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Umfrage zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Teil 2
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SUNNAA’ AL-HAYAT

Lebensgestalter

Umfrage zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Teil 2

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Allahs Segen und Heil auf dem Propheten Muhammad.

Willkommen, es geht weiter mit dem Programm der Lebensgestalter. In der letzten Folge haben wir über ein nationales Projekt gesprochen, das wir für unsere Länder beginnen möchten, und wir haben versichert, dass wir alle mitmachen wollen. Wir haben gesagt, dass wir durch dieses Projekt unsere Jugend ermutigen wollen, kleine Projekte zu starten. Wir wollen sie dazu bewegen, produktiv zu sein. Wir haben gesagt, dass wir für den Erfolg der Jugend in diesen Projekten zunächst die Hilfe der ganzen Welt brauchen. Dazu haben wir mit einer Umfrage begonnen. Wir müssen die Meinung Hunderttausender Jugendliche, Väter und Mütter einholen, um zu erfahren, ob die Jugendlichen bereit wären, kleine Projekte auszuprobieren oder ob sie lieber auf eine Arbeitsstelle warten wollen.

Wir wollen, dass die Anzahl der Teilnehmer zwei bis fünf Millionen erreicht, damit wir der ganzen Welt eure Stimmen präsentieren und an alle Türen der Welt klopfen können, um zu sagen: Die Jugend dieser Region ist bereit zu arbeiten, und sie ist nicht, wie ihr glaubt, desinteressiert, sondern es ist eine Jugend, die das Gesicht der Erde ändern will, aber sie braucht dabei Hilfe.

Es sind fünf bis sechs Tage vergangen seit der letzten Folge, und wir haben bis jetzt 350.000 Stimmen u.a. über das Internet, Telefon und Fax gesammelt bekommen, und die Umfrage läuft weiter für die nächsten zwei, drei Wochen, bis wir eine Million oder mehr erreicht haben. Ich bin optimistisch, trotz allem, was viele sagen. 350.000 ist eine Zahl, die Gutes verspricht. Sie alle haben ihre Stimme abgegeben, und das bedeutet, dass die Mehrheit der arabischen Jugend vom Schweigen erwacht ist und begonnen hat, ihre Meinung zu äußern. Ich freue mich über die Arbeit, die in der letzten Woche von den Lebensgestaltern, Jugendlichen und Bürgern aus der arabischen Welt geleistet wurde.

Ein Mann erzählte mir, dass seine fünfzigjährige Mutter die Umfrage an die Nachbarn, Verwandten und Arbeitskollegen verteilt hat. Das ist großartig. An den Universitäten in Kairo haben Studenten die Umfrage in den Hörsälen verteilt. Sie haben 16.000 Stimmen aus den verschiedenen Fakultäten gesammelt. Sie sagen, dass sie in die Hörsäle gegangen sind und die Umfragebögen an die Studenten verteilt haben, egal ob sie die Folge gesehen hatten oder nicht. Und einer erzählte sogar, dass er 80 Bögen verteilt hat und 120 zurückbekam, weil einige den Bogen ihrerseits an andere verteilt haben. Solch ein Jugendlicher ist nicht damit einverstanden, dass von ihm behauptet wird, er sei desinteressiert. Also nahm er die Umfrage, verteilte 80 Bögen und bekam 120 zurück. Es gibt Leute, die die Umfrage im Bus oder im Internet über die verschiedenen Foren verteilt haben. Es gibt Leute, die SMS verschickt haben, und andere, die zu Tankstellen gegangen sind und dort die Umfrage verteilt haben. Mahasen aus dem Irak hat Behinderte aufgesucht und ihnen gesagt, dass auch sie daran teilnehmen müssten, und sie hat ihre Stimmen gesammelt. Menschen im besetzten Palästina haben einen großen Bildschirm aufgestellt, die Folge präsentiert und 400 Fragebögen an die Menschen, die sich um sie scharten, verteilt.

Ein 7 jähriges Mädchen namens Rim aus der Provinz Tanta in Ägypten hat alleine fünfzig Stimmen gesammelt. Sie ist zum Sportverein gegangen und hat die Umfrage dort an die Mitglieder verteilt. Sie hat mit ihnen über die Jugendlichen, die kleine Projekte machen wollen, geredet und hat damit 50 Stimmen gesammelt. Die Anzahl ist nicht das Entscheidende, es gibt Menschen, die 16.000 gesammelt haben, und andere haben 50 gesammelt. Wichtig ist, dass ihr daran teilgenommen und euch für die Sache eingesetzt habt.

Was mich auch gefreut hat, ist eine Gruppe von christlichen Jugendlichen, die sagen, dass das Thema der kleinen Projekte ein nationales Anliegen sei. Und sie haben uns geschrieben und bei der Stimmensammlung für die Lebensgestalter teilgenommen. Ich freue mich über all das und habe das Gefühl, dass die Jugend sich eingesetzt und begonnen hat, ihre Meinung zu äußern. Was mich auch gerührt hat: Ein Mädchen aus der Provinz Isma’ilia in Ägypten hat die Umfrage genommen und Verkäufer auf der Straße aufgesucht, die nicht lesen und schreiben können. Und sie hat ihnen den Inhalt erklärt, sie um ihre Meinung gefragt und ihre Stimmen gesammelt.

