch einen weiteren Grund, der einen Verdacht völlig ausschließen würde. Kennt ihn jemand?

 

und noch dazu im siebenten Monat schwanger war, nahm die drei Meilen zur Thaur Höhle auf sich, um den Propheten und Abu Bakr das Essen zu bringen. Die Quraisch hätten Asmaa nicht verdächtigen können, da sie es für unmöglich hielten, dass eine Frau diese lange Strecke alleine zu Fuß gehen könnte. Zwei Monate nach der Hidschra kam ihr Sohn zur Welt.

 

Eine der Anwesenden antwortet: „Sie war im 7.Monat schwanger und 2 Monate nach der Auswanderung brachte sie ihr Kind zur Welt.“

 

Herr Amr Khaled setzt fort: Asmaa (r) war im siebenten Monat schwanger und ging jeden Tag drei Meilen zu Fuβ, um das Essen zu bringen, und kehrte wieder zurück. Konnte sie das ertragen? Ja, sie konnte, denn sie glich zehn Männern. Sie ist viel besser als viele Jugendliche heute, die sagen: „Ich kann nicht in die Moschee gehen, um das Gebet zu verrichten, weil ich erschöpft bin.“ Oder: „Ich kann nicht zum Morgendämmerungsgebet aufwachen, weil ich erst um drei Uhr morgens  schlafen gehe. Allah fordert von keiner Seele etwas über das hinaus, was sie zu leisten vermag. [2:286]“ Und wenn ein Vater zu seinem Sohn sagt, er solle im Sommer arbeiten gehen, dann antwortet der Sohn: „Nein das wird mich sicherlich erschöpfen, das kann ich nicht.“ Das sind leider unsere Jugendlichen!

 

Doch obwohl Asmaa (r) im siebenten Monat schwanger war, ging sie jeden Tag, drei Tage lang, drei Meilen hin und zurück zu Fuβ, um dem Propheten (s) das Essen zu bringen. Seht ihr was für eine Frau sie war? Womöglich gehört sie zu den Wenigsten, die den Stellenwert des Propheten (s) kannte. Und ist es möglich, Prophet Allahs, so ein Geheimnis einer Frau anzuvertrauen? Sind die Frauen heutzutage für solche Geheimnise geeignete Vertrauenspartner? Wenn du einer Frau sagen würdest, dass der Prophet an diesem Platz sei, würde sie gleich zu ihrer Freundin gehen und das Geheimnis ausplaudern, unter der Bedingung, dass niemand es weitererzählen soll. Am nächsten Tag würdest du dann auffinden, dass Abu Dschahl den Ort des Propheten (s) gefunden hat.

 

Doch Asmaa Bint Abu Bakr (r) war eine Frau, der man Geheimnisse anvertrauen konnte. Abu Dschahl dachte, dass die Einzigen, die den Platz des Propheten (s) und Abu Bakr (r) wussten, die Familie von Abu Bakr sei. Er ging zum Haus von Abu Bakr und klopfte an die Tür. Asmaa (r) machte auf. Er fragte: „Wo ist dein Vater?“ Sie antwortete: „Ich weiβ es nicht.“ Er schlug sie so stark auf dem Gesicht, dass ihr Ohrring hinunter fiel und ihre Lippen verletzt wurden. Er wiederholte seine Frage zum zweiten Mal. Sie antwortete wieder, dass sie es nicht wusste. Sie hatte keinen Anschein auf Verzweiflung und Unruhe, wie sich sonst die Frauen in solchen  Situationen vor Angst verhalten würden. Sie blieb standhaft.

 

 

Meine Geschwister im Islam, der Prophet (s) setzte sein Vertrauen nicht in irgendjemanden. Ich möchte euch in jeder Situation beweisen, welche große Rolle eine Frau im Islam spielt. Könnt ihr euch vorstellen, dass nur eine bestimmte Situation im Leben einer Person, den Wert der Person steigern könnte? Asmaa (r) war die 18. Person, die den Islam annahm. Aber etwas geschah in ihrem Leben. Sogar nach vielen Tagen und Jahren übernahm sie einen bestimmten Titel. Jeder fragte sich bis zur heutigen Zeit, wer Diejenige mit „den beiden Gürteln“[7] benannt wurde. Dann wird man zur Antwort geben, dass es Asmaa, die Tochter von Abu Bakr Bint Abu Bakr war. Man würde es dann als sehr einfache Frage bewerten, und dies anhand eines einzigen aufrichtigen Vorfalls in ihrem Leben.

 

Meine lieben Geschwister im Islam, lebt für Allah, den Mächtigen und Erhabenen, dann wird Er euch Tage bescheren, die euren Stellenwert sehr erhöhen. Er wird auch die Leute dazu bringen, euch anzusehen und euch zu fragen: „Kennt ihr diese Person, die dies und jenes für Allah getan hat und Ihm gehorsam war?“ Eine andere Person hat Ihm wenig Gehorsam gegeben, aber sie war ehrlich dabei, sodass Allah, der Segensreiche und Erhabene, sie danach zu noch mehr gehorsamen Taten bringen wird. Das war die Situation von „Asmaa der beiden Gürtel“ während der Auswanderung.