Nach diesen kurzen Worten über die 350.000 Stimmen, die wir bisher gesammelt haben, möchte ich noch mitteilen: Es steht uns noch viel Arbeit bevor, und die Umfrage läuft in der kommenden Woche weiter. Aber lasst mich euch etwas fragen: Weiß jemand von euch, wie eine Veränderung im Leben der Nationen und Völker geschieht? Wie ändert sich das Leben? Wie soll sich eine Nation, die eine Phase des Abstiegs erlebt hat, auf ein würdiges und gutes Leben umstellen? Wisst ihr, wie eine Umstellung und ein Wechsel im Leben der Völker, ja sogar auf der ganzen Welt geschehen soll, wenn die Länder eine Phase des Abstiegs durchmachen, wenn Nachlässigkeit und Desinteresse, Unheil und Bestechung, Niedergang der Moral, Fehlen der Arbeitsbereitschaft, Unwissenheit, Analphabetismus und Arbeitslosigkeit vorliegen? Abstieg auf allen Gebieten: auf dem Gebiet der Politik, des Soziallebens, der Gesundheit, der Bildung, des Intellektes, des Sports und der Kultur. Überall ein Abstieg, wobei das Unheil sich weiterhin ausbereitet. Der Reichtum nimmt übermäßig zu, und gleichzeitig steigt die Armut kontinuierlich an.

Aufgrund dieses Niedergangs kommt es zu dem, was Allah sagt: [Wenn wir eine Stadt zugrunde richten wollen, lassen wir die in Saus und Braus lebenden Genussmenschen die Oberhand gewinnen und Untaten begehen, so dass sie die Strafe verdienen. Dann vernichten wir sie ganz und gar.] (17:16) Das ist der erste Teil. Also was wird passieren? Die Vernichtung wird herab gesandt, und wieso? Weil der Niedergang überall zu finden ist, aber das Unheil die Erde nicht einnehmen darf, denn sie ist die Erde Gottes. Sie wäre also vernichtet worden, aber Gott mit Seiner Gnade gibt der Erde eine Chance. Wieso? Weil Er die Erde und die Himmel erschuf, wie der Prophet (s)1 sagte: „Als Allah Erde und Himmel erschuf, schrieb Er oberhalb des Throns: ,Meine Gnade geht meiner Wut voraus’.“ Die Erde hat die Vernichtung zwar verdient, aber Allah mit Seiner Gnade hütet sie. Und wie? Allah wird Menschen schicken, die Gutes tun, und hier passiert die Umwandlung. Menschen, die Reformen auf der Erde initiieren, sind meistens Jugendliche und Frauen. Sie reformieren, indem sie Ungerechtigkeit, Unheil und den Abstieg bekämpfen. Sie bekämpfen den Niedergang der Moral, die Arbeitslosigkeit und den Analphabetismus. Ein Kampf von Seiten der Religion und des Lebens, und es geschieht, was Allah sagt: [... Wenn Allah es nicht so einrichtete, dass die guten Menschen die Bösen verdrängen und dass die Bösen einander bekämpfen, wäre die Erde voller Unheil ...] (2:251) Es hätte die Vernichtung eintreten sollen, aber Allah schickt die Reformer, die den Abstieg verhindern. So hütet Allah die Erde mit Seiner Gnade, und es geschieht, was Allah sagt: [Dein Herr würde niemals die Städte zu Unrecht vernichten, wenn ihre Bewohner Gutes tun.] (11:117) Das Projekt der Lebensgestalter und was wir hier machen ist ein Weg zum Kampf gegen den Abstieg, ein Beitrag zur Behütung unserer Erde.

Darf ich euch etwas fragen? Wird dieser heutige Moment in die Geschichte eingehen? Wer wird siegen? Wer übernimmt die Führung in den kommenden Jahren? Das Unheil oder das Gute? Ich sage euch: Es ist Zeit für eine Umgestaltung. Ich glaube - und das gibt mir Hoffnung - dass der Zyklus des Unheils vollendet ist und heute eine neue Seite in der Geschichte dieser Region aufgeschlagen wird. Die Reformer kommen, und in dieser Sendung der Lebensgestalter rufen wir zu Reformen auf. Das schöne daran ist, dass diese Reform von einfachen Bürgern getragen wird. Von dir und mir, von einer einfachen Frau oder einem einfachen Jugendlichen, und nicht von außergewöhnlichen Menschen. Aber wieso von einfachen Menschen? Damit der Versuch wiederholbar ist, und weil Allah dieser Erde gnädig sein will, damit das Gute überwiegt. Denn wenn es die außergewöhnlichen Menschen wären, würden das nicht viele nachahmen können, und es entstünden keine Reformen. Die Reformer werden keine ungeheueren Leistungen erbringen, sondern normale, bescheidene Leistungen wie jene Frau, die 50 Umfragebögen verteilt hat. Aber die Zunahme dieser kleinen Arbeiten ist erwünscht, damit sie wiederholt werden können und damit die Menschen sagen: „Das können wir auch“, und somit vermehrt sich das Gute. Das waren einige wenige Beispiele für die Leistungen einfacher Bürger in den vergangenen paar Monaten.

Wir haben im Programm der Lebensgestalter einige Projekte vorgestellt, und ich möchte euch über die Güte und die Leistungen dieser Personen berichten. Wir haben vor einigen Wochen die Errichtung von Gesundheitsforen vorgeschlagen. Ärzte und Jugendliche aus der ganzen arabischen Welt haben sich zusammengetan und wollen für die Gesundheit der Menschen sorgen. Eine schöne Überraschung war, dass die Gesundheitsforen in den verschiedensten arabischen Ländern entstanden sind. Die Lebensgestalter in Saudi-Arabien haben ein Forum „Die Laterne des Arztes“ mit dem Ziel erstellt, Menschen in ganz Saudi-Arabien über ihre Gesundheit aufzuklären. Sie haben das Projekt in Jeddah gestartet.

In einer der letzten Folgen habe ich über Medikamente gesprochen, und ich sagte, dass wir fähig sein sollten, die Inhaltsstoffe selbst zu produzieren, und dass wir die Forschung auf diesem Gebiet unterstützen müssten, anstatt Unmengen von Medikamenten zu importieren. Ich wurde überrascht mit der sofortigen Gründung zweier Foren bestehend aus Pharmazeuten und Universitätsprofessoren. Ein anderes Forum hat eine Schwester aus Syrien errichtet, sie heißt Imamah Al-Bustanah. In dem Forum wurde mit einem Projekt begonnen: „Mein arabisches Medikament“. Es haben sich viele Menschen, wie Tarek Radwan aus Ägypten und Dr. Nagham aus Saudi-Arabien, daran beteiligt. Sie wollen eine Firma zur Produktion von Medikamenten aufbauen. Sie haben angefangen, Universitätsprofessoren, Pharmazeuten und alle Interessenten in der arabischen Welt zu kontaktieren, um dabei zu helfen. Es wurde auch das Projekt „Die Hersteller des Medikaments“ begonnen. Eine Gruppe von ca. 50 jungen Pharmazeuten aus Ägypten und Saudi-Arabien haben sich zusammengetan und dieses Projekt gestartet.

Es sind vielleicht kleine Versuche, aber sie sind wiederholbar, und das Gute breitet sich aus. Wenn ich euch ansehe, dann bin ich davon überzeugt, dass wir Erfolg haben werden. Wenn ich euch ansehe, wächst in mir die Hoffnung, und ich weiß, dass die Zeit für einen Neubeginn gekommen ist, und Allah sei gedankt, dass wir in dieser Zeit leben. Eine Seite im Geschichtsbuch dieser Region, die Gutes enthält, wird aufgeschlagen. Alles, was verlangt wird, ist, dass die Menschen aufwachen und Hand in Hand zusammenarbeiten. Wenn wir die Umfrage zur Lösung des Problems der Arbeitslosigkeit vorstellen und sagen, das ist der erste Schritt, wollen wir, dass Millionen daran teilnehmen, und zeigen, dass wir Erfolg haben werden mit der Bewältigung dieses schwierigen Problems.

Könnt ihr euch erinnern, wie wir über die Bepflanzung der Dächer der Häuser gesprochen haben? Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema so viel Interesse wecken und dass es ernst genommen würde. Ich war mir sicher, dass uns Gutes bevorsteht, aber ich habe mir nicht vorgestellt, dass es in diesem Ausmaß sein wird. Stellt euch vor, die pharmazeutische Fakultät an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Jordanien hat wirklich mit dem Projekt angefangen. Die Professoren und der Dekan haben die Studenten motiviert und dann gesagt: „Arbeitet, und wir werden euch unterstützen.“

An der medizinischen Fakultät an der Universität in Sanaa im Jemen wurde mit der Bepflanzung der Dächer begonnen. Ebenso in Syrien, an der technischen Fakultät der Universität von Halab und in fünf Schulen. Im Libanon haben die Lebensgestalter ein großes Meeting organisiert, damit man bei diesem Projekt teilnimmt. In Marokko haben drei Schulen und zwei Universitäten mitgemacht. In Ägypten wurde an der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Ain Shams mit der Bepflanzung der Dächer begonnen. An der Universität von Kairo wurde das Projekt vom Dekan genehmigt und der Beschluss an die ganze Universität verteilt. Ihr erinnert euch sicher noch an Dr. Maysaa, die sehr aktiv war und die Erlaubnis zur Bepflanzung von drei Universitäten bekommen hat. Wir haben über unsere Internet-Seite erfahren, dass die Dächer von über 500 Häusern in der arabischen Welt bepflanzt wurden. Das war ein kleiner Versuch, aber er ist wiederholbar.

Und das Beste kommt noch: Ein kleines Mädchen aus Jordanien, sie hat ihren Namen nicht erwähnt, sagte: „Unser Lehrer, der Direktor der Schule, hat vor der ganzen Schule einen Vortrag über kleine Projekte und die Bepflanzung von Dächern gehalten.“ Er hat Spezialisten kommen lassen, um die Schüler dafür zu trainieren, und es wurde den Schülern Hilfe und finanzielle Unterstützung zugesichert. Das Mädchen sagte am Schluss: „Es ist ein großer Onkel gekommen“ - das weist darauf hin, dass sie ein kleines Mädchen ist - sie sagte: „Er ist gekommen und hat uns die Geschichte von der Bepflanzung der Dächer mit Gemüse in Jordanien erzählt. Und wir haben uns, 50 Jungen und Mädchen, in die Liste eingetragen. Möge Allah uns helfen, gute Nacht, Onkel.“

Allen ist das Ausmaß der Katastrophe bekannt. Die Regierungen, die Völker und die Medien wissen es. Alle wissen, dass wir uns in einer Katastrophe befinden und dass diese täglich zunimmt. Die Flut übersteigt unsere Köpfe, und sie heißt Arbeitslosigkeit. Aber alle bevorzugen das Schweigen und meinen, es sei nicht notwendig, über das Problem zu sprechen, weil wir die Lösung nicht kennen. Aber wir dürfen nicht stumm bleiben, weil die Flut uns dann vernichten wird. Und wir müssen reden, bevor uns die Flut überschwemmt. Deshalb haben wir im Programm der Lebensgestalter den ersten Schritt getan und haben dieses Thema auf unseren Schultern getragen.

Wir wollen die ganze Welt aufrütteln und allen sagen: Rettet die Jugend dieser Region, bevor sie zu einem Vulkan wird. Die ganze Welt wird verlieren, wenn diese Jugend nichts produziert und nicht aus dem Teufelskreis der Arbeitslosigkeit heraus findet. Deswegen lassen wir die Glocken läuten und schreien mit erhobener Stimme: Wir brauchen eure Beteiligung an einem nationalen Projekt, damit wir dieser schweren Situation entkommen!

Die offiziellen Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Arbeitslosen 16 Millionen erreicht hat, und diese Zahl könnte noch viel höher liegen. 16 Millionen Araber finden keine Arbeit. Männer Anfang Zwanzig, Ende Dreißig oder Mitte Vierzig sitzen zu Hause und tun nichts. Diese Katastrophe besteht schon länger, aber sie wird schlimmer. Alle Zeitungen berichten täglich darüber, z.B. ein Bericht in der ägyptischen Zeitung Al-Ahram: Im Jahr 2013 werden 80 Millionen als arbeitslos gelten, d.h. wir nähern uns der Zahl von 80 Millionen Arbeitslosen. Wisst ihr, was für einen Anteil diese Zahl an der gesamten Bevölkerung der arabischen Welt ausmacht? Die Summe der Einwohner in der arabischen Welt ist ca. 280 Millionen. Was wird dann passieren?