 

 

Kommentare der Anwesenden

 

Amr Khaled fragte: „Ich will von unseren Schwestern wissen, die sich hier befinden, wie eine Frau die Zufriedenheit Allahs (t) erlangen könnte, wie die Frau mit dem Beinamen „der beiden Gürtel“?“

Eine der Anwesenden Schwestern antwortete: „Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Barmherzigen. Ihre Frage war, wie man sich, wie Asmaa, anstrengen und kämpfen könnte. Sie erwähnten, dass ihre Schwiegermutter, Safia war und ihr Vater Abu Bakr und ihre Halbschwester A’ischa war, also Gefährten. Leider gibt es nicht solche Menschen heutzutage als Vorbild, die uns gute Beispiele geben würden. Obwohl wir von frommen Frauen umgeben sind, sind jene nicht mit dem gleichen Wert von Asmaa zu vergleichen. Dennoch wünschen wir uns, ihren Rang zu erreichen. Doch dies wird uns sehr schwer fallen.“

 

Amr Khaled antwortete: „Ich befürchte, dass die allgemeine Atmosphäre der heutigen Muslime, es vereinfacht, weiter nach unten zu fallen.“

 

Die Schwester antwortete: „Die Lösung des Problems fängt bei der Definition des Problems selbst an. Und wir haben das Problem erkannt, dass es keinen Menschen derzeit gibt, der als höheres Beispiel oder als Vorbild existiert. Wir haben tatsächlich angefangen, das Vorbild zu suchen. Wir machen uns die “besseren“ Menschen zum Vorbild, weil wir es nicht akzeptieren, wie wir sind.“

 

Amr Khaled antwortete: „Dann vereinbaren wir, dass wir ab dieser Folge nur noch durch die Gefährten und Gefährtinnen des Propheten (s) und ihrer Gleichen als Motivation nützen, um sie als Vorbilder zu nehmen. Und es reicht, wenn wir uns dieses Versprechen geben würden.“

 

Ich will noch über diese Aussage eine sehr wichtige Bedeutung hinzufügen. Das ist, was der Prophet (s) in einem seiner Überlieferungen sagte, als er mit seinen Gefährten sprach: „Es wird eine Zeit auf die Menschheit kommen, wo der Verdienst eines Arbeitstätigen gleich sein wird, wie der Verdienst von siebzig von euch.“ Dann fragten seine Gefährten: „Von uns oder von ihnen Gesandter Allahs?“ Der Prophet (s) antwortete: „Nein, von euch. Ihr findet Helfer für euer Wohl, aber sie werden keine Helfer für ihr Wohl finden.“

 

Vielleicht schaut uns gerade ein Mädchen zu und hat niemanden, der ihr helfen kann. Aber an einem Tag, wenn sie Allah gehorcht und dabei beharrt, dann wird Allah (t) sie mehrere Stufen erhöhen, die sie wie Asmaa, die Tochter von Abu Bakr, höher stellt. Es ist klar, dass sie nicht den gleichen Rang erreichen wird, aber ihr Lohn von Allah (t) wird größer sein.

 

Eine der anwesenden Schwestern kommentierte: „Wenn wir annehmen würden, dass wir uns in einem Schiff befänden, dass gerade am Untergehen wäre, so würde ich mir vornehmen, so viele wie möglich zu retten und nicht darauf zu warten bis mich jemand rettet.“

 

Jemand von den Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Wenn wir über die Distanz sprechen, die Asmaa von ihrem Haus bis zum Haus des Propheten (s) brauchte, waren es ca. 3 Meilen. Mit unserer heutigen Rechnung, ergibt das eine sehr große Strecke. Es ist die Stärke des Glaubens, die diese unglaublichen Taten vollbringen. Ich habe eine kurze Erfahrung gemacht, die ich gerne erzählen möchte. Als ich vor ungefähr zwei oder drei Wochen von der kleinen Wallfahrt zurückkam, fühlte ich in mir eine starke Kraft des Glaubens. Der Glaube gibt einem eine sehr große Kraft und viel Energie.“

 

Amr Khaled sagte: „Meine lieben Geschwister im Islam, das heißt nicht, dass ihr verwundert sein sollt, was Asmaa (r) gemacht hat und behauptet, dass es unmöglich sei, ihr nachzuahmen. Es wäre nicht machbar, es sei denn der Glaube ist tief und fest verankert in eurem Herzen.“

 

Einer der Anwesenden antwortete: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Asmaa, die Tochter von Abu Bakr, hat uns eine wichtige Lehre gezeigt, nämlich dass Geduld und Anstrengung für Allah (t)  und dass das Wort der Wahrheit verteidigt wird und dass es keinen Gott außer Allah gibt und Muhammad sein Prophet ist. Es ist eine Lehre von der die Mädchen und Jungen daraus lernen sollen. Also die Geduld und Anstrengung im Namen Allahs hat einen sehr hohen Lohn von Allah. Allah (t) sagt in seinem edlen Koran: [Und helft einander mit Geduld und Gebet...] (2:45).

 

Eine der Anwesenden sprach: „Friede sei mit euch, und die Barmherzigkeit und der Segen kommen von Allah. Ich möchte sagen, dass Allah die Menschen gut kennt. Wenn wir eine gute Absicht haben und versuchen, wie Asmaa zu sein, auch durch andere Methoden, z.B. im Bereich der Wissenschaft oder wenn wir unsere Kinder über die islamische Wissenschaft lehren oder unseren Ehepartner helfen, Allah gehorsam zu sein. Dadurch können wir unsere Aufgabe im Leben erfüllen.“

 

Ich möchte den Rest der Geschichte über Asmaa weitererzählen. Weiß jemand von euch, wie lange Asmaa gelebt hat? Sie ist mit 100 Jahren gestorben. Sie gehörte zu den langlebigen Menschen von damals. Und zwischen ihrer Auswanderung, von der wir bereits erzählt haben, und ihrem Tod waren es 75 Jahre.