Was war die größte Katastrophe in der Geschichte unserer Nation und der Geschichte der Muslime? Erinnert ihr euch an die Tataren? Soll ich euch daran erinnern, was sie gemacht haben? Aber was hat das mit unserem Thema zu tun? Nun, die Gefahren der Arbeitslosigkeit sind schlimmer als die größte Katastrophe, die wir bisher erlebt haben. Als die Tataren nach Bagdad kamen, ermordeten sie 3 Millionen Muslime. Jetzt sind es nicht 3 Millionen, sondern 80 Millionen, die am Leben sind, aber tot sein werden, wenn wir das Ausmaß des Problems nicht begreifen. Und wir müssen es begreifen, wenn wir einen Aufschwung erzielen wollen. Die Tataren ermordeten 3 Millionen, es wird auch von 2 Millionen oder einer Million berichtet. Es wird erzählt, dass Bagdad in einen Haufen von Leichen umgewandelt wurde, und die Leichen wurden in den Straßen gelassen, bis die Luft sich veränderte. Die Arbeitslosigkeit wird die Luft in unseren Ländern verändern. Sie wird unseren sozialen Stellenwert, unser Verhalten und unsere Moral verändern. Es ist eine gleichwertige Katastrophe, aber in Bagdad war der Tod schnell eingetreten, doch die Arbeitslosigkeit hingegen tötet in einer langsamen Art und Weise. Wenn du die Arbeitslosigkeit mit einem Ereignis vergleichen willst, das unsere Nation in früheren Zeiten erlebt hat, dann vergleiche sie mit der Pest, die jedes Land, das sie befiel, ausrottete. Und wenn du sie mit einem neuen Ereignis vergleichen willst, dann vergleiche sie mit dem Tsunami. Wie viele Opfer hat er gekostet? Die Opfer, die zusehen mussten, wie die Flut auf sie zukam. Könnt ihr euch vorstellen, wie schrecklich dieser Moment war? Wie sie zusahen, als die Flut kam, sie mitriss und sie darin ertranken? So ist es auch mit der Arbeitslosigkeit, auch wenn das Sterben durch Arbeitslosigkeit langsam geschieht und ein soziales, kein natürliches Ereignis ist, es ist das gleiche Ende. Deshalb sage ich, das Problem muss gelöst werden. Aber was ist die Lösung? Die Lösung ist, dass wir produzieren müssen. Wir produzieren überhaupt nicht. Wir müssen viele kleine Projekte aufbauen, damit die Jugendlichen arbeiten, zwei oder drei in jedem Projekt usw.

Ein Handelsprojekt, ein wirtschaftliches Projekt, ein Service-Projekt oder ein industrielles Projekt. Es muss nicht auf die Industrie und die kleinen industriellen Projekte beschränkt sein, sondern es kann irgendein kleines Projekt sein, damit die Anzahl der Beschäftigten steigt. Denn wir produzieren nicht und wir sind eine Last, die auf Kosten der Gaben lebt, die Allah uns geschenkt hat. Wir verwerten sie nicht, sondern wir nehmen sie nur und verbrauchen sie. Anders gesagt, wir leben auf Kosten des Erdöls, sei es direkt wie in der Golfregion oder indirekt wie im restlichen arabischen Raum, der auch vom Erdöl profitiert. Aber was machen wir, wenn uns das Erdöl ausgeht? Wird es ausgehen? Ja natürlich, deshalb laufen die Forschungsprojekte, und es werden neue Energiequellen zu Tage kommen wie Sonnen- und Windenergie. Das vorige Jahrhundert war das Jahrhundert der Kohle. Im 18. und 19. Jahrhundert war Kohle die Energiequelle. Es wurden Kriege wegen der Kohle geführt. Später spielte die Kohle keine Rolle mehr, und niemand suchte nach ihr. Es war Zeit für das Erdöl. Was werden wir tun? Ihr wisst, wenn wir das Erdöleinkommen vom Budget der arabischen Länder abziehen, sind wir in einer schlechteren Situation als die Hungernden in Afrika.

Rettet die Menschen! Die unumgängliche Lösung ist, dass die Jugendlichen anfangen, in kleine Projekte zu investieren. Was sind das für kleine Projekte? Es ist nicht schlimm, wenn wir das wiederholen. Je zwei oder drei Jugendliche starten ein Projekt und stellen fünf oder sechs Personen ein, oder sie arbeiten alleine. Der eine produziert ein kleines Produkt, der andere bietet einen Service an, und ein anderer arbeitet im Handelsgewerbe. Dann vermehren sich diese Projekte und breiten sich in unseren Ländern aus. Wir produzieren und exportieren, und wir werden selbständig. Sonst ist alles sinnlos, denn die Güter, die wir besitzen, werden ausgehen. Deshalb müssen wir den Anfang machen. Andere Beispiele für kleine Projekte sind kleine Schmieden oder Tischlereien. Handwerker können auch kleine Projekte aufbauen.

Darf ich euch ein Beispiel geben, das uns motivieren und unseren Willen stärken soll? Es gab einen Gefährten des Propheten (s), er hieß Abdullah Dhul-Bidschadein. Ich hatte euch diese Geschichte schon einmal in der Sendung Begegnungen mit den Lieben erzählt, aber heute möchte ich die Geschichte von einem anderen Blickwinkel aus erzählen. Dhul-Bidschadein liebte den Islam sehr. Sein Glaube war sehr stark. Er verließ seine Stadt, obwohl er dort ein reicher Mann war und ein gutes Leben führte. Er verzichtete auf das alles, um beim Propheten (s) zu sein, und zog nach Medina. Als er dort ankam, hatte er zerfetzte Kleider, denn sobald sein Vater von seiner Konvertierung erfuhr, nahm er seinem Sohn alles weg. Seht ihr die Liebe der Gefährten zum Propheten (s)? Der Prophet (s) sah seine Treue und lehrte ihn ein Handwerk. Dhul-Bidschadein zog wegen des Islam nach Medina, aber das alleine war nicht ausreichend. Er musste ein kleines Handwerk lernen. Dhul-Bidschadein arbeitete neben dem Propheten (s) in Medina, nachdem er seine Familie verlassen hatte. Er beherrschte seine Arbeit und war erfolgreich. Als der Prophet (s) nach Tabuk in den Krieg ziehen wollte, nahm er Dhul-Bidschadein mit, nicht damit er mitkämpft, sondern um den Kriegern mit seinem Handwerk zu helfen. Dhul-Bidschadein war damit aber nicht zufrieden und wollte mit den anderen Gefährten kämpfen. Aber der Prophet (s) meinte, dass Dhul-Bidschadein den Muslimen mit seinem Handwerk zum Sieg verhelfen würde. Als Dhul-Bidschadein einmal den Propheten (s) begleitete, sagte er: „Gesandter Allahs, bete für mich, dass ich heute als Märtyrer sterbe.“ Der Prophet (s) antwortete darauf: „Abdullah, unter den Dienern Gottes gibt es einen Menschen, der sein zu Hause für das Antlitz Allahs verlässt, Fieber bekommt oder von seiner Stute abstürzt, und er ist ein Märtyrer (und du wenn du die Truppe begleitest, gehst du für das Antlitz Allahs).“ Ich wünschte, die Jugendlichen würden diese Bedeutung verstehen. Mit seinem Handwerk rettete er die Nation. Habt ihr verstanden, was der Prophet (s) sagte? Märtyrer sind nicht nur diejenigen, die durch einen Schwertschlag oder eine Lanze sterben. Du könntest bei Allah ein Märtyrer sein, weil du zehn Menschen eingestellt und ein kleines Projekt aufgebaut hast, um dem Aufschwung der Nation zu dienen. A’bdullah hörte sich die Worte des Propheten (s) an und schwieg. Die Truppen marschierten in den Krieg und die Soldaten kämpften. Aber Dhul-Bidschadein war nicht unter ihnen, er blieb zurück, arbeitete an seinem Handwerk und diente damit den Kriegern. In einer Nacht erzählte Ibn Mas´ud: „In einer sehr kalten Nacht sah ich nach dem Propheten (s), aber ich konnte ihn nicht in seinem Bett finden. Ich wunderte mich, denn es war sehr kalt und dunkel. Ich sah nach Abu Bakr und konnte ihn nicht finden, ich sah nach Omar und konnte ihn nicht finden. Dann hörte ich ein Graben außerhalb des Zeltes. Ich verließ das Zelt und ging hinaus. Ich sah, wie der Prophet (s) in der Erde grub, während Abu Bakr und U’mar für ihn eine Laterne hielten.“ A’bdullah Ibn Mas´ud sagte weiter: „Als ich hinsah, erblickte ich den Propheten (s), wie er ein Grab schaufelte. Die Tränen liefen ihm über das Gesicht, und er sagte: ‚Euer Bruder Dhul-Bidschadein ist gestorben.’ Da sagte ich zu Abu Bakr und U’mar: ‚Ihr schaut zu, wie der Prophet (s) das Grab alleine schaufelt?’ Sie antworteten mir, dass der Prophet (s) es so wollte. Als das Grab fertig war, stieg der Prophet (s) in das Grab und legte sich hin. Danach streckte er  seine Hände zu Abu Bakr und U’mar und sagte zu ihnen: ‚Gebt mir euren Bruder.’ Er nahm ihn zu sich und legte ihn in das Grab. Ich habe die Tränen des Propheten (s) gesehen. Dann erhob er seine Hände zum Himmel und sagte: ‚Mein Herr, bezeuge, dass ich mit Dhul-Bidschadein zufrieden bin, so schenke auch Du, Herr, ihm Dein Wohlgefallen’.“

Ihr könnt die Liebe des Propheten (s) zu diesem treuen Handwerker erkennen. Ich widme diese Geschichte allen Jugendlichen, die studieren, den Handwerkern, den Frauen und allen, die den Islam lieben. Habt ihr das Ganze schon mal von dieser Seite betrachtet? Überbringt die Botschaft den Handwerkern und Arbeitern: Wir werden nicht auf eigenen Beinen stehen ohne die kleinen Projekte, denn uns bleibt nur noch diese Hoffnung. Es gibt keine andere Lösung, weil es schwierig ist, große nationale Projekte, die der Jugend und deren Potential von Nutzen sind, durchzuführen. Sehr viele von den großen Projekten in unseren Ländern hatten keinen Erfolg, und das ganze Geld ist weg. Zusätzlich steuert die Bildung nichts bei, es werden keine erfahrenen Personen ausgebildet, die dem Land nützlich sein können, deswegen wird das Loch immer größer. Die einzige Lösung sind die kleinen Projekte. Unsere Absicht sollte sein, dass wir die Arbeit, die wir tun, alleine für Allah machen.

Lasst uns mal den Westen anschauen: Wie hat er es geschafft, so einen Erfolg zu erzielen? Chanel begann mit einer Frau, die genäht hat. Könnt ihr euch vorstellen, dass Johnson & Johnson mit einer Person angefangen hat, die versucht hat, in einem Chemielabor ein Desinfizierungsmittel herzustellen? Und könnt ihr euch vorstellen, dass Cadbury mit einem kleinen Schokoladenhersteller begonnen hat?