 

 

Ihre gottesdienstlichen Handlungen

 

Asmaa (r) hat viele erstaunliche und wunderbare Sachen vollbracht. Sie war in verschiedenen Aspekten überlegen. Insgesamt gab sie 58 Überlieferungen über den Propheten (s) weiter. Ihr Name steht in den Büchern von Al-Buchari und Muslim. Viele Gelehrten erzählten: „Wir haben noch nie so eine Anbetung wie bei Asmaa gesehen.“ Ihr Ehemann Az-Zubair Bin Al-'Auam erzählte über sie folgende Geschichte: „Eines Tages bin ich nach Hause gekommen und habe Asmaa beim Beten gesehen und habe gehört, wie sie folgenden Vers aus dem Quran rezitierte: „[“doch Allah ist uns Gnädig gewesen und hat uns vor der Pein des sengenden Windes bewahrt.“] (52:27) und [“Wir pflegten vormals zu Ihm zu beten. Er ist der Gütige, der Barmherzige.““] (52:28)“. Er fügte noch hinzu: „Sie wusste nicht, dass ich nach Hause kam. Ich hörte sie weinen, während sie diese Koranverse wiederholte. Anschließend ging ich zum Markt, um meine Einkäufe zu erledigen. Dann kehrte ich wieder nach Hause zurück und hörte sie folgenden Vers sagen: [“Wir pflegten vormals zu Ihm zu beten. Er ist der Gütige, der Barmherzige.“] (52:28).“ Ich wunderte mich, dass sie den gleichen Vers bei meiner Ankunft zu Hause wieder wiederholt hatte. Dann bin ich wieder hinausgegangen, um andere Sachen zu erledigen und bin wieder zurückgekommen. Ich hörte sie wieder diesen gleichen Vers aufsagen: [“Wir pflegten vormals zu Ihm zu beten. Er ist der Gütige, der Barmherzige.“] (52:28). Ich schämte mich vor mir selbst.“

 

 

Ihre Almosenabgaben

 

Habt ihr die zahlreichen Aspekte gehört, die Asmaa schaffte? Wir sahen, wie sie im siebenten Monat schwanger, dem Propheten (s) beistand und die Überlieferungen vom Propheten (s) erzählte, und wie sie bei der Anbetung gegenüber Allah wirkte. Ich werde euch die vierte Eigenschaft von ihr zeigen. Sie war sehr freigiebig. Es wurde sogar gesagt, dass die freigiebigsten Frauen, die die Geschichte je gekannt hatte, die beiden Geschwister A’ischa (r) und Asmaa (r) waren. Aber sie waren in ihre Freigiebigkeit unterschiedlich. Die Ausgaben von A’ischa (r) unterschied sich von den Ausgaben von Asmaa (r). A’ischa (r) hatte jede Geldmünze gespart und gesammelt bis es eine große Summe wurde und sie damit Almosen gab. Asmaa (r) jedoch ließ zu Hause nichts stehen, außer dem Abendessen. Der Rest wurde für Allahs Willen ausgegeben.“

 

Die Hilfe zu ihrem Ehemann

 

Trotz dieser vielen erstaunlichen Eigenschaften über Asmaa, war sie nicht nachlässig in ihrem Haus. Zubair, Asmaas Ehemann, hatte ein Ross. Asmaa (r) wusch und fütterte es. Sie knetete den Teig und trug dann die Dattelkerne zu Zubairs Land, um ihm dort zu helfen.

 

Der schwierige Ausgleich

 

Wir können daraus erzielen, dass sie eine erstklassige Hausfrau war. So frage ich euch Brüder, wie hat sie es geschafft das alles unter einen Hut zu bringen? Und das bringt mich dazu noch einmal die Frauen zu fragen. Ist es so, dass wenn eine Frau erfolgreich in der Gesellschaft ist, sie dann in ihrem Haus und in der Erziehung ihrer Kinder scheitert? Eine Frau sagte einmal: „Ich erziehe meine Kinder, aber ich kann nicht arbeiten.“ Eine andere Frau arbeitet, lässt aber ihre Kinder im Stich, weil sie keine Zeit für sie hat. Wie hat es Asmaa geschafft das alles zu vereinigen? Können unsere Frauen das auch schaffen und Erfolg haben in diesem Ausgleich? Und wieso wird immer gesagt, dass die Frau es nicht schafft, in zwei Sachen gleichzeitig Erfolg zu haben?

 

Ich frage die Frauen, wie schafft es eine Frau zwischen zwei Sachen in ihrem Leben zu koordinieren? Oder kann die Frau nur in einer Sache in ihrem Leben Erfolg haben?

 

Eine der Anwesenden antwortete: „Gott sei Dank, ich war ein sehr verwöhntes Mädchen, alles was ich wollte habe ich auch bekommen, dazu kam, das ich sehr an meiner Mutter hing. Als ich in meinem zweiten Studienjahr war, ist sie plötzlich verstorben, so habe ich die Verantwortung für meinen Vater übernommen, das Kochen natürlich mit eingeschlossen, und obwohl meine Fakultät sehr weit war, und ich im ersten und im zweiten Jahr die Note “Befriedigend“ bekam, habe ich im dritten und vierten Jahr ein „Sehr gut“ bekommen. Ich bin stolz darauf, denn zu Lebzeiten meiner Mutter, habe ich immer nur ein “ Befriedigend“ bekommen, und ich wusste nicht einmal, wie man eine Tasse Tee macht, aber nachdem meine Mutter gestorben ist, habe ich mich zu einem starken Menschen verändert. Ich bin mittlerweile sehr erfolgreich in meiner Gesellschaft geworden, sowohl in meinem Studium, als auch in meiner jetzigen Arbeit, denn ich habe Gott sei Dank mein Studium mit einem “Sehr gut“ abgeschlossen.

 

Bruder Amr sagte, dass sehr viele Mädchen nichts Wichtigeres im Kopf haben, als vor dem Spiegel zu stehen und sich hübsch zu machen. Sie suchen nicht nach einem Erfolg in ihrem Leben. Deswegen sitzen sie im Haus ihrer Eltern für zehn Jahre und an dem Tag an dem sie heiratet, weiß sie nicht einmal wie sie ihren Mann bekochen soll.

 

Die Ursache liegt bei der Freizeit

 

Der Erfolg von Asmaa (r) in den vielen Bereichen ihres Lebens, fasziniert die Mädchen die uns jetzt zusehen. Wieso bist du nicht auch so erfolgreich in mehreren Bereichen? Wieso lernst du nicht mit dem Computer umzugehen oder eine andere Sprache? Oder lerne das Autofahren? Das alles ist keine Schande und es ist auch nicht gegen den Islam. Ich habe Angst, dass die Mädchen zu viel Freizeit haben, um andere wichtige Dinge zu vernachlässigen. Wir alle hören von der Geschichte der Frau des A’ziz, also die Geschichte von Josef. Habt ihr die vielen Sünden gesehen, die diese Frau begangen hatte, angefangen mit “Komm zu mir“, bis zum verschließen der Tür, und allem anderen. Wisst ihr wieso sie das alles gemacht hatte? Weil sie nicht beschäftigt war. Das Schlimmste für eine Frau ist, wenn sie nichts zu tun hat. Wir wollen, dass ihr beschäftigt werdet!

 

Wir haben gesehen, was “Das Nichtstun“ der Frau des A’ziz gebracht hat, wie es in der Sure von Josef erzählt wird:[Und einige Frauen in der Stadt sagten: ""Die Frau des Al-'Aziz verlangt von ihrem Burschen die Hingabe gegen seinen Willen; sie ist ganz verliebt in ihn...“] (12:30), denn sie haben zu viel Freizeit, und als sie von ihrer Tücke gehört hatte, lud sie die Frauen ein, und bereitete ihnen einen bequemen Sitzplatz vor. Ist das nicht alles ein Beweis für ihre freie Zeit? Und dann im nächsten Vers: [.....und gab einer jeden von ihnen ein Messer.....] (12:31),  denn das hat sie alles geplant, [.... und sagte (zu Yusuf): "Komm heraus zu ihnen.....] (12:31),  [.....Als sie ihn sahen, bestaunten sie ihn....] (12:31)

 

 

Das Mädchen, das zuhause sitzt und nichts zu tun hat, der sag ich: „Es ist besser, dass du einen Teil des Korans auswendig lernst, und die Geschichte des Propheten (s) lernst. Lerne auch eine andere Sprache. Beschäftige dich auch mit dem Computer und Internet, damit du auch einen virtuellen Verstand hast, denn das ist besser als einfach nichts zu tun. Ohne eine Arbeit und ohne einen Wert im Leben, beginnt der Teufel dich zu den Sünden und den Missetaten zu verführen.

 

Ich frage immer noch die anwesenden Damen, ob sie irgendein Kommentar über die Geschichte von Asmaa geben wollen?

 

Eine der Anwesenden Damen sagte: „Friede sei über euch. Ich möchte etwas über den Erfolg im beruflichen Leben sagen. Der Erfolg muss zuhause und in der Arbeit sein. Ich führe das dahin zurück, was wir in unserer Rolle nicht genau kennen, denn die Frauen sind entweder unabhängig und erfolgreich in ihrem Beruf und lassen das Haus hinter sich, oder sie sitzen zuhause und denken, dass sie so das Richtige tun. Ich finde, dass die Rolle jeder Frau ist, ein besseres Bild vom Islam und den Frauen zu zeigen. Die Frau sollte ein Vorbild sein und sollte versuchen, in allen Bereichen Erfolg zu haben und in jedem Platz, an dem sie ist, einen Wert zu geben.

 

Amr Khaled antwortete: Lasst uns weiter machen mit der Geschichte von Asmaa (r) und ihren fünfundsiebzig Lebensjahren, in denen sie in sehr vielen Bereichen Erfolg hatte. Wir finden ja eigentlich viele Frauen, die nicht zwischen zwei Sachen gleichzeitig koordinieren können, oder nicht einmal im Stande sind irgendetwas zu tun.

 

Asmaa (r) hat auch ein paar Aussagen des Propheten (s) weiter erzählt. Und sie war auch sehr großzügig. Ihr werdet sie die ganze Nacht mit nur einem Vers beten sehen. Sie war es auch, die den Propheten (s) beistand. Sie wurde “die mit den zwei Gürteln“ genannt, als sie den Propheten (s) verteidigte. Sie hatte auch in ihrem Haus geknetet, das Pferd ihres Mannes gepflegt und die Dattelkerne zu seinem Land getragen. Sie ist einfach eine komplette Frau, erfolgreich in allen Bereichen, und das ist es, was uns der Islam auch lehrt.

 

Die Gefährten haben sich auch nicht geschämt ihre Sprüche weiter zu erzählen, denn sie wussten, dass Asmaa (r) eine Frau mit einem großen Wert in der Gesellschaft war.