Ich habe vor kurzem einen Film angeschaut mit dem Namen „Der Sieg der Studenten“. In diesem Film ging es um einige Studenten, die ihren Uni-Abschluss gemacht, danach aber keine Arbeit gefunden haben. Also haben sie entschieden, sich in einer Garage zu treffen. Sie haben ein paar Computergeräte gekauft und begonnen, damit zu arbeiten. Aus dieser Gruppe wurde dann eine der größten Computerfirmen der Welt namens Apple Macintosh. Das sind eigentlich Männer wie wir, wir haben genau so einen Verstand wie sie. Aber werden wir für immer unserem Verlust nachtrauern und denken, dass wir klein sind? Wann werden wir das alles los sein? Wir werden das alles nicht los werden, bis es unter uns Männer und Frauen gibt, die arbeitsfähig und auch arbeitswillig sind, um Erfolg zu haben. Also kommt, ihr Jugendlichen, wir müssen uns bewegen!

Es ist aber nicht nur der Enthusiasmus, den wir brauchen. Wir brauchen fünf Dinge:

 

  • Gute Ideen mit einem potenziellen Gewinnanteil
  • Geld
  • Gute Vermarktung
  • Training
  • Ein gutes Management

Die Rolle unserer Regierungen ist, dass sie die Ideen schaffen. Das ist der einzige Weg, um die Welt zu erobern. Denn wenn wir Ideen haben für Produkte, die einen hohen Gewinnanteil haben, werden sie billiger hergestellt, und wir können sie gut vermarkten. Wir brauchen die Mittel und das Training, wir brauchen aber auch die Hilfe unserer Regierungen. Sie müssen dazu beitragen, dass der Zoll und die Steuern im Sinne der Jugend sind und nicht im Sinne der großen Geschäftsleute. Weil wir diese fünf Dinge aber nicht haben, sind die kleinen Projekte in unserem Land erfolglos.

Wie können wir diese fünf Dinge vollbringen? Wir geben euch diese Umfrage, damit ihr uns helfen könnt, diese fünf Voraussetzungen zu erreichen, denn sie sind unser Traum und unsere Hoffnung. Wir möchten, dass es große Institute gibt, die sich um die Jugendlichen kümmern. Sie sollen die Jugendlichen mit diesen Dingen versorgen, damit sie anfangen können. Und bevor wir die Jugend als leichtsinnig bezeichnen, sollten wir uns selbst fragen, ob diese fünf Dinge vorhanden sind.

Die Frage ist, wie bekommen wir Ideen, an den wir einen potenziellen Gewinnanteil haben? Die Suche nach diesen Ideen sollte eine nationale Aufgabe sein. Hat die Möbelindustrie einen potenziellen Gewinn in Ägypten? Was sind das für Ideen, die einen potenziellen Gewinn in Marokko oder im Bahrain beinhalten? Wie finden wir die Ideen, die einen potenziellen Gewinnanteil haben? Wir wollen, dass das ganze zu einem nationalen Projekt wird, in dem Geld, Experten, Trainer und Vermarktungswege vorhanden sind. Das alles muss geschehen, ansonsten gibt es keine Lösung für die Arbeitslosigkeit.

Es ist, als ob ich den Traum vor mir wahr werden sehe. Ich sehe viele Städte in der arabischen Welt, in denen es kleine Projekte gibt. Ich sehe große Lehranstalten mit Experten, die die Schüler trainieren und ihnen beibringen, nach Ideen mit potenziellem Gewinn zu suchen. Ich sehe, dass die Medien, die Lieder und die Musikvideos die Jugend motivieren, nach solchen Ideen zu suchen. Ich sehe, dass die Schulen ihren Schülern diese Ideen beibringen. Habe ich euch nicht gesagt, dass es eine nationale Aufgabe ist? Ich sehe, dass es in den Städten Tausende von Fabriken und Werkstätten gibt, und ich sehe, dass unsere ganzen Produktionen exportiert werden. Könnt ihr das gleiche sehen?

Wie können wir die Welt bewegen? Können wir das bei den Lebensgestaltern schaffen? Natürlich brauchen wir Mittel dafür, und ich versichere euch, dass solche Institute keinen Nutzen daraus ziehen. Sie müssen die Jugendlichen unterstützen und nicht durch sie gewinnen. Auf diese Weise bewegt sich die ganze Welt. Wir können das alles nicht alleine schaffen, aber wir können die Welt wachrütteln durch diese Umfrage.

Alle denken, dass die Jugend achtlos ist und nicht arbeiten will. Man sagte mir, die Jugendlichen sind lieber auf den Straßen und in Cafés. Ich bin mir sicher, dass das nicht richtig ist, und ich bin mir auch sicher, dass die 350.000 Umfragen, die wir bis jetzt geschafft haben, erst der Anfang sind. Und, so Gott will, werden wir die Million schaffen, denn das sind eure Bemühungen. Diese Umfrage ist ein Weg, der Welt zu signalisieren: Wacht auf, bevor die Jugend sich in dieser Gegend zu einem Vulkan verwandelt, der die ganze Welt mit sich reißt.

Wir verlangen, dass das Ganze zu einer nationalen Angelegenheit wird, durch die wir der Welt sagen möchten, dass sie der Jugend helfen soll, damit sie die kleinen Projekte auf die Beine stellen können. Um ehrlich zu sein, unseren Ländern fehlt es an nationalen Projekten. Könnt ihr euch noch an Boris Jelzin erinnern, den früheren Präsidenten von Russland? Als er noch der Präsident war, habe ich in den Zeitschriften gelesen, dass Jelzin von seinem Volk verlangt hat, ein Nationalprojekt zu schaffen, das Russland retten sollte. Er hat sich nicht geschämt, vom Volk Hilfe zu verlangen, denn das ist keine Schande.