 

Kommentare der Anwesenden

 

Einer der Anwesenden fragte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Weshalb ist der Prophet (s) nicht Asmaas Mann geworden, obwohl sie älter war als A’ischa?

 

Amr Khaled antwortete: „Es gibt eine Information, womit ich dir antworten kann. Der Prophet (s) sagte in einer seiner Überlieferungen, erzählt vom Buchari: „Gabriel kam zu mir und in seiner Hand war eine grüne Frucht in der das Bild von A’ischa war und er sagte mir, dass das meine Frau sein wird.“  Das bedeutet, dass die Heirat des Propheten (s) mit A’ischa ein Befehl von Allah war. Die andere Sache ist, dass Asmaa (r) zum Zeitpunkt mit Zubair Ibn Al-A’uam entweder verlobt oder schon verheiratet war, also war das auch schon kein Thema.“

 

Einer der Anwesenden sagte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Der Muslim sollte erfolgreich sein in seinem Leben aber gleichzeitig auch religiös sein. Ich gebe hier meine Mutter als Beispiel. Sie ist eine gute Lehrerin und sie war auch in ihrem Haus erfolgreich, denn auch mein Vater bestätigt das. Aus ihren Kindern sind ein Ingenieur und eine Anwältin geworden. Sie hat uns, Gott sei Dank, das Beten gelehrt, als wir noch klein waren. Sie ist auch jetzt noch in ihrem beruflichen Leben und in ihrem Haus erfolgreich, da der Islam die Religion der Arbeit und des Strebens um Bemühungen ist. Die Frau strengt sich in ihrem Haus und außerhalb des Hauses an, und wenn der Mensch sich an seine Arbeit hält, bedeutet das, dass er sich an seine Religion, den Islam, hält.

 

Amr Khaled sagte: „Gott möge dich belohnen. Das ist ein Beispiel für Mütter, die es wirklich geschafft haben in mehreren Bereichen Erfolg zu haben, denn wir haben Angst davor, dass die Frauen zuviel Freizeit haben, oder dass sie keinen besonderen Stellenwert besitzen. Entweder du arbeitest hart für deine Religion oder du arbeitest hart in deiner Welt, aber achte darauf deine Religion nicht zu verlieren.“

 

Eine der Anwesenden berichtete: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Immer wenn wir über die Frauen sprechen, reden wir über jene Bereiche, die sie nicht vollbringen. Wir sagen, dass sie sehr emotional sind, und dass sie schnell vergessen, aber wir dürfen nicht vergessen, dass Allah ihnen Fähigkeiten und Eigenschaften gegeben hat, die ihr dabei helfen, die Last zu tragen, und dass sie in zwei verschiedenen Bereichen kämpfen müssen, nämlich innerhalb und außerhalb des Hauses. Die Geduld der Frau ist manchmal größer als die von mehreren Männern. Außerdem hat sie eine Widerstandsfähigkeit, die sie erträgt, nämlich Schmerzen, die manche Männer nicht ertragen können. Sehr viele Frauen können sich auf zwei Sachen gleichzeitig konzentrieren, während der Mann es bevorzugt, sich nur auf eine Sache zu konzentrieren. Und ich wünsche von jeder Frau in sich zu horchen und diese Fähigkeiten aus sich heraus zu holen, um diese Balance zu schaffen.“

 

Amr Khaled sprach: „Gott möge dich belohnen. Ich möchte über zwei Punkte reden, über die noch niemand geredet hat und die sehr schön sind. Das Erste ist die Großzügigkeit von Asmaa (r). Sie hatte nie etwas für den nächsten Tag gelassen, also wieso geben wir nicht unser Geld für Allah aus? Wir lassen das, was uns für den Abend satt macht und den Rest geben wir aus. Ich weiß, dass wir es auf diese Weise nicht machen können. Aber liebt eigentlich jemand die freiwillige Spende? Jeden Tag gehst du mit 3 oder 5 Dinar in deiner Tasche hinaus. Das ist das Geld für die Spende, und diese Dinars werden in die Tasche jener gesteckt, die kein Geld haben, und das Beste ist, wenn es Kleingeld ist, da kannst du während deines ganzen Weges das Geld hergeben.“

Der Wert der Spende

 

Wenn ihr, meine lieben Geschwister, den Wert der Spende wüsstet, würdet ihr Asmaa (r) nachahmen. Der Prophet (s) sagte: „Hütet euch vor dem Feuer, und sei es mit einer halben Dattel.“ Das bedeutet, dass du eine Dattel halbierst. Die eine Hälfte isst du, weil du Hunger hast und essen willst. Die andere Hälfte spendest du. Und dies rettet dich vor dem Höllenfeuer. Was hält uns davon ab zu spenden und auszugeben, solange wir Geld haben? Dieser Gedanke ist sehr wichtig, das ist nämlich die Spende um Allahs Willen. Der Prophet (s) sagte: „In der Tat spendet ein Mann einen Dirham um Allahs Willen. Darauf lässt Allah, der Segensreiche und Erhabene, seine Spende wachsen, so dass er Allah am Tag der Auferstehung trifft und seinen Dirham so groß vorfindet wie den Berg Uhud.“ Seht ihr den Berg Uhud, wie groß und hoch dieser Berg ist? Und das bei einem einzigen Dirham. Wenn ein Mann oder eine Frau heute einen Euro spendet, trifft er oder sie Allah am Tag der Auferstehung und findet seinen oder ihren Euro so groß vor wie den Berg Uhud, denn Allah hat ihn für dich wachsen lassen. Warum spenden wir also nicht, meine lieben Geschwister?