Suleiman Al-Farsy hat dem Propheten (s) ein Volksprojekt vorgeschlagen, damit sie Medina retten können. Er hat ihm vorgeschlagen, einen Graben zu schaufeln. Natürlich hat der Prophet (s) diese Idee nicht abgewiesen mit der Ausrede, dass er selbst eine Idee haben müsse. Er hat die Idee aber auch nicht als seine eigene ausgegeben. Nein, er hat seine Einwilligung gegeben, und dieses Projekt wurde durchgeführt. Und nachdem dieses Projekt erledigt war, stritten sich die Gefährten um Suleimans Hilfe. Die Auswanderer aus Mekka sagten, dass er einer von ihnen sei, und die Anhänger aus Medina sagten, dass er einer von ihnen sei. Da hat der Prophet (s) der Meinungsverschiedenheit ein Ende bereitet, indem er ihnen sagte: „Suleiman ist einer von uns, einer von unserer Familie .“

Das nationale Projekt, das wir unserem Land vorschlagen, sind die kleinen Projekte. Und dieses Projekt beginnen wir mit dieser Umfrage. Nachdem unsere Stimmen durcheinander waren, haben wir unsere Stimmen wieder zusammengefügt. Eine laute Stimme, um die ganze Welt wachzurütteln, das ist die Aufgabe der Umfrage.

Erinnert ihr euch noch an das Projekt mit dem großen Damm? Unser nationales Projekt in Ägypten. Ich will, dass die kleinen Projekte die Lösung des Arbeitslosigkeitsproblems werden und diese Umfrage zu einem nationalen Projekt wird, wie das Projekt mit dem Damm. Könnt ihr euch noch an den Bau des Dammes erinnern? Es war eine Angelegenheit von ganz Ägypten, aber die Mittel haben gefehlt. Die Weltbank wollte uns keinen Kredit geben, also haben wir den Suezkanal verstaatlicht. Dann hat der Krieg von 1956 begonnen. England, Frankreich und Israel haben versucht, in unser Land einzudringen, wir haben sie aber besiegt. Das Ergebnis war, dass wir dieses Projekt zu Ende geführt und diesen Damm fertig gebaut haben. Eine große Herausforderung, die wir überwunden haben.

Japan hat 40 Jahre lang probiert, durch kleine Projekte eines der mächtigsten Länder zu werden. Nachdem Japan von Ägypten gelernt hat, haben sie es geschafft, und das ganze Land, die Regierung, die Medien, die Bildung und das Gesetz, alle haben sich den Kleinprojekten zugewandt, bis Japan zu einem mächtigen Land wurde.

Werden wir auf dem jetzigen Stand verharren? Ich möchte euch etwas sagen, und ihr dürft mir deswegen nicht böse sein: Wir müssen eine Herausforderung annehmen, so wie die Ameisen. Ich meine es ernst. Ich erzähle euch eine Geschichte, die den Kindern in Indien erzählt wird. Diese Geschichte hat ein Insektenexperte geschrieben, und es tut mir leid, dass ich von euch verlange, wie Ameisen zu sein. Aber es ist die Wahrheit, wacht auf and lasst uns Millionen von diesen Umfragen sammeln. Diese Geschichte besagt, und sie ist wahr, dass Ameisen einen bestimmten Charakterzug haben: Die Ameise kann ohne Herausforderungen nicht leben. Man spricht von einer sehr großen Lebensmittelfabrik in Indien. In dieser Fabrik gibt es ein Lager, das Lebensmittel im Wert von mehreren hunderttausend Dollar enthält. Die Ameisen haben eine Kolonie in der Nähe dieses Lagers gebaut und begonnen, diese Lebensmittel anzugreifen. Alle Versuche, diese Ameisen zu vernichten, waren erfolglos. Dann haben sie einen Experten für Insekten geholt, der ihnen helfen sollte, und ihn gefragt, ob er diese Kolonie vernichten wird. Er antwortete ihnen: „Nein, denn wenn wir die Kolonie vernichten, dann werden sie eine neue aufbauen.“ Er hat also Zucker in der Mitte des Lagers aufgehäuft, und am nächsten Tag war der Zucker weg. Am darauf folgenden Tag hat er einen größeren Berg angehäuft und dieser war dann wieder weg. So ging es weiter, bis auf einmal nicht mehr der ganze Haufen weg war und danach immer mehr von dem Zucker übrig blieb. Schließlich blieb dann der ganze Haufen. Da hat der Experte gesagt: „Wenn ihr jetzt zu der Kolonie geht, werdet ihr keine einzige Ameise mehr finden.“ Wieso? Weil die Ameisen gegessen haben, bis sie satt wurden und ihre Lager alle aufgefüllt haben. Das hat dazu geführt, dass die Ameisen die Kolonie verlassen haben, um sich eine neue Kolonie mit einer neuen Herausforderung aufzubauen, weil die Ameisen ohne Herausforderung nicht leben können.

Ich frage euch, was ist das Beste? Nehmen wir diese Herausforderung an oder leben wir einfach unser einfaches und ruhiges Leben weiter? Ich schwöre bei Allah, dass die Herausforderung besser ist. Ich möchte auch daran erinnern, dass es bei den Ameisen genau so ist wie bei uns. Sie haben ein Problem mit der großen Bevölkerung und wenn sie nicht ständig herausgefordert werden, werden sie sich gegenseitig auffressen, weil es zu viele sind. Wisst ihr jetzt, wieso Allah die Sure, die am meisten über den Aufschwung spricht, „Sure der Ameisen“ genannt hat? In dieser Sure wird über das Königreich von Salomon gesprochen (und das ist das größte Königreich in der Geschichte) und die Ameisen gehören zu den kleinsten Lebewesen. Aber die Sure heißt „Die Ameisen“. Durch Herausforderung wird der Aufschwung erreicht. Und in Wahrheit schäme ich mich, von euch zu verlangen, wie Ameisen zu sein. Aber Leute, das ist eine Herausforderung! Werdet ihr sie annehmen?