 

Der Prophet (s) sagte: „Sieben (Arten von Menschen) wird Allah am Tage (der Auferstehung) beschirmen, an dem kein anderer Schatten außer Seinem Schatten sein wird. (Diese sind): (...) und ein Mensch, der im Geheimen so spendete, dass seine linke Hand nicht erfuhr, was seine rechte Hand gegeben hatte...“. Und das, weil er oder sie die Spende verheimlichen wollte. Wir müssen es uns deutlich vorstellen, dass heute unter den Zuschauern welche sind, die, so Gott will, am Tage der Auferstehung einen Platz im Schatten des Throns Allahs bekommen können. Auch du, indem du nach der Sendung herausgehst, nach einem Armen suchst, ihm eine Spende in die Hand drückst und wegeilst, bevor jemand dich sieht. Dann sagst du: „Alles Lob gebührt Allah. Wenn Gott will, ist mir ein Platz im Schatten des Throns Allahs am Tage der Auferstehung sicher.“ Das Handeln von Asmaa (r) bezüglich der Spende ist es wert, darüber nachzudenken.

 

Eine Zuschauerin bemerkte: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Ich möchte einen Kommentar über die Rolle der Frau in der Gesellschaft abgeben. Meiner Meinung nach muss die Frau ein Ziel haben. Das zweite ist, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: „Allah liebt es, dass jeder, der etwas erledigt, dies auch in bester Qualität macht.“ Wenn ich also ein Ziel habe und dieses Ziel mit meinem Bestmöglichen verfolge, dann werde ich garantiert sehr weit kommen und ein Gleichgewicht erreichen, das wir jetzt vermissen. Das Wichtigste ist also die Aufrichtigkeit und Perfektion, zusätzlich zur Spende: [Allah wird den Zins dahinschwinden lassen und die Mildtätigkeit vermehren...] (2:276) Dies sollten wir zu einem Prinzip unseres täglichen Handelns machen.“

 

Eine anwesende Zuschauerin im Studio machte folgende Bemerkung: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Ich möchte vor allem zum Thema Spende eine Bemerkung machen und allen hier anwesenden Schwestern sagen, und das auch aus persönlicher Erfahrung, dass Allah, der Segensreiche und Erhabene, in folgendem Vers sagt: [Wer ist es, der Allah ein gutes Darlehen gibt, damit Er es ihm um ein Vielfaches verdoppele?...] (2:245) Und ich persönlich, immer wenn es bei mir mit dem Geld eng wird und mir klar wird, dass das Geld nicht mehr bis zum Ende des Monats reicht, spende ich davon. Und schon schickt Allah es mir zurück, indem mein Arbeitgeber mir das Gehalt für einen Monat oder einen halben überweist, so dass ich mehr als die Spende wiederbekomme.

 

Amr Khaled erwidert: „Möge Allah dich belohnen. In der Tat erinnerst du mich an Abu Ad-Dahdah. Diesem Gefährten des Propheten (s) gehörte das schönste Feld Medinas mit 600 Dattelpalmen. Als er hörte, dass dem Propheten (s) folgender Vers offenbart wurde: [Wer ist es, der Allah ein gutes Darlehen gibt, damit Er es ihm um ein Vielfaches verdoppele?...] (2:245) sagte er: „O Gesandter Allahs, verlangt unser Herr von uns ein Darlehen? Der Prophet (s) sagte: „Ja.“ Er fragte: „Und er verdoppelt es uns um ein Vielfaches?“ Der Prophet (s) antwortete: „Ja.“ Er sagte: „Dann strecke deine Hand aus, o Gesandter Allahs.“ Der Prophet (s) streckte seine Hand aus. Abu Ad-Dahdah sagte: „O Gesandter Allahs, das Feld, welches mir gehört, gebe ich Allah als Darlehen.“ Darauf sagte ihm der Prophet (s): „Das ist ein gewinnbringendes Geschäft, Abu Ad-Dahdah.“ Danach ging Abu Ad-Dahdah nach Hause. Er rief: „Umm Dahdah (seine Frau),  Umm Dahdah! Das Feld habe ich Allah als Darlehen gegeben. Nimm das Kind und lass uns das Feld verlassen.“ Das Kind aß gerade eine Dattel aus dem Feld. Umm Dahdah steckte ihre Finger in den Mund des Kindes, holte die Dattel heraus und sagte: „Pfui, pfui, das Feld gehört Allah, das Feld gehört Allah!“ Habt ihr bemerkt, wie sie gehandelt hat? Sie hat nicht gewartet, bis er es ihr erklärt hat. Sie hat ihm auch nicht seinen Tag mit Meckern verdorben oder ihn ermahnt, dass er so etwas nicht wieder machen darf!