Diese Umfrage ist das Zeugnis, mit dem du bezeugst, dass du bei dem Aufschwung mitmachen möchtest. Es kann sein, dass dieses Zeugnis dich am Tag der Auferstehung retten wird. Diese Umfrage ist nicht nur für die Jugend, nein, sie ist auch für die Experten, die Beamten, die Hausfrauen, die Mütter und Väter etc. Man muss nicht unbedingt alle Fragen beantworten. Jeder soll die Fragen beantworten, die ihn betreffen, auch wenn man am Ende nur ein oder zwei Fragen beantwortet hat.

Stellt euch mal mit mir diesen schönen Traum vor: eine Million ägyptische Jugendliche, eine Million algerische Jugendliche, eine Million saudische Jugendliche und eine Viertel Million libanesische Jugendliche. Für diese Menschen werden Einrichtungen erschaffen, um die Jugendlichen finanziell zu unterstützen, sie zu trainieren und um ihnen die Märkte zu öffnen. Dann beginnt jeder von ihnen ein Projekt mit zehn anderen. Könnt ihr euch vorstellen, dass 10 Millionen in Ägypten arbeiten, das gleiche in Algerien, Saudi-Arabien, Jemen, Libanon und Marokko? Ich schwöre bei Allah, auch wenn die Hälfte von ihnen keinen Erfolg haben wird, gibt es kein Problem. Es reicht nämlich, dass in jedem Land 5 Millionen Arbeit haben, diese 5 Millionen werden die restlichen Millionen schon aufrütteln. Das ist die Idee. Was ich sage, ist nicht unerreichbar, nein, es ist machbar. Natürlich muss der Staat diese Millionen dann unterstützen, und alle Energien müssen ihnen zur Verfügung gestellt werden. Ich sage nicht, dass es einfach ist, denn ich weiß, wie schwierig es ist, ich weiß, dass ich über eine landesweite Angelegenheit rede. Der Gesandte Allahs (s) sagt: „Wer seinem Bruder in einer Sache beisteht, dem steht Allah in dessen Sachen bei.“

Ich werde euch ein paar Fragen aus unserer Umfrage vorlesen:

 

  • Hast du zurzeit eine feste Anstellung? Ja oder Nein.
  • Falls du noch ein Student bist, erwartest du, dass du nach deinem Abschluss eine gute Arbeitsstelle bekommst?
  • Falls du nicht arbeitest, wer ist deiner Meinung nach in den nächsten zehn Jahren verantwortlich für die Beschaffung von Arbeitsstellen für dich und deinesgleichen?
  • Falls du ein Student bist und keine Arbeit hast, meinst du, dass die Suche nach einer Arbeit im Moment dein höchstes Ziel ist, eines deiner wichtigsten Ziele oder nur eines deiner Ziele?
  • Wenn du erfährst, dass die Arbeitslosenrate bei Jugendlichen mittlerweile 26,6% erreicht hat, denkst du, dass du auf eine Stelle warten wirst oder dass du mit einem privaten Projekt anfangen musst, mit der Bedingung, dass es eine Außenstelle gibt, die dich unterstützt, dich ausbildet und deine Produkte vermarktet? Oder bist du bereit, sofort ein Projekt zu starten und ein Handwerk zu lernen, mit oder ohne Hilfe?
  • Falls du ein Geschäftsmann bist und Geld besitzt, wärst du bereit, aus deiner eigenen Tasche Geld zu geben, um die jungen Leute finanziell zu unterstützen, damit sie kleine Projekte beginnen können und damit die Arbeitslosigkeit sinkt?
  • Falls du Erfahrung hast mit Ausbildung und Verwaltung, wärst du bereit, ein wenig dieser Erfahrung an die Jugendlichen weiterzugeben?
  • Falls du ein Elternteil eines Schülers oder eines Studenten bist, wärst du damit einverstanden, dass dein Sohn oder deine Tochter nach dem Abschluss des Studiums ein Kleinprojekt startet, anstatt auf eine  Arbeitsstelle zu warten?
  • Falls du einen Sohn oder eine Tochter an der Uni oder in der Schule hast, wärst du damit einverstanden, dass er oder sie nach dem Abschluss des Studiums einen handwerklichen Beruf erlernt?

Es sind 16 Fragen. Diese Fragen könnt ihr auf der Webseite www.amrkhaled.net finden. Ladet sie euch herunter, druckt sie aus und verteilt sie. Ich möchte den Lebensgestaltern danken für alles, was sie bis jetzt getan haben. Die nächsten drei Wochen sind ein Wettbewerb zwischen den verschiedenen Vereinen der Lebensgestalter, aber auch zwischen allen Menschen und Vereinen: Wer kann die meisten Umfragen sammeln und sie an uns schicken? Es gibt dafür eine Überraschung, und den Preis werde ich selbst überreichen. Bitte schickt wieder alle Umfragen, die ihr sammeln könnt, über die Webseite an uns, aber auch per Fax oder Post. Und ich möchte euch an den Spruch erinnern: Niemand, der hinter seinem Recht steht, verliert es. Das ist unser Recht und wir werden es auf jeden Fall bekommen. Unsere Nation zieht zurzeit alle Blicke auf sich. Was wir wollen, ist aber, dass die ganze Welt unserer Jugend mit Respekt gegenüber tritt. Ich möchte, dass ihr diese Umfrage macht, und ich erinnere euch daran, dass wir eure Stimme damit der ganzen Welt hörbar machen. Und wir werden uns alle, so Gott will, mit A’bdullah Dhul-Bidschadein im Paradies treffen, und unser Prophet (s) wird stolz auf uns sein, und wir werden uns mit Suleiman Al-Farsy treffen und ihm von unserem landesweiten Projekt erzählen.

 

Ich hoffe, wir werden euch im Guten wieder sehen.

 

As-salamu aleikum wa rahmatulallahi wa barakatuh.

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