 

Ein Zuschauer macht folgende Bemerkung: „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Es ist sehr wichtig zu spenden. Wir wissen aber nicht, ob der Bettler auf der Straße die Spende verdient.“

 

Amr Khaled antwortet: „Wir meinen auch nicht, dass du deine Spende unbedingt den Bettlern geben musst. Aber wem gibst du deine Spende? Sicherlich wirst du jemanden finden, der diese Spende verdient und nötig hat. Du musst dich nur anstrengen, deine Spende für den besten Zweck zu geben.“

 

Asmaas Mutter

 

Wir kehren zurück zu Asmaa (r), der Tochter von Abu Bakr. Eines Tages befand sie sich in einer sonderbaren Situation. Als sie in Medina war, kam ihre Mutter, die noch Nichtmuslimin war, zu ihr zu Besuch. Sie hatten sich seit Asmaas Auswanderung nicht mehr gesehen. Nach Jahren empfing Asmaa (r) ihre Mutter, ließ sie eintreten und bat sie, auf sie zu warten, ohne sie richtig zu begrüßen oder zu umarmen. Sie ging hinaus und eilte zum Propheten (s). Sie sagte: „O Gesandter Allahs, meine Mutter ist zu mir zu Besuch gekommen, und dabei ist sie dem Islam abgeneigt. Soll ich ihr entgegenkommen, um die Verwandtschaftsbindung (zwischen uns) zu pflegen?“ Der Prophet (s) sagte: „Ja! Pflege die Verwandtschaftsbindung zu deiner Mutter!“ Daraufhin ging Asmaa (r) zu ihrer Mutter zurück und umarmte sie. Was haltet ihr nun von Jungen und Mädchen, die ihre gläubigen Eltern schlecht behandeln?

Der Prophet (s) befahl Asmaa (r), ihre Mutter gut zu behandeln, auch wenn sie Nichtmuslimin war. Wie ist es dann mit Müttern und Vätern, die Tage und Nächte lang wegen des schlechten Benehmens ihrer Kinder weinen? Ich sage es euch. Ihr hört es. Es wird aufgeschrieben, und am Tag der Auferstehung werden wir danach gefragt. Eine Träne, die eine Mutter aus Frust vergießt, weil ihre Tochter sie schlecht behandelt, kann sehr wahrscheinlich schlimmer für Allah (t) sein, als die Sünden von drei Jahren zusammen. Die Errötung des Gesichtes eines Vaters aus Zorn, weil der Sohn durchgefallen ist oder weil er trinkt, gleicht bei Allah (t) den Sünden von drei Jahren. Seid gewarnt, meine Geschwister, denn das schlechte Behandeln der Eltern ist sehr gefährlich!

 

Ich schicke durch diese Sendung eine Botschaft an jeden, der mich hört. Wenn es unter euch jemanden gibt, dessen Eltern auf ihn zornig sind: Wehe, du stirbst in dieser Lage. Und wehe, deine Eltern sterben, wenn sie auf dich zornig sind. Du darfst sie nicht einschlafen lassen, bevor du dich mit ihnen versöhnt hast. Denn bei Allah, solltest du oder sollten sie sterben, dann hat dich die Plage des Diesseits und des Jenseits getroffen. Ersuche noch heute das Wohlgefallen deiner Eltern. Du darfst sie nicht zornig auf dich einschlafen lassen. Denn dies gehört zu den Dingen, die Allah, den Segensreichen und Erhabenen, am meisten zornig machen.

 

Der Märtyrertod von Asmaas Sohn

 

Asmaa (r) wurde 100 Jahre alt. Ihr Sohn A’bdullah Ibn Az-Zubair war das erstgeborene Kind nach der Auswanderung nach Medina. Er wollte während der Herrschaft der Familie Marwans Kalif werden. A’bdulmalik Ibn Marwan schickte von Syrien aus eine Armee unter der Führung von Al-Hadschadsch Ibn Yusuf Ath-Thaqafi, um A’bdullah Ibn Az-Zubair zu töten. Al-Hadschadsch belagerte Mekka und schoss auf die Kaaba mit dem Katapult. A’bdullah befand sich in einer sehr schwierigen Lage. Es war sehr wahrscheinlich, dass er besiegt wird.

A’bdullah ging zu Asmaa (r), der Tochter von Abu Bakr, und sagte zu ihr: „Meine Mutter, ich befürchte, dass sie meine Leiche verstümmeln, nachdem sie mich töten.“ Asmaa (r)- mit ihren 100 Jahren - antwortete ihm mit der Charakterstärke von 100 Männern, so wie sie immer war: „Mein Sohn, gehe hinaus für die Sache Allahs. Schadet es denn dem Schaf nach dem Schlachten, sein Fell abzuziehen?“ Habt ihr je eine Mutter gesehen, die fähig war, solche Worte zu sprechen? Und mit dieser Stärke? Nachdem ihm seine Mutter gestärkt hatte, ging A’bdullah hinaus. Er wurde ermordet, als seine Mutter noch lebte. Er erfuhr einen schrecklichen Tod. Al-Hadschadsch Ibn Yusuf Ath-Thaqafi ließ seine Leiche sieben Tage lang aufhängen. Er ging dann von Schadensfreude erfüllt zu Asmaa (r). Er sagte zu ihr: „Hast du gesehen, was ich mit deinem Sohn gemacht habe?“  Ich kann es nicht nachvollziehen, wie er so etwas Asmaa (r), der Tochter von Abu Bakr antun konnte. Diese starke Frau erwiderte: „Ich sehe nur, dass du ihm sein Diesseits verdorben hast. Er hat dir aber dafür dein Jenseits verdorben.“ Kannst du dir vorstellen, solche Worte zu sprechen, wenn dein Sohn vor dir ermordet und aufgehängt werden würde? Al-Hadschadsch konnte nicht anders als sie erschrocken zu verlassen.

 

Asmaas Tod (r)

 

Am Ende ihres Lebens verlor Asmaa (r) ihr Augenlicht. Sie überlebte ihren Sohn A’bdullah, der sieben Tage lang aufgehängt wurde. Am achten Tag wurde er heruntergelassen. Und genau an diesem Tag starb sie. Sie wurde in Medina beerdigt, und ihr Grab existiert bis heute im Al-Baqi`[8].

 

 

Die Lehre dieser Geschichte

 

Dies ist die Geschichte eines hundertjährigen Kämpfens und Gebens für Allah, den Segensreichen und Erhabenen. Und du? Wie viele Jahre deines Lebens bist du bereit, für Allah, den Segensreichen und Erhabenen, zu geben? Ihr Sohn starb vor ihren Augen. Seine Leiche wurde nach seinem Tod verstümmelt. Sie verlor ihr Augenlicht. Sie war geduldig mit ihrer Mutter, die Nichtmuslimin war. Sie pflegte ihren Mann Az-Zubair Ibn Al-A’uam. Sie überlieferte viele Hadithe[9] des Propheten. Sie hat sich für die Sache Allahs angestrengt und hat den Beinamen „Asmaa der beiden Gürtel“ bekommen und vieles mehr. Wo sind nun unsere Frauen? Ist es möglich, dass unter uns Frauen hinausgehen, die Asmaa Bint Abi Bakr (r) als Vorbild nehmen und gewillt sind, in allen Bereichen des Lebens erfolgreich zu sein? Die keine Versagerinnen sein wollen und sich vornehmen, ihre Kinder erfolgreich zu erziehen, sodass sie Männer wie A’bdullah Ibn Az-Zubair hervorbringen? So würden sie ihre Aufgabe im Leben erfüllen und zufrieden mit sich selbst auf Allah treffen. Wärst du aber so standhaft wie Asmaa Bint Abi Bakr (r), als sie zu ihrem Sohn in dieser schwierigen Situation sprach? Gibt es unter uns Frauen, die ihre Söhne zu richtigen Männern erziehen? Viele Frauen heutzutage bringen ihren Söhnen bei, wie sie Mädchen anmachen. Sie ermutigen sie sogar dazu. Andere Frauen verziehen ihre Kinder. Aber, dass sie ähnlich wie Asmaa (r) handeln? Ich wünschte, sie würden es tun.

 

Ich hoffe, dass einige Frauen unter uns solche Männer wie A’bdullah Ibn Az-Zubair auf die Welt bringen und sie zur Anstrengung für die Sache Allahs ermutigen. Ich widme diese Geschichte unseren Müttern in Palästina, die ihre Jugend und ihre Kinder für die Sache Allahs opfern. Ich sage ihnen: Kümmert euch nicht um eure verstorbenen Kinder, denn sie sind Märtyrer. Und schadet es dem Schaf, dass sein Fell nach dem Schlachten abgezogen wird?

 

Das war die Geschichte von Asmaa (r). Ich hoffe, dass sie euch gefallen hat und dass sie nützlich für euch sein wird. Ich sage das und bitte Allah für mich und für euch um Vergebung. Allahs Friede, Erbarmen und Segen auf euch.

 


 

[1] radya Allahu a’nha: Allahs Wohlgefallen auf ihr. Wird der Erwähnung der Namen der Mütter der Gläubigen beigefügt.

[2]  Salla-l-lahu alaihi wa sallam: salla-llahu 'alaihi wa sallam: Allah segne ihn und schenke ihm Heil.Segensformel, die nach koranischer Aufforderung (vgl. 33:56) für den Propheten Muhammad gesprochen werden soll. Nach islamischer Tradition wird dies vor allem regelmäβig bei der Erwähnung des Propheten getan.

[3]  Sahabas: Bezeichnung für die Muslime, die mit dem Propheten Muhammad lebten bzw. ihm persönlich begegneten. Sie überlieferten die Sunna.

[4]  Uhud: Ort bei Medina, wo 625 der zweite der Kämpfe zwischen Mekkanern und Muslimen stattfand (3:149). Die Muslime erlitten große Verluste, weil manche von ihnen die Anweisungen des Propheten (s) nicht befolgt hatten und ihre Plätze frühzeitig verließen, um Beute zu machen.

[5]  Aschhadu an la illaha illa Allah, wa aschhadu anna Muhammda rasulu Allah: Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.

[6] Hidschra: Auswanderung des Propheten Muhammad (s) von Mekka nach Medina im Jahr 622. Die Islamische Zeitrechnung beginnt mit diesem Jahr (622 ist das Jahr 1 der Hidschra).

[7]  Asmaa (r) erhielt den Beinamen „Asmaa der beiden Gürteln“ (arab. zat nitaqain), weil sie Nahrung für den Propheten (s) und ihren Vater in ihren Gürtel einwickelte und darüber einen zweiten Gürtel anlegte, damit die Verfolger von Mekka es nicht merkten, und die Nahrung zu ihnen schmuggelte, während sie au der Flucht waren.

[8] Al-Baqi`: Friedhof in Medina, auf dem die meisten Gefährten und Prophetenfrauen (r) begraben wurden.

[9] Hadith: Bericht, Bezeichnung für die Berichte, in denen die Lebensweise des Propheten (s) überliefert wurde.

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تعليقات الزوار
ميرال عكاشه2007-10-09
تحرى الدقه
السلام عليكم و رحمة الله و بركاته :



فى النسخه الالمانيه مذكور امهات المؤمنين و مكتوب رقم 13 السيده اسماء بنت ابى بكر و هذا بالطبع خطأ حيث ان السيده اسماء زوج الزبير ابن العوام و ليست ام من امهات المؤمنين برجاء تصحيح الخطأ و جزاكم الله خيرا

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